{"id":3752,"date":"2002-11-12T12:00:00","date_gmt":"2002-11-12T11:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2002\/11\/12\/age-of-steam-2\/"},"modified":"2002-11-12T12:00:00","modified_gmt":"2002-11-12T11:00:00","slug":"age-of-steam-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2002\/11\/12\/age-of-steam-2\/","title":{"rendered":"Age Of Steam"},"content":{"rendered":"<h2>Age Of Steam<\/h2>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/Ressourcen\/ageofsteam_t.jpg\" align=\"right\" width=\"235\" height=\"328\" border=\"0\" alt=\"Age of Steam board\"\/><\/p>\n<p><b>Verlag<\/b>: Warfrog<\/p>\n<p><b>Autor<\/b>: Martin Wallace<\/p>\n<p><b>Getestet<\/b>: Warfrog Ausgabe, Essen 2002<\/p>\n<p><b>Tester<\/b>: Walter Sorger<\/p>\n<p><b>Szenario<\/b>: In dem brandneuen Spiel von Martin Wallace geht es nicht um<br \/>\nEntw\u00e4sserungspumpen in Bergwerksgruben, und auch nicht um Dampfschiffe auf den<br \/>\nWeltmeeren, sondern &#8211; ihr habt&#8217;s ja gleich gedacht &#8211; um Eisenbahnen. Auf dem<br \/>\nTerritorium der USA d\u00fcrfen 3 bis 6 Spieler Eisenbahnstrecken bauen, St\u00e4dte verbinden,<br \/>\nG\u00fcter transportieren und damit Geld verdienen. Das Geld braucht man, um die Investitionen<br \/>\nzur\u00fcckzuzahlen, die man f\u00fcr einen erfolgreichen G\u00fcterverkehr t\u00e4tigen mu\u00dfte. Und nat\u00fcrlich<br \/>\nauch dazu, um zu gewinnen. Es gewinnt aber nicht der, der am Ende das h\u00f6chste Barverm\u00f6gen<br \/>\nbesitzt, sondern der, dessen Linie &#8211; grob gesagt &#8211; das h\u00f6chste Jahreseinkommen<br \/>\nerwirtschaftet hat.<\/p>\n<p><b>Das Spiel<\/b>: Das Spiel ist ein rein strategisches Spiel: alle Spielz\u00fcge werden<br \/>\nvon den Spielern willentlich geplant und durchgef\u00fchrt, selbst die Zugreihenfolge wird<br \/>\nerk\u00e4mpft. Der W\u00fcrfel hat nur einen marginalen Einflu\u00df: mit ihm wird bestimmt, welche<br \/>\nG\u00fcter zuerst als Nachschub auf das Spielbrett gelegt werden.<\/p>\n<p>Wie l\u00e4uft das Spiel ab? In 6 bis 10 Spielrunden (abh\u00e4ngig von der Anzahl der Spieler),<br \/>\nin denen die Spieler in jeweils wohldefinierter Zugreihenfolge die Spiel-Aktionen<br \/>\ndurchf\u00fchren. Schon im Kampf um die Reihenfolge und in deren Einflu\u00dfm\u00f6glichkeiten liegt<br \/>\neine sch\u00f6ne Idee. Die Reihenfolge wird ersteigert. Wer als erster pa\u00dft, zieht als<br \/>\nletzter, der zweite Passant zieht als vorletzter usw.. Dabei braucht der letzte nichts zu<br \/>\nbezahlen, egal ob er geboten hat oder nicht, die beiden Gewinner der Versteigerung zahlen<br \/>\nden vollen Preis, die \u00fcbrigen Spieler nur jeweils die H\u00e4lfte ihres gebotenen Einsatzes.<br \/>\nSehr gerecht!<\/p>\n<p>Was ist denn der Vorteil dabei, als erster ziehen zu d\u00fcrfen? Nat\u00fcrlich, man kann sich<br \/>\nbei jedem Zug aus dem vorhandenen Kuchen von M\u00f6glichkeiten die Rosinen herauspicken: Man<br \/>\nkann die g\u00fcnstigste Stecke bauen, man kann vorhandene G\u00fcter auf seinen lukrativsten<br \/>\nStrecken transportieren. Man darf auch als erster w\u00e4hlen, welche Sondereigenschaften man<br \/>\nsich in dieser Spielrunde aussuchen will. Mit der Wahl der Sondereigenschaft f\u00e4ngt eine<br \/>\nSpielrunde an.<\/p>\n<p>Sondereigenschaften sind:<\/p>\n<ol start=\"1\" type=\"a\">\n<li>\n<p><b>Erster Streckenbau<\/b>: Wer diese Eigenschaft ausw\u00e4hlt, hat das Recht, in der<br \/>\nBauphase als erster eine Strecke zu bauen. Das widerspricht nat\u00fcrlich der obigen Aussage,<br \/>\nda\u00df ein Spieler sich das Recht des ersten Zuges zuvor ersteigert hat. Nun ja, wenn der<br \/>\nStartspieler die Sondereigenschaft der ersten Bewegung f\u00fcr sich NICHT ausgesucht hat,<br \/>\ndann ist er halt beim Streckenbau nur Zweiter.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p><b>Ingenieur<\/b>: Wer diese Eigenschaft ausgew\u00e4hlt hat, darf in der Bauphase 4<br \/>\nTeilstrecken bauen, alle anderen nur maximal 3.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p><b>St\u00e4dtebau<\/b>: Wer diese Eigenschaft ausgew\u00e4hlt hat, darf in der Bauphase auf eines<br \/>\nder vorgegebenen Felder im Spielplan zus\u00e4tzlich eine Gro\u00dfstadt legen. Die Stadt kann man<br \/>\nnat\u00fcrlich positionsg\u00fcnstig zu vorhandenen eigenen Strecke plazieren und damit den<br \/>\nG\u00fcterverkehr auf dem eigenes Streckennetz f\u00f6rdern.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p><b>Erste Bewegung<\/b>: Wer diese Eigenschaft ausw\u00e4hlt, hat das Recht, in der<br \/>\nTransportphase als erster G\u00fcter zu bewegen. Dieser Spieler verdr\u00e4ngt wie bei der<br \/>\nEigenschaft &#8220;erster Streckenbau&#8221; den Startspieler bei der entsprechenden Aktion<br \/>\nin der Zugreihenfolge vom ersten auf den zweiten Platz.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p><b>Lokomotive<\/b>: Wer diese Eigenschaft ausw\u00e4hlt, darf die Leistung seiner<br \/>\nLokomotiven um 1 erh\u00f6hen. Er kann sp\u00e4ter in der Transportphase eine Strecke weiter fahren<br \/>\nund damit auch entsprechend mehr verdienen.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p><b>Produktion<\/b>: Wer diese Eigenschaft ausw\u00e4hlt, darf in der Phase G\u00fcterwachstum<br \/>\nzwei G\u00fcter zuf\u00e4lliger Farbe aus dem Vorratsbe\u00e4hlter ziehen und sie auf die G\u00fctertafel<br \/>\nlegen. Sp\u00e4ter entscheidet dann der W\u00fcrfel, ob und in welcher Runde diese nachgezogenen<br \/>\nG\u00fcter auf das Spielbrett gelangen. Die Eigenschaft ist nicht sehr m\u00e4chtig, aber<br \/>\nvielleicht bekommt man sie ja kostenlos. Einem geschenken Barsch schaut man nicht hinter<br \/>\ndie Kiemen!<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p><b>Passen<\/b>: Wer diese Eigenschaft ausw\u00e4hlt, darf in der n\u00e4chsten Runde beim Bieten<br \/>\num die Zugreihenfolge einmal passen, ohne damit gleich aus der Versteierung auszuscheiden<br \/>\nund am Ende eingereiht zu werden. Er steht damit besser da als alle Mitspieler, die in<br \/>\nder gleichen Runde gepa\u00dft haben. Das ist gar nicht so \u00fcbel, denn so gelangt man nahezu<br \/>\nkostenlos auf einen mittleren Platz, von dem aus man durchaus noch gute Chancen hat,<br \/>\ng\u00fcnstige Spiel-Aktionen f\u00fcr sich aussuchen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p>Nachdem die Sondereigenschaften verteilt wurden, f\u00e4ngt der Streckenbau an. In der<br \/>\ndefinierten Reihenfolge bauen die Spieler 0 bis 3 (oder 4) Teilstrecken, d.h. sie legen<br \/>\ndie entsprechende Anzahl Hexagons mit einem aufgedrucken Gleisverlauf auf den aus<br \/>\nHexafeldern bestehnden Spielplan. Jede Teilstrecke kostet 2 Dollars. Man darf auf das<br \/>\nBauen verzichen. Denn Geld ist knapp in diesem Spiel. Allerdings gibt es f\u00fcr jedes eigene<br \/>\nTeilst\u00fcck (liebe Westpark-Gamers: nicht nur f\u00fcr jede vollst\u00e4ndige St\u00e4dteverbindung!) am<br \/>\nSpielende einen Siegpunkt.<\/p>\n<p>Nach dem Streckenbau werden G\u00fcter transportiert. Die G\u00fcter bestehen aus farbigen<br \/>\nW\u00fcrfeln, die auf den St\u00e4dten im Spielplan liegen. Jedes Gut mu\u00df zu einer Stadt der<br \/>\ngleichen Farbe transportiert werden. Dabei mu\u00df der transportierende Spieler eine<br \/>\nLokomotiv-Leistung besitzten, die mindestens der Anzahl durchfahrener St\u00e4dt entspricht.<br \/>\nHat ein Spieler diese Lokomotiv-Leistung nicht, so kann er das Gut nicht transportieren.<br \/>\nHoffentlich findet er ein Gut, das f\u00fcr seinen Fuhrpark und sein Streckennetz geeignet<br \/>\nist. Sonst geht er leer aus. F\u00fcr jedes transportierte Gut enth\u00e4lt jeder Spieler der einen<br \/>\nStreckenabschnitt besitzt, \u00fcber den der Transport abgewickelt wurde, einen Pluspunkt auf<br \/>\nder Einkommensskala. Der Wert auf der Einkommensskala wird nach jeder Runde als Einkommen<br \/>\nan die Spieler ausbezahlt. Der Wert ist kumulativ, d.h. pro Runde erh\u00e4lt jeder Spieler<br \/>\nsoviel, wie er in allen Runden zuvor seinen Einkommensz\u00e4hler erh\u00f6hen konnte.<\/p>\n<p>Kommen wir zum Geld. Am Anfang besitzt jeder Spieler 10 Dollar. Das reicht gerade so<br \/>\neben, um eine Strecke von 3 oder 4 Teilen zu legen. Damit kann man in der ersten Runde<br \/>\nmaximal 2 Dollar erwirtschaften. Dann fangen auch schon die Kosten an. F\u00fcr jede Einheit<br \/>\nin der Lokomotiv-Leistung mu\u00df man 1 Dollar Unterhalt zahlen. Wo kommt nur das viele Geld<br \/>\nher?<\/p>\n<p>Jeder Spieler kann &#8211; ein einer definierten Spielphase &#8211; Aktien seiner Gesellschaft<br \/>\nverkaufen, maximal 15 St\u00fcck. Man kann sie alle auf einmal oder peut-a-peut oder auch gar<br \/>\nnicht verkaufen. Pro St\u00fcck bekommt man 5 Dollar. Daf\u00fcr m\u00f6chte am Ende jeder Runde jeder<br \/>\nAktion\u00e4r f\u00fcr jedes St\u00fcck 1 Dollar Dividende sehen, die der Spieler von seinem Guthaben<br \/>\nabziehen mu\u00df. Das kann schon ganz sch\u00f6n ins Geld gehen. Wer nicht wirtschaftlich<br \/>\ninvestiert, hat hinterher alle H\u00e4nde voll damit zu tun, allein seine Aktion\u00e4re zu<br \/>\nbefriedigen. Wer aber ein geschicktes H\u00e4ndchen hat, der kommt nach den<br \/>\nAnfangsschwierigkeiten ganz gut zu einem profitablen Unternehmen.<\/p>\n<p>Gewinner ist der Spieler, dessen aktueller Einkommenspegel abz\u00fcglich der ausgegebenen<br \/>\nAktienanteile, gewichtet mit dem Faktor 3 und erh\u00f6ht um die Anzahl der ausgelegten<br \/>\nTeilstrecken am Ende den h\u00f6chsten Wert besitzt. Eine absolut n\u00fcchterne Bilanz.<\/p>\n<p><b>Spieldauer<\/b>: 3 Stunden, zuz\u00fcglich Regelerkl\u00e4rung<\/p>\n<p><b>\u00c4hnliche Spiele<\/b>: <a href=\"http:\/\/luding.org\/Skripte\/GameData.py\/DEgameid\/11910\" target=\"_blank\">Volldampf<\/a>, <a href=\"http:\/\/luding.org\/Skripte\/GameData.py\/DEgameid\/113\" target=\"_blank\">Dampfross<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/18xxallg.html\" target=\"_blank\">18xx<\/a><\/p>\n<p><b>Kommentar der Westpark Gamers<\/b>: Um gleich mit der T\u00fcr ins Haus zu fallen: Es ist<br \/>\nein ausgezeichnetes Strategie-Spiel. Es ist ausgewogen im Spielablauf und besitzt keine<br \/>\neinzige Schw\u00e4che (es sei denn, einer mag das Spielprinzip generell nicht). Alle Spielz\u00fcge<br \/>\nsind abgestimmt. Wer vorne dran ist, mu\u00df h\u00e4rter k\u00e4mpfen als die anderen, daf\u00fcr kann man<br \/>\nihm aber seinen Vorteil auch mit vereinten Kr\u00e4ften nicht so einfach wieder wegnehmen. Wer<br \/>\nein hohes Einkommen hat, mu\u00df zus\u00e4tzliche Einkommensteuer zahlen. Wer sich \u00fcber die<br \/>\nAusgabe vieler Aktien seine Finanzmittel beschafft hat, mu\u00df hohe Dividenensummen<br \/>\nzur\u00fcckzahlen. Wer beim Versteigern zuerst pa\u00dft, kommt ans Ende. Wer zuletzt pa\u00dft, zahlt<br \/>\ndie volle Summe. Wer am weitesten vorne ist, f\u00e4llt beim Passen am weitesten zur\u00fcck. Alles<br \/>\nhat seine Balance.<\/p>\n<p>Es l\u00e4\u00dft sich nichts erzwingen, bzw. es l\u00e4\u00dft sich manches erzwingen, aber es zahlt sich<br \/>\ndann nicht aus. Das Spiel hat ein eigenes Tempo, das sich von Runde zu Runde steigert.<br \/>\nWer zu schnell Gas gibt, dem geht der Treibstoff aus. Wer zu sp\u00e4t kommt, den bestraft das<br \/>\nLeben.<\/p>\n<p>Ein guter Spieler mu\u00df sehr eindringlich das Spielfeld studieren. Die Verteilung der<br \/>\nG\u00fcter, die Verteilung des Nachschubes, alles liefert Hinweise zur Bewertung der<br \/>\nAusgangssituation, auf die man seinen Spielplan aufbauen mu\u00df.<\/p>\n<p>Jede Rolle (Sondereigenschaft) hat Vorteile, aber keine ist ein KO-Kriterium. Zuweilen<br \/>\nist es von gr\u00f6\u00dferem Vorteil, eine bestimmte Rolle zu bekommen, manchmal ist es<br \/>\nunerheblich. Man mu\u00df die jeweilige Situation richtig einsch\u00e4tzen k\u00f6nnen, und schon beim<br \/>\nBieten auf die Reihenfolge darauf achten. Und davor schon beim Verkaufen von Aktien, um<br \/>\ndie notwendigen Geldmittel zu bekommen. Jeder ist seines Gl\u00fcckes Schmied. Jeder hat sein<br \/>\nSchicksal in der Hand. Nur manchmal haben die Mitspieler auch ein St\u00fcck davon in der<br \/>\nHand. Das ist dann das Unberechenbare daran.<\/p>\n<p>Ein Super-Spiel. F\u00fcr jede Spieleranzahl zwischen 3 und 6.<\/p>\n<p>Walters Bewertung: 9 (von 10), weil das Spiel keine einzige Schw\u00e4che hat<\/p>\n<p>Westpark Gesamtbewertung: 7,0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Age Of Steam Verlag: Warfrog Autor: Martin Wallace Getestet: Warfrog Ausgabe, Essen 2002 Tester: Walter Sorger Szenario: In dem brandneuen Spiel von Martin Wallace geht es nicht um Entw\u00e4sserungspumpen in Bergwerksgruben, und auch nicht um Dampfschiffe auf den Weltmeeren, sondern &#8211; ihr habt&#8217;s ja gleich gedacht &#8211; um Eisenbahnen. 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