{"id":3799,"date":"2004-05-19T12:00:00","date_gmt":"2004-05-19T10:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2004\/05\/19\/spielbericht-vom-19-05-2004\/"},"modified":"2004-05-19T12:00:00","modified_gmt":"2004-05-19T10:00:00","slug":"spielbericht-vom-19-05-2004","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2004\/05\/19\/spielbericht-vom-19-05-2004\/","title":{"rendered":"Spielbericht vom 19.05.2004"},"content":{"rendered":"<h2>Spielbericht vom 19.05.2004<\/h2>\n<p>Autor: Walter<\/p>\n<p>am Tisch: Hans, Peter, Aaron, Walter<\/p>\n<p>auf dem Tisch: &#8220;Kathai&#8221;, &#8220;Gargon&#8221;, &#8220;Sankt Petersburg&#8221;<br \/>\nund &#8220;Bluff&#8221;<\/p>\n<p><a name=\"game1\"><\/a><\/p>\n<table align=\"right\" border=\"0\" cellpadding=\"0\" cellspacing=\"0\">\n<tr>\n<td><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/Ressourcen\/kathai_t.jpg\" width=\"310\" height=\"193\" border=\"0\" alt=\"Kathai\"\/><\/td>\n<\/tr>\n<tr align=\"right\">\n<td>\n<table class=\"ybackgr\" align=\"center\" border=\"1\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"1\" width=\"230\">\n<tr>\n<td>Autor<\/td>\n<td align=\"right\">Michael Andersch<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Verlag<\/td>\n<td align=\"right\"><a href=\"http:\/\/www.adlung-spiele.de\/\" target=\"_blank\">Adlung<br \/>\nSpiele<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>erschienen<\/td>\n<td align=\"right\">2001<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Spielerzahl<\/td>\n<td align=\"right\">3 &#8211; 5<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Spielzeit<\/td>\n<td align=\"right\">45 Minuten<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<h2><a href=\"http:\/\/luding.org\/Skripte\/GameData.py\/DEgameid\/11619\" target=\"_blank\">Kathai<\/a><\/h2>\n<p>Ein Kartenspiel zum Sammeln und Verkaufen von Waren. Die Warenkarten werden reihum vom<br \/>\nverdeckten Stapel gezogen. Auf der gezogenen Karte sind zuf\u00e4llig verteilt 1 bis 3 gleiche<br \/>\noder verschiedene Wareneinheiten aufgedruckt. Wenn man genug Waren einer der f\u00fcnf Sorten<br \/>\n(Salz, Tee, Gew\u00fcrze, Seide, Gold) zusammenhat, kann man sie verkaufen. Der Marktwert wird<br \/>\nanhand einer bemerkenswerten Kurs-Dynamik ermittelt:<\/p>\n<p>Es gibt genau 5 fest definierte Preiskategorien die jeweils einer der 5 Warenarten<br \/>\nzugeordnet sind. Wenn eine Ware verkauft wird, rutscht sie anschlie\u00dfend auf die<br \/>\nniedrigste Kategorie und alle anderen, bisher billigeren Waren rutschen entsprechend nach<br \/>\noben. Wer zu sp\u00e4t kommt, den bestraft das Leben.<\/p>\n<p>Je billiger eine Warenart ist, desto weniger Wareneinheiten werden f\u00fcr einen Verkauf<br \/>\nben\u00f6tigt. Man kann aber beliebig viele Karten mit der betreffenden Warenart abgeben; die<br \/>\nbeim Verkauf erzielten Siegpunkte ergeben sich aus der Anzahl der abgegebenen Karten plus<br \/>\neinem Bonus, der von der Preiskategorie abh\u00e4ngt.<\/p>\n<p>Der Spielablauf ist dabei ziemlich einf\u00f6rmig. Jeder Spieler zieht eine neue Warenkarte<br \/>\nvom Stapel. Wer gen\u00fcgend Waren einer akzeptablen Preiskategorie beisammen hat, verkauft<br \/>\nsie und bucht sich die Siegpunkte gut. Ansonsten pa\u00dft man. Der Freiheitsgrad f\u00fcr diesen<br \/>\nAblauf liegt ziemlich in der Gegend von Null (Oder nennt man dies mathematisch den<br \/>\nFreiheitsgrad &#8220;Eins&#8221;?)<\/p>\n<p>Doch ich darf kein Ignorant sein, jeder Spieler hat tats\u00e4chlich noch mehr<br \/>\nAktionsm\u00f6glichkeiten:<\/p>\n<p>Er kann eine Karte opfern, um zwei die Preiskategorien zweier benachbarte Warenarten<br \/>\nzu vertauschen. Damit erh\u00f6ht man den Preis f\u00fcr eine Ware, die man im n\u00e4chsten Zug<br \/>\nverkaufen will. Man sollte aber gewi\u00df sein, da\u00df man selber der Nutznie\u00dfer dieser Aktion<br \/>\nwird, d.h. der erste ist, der diese Ware verkauft. Sonst hat man &#8220;Butter bei die<br \/>\nFische&#8221; der Mitspieler gegeben.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/Ressourcen\/kathai_b1.jpg\" align=\"left\" width=\"300\" height=\"177\" border=\"0\" alt=\"Kathai\"\/><\/p>\n<p>Durch das Vertauschen der Preiskategorien kann man aber auch bewirken, da\u00df f\u00fcr die<br \/>\njetzt billigere Ware zum Verkauf weniger Wareneinheiten ben\u00f6tigt werden, und da\u00df dann<br \/>\nvielleicht der eigene Vorrat gerade daf\u00fcr ausreicht. Aber auch hier mu\u00df man nat\u00fcrlich<br \/>\nhoffen, da\u00df einem kein anderer Mitspieler zuvor kommt, sonst war die gew\u00e4hlte Aktion eine<br \/>\nglatte Nullrunde. (Mathematisch korrekt w\u00fcrde ich das jetzt sicherlich eine<br \/>\n&#8220;Minus-Eins-Runde&#8221; nennen d\u00fcrfen.)<\/p>\n<p>Als letzte Aktionsm\u00f6glichkeit bleibt das Anbieten eines Tauschhandels. Ich kann alle<br \/>\nmeine Mitspieler fragen, ob sie mit mir Warenkarten tauschen wollen. Hier sind der Menge<br \/>\nder zu tauschenden Karten und auch der (Un )Gleichwertigkeit der Tauschvorg\u00e4nge keinerlei<br \/>\nGrenzen gesetzt. Aber wer tauscht schon gerne? Gibt es nicht das Sprichwort: &#8220;Wer<br \/>\nLust hat zum Tauschen, hat Lust zum Betr\u00fcgen!&#8221;? Durch Tauschangebote verr\u00e4t man<br \/>\neinerseits seine Vorlieben und sein Tauschpotential. Und bei den schlauen F\u00fcchsen von<br \/>\nMitspielern ist jede freiwillig hergegebene Information \u00fcber solche intimen Tatsachen ein<br \/>\nVerlust. Andererseits erzielt aus jedem Tausch einer garantiert einen gr\u00f6\u00dferen Vorteil<br \/>\nals der andere. Davor hatten wir alle Angst. Jedenfalls wurde in unserem Spiel h\u00f6chstens<br \/>\n2 Mal versucht, einen Tauschhandel zu er\u00f6ffnen, aber kein einziges Mal kam dabei ein<br \/>\nwirklicher Tausch zustande. Sind wir alten Herren zu knickerig f\u00fcr diese Chance des<br \/>\nLebens? Ich kann jedenfalls bilanzieren, da\u00df durch diese Aktionsm\u00f6glichkeit der<br \/>\ntats\u00e4chliche Freiheitsgrad f\u00fcr die Aktionen der Spieler um keine Stelle hinter dem Komma<br \/>\nver\u00e4ndert wurde.<\/p>\n<p>Die Spielregel nennt das Spiel &#8220;einfach und anspruchsvoll&#8221;. Ist das keine<br \/>\nWiderspruch? Nein, daf\u00fcr gibt es eine ganz einfache Aufl\u00f6sung: Das Spiel ist abstrakt und<br \/>\nin seinen Prinzipien zun\u00e4chst schwer zu durchschauen. Hier ist es tats\u00e4chlich<br \/>\nanspruchsvoll und f\u00fcr kleine Kinder keineswegs geeignet. Wenn man die Regeln aber<br \/>\nverstanden hat, dann verliert es jeden Schwierigkeitsgrad. Es bleibt einem ja sowieso<br \/>\nnichts anderes \u00fcbrig als eine Karte zu ziehen und in drei von vier Runden zu passen. Das<br \/>\nist dann ganz einfach.<\/p>\n<p>WPG-Wertung: 4,75<\/p>\n<p><a name=\"game2\"><\/a><\/p>\n<table class=\"blurpr\" border=\"0\" cellpadding=\"0\" cellspacing=\"0\">\n<tr>\n<td><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/Ressourcen\/gargon_t.jpg\" width=\"254\" height=\"324\" border=\"0\" alt=\"Gargon\"\/><\/td>\n<\/tr>\n<tr align=\"right\">\n<td>\n<table class=\"ybackgr\" align=\"center\" border=\"1\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"1\" width=\"230\">\n<tr>\n<td>Autor<\/td>\n<td align=\"right\">R\u00fcdiger Dorn<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Verlag<\/td>\n<td align=\"right\"><a href=\"http:\/\/www.amigo-spiele.de\/\" target=\"_blank\">AMIGO<br \/>\nSpiele<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>erschienen<\/td>\n<td align=\"right\">2001<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Spielerzahl<\/td>\n<td align=\"right\">3 &#8211; 5<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Spielzeit<\/td>\n<td align=\"right\">45 Minuten<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<h2><a href=\"http:\/\/luding.org\/Skripte\/GameData.py\/DEgameid\/12790\" target=\"_blank\">Gargon<\/a><\/h2>\n<p>Wieder ein Kartenspiel, das man leicht die Tasche stecken kann, um es sp\u00e4ter beim<br \/>\nApr\u00e9s Ski oder Apr\u00e9s Plage hervorzuzaubern, und sich damit unter gleichgesinnten<br \/>\nZeitgenossen ein paar vergn\u00fcgliche Stunden zu machen.<\/p>\n<p>Nach der Spielbeschreibung befinden wir uns im Reiche der Zauberer und jede Karte ist<br \/>\nein Fabelwesen. Moritz h\u00e4tte seine wahre Freude am Design und den Bildmotiven gehabt.<br \/>\nLeider war er nicht dabei. F\u00fcr uns n\u00fcchterne Rationalisten besteht das Spiel aus 6<br \/>\ngleichwertigen Farben zu je 17 Karten. Jede Karte hat einen Kampfwert und einen N\u00e4hrwert,<br \/>\nund wie so \u00fcblich, sind die beiden Qualit\u00e4ten umgekehrt proportional, d.h. je h\u00f6her der<br \/>\nKampfwert einer Karte, desto geringer sind die Siegpunkte, die damit zu verdienen<br \/>\nsind.<\/p>\n<p>Ziel des Spiel ist es, m\u00f6glichst viele seiner EIGENEN Karten, und zwar die mit<br \/>\nm\u00f6glichst vielen Siegpunkten, nach Hause zu bringen. Wie macht man das?<\/p>\n<p>Der Startspieler w\u00e4hlt 1 bis 3 Karten aus seiner Hand und legt sie verdeckt auf den<br \/>\nTisch. Einzige Bedingung: Es d\u00fcrfen nicht drei Karten der gleichen Farbe sein. Jeder<br \/>\nweitere Spieler legt jetzt ebenso viele Karten wie der Startspieler verdeckt auf den<br \/>\nTisch. Weitere Bedingung: Er mu\u00df genauso viele verschiedene Farben auslegen wie der<br \/>\nStartspieler. Bitte nicht verwechseln: Es m\u00fcssen nicht die gleichen Farben sein. Der<br \/>\nletzte Spieler mu\u00df eine weitere Bedingung einhalten: Er darf keine neue Farbe mehr ins<br \/>\nSpiel bringen, sondern nur Karten der bereits ausliegenden Farben legen.<\/p>\n<p>Jeder Spieler darf aber auch passen und anstatt Karten auszulegen, 3 neue Karten von<br \/>\nden nicht ausgeteilten Restkarten in seine Hand aufnehmen. Die Restkarten liegen in zwei<br \/>\naufgef\u00e4cherten Stapeln mit der R\u00fcckseite nach oben auf dem Tisch, so da\u00df man bei Ziehen<br \/>\nwenigstens erkennen kann, von welche Farbe man nachzieht. Damit hat jeder Spieler einen<br \/>\ngewissen Einflu\u00df auf die Farbverteilung in seiner Hand.<\/p>\n<p>Jetzt werden alle ausgespielten Karten umgedreht und es wird &#8220;gek\u00e4mpft&#8221;.<br \/>\nJeweils die h\u00f6chste ausgespielte Karte einer Farbe wird mit der jeweils h\u00f6chsten Karte<br \/>\nder gleichen Farbe aller Spieler verglichen. Der h\u00f6chste Kampfwert gewinnt und der<br \/>\nSpieler darf seine eigene Karte auf seinen Gewinner-Stapel ablegen. Alle Verlierer-Karten<br \/>\nverfallen und m\u00fcssen zum Ablagestapel gegeben werden. Als Ersatz d\u00fcrfen sich die<br \/>\nVerlierer aber je eine neue Karte von den Restkarten nehmen. Es ist also keineswegs<br \/>\nbitter, einen Kampf zu verlieren: man hat hinterher genauso viele Karten wie vor dem<br \/>\nKampf.<\/p>\n<p>Dieses Entsch\u00e4digungsprinzip ist ein typisches Merkmal des Spiele-Autors R\u00fcdiger Dorn<br \/>\nund ich m\u00f6chte euch hier sein &#8220;Dorn&#8217;sches Lemma&#8221; verraten: &#8220;Jedes gut<br \/>\nfunktionierende Spiel mit Zufallselementen mu\u00df den Spieler, der gerade vom Zufall<br \/>\nbenachteiligt wurde, augenblicklich angemessen entsch\u00e4digen!&#8221;<\/p>\n<p>Der Kampf geht weiter. Die n\u00e4chste Farbe oder die zweite Karte der gleichen Farbe<br \/>\nsteht zum Vergleich an. Und so geht das weiter, bis alle korrespondierenden ausgespielten<br \/>\nKarten miteinander verglichen wurden. Klar ist wohl auch, wenn ich als einziger eine oder<br \/>\nzwei Karten einer Farbe ausgelegt haben, da\u00df ich sie dann alle kampflos zu meinen<br \/>\nGewinnern legen darf.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/Ressourcen\/gargon_b.jpg\" align=\"left\" width=\"250\" height=\"317\" border=\"0\" alt=\"\"\/><\/p>\n<p>Jetzt kommen wir zur Taktik. Wie bringe ich meine Sch\u00e4fchen ins Trockene? Die Theorie<br \/>\nist ganz einfach: Man spiele Karten aus von Farben, die kein anderer Spieler hat. Die<br \/>\nPraxis ist dagegen schon viel schwerer: Eine solche Farbe ist nur sehr selten vorhanden.<br \/>\nWenn jeder Spieler etwa 10 Karten auf der Hand hat, dann sind bei 4 Spielern 40 Karten im<br \/>\nSpiel. Hier eine Farbe die finden, die kein anderer hat, ist so gut wie unm\u00f6glich.<\/p>\n<p>Eine gr\u00f6\u00dfere Chance ist es , in seiner Hand gleich zwei Karten einer Farbe zu finden,<br \/>\nvon der kein weiterer Spieler ein P\u00e4rchen hat. Dann ist davon mindestens eine Karte ein<br \/>\nGewinner. Weiterhin steigen die M\u00f6glichkeiten, eine Farb-Dominanz bei sich zu finden, an,<br \/>\nje sp\u00e4ter man in der Zugreihenfolge dran ist. Da brauche ich &#8211; neben den ausgespielten<br \/>\nKarten &#8211; ja nur noch die Karten der Spieler hinter mir zu ber\u00fccksichtigen. Als Vorletzter<br \/>\nbrauche ich meine Kartenhand nur noch mir der des Letzen zu vergleichen. Oft genug reicht<br \/>\ndas schon, wenigstens 1 sichere Gewinnerkarte ausfindig zu machen.<\/p>\n<p>Und wenn man keine Farb-Dominanz besitzt, welches Ziel kann man dann verfolgen?<br \/>\nNat\u00fcrlich: sich eine Farb-Dominanz zu verschaffen! Wie das todsicher geht, kann ich auch<br \/>\nnicht sagen. Aber man kann ja mal Farben vorlegen, die andere Spieler zwingen oder<br \/>\nprovozieren, Doubles zu legen oder zu spalten. Oder man legt Einzelkarten und wartet ab,<br \/>\nwie sich die Nachfolger dann in ihren Farben bek\u00e4mpfen. Mit 10 Karten in der Hand hat man<br \/>\nals Startspieler fast 200 verschiedene M\u00f6glichkeiten zum Ausspielen. So viele<br \/>\nFreiheitsgrade hat selten ein Spiel. Irgendwas Lustiges wird dabei schon<br \/>\nherauskommen.<\/p>\n<p>Nur nicht alles berechnen wollen, ist die Devise. Man mu\u00df auch die Gl\u00fcckskomponente<br \/>\neinfach \u00fcber sich ergehen lassen. Oder man kann sein Geschick im Bluffen suchen: den<br \/>\nstarken Max markieren und dabei versuchen, ein zahmes fettes Sch\u00e4fchen ins Trockene zu<br \/>\nbringen. Grade konfliktscheue Spieler sollten sich hier das Dorn&#8217;sche Lemma vor Augen<br \/>\nhalten und frisch, fromm, fr\u00f6hlich, frei in den Kampf ziehen. Wenn man alle K\u00e4mpfe<br \/>\nverliert, dann braucht man seinen losgewordenen Nieten nicht nachzutrauern, sondern man<br \/>\ndarf hoffnungsvoll auf das schauen, was man daf\u00fcr nachziehen kann. Die Kartenhand kann ja<br \/>\nnur besser werden. Gargon ist ein Spiel, bei dem keiner der Dumme ist.<\/p>\n<p>Schopenhauer schaut in seinen Aphorismen ver\u00e4chtlich auf die Kartenspieler herab:<br \/>\n&#8220;Weil sie [die Kartenspieler] n\u00e4mlich keine Gedanken auszutauschen haben, tauschen<br \/>\nsie Karten aus.&#8221; Nicht nur hier irrt sich der gro\u00dfe Denker gewaltig. Kartenspielen<br \/>\nhindert keinesfalls am Gedankenaustausch. Wer \u00fcberhaupt welche Gedanken hat, der kann sie<br \/>\nauch beim Kartenspielen zum Besten geben. Sogar spielerisch, sogar mit Vergn\u00fcgen. Auch<br \/>\nbei Gargon.<\/p>\n<p>Wir waren durch Dorn&#8217;s &#8220;Goa&#8221; verw\u00f6hnt und durch das vorhergegangene<br \/>\n&#8220;Kathai&#8221; etwas abgeschlafft, so da\u00df uns Gargon auf dem falschen Fu\u00df erwischte.<br \/>\nDie magere WPG-Note ist sicherlich nicht sachgerecht und wird sich zweifellos nach oben<br \/>\nbewegen. Vor allem wenn Hans seine Oberfrustnote von 2 Punkten noch mal \u00fcberdenkt.<\/p>\n<p>WPG-Wertung: 4,25<\/p>\n<p>\n<a name=\"game3\"><\/a><\/p>\n<table class=\"blurpr\" align=\"right\" border=\"0\" cellpadding=\"0\" cellspacing=\"0\">\n<tr>\n<td><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/Ressourcen\/petersburg_t.jpg\" width=\"260\" height=\"363\" border=\"0\" alt=\"Sankt Petersburg\"\/><\/td>\n<\/tr>\n<tr align=\"right\">\n<td>\n<table class=\"ybackgr\" align=\"center\" border=\"1\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"1\" width=\"230\">\n<tr>\n<td>Autor<\/td>\n<td align=\"right\">Michael Tummelhofer<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Verlag<\/td>\n<td align=\"right\"><a href=\"http:\/\/www.hans-im-glueck.de\/\" target=\"_blank\">Hans im<br \/>\nGl\u00fcck<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>erschienen<\/td>\n<td align=\"right\">2004<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Spielerzahl<\/td>\n<td align=\"right\">2 &#8211; 4<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Spielzeit<\/td>\n<td align=\"right\">60 Minuten<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<h2><a href=\"http:\/\/luding.org\/Skripte\/GameData.py\/DEgameid\/15635\" target=\"_blank\">Sankt<br \/>\nPetersburg<\/a><\/h2>\n<p>Aaron legte in der Startaufstellung eine ganz schiefe Handwerker-Verteilung vor:<br \/>\nKeinen einzigen Holzf\u00e4ller f\u00fcr 3 Rubel, einen einzigen Goldgr\u00e4ber (4 Rubel), keinen<br \/>\nSch\u00e4fer (5 Rubel), zwei Pelzj\u00e4ger (6 Rubel) und daf\u00fcr 5 Schiffbauer f\u00fcr 7 Rubel. Als<br \/>\nStartspieler ri\u00df er sich nat\u00fcrlich gleich den billigen Goldgr\u00e4ber unter den Nagel. Jetzt<br \/>\ndurfte ich als zweiter Spieler erst mal \u00fcberlegen:<\/p>\n<ol start=\"1\" type=\"a\">\n<li>Kaufe ich mir einen Pelzj\u00e4ger f\u00fcr 6 Rubel, dann bleibt mir am Ende nur noch ein<br \/>\nSchiffbauer f\u00fcr 7 Rubel und ich habe 13 Rubel ausgegeben, um gerade mal 2 Karten der am<br \/>\nwenigsten lukrativen Handwerkgruppen erworben zu haben; beide ohne gro\u00dfe Aussicht auf<br \/>\nRabatte bei Zuk\u00e4ufen.<\/p>\n<\/li>\n<li>Kaufe ich mir gleich einen Schiffbauer f\u00fcr 7 Rubel, dann bekomme ich am Ende noch den<br \/>\nzweiten f\u00fcr 6 Rubel, und habe zwar mit Rabatt kaufen k\u00f6nnen, aber wieder 13 Rubel f\u00fcr die<br \/>\nrenditen-schw\u00e4chste Handwerkergruppe springen lassen, und ohne jede Aussicht auf Rabatte<br \/>\nin der Zukunft: es gibt ja nur 6 Karten von jeder Sorte.<\/p>\n<\/li>\n<li>Welchen Ausweg gibt es aus dieser Skylla und Charybdis Alternative? Ich hatte eine<br \/>\ngeniale Idee: Ich k\u00f6nnte doch passen und auf die billigen Holzf\u00e4ller warten, die beim<br \/>\nn\u00e4chsten Auflegen unweigerlich kommen mu\u00dften. Dann k\u00f6nnte ich mit meinem gesamten<br \/>\ngesparten Geld auftrumpfen und den ganzen Markt leer kaufen. Das sollte die eine Runde<br \/>\nInkasso-Vorsprung meiner Mitspieler in jedem Fall mehr als wettmachen.<\/p>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p>Gedacht, getan: ich pa\u00dfte, d.h. ich kaufe mir in der ersten Runde keinen einzigen<br \/>\nHandwerker und wartete mit voller B\u00f6rse auf das, was kommen mu\u00dfte.<\/p>\n<p>Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt. Nachdem sich der Dampf vom Markt<br \/>\nverzogen hatte, besa\u00dfen Hans und Aaron je zwei verschiedene Handwerker (ihr k\u00f6nnt euch<br \/>\nleicht ausrechnen, welche), und Peter konnte sage und schreibe satte 4 leibeigene<br \/>\nSchiffbauer auf seine Werften schicken. Er hatte daf\u00fcr 7 + 6 + 5 + 4 = 22 Rubel<br \/>\nausgegeben und konnte allein aus dieser Investition pro Runde 12 Rubel Gewinn<br \/>\neinstreichen.<\/p>\n<p>Ich brauche wohl nicht weiter auszuf\u00fchren, da\u00df ich bei der n\u00e4chsten<br \/>\nHandwerkerversteigerung tats\u00e4chlich einen Holzf\u00e4ller erwerben konnte, aber das war so<br \/>\nziemlich die einzige gr\u00fcne Karte, die f\u00fcr mich zum Erwerb anstand. Bis zum Spielende<br \/>\nkonnte ich meinen Handwerker-Mangel nie mehr ausgleichen und mu\u00dfte mich anstrengen, nicht<br \/>\n\u00fcberrundet zu werden. Hier kann man vielleicht einen kleinen Nachteil in den<br \/>\nSpielmechanismen von Sankt Peterburg konstatieren: Fehlkalkulationen werden unerbittlich<br \/>\nbestraft. (Oder ist so ein Mechanismus gut? Spiele-Designer an die Front!)<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/Ressourcen\/petersburg_b1.jpg\" align=\"left\" width=\"310\" height=\"196\" border=\"0\" alt=\"Sankt Petersburg\"\/><\/p>\n<p>Peter schwamm im Geld. Und je mehr er investierte, desto st\u00e4rker sprudelten seine<br \/>\nGeldquellen. Er konnte es voll auskosten, seine Personal-Eink\u00e4ufe ganz nach taktischen<br \/>\nGesichtspunkten durchzuf\u00fchren:<\/p>\n<ul>\n<li>Wer ist Startspieler?\n<\/li>\n<li>An welcher Stelle kam er selber zum Einkaufen?\n<\/li>\n<li>Wie viele freie Kartenpl\u00e4tze m\u00fcssen vorhanden sein, damit er gut genug bedient wird?\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Schlie\u00dflich hatte er sogar noch ein ganzes Portefeuille voller taktisch eingekaufter<br \/>\nblauer Bauwerke-Karten, die ihn in uneinholbare Gewinn-Positionen hoben. Die Trauben des<br \/>\nSchicksals zum Spitzenwein vergoren! Gut gemacht, zweifellos!<\/p>\n<p>Hans wurde zweiter, Aaron wurde dritter. Jetzt erhob sich die Frage, warum war das so?<br \/>\nBeide hatten ohne Fehl und Tadel agiert. Wie also verschafft man sich in Sankt Petersburg<br \/>\nVorteile? Aaron stellte die &#8211; ziemlich einleuchtende &#8211; These auf, da\u00df dies sehr wohl von<br \/>\nder Zugreihenfolge beim Kaufen von Adeligen- und Austauschkarten abh\u00e4ngen m\u00fcsse. Wer bei<br \/>\ndieser knappen Ware als erster zugreifen kann, macht damit die Punkte, die das Spiel<br \/>\nentscheiden. Und hier waren Hans und Peter beide Male von der Startspieler-Position her<br \/>\nbeg\u00fcnstigt.<\/p>\n<p>Peter wollte sich dieser \u00fcberzeugenden Argumentation nicht gerne anschlie\u00dfen. Warf es<br \/>\ndoch einen Schatten auf seine makellose Spielweise. Er hielt dem Aaron mangelnde<br \/>\nMarkt-Pr\u00e4sens beim Kaufen von Karten entgegen. Er selbst habe mehrmals nur als taktischen<br \/>\nGr\u00fcnden eine Karte vom Spielbrett erworben, um dann beim n\u00e4chsten Einkaufen eine besser<br \/>\nAuswahl vorzufinden. Hier konnte Aaron aber treffend kontern: Wenn Peter sich eine m\u00e4\u00dfige<br \/>\nKarte nur aus taktischen Gr\u00fcnden zugelegt habe, dann mu\u00dfte Aarons aus den gleichen<br \/>\n\u00dcberlegungen heraus zugelegte Karte garantiert noch m\u00e4\u00dfiger sein, da er erst nach Peter<br \/>\nam Zug war. Genauso konnte sich Peter im n\u00e4chsten Zug einen guten oder schlechten<br \/>\nAdeligen zulegen, die Auswahl f\u00fcr Aaron w\u00e4re aus den gleichen Gr\u00fcnden notwendigerweise<br \/>\nschlechter gewesen. Das spricht doch eindeutig f\u00fcr eine unsymmetrische Beg\u00fcnstigung der<br \/>\nSpieler, oder? (Hier bitte die Strategen an die Front!)<\/p>\n<p>Lieber Peter, sicherlich hast du fehlerfrei gespielt, sicherlich hast du dein Spiel<br \/>\nmeisterhaft \u00fcber die B\u00fchne gebracht. Aber nur dank meiner Hilfe (Dummheit) hattest du dir<br \/>\nvom Start weg die ewig sprudelnden Geldquellen zulegen k\u00f6nnen. Mein Vater selig pflegte<br \/>\ndiese Situationen zu kommentieren: &#8220;Mit vollen Hosen l\u00e4\u00dft sich gut stinken!&#8221;<br \/>\nIch werde mit Sicherheit beim n\u00e4chsten Mal nicht wieder daf\u00fcr zu sorgen, da\u00df Du so<br \/>\nschnell Deine Hosen voll kriegst!<\/p>\n<p>Keine neue WPG-Wertung<\/p>\n<p>\n<a name=\"game4\"><\/a><\/p>\n<table class=\"blurpr\" align=\"right\" border=\"0\" cellpadding=\"0\" cellspacing=\"0\">\n<tr>\n<td><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/Ressourcen\/bluff.jpg\" width=\"273\" height=\"201\" border=\"0\" alt=\"Bluff\"\/><\/td>\n<\/tr>\n<tr align=\"right\">\n<td>\n<table class=\"ybackgr\" align=\"center\" border=\"1\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"1\" width=\"230\">\n<tr>\n<td>Autor<\/td>\n<td align=\"right\">Richard Borg<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Verlag<\/td>\n<td align=\"right\">F.X. Schmid<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>erschienen<\/td>\n<td align=\"right\">1993<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Spielerzahl<\/td>\n<td align=\"right\">2 &#8211; 6<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Spielzeit<\/td>\n<td align=\"right\">20 Minuten<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<h2><a href=\"http:\/\/luding.org\/Skripte\/GameData.py\/DEgameid\/1134\" target=\"_blank\">Bluff<\/a><\/h2>\n<p>Trotz eines anerkannterma\u00dfen fehlerfreien Spieles schied ich beim ersten Spiel bereits<br \/>\nim zweiten Durchgang aus. Aber &#8220;Bluff&#8221; ist so kurzweilig, selbst beim<br \/>\nZuschauen, da\u00df ich nicht einmal ver\u00e4rgert war, als ich beim n\u00e4chsten Spiel, nach nicht<br \/>\nganz so fehlerfreiem Spiel, bereits im dritten Durchgang ausscheiden mu\u00dfte.<\/p>\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Spielbericht vom 19.05.2004 Autor: Walter am Tisch: Hans, Peter, Aaron, Walter auf dem Tisch: &#8220;Kathai&#8221;, &#8220;Gargon&#8221;, &#8220;Sankt Petersburg&#8221; und &#8220;Bluff&#8221; Autor Michael Andersch Verlag Adlung Spiele erschienen 2001 Spielerzahl 3 &#8211; 5 Spielzeit 45 Minuten Kathai Ein Kartenspiel zum Sammeln und Verkaufen von Waren. Die Warenkarten werden reihum vom verdeckten Stapel gezogen. Auf der gezogenen &hellip; <a href=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2004\/05\/19\/spielbericht-vom-19-05-2004\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Spielbericht vom 19.05.2004<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-3799","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-spieleabende"],"views":3,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3799","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3799"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3799\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3799"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3799"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3799"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}