{"id":3764,"date":"2009-05-04T12:00:00","date_gmt":"2009-05-04T10:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2009\/05\/04\/diamonds-club\/"},"modified":"2009-05-04T12:00:00","modified_gmt":"2009-05-04T10:00:00","slug":"diamonds-club","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2009\/05\/04\/diamonds-club\/","title":{"rendered":"Diamonds Club"},"content":{"rendered":"<h2><a href=\"http:\/\/www.boardgamegeek.com\/boardgame\/37907\" target=\"_blank\">Diamonds Club<\/a><\/h2>\n<p style=\"font-style: italic\">rezensiert von Walter Sorger<\/p>\n<p>&#8220;Diamonds Club&#8221; ist ein vielschichtiges Aufbauspiel, bei dem es gilt,<\/p>\n<ul>\n<li>durch geschicktes Positionieren auf dem Markt,<\/li>\n<li>passende Kombination von Ausr\u00fcstungsgegenst\u00e4nden zu kaufen,<\/li>\n<li>um damit Edelsteine zu erwerben,<\/li>\n<li>und diese Runde f\u00fcr Runde in den Ausbau des eigenen Landschaftsparks umzusetzen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wer am Spielende seinen Park am sch\u00f6nsten, d.h. am siegpunkttr\u00e4chtigsten ausgebaut hat, der hat<br \/>\ngewonnen.<\/p>\n<p>Es gibt viele Aufbauspiele, die sinngem\u00e4\u00df einen \u00e4hnlichen Spielablauf haben. &#8220;Diamonds<br \/>\nClub&#8221; geh\u00f6rt hier in die Spitzengruppe. Mit ihm hat es R\u00fcdiger Dorn mal wieder geschafft,<br \/>\nseine Philosophie \u00fcber unverzichtbare Merkmale von gelungenem Spieldesign erfolgreich umzusetzen:<br \/>\nIm ganzen Spielgeschehen soll konstruktive Freude herrschen, Verluste auf Grund von Zuf\u00e4llen oder<br \/>\nUnerfahrenheit d\u00fcrfen nicht vorkommen, Schadenfreude muss sich in engen Grenzen halten. In einem<br \/>\nfriedlichen Wettbewerb k\u00e4mpfen die Spieler um den Sieg. Dem Thema nach geht es um ein faire Wette,<br \/>\nallein das ist schon ein Signal!<\/p>\n<p>Schon die Abl\u00e4ufe auf dem Markt f\u00fcr sich sind es wert, sich mit dem Spiel zu besch\u00e4ftigen. Auf<br \/>\neinem 6 mal 6 Felder gro\u00dfen Areal liegen die Ausr\u00fcstungsgegenst\u00e4nde aus, die wir f\u00fcr die erste<br \/>\nFortschrittsphase ben\u00f6tigen:<\/p>\n<ul>\n<li>Rote, gr\u00fcne, gelbe oder blaue Loren geben die Farbe der Edelsteine an, die wir sch\u00fcrfen d\u00fcrfen.\n<\/li>\n<li>Urkunden mit den Zahlen 2 bis 5, und Schiffe mit den Zahlen 2 -5 geben die Anzahl der<br \/>\nEdelsteine an, die wir pro Sch\u00fcrfvorgang bekommen.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Nat\u00fcrlich versuchen wir alle, an Gegenst\u00e4nde mit hohen Zahlen heranzukommen. Doch ihre Anzahl<br \/>\nist begrenzt, und sie sind schnell vergeben. Dann muss man sich mit einer 2 oder 3 begn\u00fcgen,<br \/>\nbraucht sich dar\u00fcber aber nicht zu gr\u00e4men, denn mit den niedrigen Zahlen sind Vorteile in der<br \/>\nStartspielerreihenfolge verbunden, die durchaus in der Gr\u00f6\u00dfenordnung von ein bis zwei Edelsteinen<br \/>\nliegen. Dieser Ausgleich von Nachteilen ist ein charakteristisches Merkmal f\u00fcr Dorns<br \/>\nKonstruktionsprinzipien. Das vermeidet den Frust und f\u00f6rdert die Spielfreude.<\/p>\n<p>Neben Loren, Urkunden und Schiffen finden noch weitere Angebote auf dem Markt unser Interesse:<br \/>\n&#8220;Entwicklungsembleme&#8221; erlauben uns, l\u00e4ngerfristige Entwicklungsziele zu verfolgen:<\/p>\n<p><span class=\"img-shadowr\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/Ressourcen3\/diamondsclub_b2.jpg\" width=\"300\" height=\"235\" border=\"0\" alt=\"\"\/><\/span><\/p>\n<ul>\n<li>Pro Emblem &#8220;Wald&#8221; erhalten wir in der Schlussabrechnung f\u00fcr jedes Waldst\u00fcck in<br \/>\nunserem Landschaftsgarten einen Punkt mehr. Das klingt schon sehr nach quadratischer Progression<br \/>\nund ist in jedem Fall eine lohnenswerte Investition &#8211; wenn uns nicht zu viel Konkurrenz hier einen<br \/>\nStrich durch die Rechnung macht.<\/p>\n<\/li>\n<li>Pro Emblem &#8220;Geld&#8221; erhalten wir in jeder Runde eine zus\u00e4tzliche M\u00fcnze von der Bank.<br \/>\n&#8220;Zinsen&#8221; nennt es die Spielregel. Anstatt unmittelbar Edelsteine zu kaufen bringen wir<br \/>\ndas Geld zur Bank und hoffen, durch die sp\u00e4ter erhaltenen Zinsen insgesamt besser zu stehen.<\/p>\n<\/li>\n<li>Pro Emblem &#8220;Technik&#8221; erhalten wir in der Phase Edelsteinaussch\u00fcttung ein oder gar<br \/>\nzwei Edelsteine mehr. Auch dies entspricht einem Verzinsungseffekt: Wir verzichten im Moment auf<br \/>\nEdelsteinaussch\u00fcttung, investieren lieber in Technik und hoffen, dieses Geld in sp\u00e4teren Phasen<br \/>\ndoppelt und dreifach wieder hereinzubekommen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Nun, ganz so hoch sind die Renditen f\u00fcr &#8220;Geld&#8221; und &#8220;Technik&#8221; nicht, doch die<br \/>\nVerzinsung setzt unmittelbar ein, und ist nat\u00fcrlich in der Summe um so h\u00f6her, je fr\u00fcher wir uns<br \/>\nhier engagieren. In jedem Fall sind diese Embleme in der Anfangsphase eine \u00dcberlegung wert.<\/p>\n<p>Das &#8220;allergeilste&#8221; auf dem Markt ist der Kaufmechanismus &#8211; eine ganz origin\u00e4re<br \/>\nErfindung von R\u00fcdiger Dorn: Man erwirbt einen Marktgegenstand, indem man eine M\u00fcnze auf ein<br \/>\nentsprechendes freies Feld legt. Der Kaufpreis steigt, wenn sich in der Nachbarschaft schon<br \/>\nMitspieler platziert haben: f\u00fcr jedes der vier angrenzenden Felder, auf denen schon eine M\u00fcnze<br \/>\nliegt, muss man eine zus\u00e4tzliche M\u00fcnze berappen.<\/p>\n<p><span class=\"img-shadow\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/Ressourcen3\/diamondsclub_b1.jpg\" width=\"350\" height=\"275\" border=\"0\" alt=\"\"\/><\/span><\/p>\n<p>Solange der Markt noch d\u00fcnn besucht ist hat man \u00fcberall freie Hand und kommt f\u00fcr eine einzige<br \/>\nM\u00fcnze an die begehrtesten Ausr\u00fcstungsgegenst\u00e4nde heran. Doch dieses ungebremste Schwelgen ist<br \/>\nschnell dahin, nach zwei Setzrunden gibt es schon kein Feld mehr ohne unliebsame Nachbarschaft.<br \/>\nDann steigen die Preise; im h\u00e4rtesten Fall kann ein einziges Feld f\u00fcnf M\u00fcnzen kosten.<\/p>\n<p>Zehn M\u00fcnzen stehen jedem Spieler standardm\u00e4\u00dfig pro Runde zur Verf\u00fcgung. Im Durchschnitt kann man<br \/>\ndamit vielleicht f\u00fcnf verschiedene St\u00fccke k\u00e4uflich erwerben. Dabei muss man die Vorg\u00e4nge auf dem<br \/>\nMarkt stets gut beobachten, um einerseits an die guten, billigen St\u00fccke heranzukommen, andererseits<br \/>\naber auch alle notwendigen Gegenst\u00e4nde zu erwerben, die f\u00fcr den eigenen Baufortschritt unerl\u00e4sslich<br \/>\nsind.<\/p>\n<p>Irgendwann mal findet keiner mehr ein geeignetes Feld mehr f\u00fcr den Rest seines Geldes. Wer hier<br \/>\nauf einer hohen Restsumme sitzenbleibt, braucht sich allerdings nicht zu gr\u00e4men: Er bekommt daf\u00fcr<br \/>\nals Entsch\u00e4digung gleich kostenlos einen Edelstein.<\/p>\n<p>Ich will auf die Abl\u00e4ufe in den weiteren Phasen des Spiels hier nicht n\u00e4her eingehen. Die<br \/>\nMechanismen beim Ausbau des Landschaftsparks bis zur Schlusspr\u00e4mierung der besten Gesamtanlage sind<br \/>\nbis ins Detail ausgereift und gef\u00e4llig. Stimmigkeit, Balance innerhalb der einzelnen Aktionen,<br \/>\nkeine extremen Strategie-Nischen, das ist alles selbstverst\u00e4ndlich f\u00fcr ein Dorn-Spiel. Ich m\u00f6chte<br \/>\nhier nur noch ganz abstrakt die weiteren Spielqualit\u00e4ten aufz\u00e4hlen, die in &#8220;Diamonds<br \/>\nClub&#8221; vereint sind, und es f\u00fcr mich zu einem Spitzenspiel machen:<\/p>\n<ol start=\"1\" type=\"1\">\n<li>Einfachheit (nicht zu verwechseln mit Einf\u00e4ltigkeit): Die verschiedenen m\u00f6glichen Aktionen der<br \/>\nSpieler sind klar und einfach. Man muss nicht zig verschiedene Sonderregeln und Effekte<br \/>\nkennenlernen, verstehen und sich merken, um die Mechanismen in ihren Querwirkungen sinnvoll<br \/>\nanwenden zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<\/li>\n<li>Handlungsspielraum: Das Spiel bietet in jeder Phase jedem Spieler einen weiten Spielraum an<br \/>\nkreativen Zugm\u00f6glichkeiten. Allein auf dem Markt stehen pro Aktion zwischen 16 und 36 verschiedene<br \/>\nEinkaufsm\u00f6glichkeiten offen.<\/p>\n<\/li>\n<li>Sofortiges Einschwingen: Schon in der Startaufstellung werden die Spieler mit soviel Material<br \/>\nausgestattet, dass unverz\u00fcglich alle Mechanismen greifen, und alle Spieltaktiken ausgereizt werden<br \/>\nk\u00f6nnen.<\/p>\n<\/li>\n<li>Planbarkeit: Jeder Spieler kann sich schon vor dem Spiel eine grobe Vorgangplanung zurechtlegen<br \/>\nund konkrete Entwicklungspriorit\u00e4ten setzen. Die folgerichtige Umsetzung liegt allein in seinen<br \/>\nEntscheidungen. Nat\u00fcrlich gibt es hier Konkurrenz durch die Mitspieler, die ebenfalls von dem<br \/>\nGesamtkuchen ein gro\u00dfes St\u00fcck zur Seite bringen wollen.<\/p>\n<\/li>\n<li>Jeder Zug macht Sinn. Es gibt nur gute und sehr gute Z\u00fcge. Keine bitteren Entt\u00e4uschungen durch<br \/>\nirrt\u00fcmlich verpasste Gelegenheiten. Endg\u00fcltig verpasste Gelegenheiten.<\/p>\n<\/li>\n<li>Gleicher Aktionsradius f\u00fcr alle. W\u00e4hrend des ganzen Spiels. Es gibt kein Davonziehen einer<br \/>\nF\u00fchrungsgruppe, denen die &#8220;Zur\u00fcckgebliebenen&#8221; nur noch macht- und mittellos nachschauen<br \/>\nk\u00f6nnen, bis das Spielende sie erl\u00f6st.<\/p>\n<\/li>\n<li>Steigende Spannung. Sowohl das jeweilige Zuspitzen der Situation auf dem Markt als auch der<br \/>\nlockere, aber durchaus lebhafte Wettlauf um die pr\u00e4mierten Ausstattungsst\u00fccke im Landschaftsgarten<br \/>\nerzeugen eine bis zum Spielende anhaltende spielerische Spannung.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Harte Spielernaturen (&#8220;1830&#8243;er) m\u00f6gen in dieser Aufz\u00e4hlung vielleicht etwas Kampf,<br \/>\nRuin und Schadenfreude vermissen. Doch in dem Zielpublikum der Millionen &#8220;Normal-Spieler&#8221;<br \/>\ngilt das eher als Pluspunkt.<\/p>\n<p>Zum Schluss noch ein Wort zur Ausstattung: Am Westpark lagen schon Hunderte von Spielen herum.<br \/>\nZu &#8220;Diamonds Club&#8221; hat meine nicht-spielende Ehefrau bekannt, dass sie noch nie ein<br \/>\nTitelbild auf den Schachteldeckel so lange betrachtet hat wie hier. Die Juwelen beh\u00e4ngte bildsch\u00f6ne<br \/>\nLady mit den langen feingliedrigen Fingern und die beiden zielbewussten, kampfeslustigen Lords, die<br \/>\nin jedem Fall den Sieg davontragen wollen &#8211; entweder \u00fcber die Lady oder ihre Juwelen &#8211; haben sie<br \/>\nfasziniert. (Ihrem selektiven Blick ist dabei total entgangen, dass noch ein dritter Mann auf dem<br \/>\nDeckelbild abgebildet ist!)<\/p>\n<p>Diese Szenerie hat sie sogar verleitet, einen Blick auf das Spielmaterial im Inneren der<br \/>\nSchachtel zu werfen, auf die h\u00fcbschen bunten Edelsteine, auf die gef\u00e4lligen, funktionsgerecht<br \/>\nstapelbaren Spielsteine und die schwarzen Zylinderh\u00fcte f\u00fcr den Markt. Der Verlag hat alles getan,<br \/>\num einem perfekt konstruierten Spiel eine perfekte Ausstattung mitzugeben. Diamonds are a<br \/>\ngirl&#8217;s best friend.<\/p>\n<p>P.S.: Als Extra-Service bietet der Verlag noch einen Spielregel-Erkl\u00e4rfilm unter dem Link<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.ravensburger.de\/web\/Diamonds-Club__3245368-4090484-75843394.html\" target=\"_blank\">http:\/\/www.ravensburger.de\/web\/Diamonds-Club__3245368-4090484-75843394.html<\/a> an.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diamonds Club rezensiert von Walter Sorger &#8220;Diamonds Club&#8221; ist ein vielschichtiges Aufbauspiel, bei dem es gilt, durch geschicktes Positionieren auf dem Markt, passende Kombination von Ausr\u00fcstungsgegenst\u00e4nden zu kaufen, um damit Edelsteine zu erwerben, und diese Runde f\u00fcr Runde in den Ausbau des eigenen Landschaftsparks umzusetzen. 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