{"id":3769,"date":"2009-07-17T12:00:00","date_gmt":"2009-07-17T10:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2009\/07\/17\/dice-town\/"},"modified":"2009-07-17T12:00:00","modified_gmt":"2009-07-17T10:00:00","slug":"dice-town","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2009\/07\/17\/dice-town\/","title":{"rendered":"Dice Town"},"content":{"rendered":"<h2><a href=\"http:\/\/www.boardgamegeek.com\/boardgame\/40793\" target=\"_blank\">Dice Town<\/a><\/h2>\n<p style=\"font-style: italic\">rezensiert von Aaron Haag<\/p>\n<p>Mit W\u00fcrfelspielen ist das so eine Sache. Sie sind &#8211; mit wenigen Ausnahmen &#8211; fast reine<br \/>\nGl\u00fcckspiele. Deshalb sind sie oft als Thekenspiele eine brauchbare Abwechslung bis zur Bestellung<br \/>\nder n\u00e4chsten Lage, aber um als Gesellschaftsspiel geeignet zu sein, bedarf es mehr.<\/p>\n<p>&#8220;Dice Town&#8221; von Ludovic Maublanc und Bruno Cathala kommt als Poker-W\u00fcrfelspiel daher,<br \/>\nmit eigenem Spielplan, einen Kartensatz General Store Karten mit Sondereigenschaften, einen Satz<br \/>\nBesitzrechtskarten mit Siegpunkten, Spielgeld, Nuggets als Siegpunkt-Chips und nat\u00fcrlich<br \/>\nW\u00fcrfelbechern und W\u00fcrfeln f\u00fcr bis zu f\u00fcnf Spieler. Die Aufmachung legt nahe, dass es sich um ein<br \/>\nkurzweiliges, lustiges W\u00fcrfelspiel rund um eine Westernstadt handelt.<\/p>\n<p>Ziel der Spieler ist es, mit m\u00f6glichst guten W\u00fcrfelkombinationen viele Siegpunkte zu erreichen.<br \/>\nWas sich anh\u00f6rt wie eine &#8220;Kniffel&#8221;-Variante, ist tats\u00e4chlich eine komplexere<br \/>\nAngelegenheit, denn bei &#8220;Dice Town&#8221; f\u00fchren nicht alle W\u00fcrfelkombinationen unmittelbar zu<br \/>\nSiegpunkten. Ganz im Gegenteil: weder sind errungenen Siegpunkte dauerhaft sicher noch f\u00fchrt jeder<br \/>\nWurf direkt zum Punkterwerb.<\/p>\n<p>Doch der Reihe nach. Die Spieler w\u00fcrfeln verdeckt und simultan mit anfangs f\u00fcnf W\u00fcrfeln. Bei<br \/>\njedem Wurf beh\u00e4lt man genau einen W\u00fcrfel verdeckt unter seinem W\u00fcrfelbecher und nimmt die<br \/>\nrestlichen W\u00fcrfel wieder auf die Hand. Danach heben alle Spieler gleichzeitig ihre Becher hoch und<br \/>\nlegen den W\u00fcrfel offen beiseite. Mit den restlichen W\u00fcrfeln wird dann erneut genauso verfahren.<br \/>\nZiel der ganzen W\u00fcrfelei ist es, Mehrheiten von identischen W\u00fcrfelaugen oder eine m\u00f6glichst gute<br \/>\nPokerkombination zu bekommen (&#8220;W\u00fcrfelaugen&#8221; ist hier nicht ganz korrekt, denn die W\u00fcrfel<br \/>\nzeigen die Kartensymbole von 9 bis As). Zus\u00e4tzlich spiel wie beim Pokern Geld eine wichtige Rolle,<br \/>\ndenn mit Geld l\u00e4sst sich ein schlechter Wurf abmildern, indem man keine W\u00fcrfel unter dem Becher<br \/>\nliegen l\u00e4sst oder einen Superwurf absichern, indem man mehr als einen W\u00fcrfel liegen l\u00e4sst.<\/p>\n<p><span class=\"img-shadowr\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/Ressourcen3\/dicetown_b0.jpg\" width=\"300\" height=\"229\" border=\"0\" alt=\"\"\/><\/span><\/p>\n<p>Haben alle Spieler ihre W\u00fcrfelkombination ausgew\u00fcrfelt, wird zur Auswertung das Spielbrett quasi<br \/>\nals Ged\u00e4chtnisst\u00fctze verwendet. Hierbei &#8220;wandert&#8221; man durch die abgebildete Western-Stadt<br \/>\nund wertet die W\u00fcrfe aus: zuerst bekommen die Spieler mit Symbolmehrheiten ihre Pr\u00e4mien:<\/p>\n<ul>\n<li>angefangen bei den Neunen, die Gold Nuggets (Siegpunkte) bringen,\n<\/li>\n<li>\u00fcber die 10en, die einem Geld aus der Bank einbringen,\n<\/li>\n<li>die Buben, die einen Karten aus dem General Store nehmen lassen,\n<\/li>\n<li>die Queens, die es dem Spieler erlauben, andere Spieler zu bestehlen,\n<\/li>\n<li>bis hin zur K\u00f6nigsmehrheit, die einem die Sheriff-Rolle einbringt.<\/li>\n<\/ul>\n<p><span class=\"img-shadow\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/Ressourcen3\/dicetown_b1.jpg\" width=\"350\" height=\"217\" border=\"0\" alt=\"\"\/><\/span><\/p>\n<p>Dann wird noch der Spieler mit der besten Pokerkombination vom B\u00fcrgermeister in der Town Hall<br \/>\nmit Besitzrechten (Siegpunktkarten) belohnt. Wer jetzt immer noch keine Belohnung f\u00fcr seinen Wurf<br \/>\nerhalten hat, geht mit gesenktem Haupt zu Doc Badluck und bekommt dort verbl\u00fcffender weise gar<br \/>\nnicht so schlechte Dinge angeboten: je nach gew\u00fcrfelten Symbolen lassen sich Siegpunktkarten<br \/>\nendg\u00fcltig sichern, eine Karte vom General Store nehmen oder andere Spieler bestehlen. Damit ist<br \/>\neine Spielrunde beendet und die n\u00e4chste beginnt. Das Spiel endet, sobald alle Gold Nuggets oder<br \/>\nBesitzrechte vergeben wurden.<\/p>\n<p>Gl\u00fcck, Geld und Macht und eine kleine Spur Chaos spielen eine ma\u00dfgebliche Rolle bei &#8220;Dice<br \/>\nTown&#8221;. Gl\u00fcck, um die gerade beste W\u00fcrfelkombination auch tats\u00e4chlich zu erw\u00fcrfeln; Geld, um<br \/>\ndem W\u00fcrfelgl\u00fcck nachzuhelfen und Macht, um als Sheriff Patt-Situationen zu eigenen Gunsten<br \/>\nbeeinflussen zu k\u00f6nnen und Chaos, weil doch nie so recht klar ist, was denn die anderen Spieler<br \/>\nerw\u00fcrfeln wollen. Elemente, die in geschickter Kombination ein spannendes, lustiges Spiel ausmachen<br \/>\nk\u00f6nnen und die sicherlich gut zum Western Thema des Spiels passen.<\/p>\n<p><span class=\"img-shadowr\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/Ressourcen3\/dicetown_b2.jpg\" width=\"350\" height=\"226\" border=\"0\" alt=\"\"\/><\/span><\/p>\n<p>Nur sind bei &#8220;Dice Town&#8221; diese nicht wirklich gut kombiniert und damit \u00fcberwiegen die<br \/>\nSchw\u00e4chen die St\u00e4rken deutlich. Zum Teil sind es Kleinigkeiten, wie das verdeckte Wegnehmen von<br \/>\nW\u00fcrfeln unter dem W\u00fcrfelbecher. Hier ist die Versuchung gro\u00df, mit wenig Geschick ein dringend<br \/>\nben\u00f6tigtes Ass aus dem \u00c4rmel zu zaubern und schnell einen der W\u00fcrfel unter dem Becher zu drehen.<br \/>\nZum Teil ist es das \u00fcbergro\u00dfe \u00c4rgerelement bei gleich zwei W\u00fcrfelergebnissen: die Queen-Mehrheit<br \/>\nund Doc Badluck helfen einem, andere Spieler zu bestehlen. Gerade dieses Element dominiert das<br \/>\nSpiel und erzeugt einen nicht unerheblichen Frustfaktor, wenn m\u00fchsam erworbene Siegpunkte durch<br \/>\nDiebstahl immer wieder verloren gehen &#8211; die wenigen Spezialeigenschaften im General Store, die<br \/>\neinen davor tempor\u00e4r sch\u00fctzen, helfen dabei nur wenig. Den gr\u00f6\u00dften Minuspunkt gibt es aber f\u00fcr die<br \/>\ngef\u00fchlte Spielzeit von 2 Stunden: zu repetitiv ist der Ablauf und zu langsam sieht man den<br \/>\nSiegpunktvorrat schwinden, als dass man nach 30 Minuten realer Spielzeit noch wirklich Lust hat zu<br \/>\nEnde zu spielen.<\/p>\n<p>&#8220;Dice Town&#8221; wurde sicherlich nicht als Spiel f\u00fcr anspruchsvolle Spieler konzipiert &#8211;<br \/>\nhohe strategische oder taktische Anspr\u00fcche darf man an das Spiel nicht stellen. Es bleibt die<br \/>\nFrage, an wen sich &#8220;Dice Town&#8221; denn dann richtet: als schneller Absacker am Ende eines<br \/>\nSpieleabends ist es zu fummelig und langsam. Als klassisches Kneipenw\u00fcrfelspiel dauert es ebenfalls<br \/>\nzu lange. Bleibt wohl die angeheiterte, bierselige Gruppe zuhause, die ohne viel Nachdenken und mit<br \/>\ngro\u00dfem Gl\u00fccksfaktor einfach nur &#8220;was spielen&#8221; will. Aber ob &#8220;Dice Town&#8221; dort<br \/>\nwirklich \u00f6fter auf den Tisch kommen wird, darf bezweifelt werden, denn auch daf\u00fcr gibt es<br \/>\nBesseres.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dice Town rezensiert von Aaron Haag Mit W\u00fcrfelspielen ist das so eine Sache. Sie sind &#8211; mit wenigen Ausnahmen &#8211; fast reine Gl\u00fcckspiele. 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