{"id":3699,"date":"2007-02-11T12:00:00","date_gmt":"2007-02-11T11:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2007\/02\/11\/hermagor\/"},"modified":"2007-02-11T12:00:00","modified_gmt":"2007-02-11T11:00:00","slug":"hermagor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2007\/02\/11\/hermagor\/","title":{"rendered":"Hermagor"},"content":{"rendered":"<p><\/p>\n<table style=\"float:right\" border=\"0\" cellpadding=\"0\" cellspacing=\"0\">\n<tr>\n<td><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/Ressourcen2\/hermagor_t.jpg\" width=\"260\" height=\"166\" border=\"0\" alt=\"cover\"\/><\/td>\n<\/tr>\n<tr align=\"right\">\n<td>\n<table class=\"ybackgr\" align=\"center\" border=\"1\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"1\" width=\"255\">\n<tr>\n<td>Autor<\/td>\n<td align=\"right\">Emanuele Ornella<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Verlag<\/td>\n<td align=\"right\"><a href=\"http:\/\/www.mindthemove.com\/\" target=\"_blank\">Mind the Move<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>erschienen<\/td>\n<td align=\"right\">2006<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Spielerzahl<\/td>\n<td align=\"right\">2-5<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Spieldauer<\/td>\n<td align=\"right\">120 Minuten<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Wertung<\/td>\n<td align=\"right\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/Ressourcen2\/star_red.gif\" alt=\"pic\"\/> <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/Ressourcen2\/star_red.gif\" alt=\"pic\"\/> <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/Ressourcen2\/star_red.gif\" alt=\"pic\"\/><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/Ressourcen2\/star_red.gif\" alt=\"pic\"\/> <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/Ressourcen2\/star_red.gif\" alt=\"pic\"\/><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/Ressourcen2\/star_red.gif\" alt=\"pic\"\/> <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/Ressourcen2\/star_gray.gif\" alt=\"pic\"\/> <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/Ressourcen2\/star_gray.gif\" alt=\"pic\"\/> <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/Ressourcen2\/star_gray.gif\" alt=\"pic\"\/> <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/Ressourcen2\/star_gray.gif\" alt=\"pic\"\/><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"2\">\n<div style=\"text-align: center\">\n<form>\n<p><input style=\"font-weight:bold\" type=\"button\" value=\"im Forum diskutieren\" onclick=\"location.replace('..\/PBLang\/index.php')\"\/><\/p>\n<\/form>\n<\/div>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<h2><a href=\"http:\/\/luding.org\/Skripte\/GameData.py\/DEgameid\/20116\" target=\"_blank\">Hermagor<\/a><\/h2>\n<p style=\"font-style: italic\">rezensiert von Walter Sorger<\/p>\n<p>Ein neues Spiel von Emanuele Ornella, der schon oft als Spielautor hervorgetreten ist und sich<br \/>\nnicht zuletzt mit &#8220;Il Principe&#8221; und &#8220;Oltre Mare&#8221; einen guten Namen gemacht hat.<br \/>\nDem Werk ist ein Wirtschaftsthema unterlegt, das man am besten mit dem Motto &#8220;Handle und<br \/>\nwandle&#8221; charakterisieren kann. Die Spieler kaufen an einer Warenb\u00f6rse ihre Handelsware ein,<br \/>\ntragen sie in das weite Land und verkaufen sie dort in den einzelnen D\u00f6rfern. Die g\u00fcnstigsten<br \/>\nEinkaufspreise zu bezahlen, die k\u00fcrzesten Transportwege zu finden, die M\u00e4rkte als erster zu<br \/>\nbesetzen und insgesamt das lukrativste Vertriebsnetz aufzubauen und damit zu punkten, das sind die<br \/>\nZiele des Spiels.<\/p>\n<p>Emanuele Ornella hat all sein Autoren-Genie zusammengekratzt und eine Komposition geschaffen,<br \/>\ndie in ihrer Substanz weniger einem lockeren italienischen Canzone, sondern eher einer schweren<br \/>\nteutonischen Symphonie entspricht.<\/p>\n<p>Der erste Satz mit der Bezeichnung &#8220;Scherzo in Auctione&#8221; umfasst das Ersteigern der<br \/>\nangebotenen Waren. Die B\u00f6rse besteht aus einem schachbrettartigen Muster, bei dem in jeder<br \/>\nSpielrunde auf jedes Feld nach einer zuf\u00e4lligen Verteilung eine Ware ausgelegt wird. Jeder Spieler<br \/>\nbesitzt vier &#8220;Eink\u00e4ufer&#8221;, die er auf die Linien und Kreuzungspunkte zwischen den Feldern<br \/>\npositioniert. Wer besondere Ambitionen besitzt, kann einen Eink\u00e4ufer auch mal direkt auf ein Feld<br \/>\nlegen. Jeder Eink\u00e4ufer \u00fcbt einen Einfluss auf die Ware in allen unmittelbar angrenzenden Feldern<br \/>\naus; ein Eink\u00e4ufer auf einem Kreuzungspunkt kontrolliert vier Felder, ein Eink\u00e4ufer auf einer Linie<br \/>\nkontrolliert zwei, und ein Eink\u00e4ufer direkt auf einem Feld kontrolliert nur das eine Feld, auf dem<br \/>\ner steht.<\/p>\n<p>Wenn alle Eink\u00e4ufer gesetzt sind, wird Bilanz gezogen. Jede Ware geht an den Spieler, der die<br \/>\nmeisten Eink\u00e4ufer um sie herum platziert hat. Bei Gleichheit, was in Hermagor an der Tagesordnung<br \/>\nist, bekommt sie der Spieler, der mit seinen Eink\u00e4ufern n\u00e4her am Feld dran steht: Wer direkt auf<br \/>\neinem Feld steht, hat oberste Priorit\u00e4t, als n\u00e4chstes z\u00e4hlen die Eink\u00e4ufer an der Seite und zuletzt<br \/>\ndie Eink\u00e4ufer an den vier Ecken.<\/p>\n<p>F\u00fcr das Setzen seiner Eink\u00e4ufer muss ein Spieler Geld bezahlen. Dabei kosten die verschiedenen<br \/>\nPositionen unterschiedliche viel: je mehr Felder eine Position kontrolliert, desto h\u00f6her ist ihr<br \/>\nPreis.<\/p>\n<p>Am Ende wird noch die Gesamt-Platzierung alle Eink\u00e4ufer eines jeden Spielers bewertet und daf\u00fcr<br \/>\neine Geldpr\u00e4mie bezahlt: F\u00fcr jede horizontale oder vertikale Linie, in der ein Spieler Eink\u00e4ufer<br \/>\nstehen hat, bekommt er Geld, und zwar quadratisch wachsend mit der Zahl der Eink\u00e4ufer: F\u00fcr einen<br \/>\neinzelnen Eink\u00e4ufer gibt es nur eine Geldeinheit, f\u00fcr alle vier Eink\u00e4ufer auf einer einzigen Linie<br \/>\ngleich 10 Einheiten.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/Ressourcen2\/hermagor_b1.jpg\" align=\"right\" width=\"260\" height=\"328\" border=\"0\" alt=\"board\"\/><\/p>\n<p>Beim Verteilen der Eink\u00e4ufer sind also mehrere ganz verschiedene Optimierungskriterien zu<br \/>\nbeachten:<\/p>\n<ol start=\"1\" type=\"1\">\n<li>Man muss sich eine Mehrheit bei denjenigen Warenfeldern sichern, die man f\u00fcr sein sp\u00e4teres<br \/>\nVertriebsnetz unbedingt braucht. Methode: Konzentriertes Setzen auf und um ein einziges Feld.<\/li>\n<li>Man m\u00f6chte an m\u00f6glichst vielen Warenfeldern beteiligt sein. Methode: Setzen auf m\u00f6glichst viele<br \/>\nweit verstreute Eckpunkte.<\/li>\n<li>Man m\u00f6chte m\u00f6glichst wenig Geld f\u00fcr das Setzen der Eink\u00e4ufer bezahlen. Methode: Setzen auf die<br \/>\nbillig dotierten Linienpositionen im Zentrum, die allerdings einer gro\u00dfen Konkurrenz ausgesetzt<br \/>\nsind.<\/li>\n<li>Man m\u00f6chte f\u00fcr die Gesamtplatzierung seiner Eink\u00e4ufer m\u00f6glichst hohe Pr\u00e4mien kassieren.<br \/>\nMethode: Konzentrieren seiner Eink\u00e4ufer auf nur eine oder zwei Linien.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Allein diese Optimierungsaufgaben des ersten Satzes der Hermagor-Symphonie ergeben f\u00fcr sich<br \/>\nallein betrachtet schon ein \u00fcberzeugendes Spielgeschehen mit vielen taktischen und strategischen<br \/>\nWinkelz\u00fcgen. Wenn schlussendlich lediglich die ersteigerten Waren nach einem simplen Schema in<br \/>\nSiegpunkte umgesetzt w\u00fcrden, w\u00fcrde das Spiel schon funktionieren. Als Ornella&#8217;s<br \/>\n&#8220;Unvollendete&#8221; k\u00f6nnte es in die Geschichte eingehen. Und genauso wie bei Schuberts Achter<br \/>\nw\u00fcrde man nach dem letzten Takt sagen: &#8220;Sch\u00f6n war&#8217;s, schade dass es schon zu Ende<br \/>\nist.&#8221;<\/p>\n<p>Doch Ornella hat seine gro\u00dfe sch\u00f6pferische Kraft mit dieser Komposition noch nicht verausgabt.<br \/>\nIm zweiten Satz &#8220;Andante con moto&#8221; bringen die Spieler ihre erhandelten Waren unter die<br \/>\nLeute. Sie m\u00fcssen dabei:<\/p>\n<ol start=\"1\" type=\"1\">\n<li>die k\u00fcrzeste Strecke zu allen anvisierten D\u00f6rfern finden, denn jedes zur\u00fcckgelegte Wegst\u00fcck<br \/>\nmuss mit Geld, gleichbedeutend mit Siegpunkten bezahlt werden;<\/li>\n<li>in jedem Dorf ihre Ware m\u00f6glichst als erster verkaufen, denn jeder andere Spieler, der in einem<br \/>\nDorf schon pr\u00e4sent ist, bekommt daf\u00fcr eine Pr\u00e4mie, und Geldsegen f\u00fcr die Konkurrenz ist immer<br \/>\nkontraproduktiv;<\/li>\n<li>m\u00f6glichst geschlossen alle D\u00f6rfer innerhalb abgesteckter Gebiete des Spielplanes in ihr<br \/>\nVertriebsnetz aufnehmen, denn daf\u00fcr erhalten sie Sonderpr\u00e4mien bei der Schlussabrechung. Um dieses<br \/>\nZiel zu erreichen hei\u00dft es hier, seine Kr\u00e4fte zu konzentrieren;<\/li>\n<li>in m\u00f6glichst vielen verschiedenen Regionen des Spielplans pr\u00e4sent zu sein, denn auch das<br \/>\n\u00dcberall-Dabei-Sein wird pr\u00e4miert. Im Gegensatz zum vorigen Punkt hei\u00dft es hier also, seine Kr\u00e4fte<br \/>\nzu diversifizieren.<\/li>\n<\/ol>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/Ressourcen2\/hermagor_b2.jpg\" align=\"right\" width=\"260\" height=\"236\" border=\"0\" alt=\"board\"\/><\/p>\n<p>Wenn die Anzahl vorgesehener Spieldurchg\u00e4nge durchgespielt ist, geht dieser zweite Satz zu Ende<br \/>\nund l\u00fcckenlos wie in Beethovens F\u00fcnfter schlie\u00dft sich der letzte Satz der Hermagor-Symphonie mit<br \/>\nder Bezeichnung &#8220;Punti ex variatione&#8221; an. Jetzt werden die Gesamtinvestitionen der<br \/>\nSpieler bilanziert, eine regelrechte Abrechungsorgie ergie\u00dft sich \u00fcber die Spieler:<\/p>\n<ol start=\"1\" type=\"1\">\n<li>F\u00fcr die Pr\u00e4senz in bis zu neun verschiedenen Produktionsbereichen werden Pr\u00e4mien von 5 bis 10<br \/>\nGeldeinheiten ausgesch\u00fcttet. Die H\u00f6he jeder Pr\u00e4mie steht erst ganz am Ende fest und ergibt sich aus<br \/>\nkonkurrierenden Preis-Verschiebeaktionen aller Spieler.<\/li>\n<li>Die Spieler z\u00e4hlen jeweils ihre Handelsposten in den drei Regionen des Spieles und<br \/>\nmultiplizieren ihr niedrigstes Ergebnis mit 4. Jeder Spieler erh\u00e4lt dann diesen Betrag<br \/>\nausbezahlt.<\/li>\n<li>Der Spieler mit den wenigsten Handelsposten entlang der Hauptstra\u00dfe muss 5 Geldeinheiten an den<br \/>\nSpieler mit den meisten Handelsposten abgeben.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Eine ganze Menge guter Spielz\u00fcge wird hier honoriert. Der gl\u00fcckliche Gewinner kann dann stolz<br \/>\nverk\u00fcnden, dass er bereits beim Aussuchen der Waren, beim Positionieren seiner Eink\u00e4ufer, beim<br \/>\nAnlaufen der D\u00f6rfer und beim konsequenten Aufbau seines Vertriebsnetzes an alles gedacht hatte und<br \/>\nerfolgreich einen genialen Gewinnplan umgesetzt hat. Vielleicht hat er dabei noch nicht einmal eine<br \/>\nwesentlich l\u00e4ngere Denkzeit ben\u00f6tigt als sein weniger ambitionierter Mitl\u00e4ufer, der immer nur einen<br \/>\neinzigen Zug vorausgedacht hat und ansonsten Hermagor spielerisch angegangen ist.<\/p>\n<p>Welche dieser beiden Herangehensweisen wird Ornella bei seiner Komposition wohl im Auge gehabt<br \/>\nhaben?<\/p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Autor Emanuele Ornella Verlag Mind the Move erschienen 2006 Spielerzahl 2-5 Spieldauer 120 Minuten Wertung Hermagor rezensiert von Walter Sorger Ein neues Spiel von Emanuele Ornella, der schon oft als Spielautor hervorgetreten ist und sich nicht zuletzt mit &#8220;Il Principe&#8221; und &#8220;Oltre Mare&#8221; einen guten Namen gemacht hat. 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