{"id":3611,"date":"2005-07-13T12:00:00","date_gmt":"2005-07-13T10:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2005\/07\/13\/kingarthur-kartenspiel\/"},"modified":"2005-07-13T12:00:00","modified_gmt":"2005-07-13T10:00:00","slug":"kingarthur-kartenspiel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2005\/07\/13\/kingarthur-kartenspiel\/","title":{"rendered":"King\nArthur Kartenspiel"},"content":{"rendered":"<h2><a href=\"http:\/\/luding.org\/Skripte\/GameData.py\/DEgameid\/18629\" target=\"_blank\">King<br \/>\nArthur Kartenspiel<\/a><\/h2>\n<p><i>rezensiert von Walter Sorger<\/i><\/p>\n<p>F\u00fcr mich ist &#8220;King Arthur&#8221; nur ein verkapptes Quartettspiel. Die Spieler<br \/>\nziehen Karten vom verdeckten Stapel, freuen sich, wenn sie mit dem Karten in der Hand gut<br \/>\nzusammenpassen, tauschen passende Handkarten gegen offen auf dem Tisch liegende<br \/>\nFarbkarten ein. Und wenn sie gen\u00fcgend Farbkarten beieinander haben, tauschen sie diese<br \/>\ngegen offen auf dem Tisch liegende Siegpunktkarten ein. Wer am Ende in der Summe die<br \/>\nmeisten Siegpunkte eintauschen konnte, hat gewonnen.<\/p>\n<p>Dass die Karten auf dem verdeckten Stapel offiziell &#8220;Ritterkarten&#8221; hei\u00dfen,<br \/>\ndie Farbkarten &#8220;Widersacherkarten&#8221; und die Siegpunktkarten<br \/>\n&#8220;Abenteuerkarten&#8221; tr\u00e4gt zum Spielmechanismus nicht sonderlich bei. Es wird<br \/>\nnicht gek\u00e4mpft und erobert, es gibt keine Siege und Niederlagen, es wird schlichtweg<br \/>\ngezogen, gesammelt und getauscht. Nur unser guter Moritz w\u00fcrde etwas vermissen, wenn<br \/>\nstatt Monster und Orcs hier \u00c4pfel und Birnen aufgedruckt w\u00e4ren.<\/p>\n<p>Ich gebe zu, dass &#8220;King Arthur&#8221; kein triviales einstufiges Kinderquartett<br \/>\nist, es ist schon mindestens zwei- oder dreistufig. Erst muss man die richtigen Ritter<br \/>\nbeisammen haben, dann die richtigen Widersacher einsacken und schlie\u00dflich die Abenteuer<br \/>\nbestehen. Doch f\u00fcr einen Fantasy-Gamer oder f\u00fcr einen Strategen wird nicht viel geboten.<br \/>\nBeim Ziehen der Ritterkarten hat er den Freiheitsgrad 0, beim Erobern von<br \/>\nWidersacherkarten eine Auswahlm\u00f6glichkeit unter etwa 0 bis 3 Alternativen, und beim<br \/>\nEintauschen gegen Abenteuerkarten schon wieder keinen Freiheitsgrad mehr: Die<br \/>\nAbendteuerkarte nimmt man im Prinzip immer sofort an sich nimmt, wenn man die passenden<br \/>\nWidersacherkarten hat. &#8220;Sunst nimmt mer se de Anner!&#8221; h\u00e4tte <a href=\"http:\/\/gutenberg.spiegel.de\/trockenb\/gedichte\/ascheber.htm\" target=\"_blank\">Gustav<br \/>\nTrockenbrodt<\/a> dies begr\u00fcndet.<\/p>\n<p>Meiner Abqualifizierung von &#8220;King Arthur&#8221; als ein Quartettspiel hat Peter<br \/>\nheftigst, fast aggressiv widersprochen. Schlie\u00dflich hatte er mal wieder gewonnen, und ich<br \/>\nwar als Letzter auf einem ganzen Haufen roter Widersacherkarten sitzen geblieben. H\u00f6ren<br \/>\nwir hier seine Gegenstellungnahme:<\/p>\n<p><i>Nein, K\u00f6nig Artus ist nicht mein neues Lieblingsspiel. Aber es ist tats\u00e4chlich<br \/>\nnicht so bl\u00f6d, wie Walter glaubt. Ein paar Hinweise:<\/i><\/p>\n<ol start=\"1\" type=\"1\">\n<li><i>Es gibt eine dynamische Spannung, ob man hohe (Widersacher-)Karten oder niedrige<br \/>\nkauft. F\u00fcr hoch spricht: Man darf pro Runde max. 1 Karte kaufen. Jede Zahl gibt schon die<br \/>\nSiegpunkte an. Wer also eine 1er Karte kauft, verzichtet auf den Kauf einer 2er.<br \/>\nUmgekehrt gibt es Punktkarten, die man mit beliebig kleinen Karten einkaufen kann, wo<br \/>\ndann kleine vorzuziehen sind. Jede Runde stellt einen also schon vor diese Entscheidung;<br \/>\nund dann kommen noch die Siegpunktkarten dazu.<\/i><\/p>\n<\/li>\n<li><i>Apropos. Das w\u00e4re doch eine echte Walteraufgabe, auszurechnen, welche<br \/>\nSiegpunktkarte am meisten geschenkte Punkte bietet, und welche am schlechtesten ist. Ich<br \/>\nvermute, am besten ist (alle vier Farben), die man f\u00fcr 5 Punkte kaufen kann, also 10<br \/>\nPunkte geschenkt bekommt. Kostet aber vier Runden (weil 4 Karten gekauft werden m\u00fcssen).<br \/>\nDagegen gewinnt man beim Gral 8 Punkte weniger, braucht aber in einer guten Kombination<br \/>\nnur 3 Karten (lauter 4er oder der 5er). Ich habe f\u00fcr den Gral 4 Karten gebraucht, war<br \/>\nalso nicht ganz so gut. Also, das ist doch wirklich eine Walter-Excelei.<\/i><\/p>\n<\/li>\n<li><i>Es ist von gro\u00dfer Bedeutung, darauf zu achten, was die anderen sammeln. Das ist<br \/>\nein trivialer Hinweis, wurde aber anscheinend auch \u00fcbersehen, denn es gibt jede<br \/>\nSiegpunktkarte nur einmal! Nur ein Beispiel: Es gibt die Karte 5 oder (3 und 3). Auf der<br \/>\n5er Karte lag Aarons Chip, aber er hatte sie noch nicht. Ich musste also so spielen, dass<br \/>\nich in meinem aktiven Zug bereits die zweite 3 hatte. Das ist trivial, l\u00e4sst sich aber<br \/>\nauf die Farbkarten o.\u00e4. ausweiten.<\/i><\/p>\n<\/li>\n<li><i>Es ist empfehlenswert, immer ein paar Ritterkarten auf der Hand zu haben, um<br \/>\nOccassionen zu nutzen. Also vielleicht nicht die 4 kaufen, auch wenn du Cash daf\u00fcr hat,<br \/>\nsondern lieber die 2 oder so. Jedenfalls ist es eine komplette Katastrophe, ganz<br \/>\nabgebrannt zu sein.<\/i><\/li>\n<\/ol>\n<p><i>W\u00fcrde ich weiterdenken, fiele mir mehr ein. Zu Quartett f\u00e4llt mir nicht so viel<br \/>\nein.<\/i><\/p>\n<p>Lieber Peter, zu Deiner ausf\u00fchrlichen Argumentation m\u00f6chte ich hier auch noch mal was<br \/>\nerwidern:<\/p>\n<ol start=\"1\" type=\"a\">\n<li>Deine &#8220;dynamische Spannung&#8221; entspricht f\u00fcr mich der Spannung eines<br \/>\nFarbenblinden, ob er sich eine rote oder eine gr\u00fcne Kerze anz\u00fcnden soll. Erstens hat er<br \/>\nnur eine einzige im Hause, und zweitens kann er den Unterschied zwischen Soll und Haben<br \/>\ndann doch nicht erkennen.<\/p>\n<\/li>\n<li>Nat\u00fcrlich kauft jeder gerne unter sonst gleichen Randbedingungen lieber billigere<br \/>\nKarten als teuere. Da aber die Siegpunktkarten begrenzt sind, muss man doch schauen, ob<br \/>\nf\u00fcr niedrige Widersacher angesichts von Angebot und Nachfrage \u00fcberhaupt noch was zu holen<br \/>\nist. Au\u00dferdem: Da die kleinen Karten immer sofort weggehen, muss man f\u00fcr eine<br \/>\n4-Farben-Siegkarte mit Sicherheit mehr Runden und sehr viel mehr Punkte opfern.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem kann man ja nicht beliebig zwischen billigen und teuren Karten w\u00e4hlen, weil man<br \/>\nmit der Zahlungseinheit Ritterkarten niemals reichlich ausgestattet ist, und man sich<br \/>\nimmer nach der Decke strecken muss, tendenziell also immer die billigen.<\/p>\n<\/li>\n<li>Die Siegpunkte haben hier unter Deinem Punkt 1) gar nichts mehr verloren, weil sie<br \/>\nals einziges Entscheidungskriterium f\u00fcr die Auswahl der Widersacherkarten bereits<br \/>\nausgedient haben.<\/p>\n<\/li>\n<li>Du hast Recht, es ist eine triviale Excelei, die Tabellen zusammen zu stellen, f\u00fcr<br \/>\nwelchen Ritter-Widersacher-Einsatz man die meisten Punkte machen kann. Aber nur, wenn man<br \/>\nalles f\u00fcr den Nominalwert bekommt. Da hier aber die Aktionen der Mitspieler eine<br \/>\nmindestens 50% Abweichung zwischen Theorie und Praxis bedeuten, lohnt sich der Aufwand<br \/>\nnicht. F\u00fcr mich nicht.<\/p>\n<\/li>\n<li>Nat\u00fcrlich ist es &#8220;bedeutend&#8221; zu sehen, was die anderen sammeln. Es ist<br \/>\nsicherlich nicht geschickt, hohe rote Karten zu sammeln, wenn der Spieler vor mir das<br \/>\nauch getan hat. Es ist sicherlich lohnenswert, auf die Siegpunktkarten zu spekulieren,<br \/>\nauf die sonst keiner spekuliert. Ist das immer so klar?<\/p>\n<p>Es sich doch wohl immer, billige Widersacherkarten zu erwerben, oder? Und was mache ich<br \/>\ndann, wenn ich die wenigen Objekte meiner Begierde gerade so eben nicht mehr bekomme.<br \/>\nDann schaue ich noch mal nach, was die anderen gesammelt haben. Diesmal aber durch das<br \/>\nOfenrohr.<\/p>\n<\/li>\n<li>Mit dem &#8220;\u00fcbersehen&#8221; haben meinst Du sicherlich mich Ich habe irgendwann mal<br \/>\ndas Rote-8-Abenteuer bestehen wollen. Schien mir erstrebenswert. Bin dann bis zum<br \/>\nSpielende auf meinen roten Karten sitzen geblieben. (Hi Peter, garantiert nicht NUR, weil<br \/>\nich zu bl\u00f6d war!), und am Ende hat mir Loredana die Rote-8 vor der Nase noch<br \/>\nweggeschnappt. Aber da war meine Ergebenheit in das Schicksal eines Quartett-Spielers<br \/>\nschon so weit gediehen, da\u00df ich mich dar\u00fcber nicht ge\u00e4rgert haben, sondern mich nur noch<br \/>\n\u00fcber das n\u00e4her r\u00fcckende Spielende freuen konnte!<\/p>\n<\/li>\n<li>Du &#8220;musstest&#8221; also so spielen, dass Du die zweite 3 bekommst! Was hat Aaron<br \/>\nda verkehrt gemacht? Oder haben G\u00fcnther und ich als Zwischenspieler vor Dir dazu etwas<br \/>\nverkehrt gemacht? Hast Du das alles vorausgeplant, dass a) eine 3-er Karte im Angebot<br \/>\nliegt, dass b) diese Karte das Abr\u00e4umen ausl\u00f6st (Experten-Regel), und dass c) vier<br \/>\nMitspieler vor Dir kein Interesse an dieser Karte haben werden? Dann bist Du der geborene<br \/>\nMerlin!<\/p>\n<\/li>\n<li>Dass man als &#8220;Abgebrannter&#8221; ganz schlechte Karten hat, kann ich<br \/>\nuneingeschr\u00e4nkt unterschreiben. Dies ist ein ganz wichtiger Hinweis von Dir, den ich als<br \/>\nFazit an alle Arthurianer weitergeben m\u00f6chte: Liebe Arthus-Ritter, vervollst\u00e4ndigt erst<br \/>\nmal eure Tafelrunde, bevor ihr auf Abenteuer ausgeht. Und nur wenn Euch unterwegs<br \/>\nzuf\u00e4lligerweise mal ein kleines H\u00e4schen begegnet, dann vernascht es halt so en passant.<br \/>\nPasst aber dabei auf, dass ihr dabei hinter dem Ritter-Ofen nicht tr\u00e4ge und gehfaul<br \/>\nwerdet.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Ceterum censeo rex artus quartettus est. (Oder h\u00e4tte ich hier den Akkusativ schreiben<br \/>\nm\u00fcssen?)<\/p>\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>King Arthur Kartenspiel rezensiert von Walter Sorger F\u00fcr mich ist &#8220;King Arthur&#8221; nur ein verkapptes Quartettspiel. 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