{"id":3840,"date":"2002-10-23T12:00:00","date_gmt":"2002-10-23T10:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2002\/10\/23\/spielbericht-23-10-2002\/"},"modified":"2002-10-23T12:00:00","modified_gmt":"2002-10-23T10:00:00","slug":"spielbericht-23-10-2002","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2002\/10\/23\/spielbericht-23-10-2002\/","title":{"rendered":"Spielbericht 23.10.2002"},"content":{"rendered":"<h2>Spielbericht 23.10.2002<\/h2>\n<p><b>Autor<\/b>: Walter<\/p>\n<p><b>am Tisch<\/b>: Peter, G\u00fcnther, Aaron, Walter<\/p>\n<p><b>auf dem Tisch<\/b>: 1830<\/p>\n<ol start=\"1\" type=\"1\">\n<li><a name=\"game1\"><\/a><b><a href=\"http:\/\/luding.org\/Skripte\/GameData.py\/DEgameid\/2120\" target=\"_blank\">1830<\/a><\/b><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/Ressourcen\/1830_t.jpg\" align=\"right\" width=\"235\" height=\"319\" border=\"0\" alt=\"1830 - box\"\/><br \/>\n<br \/>\nSeit geschlagenen sechs Monaten wieder einmal eine 1830 Session. Die Gelegenheit war<br \/>\ng\u00fcnstig, da unser Fantasy-Guru Moritz (1830 kennt halt keine Orcs) und unser<br \/>\nSchach-Stratege Hans (1830 kennt halt kein Matt in 5 Z\u00fcgen) pausieren mu\u00dften.<\/p>\n<p> So trafen wir uns zu viert: drei alte Hasen und unser Newcomer Peter. Keiner brauchte<br \/>\nkeinem Hilfsstellung zu geben und so konnten wir gleich ohne R\u00fccksicht auf Verluste<br \/>\nbeginnen. Allerdings hat Peter im Laufe des Spieles jeweils bevor er seinen besten Zug<br \/>\ntat, immer noch in die Runde gefragt, ob es nicht noch einen besseren Zug g\u00e4be. Drei<br \/>\nExperten propagierten drei verschiedene beste Alternativen. Uneigenn\u00fctzig, wie 1830 ja<br \/>\nnun einmal ist.<\/p>\n<p> Peter war Startspieler und kaufte sich gleich die Schuylkill Valley. Aaron bot 175 auf<br \/>\nseinen Privat-Favoriten Camden &amp; Amboy (C&amp;A). So kaufte ich die Champlain &amp;<br \/>\nSt. Lawrence, mit der \u00dcberlegung, da\u00df in einer Vierer-Runde, wo jeder von Haus aus viel<br \/>\nLiquidit\u00e4t mitbringt, die dazu passende Canadian eine gute Einstiegslinie f\u00fcr einen<br \/>\nDiesel-Endkampf werden k\u00f6nnte. G\u00fcnther bot mit Aaron auf die C&amp;A, die Aaron<br \/>\nschlie\u00dflich f\u00fcr 190 ersteigerte. Dieser Preis war auch ein Novum in unserer<br \/>\n1830-Geschichte, obwohl es gen\u00fcgend Literatur gibt, die behauptet, dieser Preis sei noch<br \/>\nangemessen.<\/p>\n<p> Als letzte Privatbahn blieb die Baltimore &amp; Ohio (B&amp;O) \u00fcbrig und drei Bankrunden<br \/>\nlang wollte sie keiner haben. Wer sie kaufte, der mu\u00dfte letzter werden beim Bieten um die<br \/>\n\u00f6ffentlichen Eisenbahn-Gesellschaften und konnte dann aus eigener Kraft in der Startrunde<br \/>\nkeine eigene Gesellschaft floaten. Nachdem ich drei Runden lang zusehen mu\u00dfte, wie die<br \/>\nanderen Mitspieler jeweils 20 bzw. 25 Dollar einstrichen, und ich dagegen mit meiner<br \/>\nB&amp;O nur 10 Dollar, habe ich schliesslich in den sauren Apfel gebissen, die B&amp;O<br \/>\ngekauft und die Hoffnungen auf eine fr\u00fche Er\u00f6ffnungslinie gleich begraben.<\/p>\n<p> G\u00fcnther fing mit der New York \/ New Haven (NYNH) f\u00fcr 76 Dollar an, Peter schlo\u00df sich<br \/>\ngleich in der New Yorker Gegend mit der Boston &amp; Maine (B&amp;M) f\u00fcr 100 Dollar (!)<br \/>\nan und Aaron er\u00f6ffnete seine Lieblingslinie, die Pennsylvania (PRR) f\u00fcr 82 Dollar. Damit<br \/>\nwar auch die Start-Reihenfolge f\u00fcr die Operationsrunden klar. Peter kaufte drei<br \/>\nZweierz\u00fcge f\u00fcr die B&amp;M, Aaron einen Zweierzug f\u00fcr die PRR und G\u00fcnther hatte das<br \/>\nVergn\u00fcgen, f\u00fcr die NYNH die restlichen Zweierz\u00fcge und gleich den ersten Dreierzug kaufen<br \/>\nzu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p> Ich hatte in den ersten Bietrunden gepa\u00dft, weil ich die kommenden Pr\u00e4sidenten erst mal<br \/>\nunter einen gewissen Investitionsdruck setzen wollte. Dann habe ich mich an G\u00fcnthers NYNH<br \/>\nbeteiligt, weil er erstens ein kompetenter und vertrauensw\u00fcrdiger (was hei\u00dft das schon<br \/>\nbei 1830 ?) Pr\u00e4sident ist, und weil er direkt hinter mir sa\u00df, so da\u00df ich mit 75 %<br \/>\nWahrscheinlichkeit vor ihm den Priorit\u00e4ts-Deal bekam. Wir kamen so gemeinsam in den Genu\u00df<br \/>\ndes automatisch steigenden Aktienwertes auf Grund des 100% Verkaufs der NYNH-Aktie. Ich<br \/>\nwollte die Linie bei n\u00e4chster Gelegenheit wieder verkaufen; erstens um eine eigene Linie,<br \/>\nmeine bereits angefangene B&amp;O, zu floaten und zweitens um G\u00fcnther zu sch\u00e4digen.<br \/>\nAllerdings war G\u00fcnther ein so t\u00fcchtiger Pr\u00e4sident und leitete die NYNH mit soviel<br \/>\nwirtschaftlichem Erfolg, da\u00df ich die Aktien bis zum Ende behielt.<\/p>\n<p> Aaron kam mit seiner PRR den ganzen Abend auf keinen gr\u00fcnen Zweig. Sie ist ja sowieso<br \/>\neine \u00e4u\u00dferst knickrige Startlinie. Mit drei Dollar sind Sie dabei. Das reicht nicht zum<br \/>\nLeben und nicht zum Sterben. Da nach den Westpark-Gamers-Regeln ein Aktienkurs auch nur<br \/>\ndann steigt, wenn eine Linie mindestens den aktuellen Aktienwert als Dividende<br \/>\naussch\u00fcttet, konnte die PRR nur schwer Boden gutmachen. Irgendwie kam Aaron irgendwann<br \/>\nauch noch dazu, f\u00fcr seine PRR zwei Dreierz\u00fcge zu kaufen. Damit war ihre Liquidit\u00e4t<br \/>\nersch\u00f6pft, und Aaron konnte seinen Lieblings-Schachzug, n\u00e4mlich die C&amp;A f\u00fcr 340<br \/>\nDollar an die PRR zu verkaufen, nicht verwirklichen. Die Linie d\u00fcmpelte nur so dahin und<br \/>\nmit ihr mu\u00dfte ihr Besitzer alle Siegeshoffnungen begraben. Ein Kompliment an die<br \/>\nNehmerqualit\u00e4ten des Pr\u00e4sidenten, der alles mit gelassener Miene \u00fcber sich ergehen lie\u00df<br \/>\nund bis zum Schlu\u00df gut gelaunt dabei blieb.<\/p>\n<p> Peter igelte sich mit seiner B&amp;M um das New Yorker Gebiet ein. Das Streckennetz von<br \/>\nNYNH, B&amp;M und NYC war ein eif\u00f6rmiges, abgeschlossenes Gebilde, wie das Wurzelgeflecht<br \/>\neines Gummibaumes in einem zu engen Topf. Keine Verbindung nach Canada, kein Durchgang<br \/>\nzur anderen H\u00e4lfte von New-Nork und den erschlossenen Gesch\u00e4ftsfeldern im S\u00fcden, keine<br \/>\n\u00d6ffnung zu den weiten Pr\u00e4rien der Erie und der Chesapeake. So etwas habe ich bisher auch<br \/>\nnoch nicht erlebt. Aber mit Angst und Mi\u00dfgunst alleine kann man 1830 auch nicht gewinnen.<\/p>\n<p> Das Spielende war kurios. Es gab ein Deadlock mit sechs gefloateten Linien, die jeweils<br \/>\nzwei Z\u00fcge hatten. Kein Sechserzug wurde gekauft und ebenso keine Diesellok! Warum?<br \/>\nMehrere Linien hatten genug Geld gespart (800 Dollar), um bei n\u00e4chster Gelegenheit eine<br \/>\nViererlok gegen eine Diesellok umzutauschen. Daf\u00fcr mu\u00dfte aber zuerst der erste Sechserzug<br \/>\ngekauft werden. Jeder der das getan h\u00e4tte, auch z.B. durch das Floaten einer der beiden<br \/>\n\u00fcbrigen Linien, h\u00e4tte dann f\u00fcr seine anderen Linien tief in die Privat-Schatulle greifen<br \/>\nm\u00fcssen und eine Diesel finanzieren m\u00fcssen. Das wollte keiner. So kam das Spielende (der<br \/>\nBank ging das Geld aus) herbei, die prestigetr\u00e4chtige PRR war im stolzen Besitz von zwei<br \/>\nDreierz\u00fcgen, die anderen Linien teilten sich die restlichen Dreier-, Vierer- und<br \/>\nF\u00fcnfer-Z\u00fcge.<\/p>\n<p> Es war eine sehr friedliche Runde. Es gab keinerlei b\u00f6sartige Manipulationen auf dem<br \/>\nAktienmarkt. Keiner hat einem anderen mit Verlusten eine Gesellschaft angedreht. Es gab<br \/>\nkeine taktischen Man\u00f6ver zum Plazieren von Linien auf dem Positions-Tableau. Wir waren<br \/>\nnur Empire-Builder, von denen sich schlie\u00dflich der G\u00fcnther durchgesetzt hat. Vielleicht<br \/>\nist das tendenziell in einer Viererrunde immer so, sofern kein ausgesprochener Chaot<br \/>\ndabei ist.<\/p>\n<p>Lieber Peter, Du hast sehr gekonnt agiert, gut gekauft und gut gebaut. Keine R\u00fcckschl\u00e4ge,<br \/>\nkeine Fehlinvestition, und wenn es was zu verdienen gab, warst Du auch immer dabei. Warum<br \/>\nhast Du nicht gewonnen? Ich glaubte, Du hast die Anfangslinien mit 90 oder 100 Doller zu<br \/>\nteuer eingesetzt. Das kostet Dich Dein gesamtes Startkapital und bringt Dir nur sechs<br \/>\nShares ein. Du kannst auch nicht mehr daran verdienen, wenn die Aktien wegen<br \/>\nTotal-Ausverkaufs nach oben steigen. Wenn man eine Linie mit 76 Dollar startet, dann kann<br \/>\nman in k\u00fcrzester Zeit 30 % Kursgewinn allein durch die Verschiebung nach oben machen.<br \/>\nGerade am Anfang sind Share-Anteile so gut wie bares Geld.<\/p>\n<p>G\u00fcnther hat die NYNH f\u00fcr 76 eingesetzt, damit bekam er mehr Shares zusammen als Du, und<br \/>\nseine Linie war mit 2 Zweierz\u00fcgen und 1 Dreierzug am Anfang schon besser ausgestattet und<br \/>\nkonnte einige Runden lang problemlos aussch\u00fctten, wo Du wegen der drohenden 4-er Z\u00fcge von<br \/>\nAnfang an, und auch das ganze Spiel \u00fcber, ans Sparen denken mu\u00dftest.<\/p>\n<p>G\u00fcnthers zweite Linie, die C&amp;O, lief am Anfang ziemlich schlecht, als Aaron und ich<br \/>\nihn von New York abdr\u00e4ngen konnten. Allerdings kassiert die C&amp;O zum Westrand hin (da<br \/>\ngibt es eine 70-er Randstadt) doch mehr als Nichts. Er hat aber dann doch noch die<br \/>\nNordverbindung nach New York geschafft und konnte dann auch hier unbehelligt absahnen.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich hat G\u00fcnther auch seine Rest-Investitionen nach dem Maximum-Profit-Prinzip<br \/>\nget\u00e4tigt, w\u00e4hrend Du da eher Vorsicht (oder pers\u00f6nliche Pr\u00e4ferenzen?) hast walten lassen.<\/p>\n<p>Weiterhin darf man auch nicht \u00e4ngstlich oder zu symmetrisch bei der Beteiligung an den<br \/>\nAktien fremder Gesellschaften vorgehen. &#8220;Keep fully invested&#8221; propagiert kein<br \/>\nGieskannenprinzip, sondern das Einsteigen bei genau der jeweils einzigen besten<br \/>\nGesellschaft. Risikobetrachtungen sind dabei notwendig, in der Anfangsphase aber nicht<br \/>\nAusschlag gebend. Die Gesellschaft, die die h\u00f6chsten Dividenden auszahlt und dabei \u00fcber<br \/>\ngen\u00fcgend fl\u00fcssige Mittel verf\u00fcgt, die n\u00e4chsten Jahrespl\u00e4ne, sprich Operationsrunden,<br \/>\ndurchzustehen, ist die beste. Kaufen, Gewinne einstreichen und verkaufen, das ist die<br \/>\nDevise. Darin warst Du etwas zu vorsichtig.<\/p>\n<p>Aber 1830 ist ja grunds\u00e4tzlich das Spiel der verpa\u00dften Gelegenheiten. Jeder kann am Ende<br \/>\nmitteilen, welches seine wirtschaftlichen Fehltritte waren, wo er nicht aufgepa\u00dft oder<br \/>\nsich falsch entschieden hat. Meiner Meinung nach ist das aber kein Grund, das n\u00e4chste<br \/>\nSpiel noch langsamer und noch bed\u00e4chtiger anzugehen. 1830 ist ein kybernetisches Spiel<br \/>\nmit Pl\u00e4nen, Tr\u00e4umen, Coups und Niederlagen. Fast wia im richtigen Leben. La\u00dft es uns<br \/>\nspielen.<\/p>\n<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Spielbericht 23.10.2002 Autor: Walter am Tisch: Peter, G\u00fcnther, Aaron, Walter auf dem Tisch: 1830 1830 Seit geschlagenen sechs Monaten wieder einmal eine 1830 Session. 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