{"id":3628,"date":"2002-01-12T12:00:00","date_gmt":"2002-01-12T11:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2002\/01\/12\/munchkin\/"},"modified":"2002-01-12T12:00:00","modified_gmt":"2002-01-12T11:00:00","slug":"munchkin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2002\/01\/12\/munchkin\/","title":{"rendered":"MUNCHKIN"},"content":{"rendered":"<h2>MUNCHKIN<\/h2>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/Ressourcen\/munchkin_t.jpg\" align=\"right\" width=\"197\" height=\"288\" border=\"0\" alt=\"Munchkin\"\/><\/p>\n<p><b>Hersteller<\/b>: Steve Jackson Games (neu!)<\/p>\n<p><b>Autor<\/b>: Steve Jackson (einer der popul\u00e4rsten amerikanischen Spielerfinder,<br \/>\nDesigner von &#8220;Car Wars&#8221;, &#8220;GURPS&#8221;, &#8220;Ogre&#8221; und und<br \/>\nund&#8230;)<\/p>\n<p><b>Getestet<\/b>: 1. Auflage, erschienen 2001<\/p>\n<p><b>Tester<\/b>: Moritz Eggert<\/p>\n<p><b>Szenario<\/b>: Ein &#8220;generisches&#8221; Dungeon (oder f\u00fcr den Uneingeweihten: Ein<br \/>\nVerlies&#8230;im Grunde nur aus T\u00fcren bestehend, die wir \u00f6ffnen). Wir sind Abenteurer, die<br \/>\nversuchen, als erster den 10. Level zu erreichen (oder: die 10.<br \/>\n&#8220;Erfahrungsstufe&#8221;, nicht etwa den &#8220;Level&#8221; des &#8220;Dungeons&#8221;,<br \/>\nalso das &#8220;Stockwerk&#8221;). Dazu hilft es Sch\u00e4tze zu raffen, Monster zu pl\u00e4tten, und<br \/>\nalle anderen Mitspieler zu verraten, betr\u00fcgen und zu berauben. Alle<br \/>\n&#8220;Orkspielhasser&#8221; m\u00fcssen von hier an nicht mehr weiterlesen, allen anderen sei<br \/>\nschon einmal gesagt, da\u00df es sich hier um ein nettes, nicht allzu bahnbrechendes kleines<br \/>\nSpielchen handelt, da\u00df sich gottseidank selber nicht sehr ernst nimmt.<\/p>\n<p><b>Das Spiel<\/b>: Wir fangen ohne &#8220;Klasse&#8221; (also Beruf, zum Beispiel<br \/>\nPriester, Dieb oder Krieger) und &#8220;Rasse&#8221; (also Fantasyklischee Elb, Zwerg,<br \/>\nHobbit, Entschuldigung: Halbling) an, au\u00dferdem haben wir keinerlei Besitz, und nur den<br \/>\nersten Erfahrungslevel (was uns effektiv eine St\u00e4rke von 1 im Monsterkampf gibt). All<br \/>\ndiese Attribute k\u00f6nnen wir jederzeit aus der Hand spielen, auch wenn wir nicht dran sind.<br \/>\nWenn es uns also gef\u00e4llt, ein Zauberer zu sein, spielen wir einfach die entsprechende<br \/>\nKarte (wenn wir sie denn haben), und schon sind wir&#8217;s. Wenn nun dieser Zauberer<br \/>\nsp\u00e4ter einem Monster begegnet, das gegen Zauberer besonders allergisch ist, k\u00f6nnen wir<br \/>\ndiesen Beruf jederzeit durch einen anderen ersetzen. Nur: das K\u00e4rtchen m\u00fcssen wir auf der<br \/>\nHand haben.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/Ressourcen\/munchkin1.jpg\" align=\"left\" width=\"180\" height=\"276\" border=\"0\" alt=\"Munchkin\"\/><\/p>\n<p>Der Spielablauf ist immer gleich: Wir \u00f6ffnen eine T\u00fcre (ziehen eine<br \/>\n&#8220;Abenteuerkarte&#8221;), hinter der T\u00fcre ist entweder ein Monster (meistens), oder<br \/>\nauch ein Klasse oder Rasse, manchmal auch ein Fluch oder eine Spezialkarte. Letzteres<br \/>\nlassen wir einfach auf uns wirken oder nehmen es an uns, ersteres m\u00fcssen wir bek\u00e4mpfen.<br \/>\nDazu sind meistens mehrere Spieler n\u00f6tig, daher fragen wir brav (\u00e4hnlich wie bei<br \/>\n&#8220;Cosmic Encounter&#8221;), wer beim Monsterpl\u00e4tten mitmachen will, am besten mit dem<br \/>\nVersprechen, Sch\u00e4tze abzugeben. Aber Vorsicht: Wer nicht eingeladen wird, r\u00e4cht sich<br \/>\nmeistens mit hinterh\u00e4ltigen, das Monster st\u00e4rkenden Karten. Oder kann auch als Dieb von<br \/>\nhinten zustechen und uns schw\u00e4chen (nicht etwa das Monster, das versteht sich von<br \/>\nselbst). Gelingt es uns aber, das Monster (ebenso wie wir durch einen simplen St\u00e4rkewert<br \/>\ndargestellt, also zum Beispiel &#8220;14&#8221;) zu besiegen (das hei\u00dft, allein oder<br \/>\nzusammenaddiert mit anderen einen gleichen oder h\u00f6heren St\u00e4rkewert zu erlangen), bekommen<br \/>\nwir eine auf der Monsterkarte angegebene Anzahl von Schatzkarten, die wir offen (falls<br \/>\nandere mitmachten), oder auch geheim (wenn wir allein waren), verteilen oder auch an uns<br \/>\nnehmen. Nur der Hauptabenteurer steigt dann noch zus\u00e4tzlich einen Level &#8211; das geht sp\u00e4ter<br \/>\ndann auch jederzeit mit dem Verkaufen von genug Sch\u00e4tzen. Nat\u00fcrlich k\u00f6nnen wir auch<br \/>\nversagen &#8211; dann k\u00f6nnen wir immer noch versuchen, wegzulaufen, n\u00e4mlich auf einem W\u00fcrfel<br \/>\neine 5 oder 6 w\u00fcrfeln. Falls auch das nicht gelingt, sch\u00e4digt uns das Monster, und zwar<br \/>\njedes auf seine Weise. Interessanterweise sind n\u00e4mlich die allerst\u00e4rksten Monster (zum<br \/>\nBeispiel mein Liebling, der &#8220;Bullrog&#8221;) gar nicht so scharf drauf, allzu<br \/>\nschwache Gegner zu verfolgen, damit verhindert das Spiel, da\u00df man am Anfang nur<br \/>\nheruntergemacht wird. Aber auch das Sterben ist nicht so schlimm &#8211; man verliert<br \/>\nallenfalls seine Karten, Level, Klasse und Rasse bleiben. Falls kein Monster anzutreffen<br \/>\nwar, kann man immer noch den Raum &#8220;durchsuchen&#8221;, d.h. eine verdeckte Karte vom<br \/>\nAbenteuerstapel ziehen. Nur so kommt man z.B. an Monster, die man mit der entsprechenden<br \/>\nKarte &#8220;wandering monster&#8221; auf andere Spieler hetzen kann (oder sogar auf sich<br \/>\nselber).<\/p>\n<p><b>Spieldauer<\/b>: Die Erkl\u00e4rung geht flott (ca. 5 Minuten), die Komplexit\u00e4t ergibt<br \/>\nsich allein aus der Vielfalt der Kartenwirkungen, deren Erkl\u00e4rung das Spiel je nach<br \/>\nSprachkenntnis ein wenig ausbremsen kann. Am Anfang ist jeder Level hart errungen, und<br \/>\ndas Spiel wirkt ein wenig z\u00e4h. Ab dem ca. 7. Level kippt jedoch der Spielverlauf, denn<br \/>\nnun kann man durch entsprechenden Sch\u00e4tzeverkauf pl\u00f6tzlich \u00fcberraschend gewinnen. Dennoch<br \/>\nsollte keine Partie l\u00e4nger als 1 Stunde dauern&#8230;<\/p>\n<p><b>\u00c4hnliche Spiele<\/b>: Cosmic Encounter, Quest for the Faysylwood, Drachengold,<br \/>\nHeroes of Asfar<\/p>\n<p><b>Kommentar der Westpark Gamers<\/b>: Zuerst einmal sollte man ein bi\u00dfchen den Begriff<br \/>\n&#8220;Munchkin&#8221; erkl\u00e4ren &#8211; der kommt nat\u00fcrlich aus dem &#8220;Wizard of Oz&#8221;, und<br \/>\nbeschrieb die kleinen Bewohner des Landes (im Film dargestellt durch anscheinend leicht<br \/>\npsychopathische kleine Menschen). Im Spielerjargon beschreibt &#8220;Munchkin&#8221; eine<br \/>\nArt verschrobenen &#8220;Powergamer&#8221;, also jemand, der viel an sich rafft, jede<br \/>\nRegell\u00fccke ausnutzt, und grunds\u00e4tzlich nicht vertrauensw\u00fcrdig ist. Im popul\u00e4ren US-Comic<br \/>\n&#8220;Knights of the Dinner Table&#8221; wird dieser Spielertypus ironisch verherrlicht,<br \/>\nauch John Kovalic&#8217;s (der auch die sch\u00f6nen Kartenzeichnungen von &#8220;Munchkin&#8221;<br \/>\ngemacht hat) &#8220;Dork Tower&#8221; huldigt dem Mythos des &#8220;Munchkins&#8221;. Steve<br \/>\nJackson hat selber einen &#8220;Munchkin&#8217;s guide to power gaming&#8221; herausgegeben,<br \/>\nauf den sich dieses Spiel direkt bezieht.<\/p>\n<p>Ich mache diesen Exkurs, weil sich die Meinung \u00fcber dieses Spiel nicht auf einen<br \/>\nklaren Nenner bringen l\u00e4sst &#8211; es ist schlicht &#8220;love it or leave it&#8221;.<br \/>\nGrossartige Taktiken werden in diesem Spiel nicht zum Erfolg f\u00fchren: man braucht<br \/>\nKartengl\u00fcck und ein dickes Fell, sonst wird man wenig Spa\u00df haben. Wer f\u00fchrt, wird von<br \/>\nallen mit Fl\u00fcchen und Monstern beworfen, wer hinten ist, kann durch gl\u00fcckliche<br \/>\nKartenkombinationen jederzeit wieder in F\u00fchrung gehen. Spa\u00dfig sind die Kartentexte und<br \/>\nBilder auf jeden Fall (zu nennen w\u00e4re hier zum Beispiel der &#8220;Leperchaun&#8221;, nicht<br \/>\netwa &#8220;Leprechaun&#8221;, und das &#8220;gelatinous octahedron&#8221;), und sie werden<br \/>\ndas Spiel einige Zeit lang frisch halten. Dar\u00fcberhinaus gibt es wenig Spieltiefe, und<br \/>\nsogar einige Regell\u00fccken (Darf man z.B., nachdem ein Monster \u00fcberraschend<br \/>\n&#8220;gest\u00e4rkt&#8221; wurde, noch weitere Spieler in den Kampf bitten? Die Regel h\u00fcllt<br \/>\nsich hier in Schweigen).<\/p>\n<p>Also eindeutig kein &#8220;Walter&#8221;-Spiel, und auch nicht der schon lange nach<br \/>\neinigen schwachen Titeln wie &#8220;Chez Dork&#8221; erwartete neue wirkliche Hit f\u00fcr den<br \/>\neinstmals gro\u00dfen Steve Jackson&#8230;aber mit den richtigen Leuten macht&#8217;s Spa\u00df, vor<br \/>\nallem, wenn die vielen Anspielungen auf Rollenspiele verstanden werden!<\/p>\n<p><b>Moritz&#8217; Bewertung<\/b>: 7 (es ist halt nett!)<\/p>\n<p><b>Westpark momentane Bewertung<\/b>: 5.63<\/p>\n<p><b>Weiterf\u00fchrende Informationen:<\/b><\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/www.sjgames.com\/munchkin\/game\/\" target=\"_blank\">http:\/\/www.sjgames.com\/munchkin\/game\/<\/a> Homepage des Verlags (auf<br \/>\nEnglisch)<\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/groups.yahoo.com\/group\/Munchkin_guild\/\" target=\"_blank\">http:\/\/groups.yahoo.com\/group\/Munchkin_guild\/<\/a> Diskussionsgruppe ums Spiel<br \/>\nbei Yahoo! (in Englisch)<\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.boardgamegeek.com\/viewitem.php3?gameid=1927\" target=\"_blank\">http:\/\/www.boardgamegeek.com\/viewitem.php3?gameid=1927<\/a><br \/>\nBoardgamegeek-Seite<\/li>\n<\/ul>\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>MUNCHKIN Hersteller: Steve Jackson Games (neu!) Autor: Steve Jackson (einer der popul\u00e4rsten amerikanischen Spielerfinder, Designer von &#8220;Car Wars&#8221;, &#8220;GURPS&#8221;, &#8220;Ogre&#8221; und und und&#8230;) Getestet: 1. Auflage, erschienen 2001 Tester: Moritz Eggert Szenario: Ein &#8220;generisches&#8221; Dungeon (oder f\u00fcr den Uneingeweihten: Ein Verlies&#8230;im Grunde nur aus T\u00fcren bestehend, die wir \u00f6ffnen). 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