{"id":3653,"date":"2005-01-19T12:00:00","date_gmt":"2005-01-19T11:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2005\/01\/19\/sicilianos\/"},"modified":"2005-01-19T12:00:00","modified_gmt":"2005-01-19T11:00:00","slug":"sicilianos","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2005\/01\/19\/sicilianos\/","title":{"rendered":"Sicilianos"},"content":{"rendered":"<h2><a href=\"http:\/\/luding.org\/Skripte\/GameData.py\/DEgameid\/16279\" target=\"_blank\">Sicilianos<\/a><\/h2>\n<p><i>rezensiert von Walter Sorger<\/i><\/p>\n<p>Ein frech-fr\u00f6hliches Kartenspiel mit dem Charakter eines Stichspiels. Die Spieler<br \/>\nerw\u00fcrfeln sich reihum Karten verschiedener St\u00e4rke (Zahlenwerte 1 bis 11) in sechs<br \/>\nverschiedenen Farben. Sobald ein Spieler glaubt, in einer bestimmten Farbe st\u00e4rker zu<br \/>\nsein als alle seine Konkurrenten in beliebigen anderen Farben, kann er zu einem Stich<br \/>\nansetzen. Er spielt verdeckt eine Karte seiner Dominanz-Farbe vor sich aus und legt einen<br \/>\nGeldschein als Einsatz dazu. Jeder Spieler ist jetzt aufgefordert,<\/p>\n<ol start=\"1\" type=\"1\">\n<li>um diesen Stich zu k\u00e4mpfen oder\n<\/li>\n<li>zu passen und nicht mehr ins Spielgeschehen eingreifen, bis der Stich entschieden<br \/>\nist.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Den Kampf um den Stich aufzunehmen hei\u00dft, eine Karte in einer anderen Farbe<br \/>\nauszuspielen und ebenso einen Geldschein als Einsatz dazu zulegen. Die Stich-K\u00e4mpfer<br \/>\nk\u00f6nnen jetzt reihum einzeln solange Karten in der von in ihnen begonnenen Farbe<br \/>\ndazulegen, wie sie Lust haben. Wer am Ende die st\u00e4rksten Karten (Summe der Zahlenwerte)<br \/>\nausgelegt hat, gewinnt den Stich. Als Belohnung darf er sich seinen Geldschein-Einsatz<br \/>\nauf seinem Siegpunkte-Konto gutschreiben lassen. Zus\u00e4tzlich gewinnt er eine Bonus-Karte,<br \/>\ndie ihm in der Schlu\u00dfabrechung weitere Siegpunkte bringt.<\/p>\n<p>Die Verlierer des Stich-Kampfes gehen leer aus, alle ausgespielten Karten werden<br \/>\neingezogen und die Runde wird mit einem neuen Stich oder mit dem Erw\u00fcrfeln neuer Karten<br \/>\nfortgesetzt.<\/p>\n<p>Bis hierher klingt das alles sehr brav und harmlos. So ist es aber dann doch nicht.<br \/>\nNicht, da\u00df die einzelnen Karten &#8220;Mitglieder von sizilianischen Mafia-Clans&#8221;<br \/>\nsein sollen, und da\u00df der Kampf um den Stich als &#8220;Bandenkrieg&#8221; tituliert wird,<br \/>\nbringt die Spannung. Es sind ein paar Elemente eingebaut, mit denen gewollt und gekonnt<br \/>\nPfeffer ins Spiel gebracht wird.<\/p>\n<ul>\n<li>Es gibt niedrig-wertige Karten, die eine beliebige h\u00f6herwertige Karte eines<br \/>\nKonkurrenten eliminieren k\u00f6nnen. &#8220;Wegbomben&#8221; hei\u00dft das auf Gut-Sizilianisch.<br \/>\nWer viele hohe Karten einer Farbe gesammelt hat, kann also keineswegs sicher sein, damit<br \/>\nsein Sch\u00e4fchen schon im Trockenen zu haben. Kleine B\u00f6mbchen der Konkurrenz k\u00f6nnen ihn da<br \/>\nschnell aus der Fassung bringen.<\/p>\n<\/li>\n<li>Die niedrigste Karte einer Farbe hei\u00dft &#8220;Bodyguard&#8221;. Damit kann man seine<br \/>\nhochkar\u00e4tigen Paten vor einer Bombe der Gegner sch\u00fctzen. Auch die Bombenleger sollen kein<br \/>\nleichtes Spiel haben.<\/p>\n<\/li>\n<li>Es gibt &#8220;\u00dcberl\u00e4ufer&#8221;-Karten, mit denen man sich nicht direkt am Bandenkrieg<br \/>\nbeteiligt, sondern mit denen man den Stichkampf eines ausgesuchten Mitspielers<br \/>\nunterst\u00fctzt. Gewinnt der Partner den Stich, wird man an der Beute beteiligt; verliert er,<br \/>\ndann geht man mit ihm zusammen leider leer aus.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Dieses chaotische Stichkampf-Kartenspiel enth\u00e4lt mehr taktischen Elemente, als es das<br \/>\nbillige Erw\u00fcrfeln und Ausspielen von Karten im ersten Augenblick vermuten lassen.<\/p>\n<ol start=\"1\" type=\"1\">\n<li>Es ist nat\u00fcrlich immer von Vorteil, ein gutes Ged\u00e4chtnis zu haben. Wie viele Karten<br \/>\nund von welcher Farbe die Konkurrenten jeweils in der Hand halten, ist offen sichtbar. Ob<br \/>\naber hohe oder niedrige Werte darunter sind, das kann man u.U. aus den in der<br \/>\nVergangenheit gespielten Karten ableiten. Es hilft jedenfalls in der Bewertung der<br \/>\nGewinnchancen bei einem Bandenkrieg.<\/p>\n<\/li>\n<li>Kartenpflege: Immer wieder mal h\u00e4lt man ein absolutes Looser-Blatt in der Hand. Das<br \/>\nkann man nur aufbessern, wenn man sich eifrig in Bandenkriegen beteiligt. Schlie\u00dflich<br \/>\nbekommt jeder Spieler am Anfang 10 Geldscheine zugeteilt, die er ohnehin bis zum<br \/>\nSpielende aufgebraucht haben mu\u00df, ansonsten z\u00e4hlen sie negativ. Die kleineren Wert davon<br \/>\ngezielt einsetzen, um schlechte Karten loszuwerden und um die Gegner in verlustreiche<br \/>\nKriege zu ziehen, geh\u00f6rt zu gutem Spiel.<\/p>\n<\/li>\n<li>In einer 5-er Runde kann jeder nur 2-3 Bandenkriege gewinnen. Hier mu\u00df man unbedingt<br \/>\nauf die richtigen Pferde zu setzen, d.h. man mu\u00df entweder geduldig auf den richtigen<br \/>\nZeitpunkt sparen oder unverz\u00fcglich eine ausgeblutete Nachkriegssituation bei den<br \/>\nMitspielern ausnutzen. Dann aber mit voller Kraft, d.h. mit dem h\u00f6chsten Geldbetrag in<br \/>\nden Kampf ziehen.<\/p>\n<\/li>\n<li>An den ausgelegten Prim\u00e4rkarten einer Farbe und am eingesetzten Geldschein kann man<br \/>\n(vielleicht) ablesen, welche Ambitionen die Gegenspieler in einem angefangenen<br \/>\nBandenkrieg haben. Die &#8220;richtige&#8221; Reihenfolge beim Ausspielen der Karten<br \/>\neinzuhalten, z.B.:<\/p>\n<ul>\n<li>die hohen Karten zum Abschrecken,\n<\/li>\n<li>die kleinen Karten zum Bluffen,\n<\/li>\n<li>den Bombenleger als K\u00f6der\n<\/li>\n<li>oder alles mal in der umgekehrten Reihenfolge\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>ergibt schon reichlich Spielraum sowohl zum Protzen als Goliath als auch f\u00fcr Finessen a<br \/>\nla David.<\/li>\n<\/ol>\n<p>&#8220;Sizilianos&#8221; wird die Denker unter den Spielern nicht befriedigen k\u00f6nnen.<br \/>\nDoch es spielt sich flott, witzig und spannend. Chaos, Kampf, Mauschelei, Verrat und ein<br \/>\nbi\u00dfchen Taktik bestimmen das Geschehen. Kingmakerei ist ein nat\u00fcrlicher Bestandteil der<br \/>\nSpielregeln, wird aber keineswegs als anr\u00fcchig oder \u00e4rgerlich empfunden, sondern als<br \/>\npassend integriert in den Spielablauf. Das sagt doch schon ziemlich viel \u00fcber den<br \/>\nCharakter des Spieles.<\/p>\n<p>Am Tisch: Aaron, Basti, Loredana, Peter, Walter<\/p>\n<div align=\"right\">\n<form><input style=\"font-weight:bold\" type=\"button\" value=\"im Forum diskutieren\" onclick=\"location.replace('..\/PBLang\/index.php')\"\/><\/form>\n<\/div>\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sicilianos rezensiert von Walter Sorger Ein frech-fr\u00f6hliches Kartenspiel mit dem Charakter eines Stichspiels. Die Spieler erw\u00fcrfeln sich reihum Karten verschiedener St\u00e4rke (Zahlenwerte 1 bis 11) in sechs verschiedenen Farben. Sobald ein Spieler glaubt, in einer bestimmten Farbe st\u00e4rker zu sein als alle seine Konkurrenten in beliebigen anderen Farben, kann er zu einem Stich ansetzen. 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