{"id":3670,"date":"2001-04-05T12:00:00","date_gmt":"2001-04-05T10:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2001\/04\/05\/viceroys-mit-colombus-expansion-set\/"},"modified":"2001-04-05T12:00:00","modified_gmt":"2001-04-05T10:00:00","slug":"viceroys-mit-colombus-expansion-set","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2001\/04\/05\/viceroys-mit-colombus-expansion-set\/","title":{"rendered":"VICEROYS (mit COLOMBUS, Expansion Set)"},"content":{"rendered":"<h2>VICEROYS (mit COLOMBUS, Expansion Set)<\/h2>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/Ressourcen\/viceroys_t.jpg\" align=\"right\" width=\"197\" height=\"260\" border=\"0\" alt=\"Viceroys\"\/><\/p>\n<p><b>Hersteller<\/b>: Task Force Games<\/p>\n<p><b>Autor<\/b>: Marc McLaughlin<\/p>\n<p><b>Getestet<\/b>: Englische Ausgabe, 1. Auflage, 1986<\/p>\n<p><b>Tester<\/b>: Moritz Eggert<\/p>\n<p><b>Szenario<\/b>: : Nach der Renaissance st\u00fcrzen sich die verschiedenen europ\u00e4ischen<br \/>\nM\u00e4chte (bis zu 7 im Grundspiel, mit &#8220;Columbus&#8221; bis zu 8) auf den Rest der Welt,<br \/>\num diesen m\u00f6glichst effizient zu versklaven, missionieren und auszubeuten &#8211; eine<br \/>\nrealistische Darstellung der menschlichen Geschichte also&#8230;<\/p>\n<p>Jedes der L\u00e4nder hat andere Startbedingungen und Spezialf\u00e4higkeiten. So ist zum<br \/>\nBeispiel Portugal sehr gut in der Erforschung von unbekannten Erdteilen (man denke an<br \/>\nVasco da Gama) und England verf\u00fcgt \u00fcber eine \u00fcberlegene Flotte; Spanien kann Galleonen<br \/>\nverwenden, und China baut fleissig an der grossen Mauer.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/Ressourcen\/columbus_t.jpg\" align=\"right\" width=\"197\" height=\"266\" border=\"0\" alt=\"Columbus Expansion\"\/>Gespielt wird auf einer authentischen und alten<br \/>\nniederl\u00e4ndischen Karte, die mit einem Gitternetz \u00fcberzogen wurde (das ist zwar ein<br \/>\nsch\u00f6ner &#8220;touch&#8221;, aber leider ist die Druckqualit\u00e4t der Karte relativ schlecht,<br \/>\nund da es im Spiel wichtig ist, was &#8220;Land&#8221; und was nur &#8220;Wasser&#8221; ist,<br \/>\nkann man sich auf endlose Diskussionen \u00fcber kleine, kaum zu erkennende Inselchen gefasst<br \/>\nmachen). Das Spiel hat 3 verschiedene Ausgangsm\u00f6glichkeiten, \u00fcber die am Anfang<br \/>\nentschieden wird: Eine beliebige Spieldauer (&#8220;um 12 Uhr ist Schluss&#8221;), eine<br \/>\n&#8220;sudden death&#8221;-Methode (ab einer bestimmten Runde kann das Spiel per W\u00fcrfelwurf<br \/>\njederzeit enden) und eine feste Spieldauer (10 Runden). Bevor angefangen wird, sollten<br \/>\ndie Teilnehmer viel Sitzfleisch mitbringen &#8211; die Regeln haben es in sich, und sind \u00fcber<br \/>\nein dickes, kleinbedrucktes und \u00fcber 50 Seiten langes Regelwerk verteilt. Die<br \/>\nZugreihenfolge ist jeweils zuf\u00e4llig bestimmt, und wird jede Runde neu gezogen. Man kann<br \/>\nmit seinen Schiffen unbekannte L\u00e4nder erforschen, Kolonien errichten, Krieg gegen<br \/>\nEingeborene f\u00fchren, etc. Alle Aktionen ergeben potentiell Siegespunkte, die erst am<br \/>\nSchluss des Spiels berechnet werden. Eine lustige (aber leider unpraktikable) Idee ist<br \/>\nes, die verschiedenen Spielaufgaben (Verwaltung des Geldes, Verteilung der Karten, etc.)<br \/>\nmittels richtiger &#8220;\u00c4mter&#8221; an die Spieler zu verteilen, wof\u00fcr diese in Spielgeld<br \/>\nauf h\u00f6chst unterschiedliche und oft umst\u00e4ndliche Art entlohnt werden.<\/p>\n<p>Wer am Schluss am meisten Siegpunkte hat, gewinnt. Im Regelheft gibt es ausserdem noch<br \/>\nausgedehnte Solit\u00e4rszenarien und Varianten f\u00fcr 2 und mehr Spieler, deren<br \/>\nSiegesbedingungen jeweils unterschiedlich sind.<\/p>\n<p><b>Das Spiel<\/b>: Nun, wir haben es hier mit einem &#8220;Monsterspiel&#8221; zu tun. Es<br \/>\ngibt viele, viele kleine Counter, die sich auf dem viel zu kleinen Spielplan t\u00fcrmen und<br \/>\nst\u00e4ndig umfallen. Es gibt viele Regeln, und dann noch viele Subregeln, und dann noch<br \/>\nSubregeln zu den Subregeln. Das Spiel dauert laaaaaaang. Dagegen ist grunds\u00e4tzlich nichts<br \/>\neinzuwenden, aber die Thematik h\u00e4tte auch zum Teil simpler umgesetzt werden k\u00f6nnen, ohne<br \/>\nden Spielspa\u00df zu verringern. Hinzu kommt, da\u00df manche Nationen wie Russland oder China<br \/>\nhoffnungslos benachteiligt wirken. Ihre Armeen sind schlechter, UND sie betreiben<br \/>\npraktisch keine Seefahrt (und das ist fast der einzige Weg, Punkte zu machen!). Das<br \/>\nExpansion Set &#8220;Columbus&#8221; f\u00fcgt wieder Erwarten nicht etwa Columbus, sondern<br \/>\nChina und noch mehr Zusatzregeln ein.<\/p>\n<p><b>Spieldauer<\/b>: Erkl\u00e4rung MINDESTENS eine Stunde, bei Anf\u00e4ngern noch viel mehr.<br \/>\nSpieldauer ca. 15 Minuten pro Spieler pro Runde (siehe oben).<\/p>\n<p><b>\u00c4hnliche Spiele<\/b>: &#8220;Age of Exploration&#8221; (sehr \u00e4hnlich, aber noch<br \/>\ngl\u00fccksbetonter und mit Konzentration auf den Entdeckeraspekt), &#8220;New World&#8221;<br \/>\n(Konzentration auf Amerika, nicht uninteressant und weniger komplex),<br \/>\n&#8220;Conquistador&#8221; (mehr ein traditionelles Wargame) und &#8220;Spanish Main&#8221;<br \/>\n(vom 1830-Altmeister Francis Tresham &#8211; ein Beispiel wie die Thematik \u00e4u\u00dferst elegant und<br \/>\nspielbar umgesetzt werden kann &#8211; leider nur f\u00fcr 4 Spieler).<\/p>\n<p><b>Kommentar der Westpark Gamers<\/b>: Bei den &#8220;<a href=\"http:\/\/www.spuiratzn-muenchen.homepage.t-online.de\/\" target=\"_blank\"><br \/>\nM\u00fcnchener Spuiratzn<\/a>&#8221;<br \/>\nfanden sich die &#8220;usual suspects&#8221; ein, insgesamt 7 wirklich erfahrene Spieler,<br \/>\ndie vor keinen Regelschwierigkeiten zur\u00fcckschrecken. Dennoch schafften wir in \u00fcber 5<br \/>\nStunden gerade mal 3 Runden des Spiels. In diesen 3 Runden passierte zwar<br \/>\nzugegebenerma\u00dfen recht viel, aber die Wartezeiten der einzelnen Spieler waren zum Teil<br \/>\n\u00fcberm\u00e4\u00dfig lang. Und das, obwohl wirklich keiner sich bl\u00f6d anstellte! Viel Zeit wurde f\u00fcr<br \/>\ndie Aus\u00fcbung der &#8220;\u00c4mter&#8221; verwendet. So erh\u00e4lt zum Beispiel ein Spieler<br \/>\njedesmal, wenn Eingeborene (aber nur unter bestimmten Umst\u00e4nden, siehe Regel xy\/344<br \/>\nSubparagraph 398) angetroffen werden, 1 Krone (die W\u00e4hrung des Spiels), was jedesmal den<br \/>\nSpielfluss unterbricht. Ein anderer wiederum bekommt beim Schlichten von Regeldisputen<br \/>\nGeld von den Disputanten (was mich, der dieses Amt innehatte, nat\u00fcrlich verleitete,<br \/>\nst\u00e4ndig solche Regelkonflikte zu erzeugen!). All dies ist zwar ganz nett, aber einfach<br \/>\nhypertroph f\u00fcr ein Spiel, das eh schon komplex ist. Wenn man dann bedenkt, da\u00df jeder<br \/>\nW\u00fcrfelwurf (und bei dem Spiel wird sehr viel gew\u00fcrfelt, wobei schlechte und gute W\u00fcrfe<br \/>\noft allein spielentscheidend sind) erst anhand dutzender Modifikationen (&#8220;+2 f\u00fcr<br \/>\nSubregel 5.678\/A&#8221;, etc.) berechnet wird, kann man sich denken, da\u00df der Spielfluss<br \/>\neher stockend ist. Auch mit Experten, die das Spiel schon mehrmals gespielt haben, sollte<br \/>\nman also eine Viertelstunde Spieldauer pro Spieler und pro Runde ansetzen (das hei\u00dft,<br \/>\nwenn man die volle L\u00e4nge von 10 Runden spielen will, w\u00fcrde man 17 \u00bd Stunden ansetzen<br \/>\nm\u00fcssen). Nun: &#8220;Advanced Civilization&#8221; kann eventuell auch so lange dauern, aber<br \/>\nletzteres ist ein \u00e4u\u00dferst befriedigendes strategisches Spiel mit wenig Gl\u00fcckselementen.<br \/>\nWas ich damit sagen will: F\u00fcr ein Spiel, in dem Gl\u00fcck eine so gro\u00dfe Rolle spielt, ist die<br \/>\nSpieldauer zu lang. Und ein Wargame ist es auch nicht, denn daf\u00fcr ist das taktische<br \/>\nElement zu gering, Denn selbst ein aussichtsloser und dummer Angriff kann durch nur ein<br \/>\nbi\u00dfchen Gl\u00fcck und entsprechende Ereigniskarten gewonnen worden&#8230;<br \/>\n<br \/>\nTrotzdem waren sich alle einig, da\u00df das Spiel einiges Potential als Simluation besitzt<br \/>\n(wenn es auch keine realistische und vor allem nicht historische Simulation ist) und<br \/>\neventuell in geringerer Spielerzahl, vielleicht sogar mit 2 Spielern, mehr Spa\u00df machen<br \/>\nkann. Wer viel Zeit hat, kann die Solit\u00e4rvariante probieren, in der beliebig viele Gegner<br \/>\nauf ziemlich komplexe Weise simuliert werden. Ich habe das mal angespielt, und es war<br \/>\nnicht ohne Reiz, allerdings fast noch z\u00e4her als mit Mitspielern&#8230;<\/p>\n<p><b>Moritz&#8217; Bewertung<\/b>: 5 von 10<\/p>\n<p><b>Westpark momentane Bewertung<\/b>: 4.6<\/p>\n<table>\n<tr>\n<td><b>Weiterf\u00fchrende Informationen:<\/b><\/td>\n<td><a href=\"http:\/\/grognard.com\/reviews\/viceroy.txt\" target=\"_blank\">Web-Grognards<\/a><br \/>\n(hier handelt es sich um eine englische Beschreibung\/Kritik des Spiels, die wesentlich<br \/>\npositiver als unsere ausf\u00e4llt)<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>VICEROYS (mit COLOMBUS, Expansion Set) Hersteller: Task Force Games Autor: Marc McLaughlin Getestet: Englische Ausgabe, 1. 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