{"id":3600,"date":"2004-12-01T12:00:00","date_gmt":"2004-12-01T11:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2004\/12\/01\/imschatten-des-kaisers\/"},"modified":"2004-12-01T12:00:00","modified_gmt":"2004-12-01T11:00:00","slug":"imschatten-des-kaisers","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2004\/12\/01\/imschatten-des-kaisers\/","title":{"rendered":"Im\nSchatten des Kaisers"},"content":{"rendered":"<h3>Spielbericht vom 01.12.2004<\/h3>\n<p>Autor: Walter<\/p>\n<p>am Tisch: Aaron, G\u00fcnther, Hans, Walter<\/p>\n<p>auf dem Tisch: &#8220;Im Schatten des Kaisers&#8221;<\/p>\n<p><a name=\"game1\" id=\"game1\"><\/a><\/p>\n<div align=\"right\">\n<form><input style=\"font-weight:bold\" type=\"button\" value=\"im Forum diskutieren\" onclick=\"location.replace('..\/PBLang\/index.php')\"\/><\/form>\n<\/div>\n<table align=\"right\" border=\"0\" cellpadding=\"0\" cellspacing=\"0\">\n<tr>\n<td><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/Ressourcen2\/imschatten\/imschatten_t.jpg\" width=\"260\" height=\"334\" border=\"0\" alt=\"Im Schatten des Kaisers\"\/><\/td>\n<\/tr>\n<tr align=\"right\">\n<td>\n<table class=\"ybackgr\" align=\"center\" border=\"1\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"1\" width=\"255\">\n<tr>\n<td>Autor<\/td>\n<td align=\"right\">Ralf Burkert<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Verlag<\/td>\n<td align=\"right\"><a href=\"http:\/\/www.hans-im-glueck.de\/\" target=\"_blank\">Hans im<br \/>\nGl\u00fcck<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>erschienen<\/td>\n<td align=\"right\">2004<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Spielerzahl<\/td>\n<td align=\"right\">2-4<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Spielzeit<\/td>\n<td align=\"right\">90 Minuten<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<h2><a href=\"http:\/\/luding.org\/Skripte\/GameData.py\/DEgameid\/16212\" target=\"_blank\">Im<br \/>\nSchatten des Kaisers<\/a><\/h2>\n<p>Nur mit einem einzigen lapidaren Satz geht die Spielanleitung auf die dargestellte<br \/>\nSzenerie ein: &#8220;Deutschland im Mittelalter: Die Spieler vertreten adelige Familien,<br \/>\ndie Anspruch auf die Kaiserkrone erheben.&#8221; Kurz und b\u00fcndig. Ein gutes Spieldesign<br \/>\nhat es nicht n\u00f6tig, durch eine aufgeblasene Titelgeschichte \u00fcber die eigenen Schw\u00e4chen<br \/>\nhinweg zu t\u00e4uschen. &#8220;Im Schatten des Kaisers&#8221; ist ein solches gutes Spiel. Die<br \/>\nDramaturgie ist spannend, die Spielmechanismen sind vielseitig und fein aufeinander<br \/>\nabgestimmt, und der Bezug zum historischen Hintergrund ist absolut \u00fcberzeugend.<\/p>\n<p>In der Schule hat mich das Mittelalter mit seinen vielen Kaisern und K\u00f6nigen ziemlich<br \/>\nkalt gelassen. Im reiferen Leben, wenn die Fragen nach dem &#8220;Ob&#8221; und<br \/>\n&#8220;Wie&#8221; immer h\u00e4ufiger ersetzt werden durch die Frage nach dem &#8220;Warum&#8221;,<br \/>\ngewann diese \u00e4u\u00dferst schillernde Phase mitteleurop\u00e4ischer Geschichte f\u00fcr mich erst ihre<br \/>\ngeb\u00fchrende Faszination.<\/p>\n<p>Kaum hatte Karl, der Gro\u00dfe, f\u00fcnftausend Sachsen hinschlachten lassen und sich damit<br \/>\ndie r\u00f6mische Heiligsprechung verdient, da wurde auch schon ein Urenkel seines gr\u00f6\u00dften<br \/>\nGegners auf den fr\u00e4nkischen K\u00f6nigsthron gew\u00e4hlt. Kaum hatte der verlotterte Spro\u00df einer<br \/>\nnormannisch-schw\u00e4bischen Familie den Kaiserthron bestiegen, den Papst in eine m\u00e4chtige<br \/>\ndeutsch-sizilianische Zange genommen, und f\u00fcr die christlichen Jerusalem-Pilger mit dem<br \/>\nBeherrscher aller Gl\u00e4ubigen in Bagdad einen friedliche Zugang zu den heiligen St\u00e4tten<br \/>\nausgehandelt, da wurde auch schon sein letzter Enkel von den p\u00e4pstlichen H\u00e4schern<br \/>\nergriffen und hingemordet.<\/p>\n<p>Zwanzig Jahre lang verdarb das Reich in einer kaiserlosen, schrecklichen Zeit, bis<br \/>\nsich die Landesf\u00fcrsten zusammentaten, um das herrschende Faustrecht zu beenden und ein<br \/>\nneues Wahlrecht f\u00fcr ihren K\u00f6nig zu beschlie\u00dfen. Vier weltliche Landesf\u00fcrsten und drei<br \/>\nkirchliche F\u00fcrstbisch\u00f6fe gr\u00fcndeten einen Kurverein und reservierten f\u00fcr sich das<br \/>\nPrivileg, den deutschen K\u00f6nig zu w\u00e4hlen. Warum es gerade die K\u00fcrf\u00fcrstent\u00fcmer B\u00f6hmen,<br \/>\nSachsen, Brandenburg und die Pfalz waren, und warum gerade die Erzbist\u00fcmer von Mainz,<br \/>\nK\u00f6ln und Trier dieses Privileg bekamen, hat mir noch niemand \u00fcberzeugend darlegen k\u00f6nnen.<br \/>\n(&#8220;Sie waren halt die M\u00e4chtigsten!&#8221;) Auf Grund welcher Legitimation der Gek\u00fcrte<br \/>\ndann auch noch ordentlicher &#8220;Kaiser&#8221; wurde, ist ebenfalls ein Geheimnis der<br \/>\nGeschichte.<\/p>\n<p>Zumindest ging es von nun an ohne Mord und Totschlag zu, wenigstens in den oberen<br \/>\nEtagen. Man lie\u00df sich h\u00f6chstenfalls zum Gegenkaiser ausrufen, bekriegte sich ein bi\u00dfchen,<br \/>\nwurde gefangen genommen und mu\u00dfte &#8211; bei Sekt und Kaviar &#8211; auf die Ausl\u00f6sung warten. Man<br \/>\npaktierte mit dem Papst, verkrachte sich mit ihm, wurde gebannt und exkommuniziert,<br \/>\nschrieb im Gegenzug dem Herrscher in Rom (oder Avignon) die Rechtgl\u00e4ubigkeit ab, und<br \/>\nleistete sich riesige Milit\u00e4rausgaben, um seinen Anspr\u00fcchen auch einen glaubw\u00fcrdigen<br \/>\nNachdruck zu verleihen.<\/p>\n<p>Wu\u00dftet Ihr, da\u00df damals in diesen verworrenen Zeiten ein gewisser Papst Johannes XXII<br \/>\nagierte, und da\u00df es dann volle siebenhundert Jahre dauerte, bis ein humorvoller mutiger<br \/>\nRoncalli sich als n\u00e4chster getraute, den Papstnamen Johannes wieder zu verwenden?<\/p>\n<p>Kehren wir zur\u00fcck in den Schatten des Kaisers! Man braucht den geschichtlichen<br \/>\nHintergrund nicht zu kennen, um das Spiel spielen, genie\u00dfen und gewinnen zu k\u00f6nnen. Es<br \/>\nerh\u00f6ht aber das Entz\u00fccken bei der Begegnung mit vielen h\u00fcbschen Eigenschaften dieses<br \/>\nSpiels.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/Ressourcen2\/imschatten\/imschatten_b1.jpg\" align=\"left\" width=\"260\" height=\"257\" border=\"0\" alt=\"Im Schatten des Kaisers board\"\/>Das Spiel l\u00e4uft in f\u00fcnf<br \/>\nRunden ab, in den die Spieler reihum verschiedene Aktionen ausf\u00fchren k\u00f6nnen, solange ihre<br \/>\nGeld-Mittel daf\u00fcr ausreichen. Wie schon im lapidaren Einleitungssatz gesagt, sind die<br \/>\nSpieler Adelsfamilien, die ihre S\u00f6hne (P\u00f6ppel, Pl\u00e4ttchen) auf Kurf\u00fcrsten- und<br \/>\nKaiserthr\u00f6ne heben und daf\u00fcr Siegpunkte kassieren. Wer am Ende die meisten Siegpunkte<br \/>\ngesammelt hat, ist Sieger.<\/p>\n<p>Jeder Spieler hat insgesamt sieben Spr\u00f6\u00dflinge (Pl\u00e4ttchen), die er an einem beliebigen<br \/>\nOrt in einem beliebigen Kurf\u00fcrstentum zu Welt bringen kann. Nicht alle auf einmal,<br \/>\nsondern immer nur einzeln, soweit seine Mittel reichen. Die Spr\u00f6sslinge altern von Runde<br \/>\nzu Runde und sterben in der Regel nach vier aktiven Runden den Alterstod. (Das erinnert<br \/>\nan <a href=\"http:\/\/luding.org\/Skripte\/GameData.py\/DEgameid\/2128\" target=\"_blank\">Kremlin<\/a>.)<\/p>\n<p>Mit Medizin l\u00e4\u00dft sich der Tod kurzfristig aufhalten. Ein b\u00f6ser Gegenspieler kann aber<br \/>\nauch einen Kurpfuscher in ein fremdes Herrscherhaus schicken und dem Senior dort das<br \/>\nLebenslicht ausblasen lassen.<\/p>\n<p>Den Posten als Kurf\u00fcrst erh\u00e4lt eine Familie f\u00fcr die einfache Mehrheit an<br \/>\nMachtelementen im entsprechenden Gebiet. Zu den mehrheitsbildenden Faktoren geh\u00f6ren<br \/>\nRitter, Adels-Siedlungen und nat\u00fcrlich Mitglieder der engeren Adelsfamilie. Letztere<br \/>\nk\u00f6nnen sich verheiraten, dann z\u00e4hlen sie doppelt. (Die Spielprinzipien um die Mehrheiten<br \/>\nerinnern vage an &#8220;<a href=\"http:\/\/luding.org\/Skripte\/GameData.py\/DEgameid\/8599\" target=\"_blank\">Die Macher<\/a>&#8220;.)<\/p>\n<p>Die Kaiserfamilie bekommt in jedem Kurf\u00fcrstentum zus\u00e4tzliche Punkte f\u00fcr die darin<br \/>\nenthaltenen Reichsst\u00e4dte. Die Reichsst\u00e4dte werden vom jeweiligen Kaiser gegr\u00fcndet, sind<br \/>\naber kein fester Besitz in den H\u00e4nden einer Familie, sondern wechseln jeweils mit der<br \/>\nFigur, die den Kaiser stellt.<\/p>\n<p>Kaiser wird man, indem man sich demonstrativ zum Gegenkaiser ausrufen l\u00e4\u00dft und eine<br \/>\nMehrheit an Stimmen der Kurf\u00fcrsten daf\u00fcr gewinnt. Auch der Papst kann hier eine Stimme<br \/>\ngeltend machen. Einzelne kirchliche Kurf\u00fcrsten k\u00f6nnen ihren Einflu\u00df verdoppeln oder auch<br \/>\ng\u00e4nzlich einb\u00fc\u00dfen, wenn ein Spieler die entsprechende Aktion ausgew\u00e4hlt hat.<\/p>\n<p>Aber nicht der Kaiser gewinnt am Ende das Spiel, nicht die Masse an Besitzt\u00fcmern oder<br \/>\ndie Mehrheit an Einflu\u00df, es gewinnt allein die Summe aller Dynamik, die ein Spieler im<br \/>\nLaufe des gesamten Spieles an den Tag gelegt hat. Machtvolles Verteidigen von<br \/>\nKurf\u00fcrstent\u00fcmer, anstrengende Kuren, um das Altern der betagten Familienmitglieder zu<br \/>\nverhindern, all diese statisch ausgerichteten Aktionen bringen keinen Gewinn. Leben und<br \/>\nLeben lassen ist hier die Devise. Die beschr\u00e4nkten Mittel leicht und locker an den<br \/>\nschw\u00e4chsten Machtpositionen ansetzen und die Herrschaftsverh\u00e4ltnisse st\u00e4ndig im Flu\u00df<br \/>\nhalten, das bringt Punkte und h\u00e4lt das Spiel in Schwung.<\/p>\n<p>F\u00fcnf Jahre lang hat der Autor Ralf Burkert \u00fcber seiner Idee gebr\u00fctet, zwei Jahre lang<br \/>\nhat er in Zusammenarbeit mit dem Verlag an der Spielgestaltung gefeilt. Das Spiel sollte<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/Ressourcen2\/imschatten\/imschatten_b2.jpg\" align=\"right\" width=\"260\" height=\"213\" border=\"0\" alt=\"Im Schatten des Kaisers board\"\/>als Merkmale aufweisen:<\/p>\n<ul>\n<li>keine Zufallselemente<\/li>\n<li>Vielfalt im Handlungsspielraum<\/li>\n<li>Dynamik in der spielerischen Entfaltung<\/li>\n<li>Bremsen gegen die Herausbildung jeglicher Hegemonie<\/li>\n<\/ul>\n<p>Was dabei herausgekommen ist, dem m\u00f6chte ich heute den Titel &#8220;Weltmeister der<br \/>\nBalance&#8221; verleihen. Dazu ein paar Beispiele:<\/p>\n<ol start=\"1\" type=\"1\">\n<li>Alle Aktionen sind durch wohldosierte Anzahl von Karten limitiert. Nur drei neue<br \/>\nAdelige d\u00fcrfen pro Runde ins Spiel gebracht werden; bei vier Mitspielern geht einer leer<br \/>\naus. Nur einmal pro Runde kann eine ausl\u00e4ndische K\u00f6nigstochter zu Verehelichung<br \/>\neingeflogen werden. Da hei\u00dft es schon pr\u00e4sent sein und seine Zugreihenfolge gut w\u00e4hlen,<br \/>\ndamit man bei seinen Expansionspl\u00e4nen nicht in die R\u00f6hre schauen mu\u00df.<\/p>\n<\/li>\n<li>Alle Aktionen kosten Geld, und zwar unterschiedlich je nach Qualit\u00e4t der Aktion.<br \/>\nEinen neuen ledigen Baron in Spielfeld zu bringen, kostet drei Taler, einen Verheirateten<br \/>\nzu bringen kostet gleich f\u00fcnf Taler. Da sind die Geldmittel sehr schnell ausgesch\u00f6pft und<br \/>\nman kann sein Restgeld nur noch mit billigen Umz\u00fcgen und Ritterspielen unter die Leute<br \/>\nbringen.<\/p>\n<\/li>\n<li>Allein schon das definierte Maximum an Geldmitteln, das ein jeder Spieler einhalten<br \/>\nmu\u00df, ist eine wohldurchdachte Schranke. Wer mehr als zw\u00f6lf Taler besitzt, mu\u00df jede<br \/>\nEinnahmen, die dar\u00fcber hinausgeht, ersatzlos verfallen lassen. Keiner kann sein Kapital<br \/>\nansparen, auf jegliche Aktionen verzichten und die anderen Streith\u00e4hne allein in die<br \/>\nArena schicken. Um dann sp\u00e4ter von hinten her das ausgeblutete Feld aufzurollen. Nein,<br \/>\njeder Spieler mu\u00df in jeder Runde Einsatz zeigen.<\/p>\n<\/li>\n<li>Der Kaiser, normalerweise ein Titel, der nach Sieger klingt und mit dem sich jeder<br \/>\ngerne schm\u00fccken m\u00f6chte, bringt hier zwar ein paar Sonder-Privilegien mit sich, diese<br \/>\nhalten sich aber durchaus die Waage mit den damit verbundenen Nachteilen: Die Familie mu\u00df<br \/>\ndaf\u00fcr eine Adelsfigur aus einem Kurf\u00fcrstentum entfernen und verliert dadurch Pr\u00e4senz auf<br \/>\ndem Spielbrett. Auch unter unseren Analytikern ist noch nicht entschieden, ob Kaiser zu<br \/>\nwerden ein gewinnbringendes Ziel ist.<\/p>\n<\/li>\n<li>Wer einen Kurf\u00fcrstenposten aufgeben mu\u00df, erleidet eigentlich keinen materiellen<br \/>\nVerlust. Er darf sein abgesetztes Familienmitglied unverz\u00fcglich in einem beliebigen<br \/>\nKurf\u00fcrstentum unterbringen, und kann damit sofort einen Angriff auf die dortigen<br \/>\nMachtverh\u00e4ltnisse starten.<\/p>\n<\/li>\n<li>Wer in einem Kurf\u00fcrstentum die Mehrheit erreicht hat, mu\u00df eine Figur aus den Feldern<br \/>\ndes Kurf\u00fcrstentums entfernen und auf den Thron setzen. Dadurch ist seine Machtposition<br \/>\ndeutlich geschw\u00e4cht und der n\u00e4chste Machtwechsel vorprogrammiert.<\/p>\n<\/li>\n<li>Wer eine Kurf\u00fcrstenwahl knapp verloren hat, kann dort ziemlich sicher in der n\u00e4chsten<br \/>\nRunde zum Erfolg kommen. Vor allem weil es sich nicht lohnt, das Kurf\u00fcrstentum zu<br \/>\nverteidigen; daf\u00fcr gibt es ja keine Siegespunkte. Der freundlichste Mitspieler ist der,<br \/>\nmit dem man sich alternierend in der Mehrheit an einem Kurf\u00fcrstentum abwechselt. Dann<br \/>\nkassieren beide abwechselnd die Siegpunkte.<\/p>\n<\/li>\n<li>Die Kurf\u00fcrstent\u00fcmer besitzen unterschiedliche Privilegien, die sich entweder in<br \/>\nerh\u00f6hten Einnahmen, in mehr Einflu\u00df bei der Kaiserwahl, in direkten Siegpunkten oder in<br \/>\nanderen kleinen Vorteilen auswirken. Moritz schreibt sinngem\u00e4\u00df in seiner Kritik zu<br \/>\nCthulhu-500: &#8220;In einen guten Spiel besitzen ALLE asymmetrischen Modifikationen den<br \/>\ngleichen Nutzeffekt, aber alle auf unterschiedlicher Weise&#8221;. Hier &#8220;Im Schatten<br \/>\ndes Kaisers&#8221; ist diese Regel auf beispielhafte Weise eingehalten.<\/p>\n<\/li>\n<li>Jeder Spieler besitzt nur drei Siedlungssteine, mit denen er Machteinflu\u00df und<br \/>\nSiegpunkte gewinnen hat. F\u00fcr alle ist Platz vorhanden, und am Ende sind wohl alle<br \/>\nSiedlungen gebaut. Wer fr\u00fch baut, bekommt zwar fr\u00fch einen erh\u00f6hten Machteinflu\u00df, er lockt<br \/>\ndamit aber auch leicht die Geldgier der Mitspieler auf sich. Der Kurf\u00fcrst erh\u00e4lt n\u00e4mlich<br \/>\nauch f\u00fcr die Siedlungen fremder Familien in seinem Gebiet bestimmte Geldzahlungen<br \/>\nzugewiesen. Wenn ein Spieler ein Kurf\u00fcrstentum mit eigenen Siedlungen gegen solche<br \/>\nMitesser aber unbedingt verteidigen will, dann verliert er Dynamik in seinen weiteren<br \/>\nAktionen und mu\u00df auf m\u00f6gliche Siegpunkte beim Macht\u00fcbernahmen verzichten.<\/p>\n<\/li>\n<li>Jeder Spieler besitzt insgesamt nur sieben Familienmitglieder. Hat er alle<br \/>\neingesetzt, dann ist sein Vorrat ersch\u00f6pft und er kann keine neuen mehr zur Welt bringen.<br \/>\nEine Dominanz durch eine einzige Adelsfamilie ist dadurch ausgeschlossen.<\/p>\n<\/li>\n<li>Die Ritter k\u00f6nnen in den Kurf\u00fcrstent\u00fcmern auf Adelsfelder oder auf Ritterburgen<br \/>\ngesetzt werden. Auf den Adelsfeldern sind sie variabel; sie k\u00f6nnen in andere F\u00fcrstent\u00fcmer<br \/>\numziehen und dort in die Mehrheitsverh\u00e4ltnisse eingreifen. Wenn aber ein echter<br \/>\nAdelsspro\u00df kommt und ihr Feld beansprucht, werden sie ganz vom Brett genommen. Wurden sie<br \/>\nauf Ritterburgen eingesetzt, besitzen sie ewiges Hausrecht und k\u00f6nnen nicht mehr<br \/>\nverdr\u00e4ngt werden. Daf\u00fcr habe sie ihre flexible Einsatzf\u00e4higkeit eingeb\u00fc\u00dft.<\/p>\n<\/li>\n<li>Das ganze Spiel ist u.a. ein st\u00e4ndiger Kampf gegen Altern und Tod. Je mehr Adelige<br \/>\nein Spieler im Feld hat, desto st\u00e4rker nagt der Zahn der Zeit an seiner Familie. Je mehr<br \/>\naktuellen Einflu\u00df &#8211; teuer erkauft &#8211; ein Spieler auf dem Brett hat, desto sicherer wird er<br \/>\nihn wieder los.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Dieser Katalog ist nur eine kleine Kostprobe von Balancen, die &#8220;Im Schatten des<br \/>\nKaisers&#8221; wie selbstverst\u00e4ndlich eingebaut sind, den Spielablauf komplexer machen und<br \/>\nes erschweren, eine klare Gewinnlinie zu finden und zu verfolgen. Jedes einzelne Detail<br \/>\nsteht mit allen seinen konkurrierenden Elementen im wohldurchdachten Gleichgewicht.<br \/>\n&#8220;Im Schatten des Kaisers&#8221; ist kein billiges Kriegsspiel, bei dem gegen Ende ein<br \/>\neinziger Spieler zum monopol-artigen Sieger emporschie\u00dft. Man mu\u00df mehr Dinge beherzigt<br \/>\nhaben, als ein paar Gigatonnen Sprengstoff auf seine Gegner abgeworfen zu haben, um sich<br \/>\nhinterher zum totalen Sieger proklamieren zu k\u00f6nnen. Kann sein, da\u00df dies f\u00fcr viele<br \/>\nGelegenheitsspieler zu anspruchvoll ist. F\u00fcr einen professionellen Liebhaber des alten<br \/>\nEuropa ist es aber ein ungetr\u00fcbter, herausfordernder Genuss.<\/p>\n<p>WPG-Gesamtwertung: 6,75<\/p>\n<div align=\"right\">\n<form><input style=\"font-weight:bold\" type=\"button\" value=\"im Forum diskutieren\" onclick=\"location.replace('..\/PBLang\/index.php')\"\/><\/form>\n<\/div>\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Spielbericht vom 01.12.2004 Autor: Walter am Tisch: Aaron, G\u00fcnther, Hans, Walter auf dem Tisch: &#8220;Im Schatten des Kaisers&#8221; Autor Ralf Burkert Verlag Hans im Gl\u00fcck erschienen 2004 Spielerzahl 2-4 Spielzeit 90 Minuten Im Schatten des Kaisers Nur mit einem einzigen lapidaren Satz geht die Spielanleitung auf die dargestellte Szenerie ein: &#8220;Deutschland im Mittelalter: Die Spieler &hellip; <a href=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2004\/12\/01\/imschatten-des-kaisers\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Im<br \/>\nSchatten des Kaisers<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-3600","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-spieleabende"],"views":5,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3600","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3600"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3600\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3600"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3600"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3600"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}