{"id":3651,"date":"2005-11-02T12:00:00","date_gmt":"2005-11-02T11:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2005\/11\/02\/shearpanic\/"},"modified":"2005-11-02T12:00:00","modified_gmt":"2005-11-02T11:00:00","slug":"shearpanic","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2005\/11\/02\/shearpanic\/","title":{"rendered":"Shear\nPanic"},"content":{"rendered":"<h2><a href=\"http:\/\/luding.org\/Skripte\/GameData.py\/DEgameid\/19057\" target=\"_blank\">Shear<br \/>\nPanic<\/a><\/h2>\n<p><i>rezensiert von Walter Sorger<\/i><\/p>\n<p>Wer das Spielmaterial zum ersten Mal sieht, mu\u00df unweigerlich entz\u00fcckt sein: keine<br \/>\nabstrakten P\u00f6ppel, keine Papp-Scheiben, Pl\u00e4ttchen oder Karten dominieren das Spiel,<br \/>\nsondern wundersch\u00f6n geformte Plastik-Sch\u00e4fchen mit fein gearbeiteter Wolle und s\u00fc\u00dfen<br \/>\nAugen. Man braucht sich nicht viel M\u00e4rchenseele erhalten haben, um mit den Gebr\u00fcdern<br \/>\nGrimm zu formulieren: &#8220;die Sonne selber, die doch so vieles gesehen hat, verwunderte<br \/>\nsich, sooft sie ihnen ins Gesicht schien.&#8221;<\/p>\n<p>Jeder Spieler besitzt zwei Schafe der Herde; die &#8211; wie im richtigen Leben &#8211; durch<br \/>\nFarbtupfer auf dem R\u00fccken entsprechend markiert sind. Mit ihren Z\u00fcgen bewegen die Spieler<br \/>\neinzelne Sch\u00e4fchen, Gruppen von Sch\u00e4fchen oder die ganze Herde. Die Schafe k\u00f6nnen sich in<br \/>\nbeliebige Richtungen bewegen, sie k\u00f6nnen waagrecht oder senkrecht bis zu einer Mauer<br \/>\nverschoben werden oder die ganze Herde kann sich um 90 Grad drehen und damit die interne<br \/>\nReihenfolge auf den (Schafs)Kopf stellen.<\/p>\n<p>Ziel eines jeden Spielers ist es, die Herde so zu bewegen, da\u00df seine beiden Schafe<br \/>\nbesondere Positionen innerhalb der Herde einnehmen; in bestimmten Situationen werden<br \/>\ndaf\u00fcr Siegpunkte vergeben. Das Spiel ist in vier Phasen eingeteilt und in jeder Phase<br \/>\nwerden andere Positionsbedingungen gestellt:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/Ressourcen2\/shearpanic_b3.jpg\" align=\"right\" width=\"260\" height=\"169\" border=\"0\" alt=\"board\"\/><\/p>\n<ul>\n<li>In Phase 1 bekommt ein Spieler nach jedem Zug Siegpunkte, wenn seine beiden Schafe<br \/>\njetzt nebeneinander stehen.<\/p>\n<\/li>\n<li>In Phase 2 werden an zwei markierten Stellen f\u00fcr alle Spieler gleichzeitig Siegpunkte<br \/>\nverteilt. Die Schafe in den vorderen Reihen bringen mehr Punkte ein als die anderen. Hier<br \/>\nist ein Spieler nat\u00fcrlich besonders gl\u00fccklich, wenn er rechtzeitig die gesamte Herde in<br \/>\nseine optimale Richtung drehen konnte.<\/p>\n<\/li>\n<li>In Phase 3 werden die Punkte wieder einzeln nach jedem Zug an die Spieler vergeben:<br \/>\nEs gibt Siegpunkte f\u00fcr jedes eigene Schaf in Tuchf\u00fchlung zum &#8220;schwarzen Schaf&#8221;.<\/p>\n<\/li>\n<li>In Phase 4 geraten die Schafe zweimal an den &#8220;Scherer&#8221;. Alle Schafe in der<br \/>\nvordersten Reihe scheiden aus dem Spiel aus. (Offensichtlich ist der Scherer nur eine<br \/>\nUmschreibung des Metzgers!) Die \u00fcbrigen Schafe bringen umso mehr Punkte ein, je weiter<br \/>\nsie vom Scherer weg sind.<\/li>\n<\/ul>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/Ressourcen2\/shearpanic_b1.jpg\" align=\"left\" width=\"310\" height=\"215\" border=\"0\" alt=\"\"\/><\/p>\n<p>Es ist klar, da\u00df dies kein simples Kinderspiel ist. Die zahlreichen M\u00f6glichkeiten f\u00fcr<br \/>\nwaagrechte, senkrechte und diagonale Verschiebungen, Spr\u00fcnge, Herdenzusammenf\u00fchrungen und<br \/>\nKehrtwendungen m\u00fcssen scharf durchdacht werden. Dazu kommt noch ein wichtiges Zug-Timing:<br \/>\ndie verschiedenen Phasen folgen n\u00e4mlich nicht zwangsl\u00e4ufig aufeinander, sondern die Dauer<br \/>\njeder Phase ergibt sich aus den unterschiedlichen Bewegungsz\u00fcgen, die die Spieler machen.<br \/>\nWer zu schnell ist, leitet die Phase 2 ein, bevor er seine Siegpunkte f\u00fcr die Phase 1<br \/>\nabkassiert hat. Die Kehrtwendung ist am wirkungsvollsten, wenn sie exakt an den<br \/>\nWertungsstellen f\u00fcr Phase 2 oder 4 durchgef\u00fchrt wird. Wer zu fr\u00fch damit dran ist, gibt<br \/>\nseinen Hinterm\u00e4nnern die Chance, die Reihenfolge in der Schafherde noch mal t\u00fcchtig<br \/>\naufzumischen.<\/p>\n<p>Obwohl &#8220;Shear Panic&#8221; kaum Zufallselemente enth\u00e4lt, produziert es als<br \/>\nstriktes Mehrpersonen Denk- und Kombinationsspiel notwendigerweise chaotische Abl\u00e4ufe.<br \/>\nMan kann nicht mittel- oder gar langfristig planen, weil die Mitspieler mit ihren Z\u00fcgen<br \/>\ngewollt oder ungewollt alles wieder zunichte machen. <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/Ressourcen2\/shearpanic_b2.jpg\" align=\"right\" width=\"105\" height=\"112\" border=\"0\" alt=\"\"\/>Dieser Effekt kann nur in einem 2-Personenspiel ganz ausgeschaltet werden. Aber das<br \/>\nlockere, originelle Bewegungsspiel mit den h\u00fcbschen Figuren bietet allein f\u00fcr sich einen<br \/>\n\u00e4sthetischen Genu\u00df. Auch f\u00fcr Kinder, wenn sie den Zahlenraum bis 40 f\u00fcr die<br \/>\nSiegpunktz\u00e4hlung einigerma\u00dfen sicher beherrschen.<\/p>\n<p>Und es besitzt noch einen un\u00fcbersehbaren Vorteil: Wer sich am Spiel-Mechanismus<br \/>\nsattgespielt hat, kann die Sch\u00e4fchen sp\u00e4ter immer noch in seine Weihnachtskrippe stellen.<br \/>\nDamit garantiert das Spiel \u00fcber Generationen hinweg wenigstens einmal im Jahr eine<br \/>\nsinnvolle Nutzung. Von welchem Spiel kann man das noch sagen?<\/p>\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Shear Panic rezensiert von Walter Sorger Wer das Spielmaterial zum ersten Mal sieht, mu\u00df unweigerlich entz\u00fcckt sein: keine abstrakten P\u00f6ppel, keine Papp-Scheiben, Pl\u00e4ttchen oder Karten dominieren das Spiel, sondern wundersch\u00f6n geformte Plastik-Sch\u00e4fchen mit fein gearbeiteter Wolle und s\u00fc\u00dfen Augen. 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