{"id":3748,"date":"2009-03-08T12:00:00","date_gmt":"2009-03-08T11:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2009\/03\/08\/comuni\/"},"modified":"2009-03-08T12:00:00","modified_gmt":"2009-03-08T11:00:00","slug":"comuni","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2009\/03\/08\/comuni\/","title":{"rendered":"Comuni"},"content":{"rendered":"<h2><a href=\"http:\/\/luding.org\/Skripte\/GameData.py\/DEgameid\/21994\" target=\"_blank\">Comuni<\/a><\/h2>\n<p style=\"font-style: italic\">rezensiert von Walter Sorger<\/p>\n<p>Viele europ\u00e4ische Nationen sind im Kommen, wenn es um das Design ausgewogener, intelligenter,<br \/>\nabstrakter und komplexer Spiele geht, darunter auch die Italiener. &#8220;Comini&#8221; ist eine<br \/>\nGemeinschaftsproduktion von acht namentlich genannten Entwicklern, den vielen Vokalen am Namensende<br \/>\nnach zu schlie\u00dfen alle italienischer Provenienz. Als Thema haben sie den jahrhundertelangen Kampf<br \/>\nder italienischen St\u00e4dte um die Vorherrschaft, vor allem aber gegen die st\u00e4ndigen Besuche der<br \/>\nM\u00f6chte-Gern-Kaiser deutscher Nation untergeschoben.<\/p>\n<p><span class=\"img-shadow\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/Ressourcen2\/comuni_b1.jpg\" width=\"250\" height=\"204\" border=\"0\" alt=\"\"\/><\/span><\/p>\n<p>Die Spieler m\u00fcssen ihre Stadt entwickeln, Ertr\u00e4ge erwirtschaften, ein Verteidigungspotential<br \/>\naufbauen und immer mal wieder den Schaden durch kaiserliche Invasionen \u00fcberstehen. Es gibt eine<br \/>\nMenge R\u00e4dchen zu drehen, manchmal drehen dabei die Mitspieler in entgegengesetzte Richtungen, und<br \/>\nselbstverst\u00e4ndlich m\u00f6chte man immer gerne einen Zug mehr machen, als einem gerade zusteht.<\/p>\n<p>Die &#8220;Projekte&#8221; f\u00fcr die Stadtentwicklung muss man sich ersteigern. Dazu kann man aber<br \/>\nnicht einfach das H\u00f6chstgebot abgeben und sie dann eins\u00e4ckeln, sondern man muss eine Aktion und<br \/>\neine frei w\u00e4hlbare Menge Gold ausgeben, um sein Interesse f\u00fcr ein Sortiment von ausliegenden<br \/>\nProjekten zu bekunden. Eine ganze Runde lang muss man aushalten und hoffen, da\u00df man nicht von einem<br \/>\nh\u00f6herbietenden Spieler verdr\u00e4ngt wird, ehe man die Projekte erwerben und nutzen kann. Wird man aber<br \/>\nverdr\u00e4ngt, so hat man entweder seine Aktion verloren, oder man gibt einen &#8220;Pilger&#8221; aus<br \/>\nund w\u00e4hlt dann ein Ersatzsortiment aus. Dabei kann man seinerseits einen Mitspieler verdr\u00e4ngen,<br \/>\nsofern man im urspr\u00fcnglichen Gebot bereits mehr Gold investiert hatte als der Gegner. Dieses<br \/>\nProjekt-Ersteigern ist eine sehr gelungene Mischung aus Klotzen mit Gold und Kleckern mit<br \/>\nPilgern.<\/p>\n<p><span class=\"img-shadowr\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/Ressourcen2\/comuni_b2.jpg\" width=\"250\" height=\"634\" border=\"0\" alt=\"\"\/><\/span><\/p>\n<p>Ein ersteigertes Projekt besteht aus ein bis drei Geb\u00e4udenkarten unterschiedlichen Typs (Kultur,<br \/>\nReligion, Handel und Milit\u00e4r) mit jeweils verschiedener Wertigkeit (Zahlen 1 bis 4). In der<br \/>\nBauphase des Spiels kann man die entsprechenden Geb\u00e4ude bauen, indem man die zugeh\u00f6rigen Karten<br \/>\noffen vor sich hinlegt. Dabei sollten aus Geb\u00e4uden gleichen Typs m\u00f6glichst hohe Stapel gebildet<br \/>\nwerden, denn wenn man sp\u00e4ter daf\u00fcr Ertr\u00e4ge kassiert, ergibt die Anzahl der Karten in einem<br \/>\nGeb\u00e4udestapel den Betrag, den man bekommt. Lauter Einser-Stapel bringen insgesamt nur eine einzige<br \/>\nEinheit, ein Vierer-Stapel aber gleich vier St\u00fcck davon.<\/p>\n<p>Die Karten eines Geb\u00e4udetyps d\u00fcrfen aber nicht beliebig auf einen Stapel \u00fcbereinandergelegt<br \/>\nwerden, sondern eine angelegte Karte muss mindestens eine Wertigkeit besitzen, die der H\u00f6he des<br \/>\nStapels entspricht. Durch Zugabe von Handwerkerkarten kann man hier etwas nachhelfen.<\/p>\n<p>Das Spiel l\u00e4uft ganz ohne Zufallseffekte ab. Alles ist planbar und trotzdem sehr spielerisch.<br \/>\nDie Herausforderung besteht darin, die richtigen Projekte f\u00fcr einen m\u00f6glichst g\u00fcnstigen Preis zu<br \/>\nerwerben und sich zum besten Zeitpunkt die richtige Auswahl an Betriebsmitteln (Gold, Armeen,<br \/>\nPilger und Handwerker) zuzulegen. Was ist hier die richtige Reihenfolge?<\/p>\n<p>Einen Gl\u00fcckwunsch aus der Seemannssprache abwandelnd kann man sagen: &#8220;Habe immer eine<br \/>\nHandbreit Pilger unter dem Kiel!&#8221; Gold ist wichtig, wenn man sich auf der Setzleiste f\u00fcr die<br \/>\nBauprojekte das wichtigste St\u00fcck unter den Nagel rei\u00dfen will. Da kann man jede Menge Gold<br \/>\ngebrauchen. In der Endphase sollte man nicht mehr von bestimmten Bauprojekten abh\u00e4ngen, da l\u00e4sst<br \/>\ndie Bedeutung des Goldes nach. Handwerker helfen Engp\u00e4sse in h\u00f6heren Bauphasen zu \u00fcberwinden und<br \/>\nArmeen sind seit alters her ein notwendiges \u00dcbel. In &#8220;Comuni&#8221; haben sie einen weitgehend<br \/>\ndefensiven Charakter: sie mildern die Sch\u00e4den der periodischen Invasionen.<\/p>\n<p>Dazu ist ein sehr pfiffiges Gemeinschaftselement eingebaut: Zur Verteidigung gegen die<br \/>\nEindringlinge gibt jeder Spieler freiwillig eine Anzahl Armeen in einen Gemeinschaftstopf. Kommen<br \/>\ngen\u00fcgend Armeen zusammen, geht die Invasion schadlos vor\u00fcber. Ist der Aggressor st\u00e4rker als die<br \/>\nVerteidigungsarmee, so verlieren die Spieler Siegpunkte. Sehr bemerkenswert: nicht alle Spieler<br \/>\nverlieren hierbei gleich viel, sondern jeder Spieler muss genau so viele Siegpunkte MEHR abgeben,<br \/>\nwie er gegen\u00fcber dem letzten Mitspieler in F\u00fchrung liegt. Das ist ein sehr gut durchdachtes<br \/>\nKorrektiv gegen fr\u00fche F\u00fchrung, und sicherlich ist es eine \u00fcberlegenswerte Spieltaktik, sich lange<br \/>\nauf den hinteren Siegpunkt-Positionen aufzuhalten (d.h. bewusst keine Siegpunkt-tr\u00e4chtigen Z\u00fcge zu<br \/>\nmachen) und dann die F\u00fchrenden bei der Abwehr von Invasionen im Stich zu lassen. Die Belohnung, die<br \/>\nsie f\u00fcr den gr\u00f6\u00dften Einsatz im Verteidigungsb\u00fcndnis bekommen, macht ihre Verluste durch den<br \/>\nSiegpunkt-Vorsprung garantiert nicht wett.<\/p>\n<p>&#8220;Comuni&#8221; kommt in einer sehr gelungenen Ausstattung daher, das Spielbrett ist h\u00fcbsch<br \/>\nausgearbeitet, das Spielmaterial ist solide und das Regelheft professionell ausgearbeitet. Eine<br \/>\nempfehlenswerte Anschaffung. Zumindest f\u00fcr anspruchsvolle Spieler.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Comuni rezensiert von Walter Sorger Viele europ\u00e4ische Nationen sind im Kommen, wenn es um das Design ausgewogener, intelligenter, abstrakter und komplexer Spiele geht, darunter auch die Italiener. &#8220;Comini&#8221; ist eine Gemeinschaftsproduktion von acht namentlich genannten Entwicklern, den vielen Vokalen am Namensende nach zu schlie\u00dfen alle italienischer Provenienz. 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