{"id":3906,"date":"2003-12-30T12:00:00","date_gmt":"2003-12-30T11:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2003\/12\/30\/westpark-spielbericht-review-30-12-2003\/"},"modified":"2003-12-30T12:00:00","modified_gmt":"2003-12-30T11:00:00","slug":"westpark-spielbericht-review-30-12-2003","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2003\/12\/30\/westpark-spielbericht-review-30-12-2003\/","title":{"rendered":"Westpark Spielbericht &#038; Review &#8211; 30.12.2003"},"content":{"rendered":"<h3><a href=\"http:\/\/luding.org\/Skripte\/GameData.py\/DEgameid\/6133\" target=\"_blank\">Material World<\/a><\/h3>\n<p><\/p>\n<div align=\"center\">\n<h4>Hase und Igel<\/h4>\n<\/div>\n<div align=\"center\">\n<h4>oder<\/h4>\n<\/div>\n<div align=\"center\">\n<h4>Wer zu sp\u00e4t kommt, den bestraft die Siegpunktwertung<\/h4>\n<\/div>\n<p>Auf den ersten Eindruck hin wirkt &#8220;Material World&#8221; wie noch ein<br \/>\nWelteroberungsspiel (&#8220;Risk&#8221;-like game) mehr. Der Blick auf die Karte zeigt<br \/>\nRohstoffvorkommen, Siedlungszentren und Sch\u00e4tze, bereit, von f\u00fcnf europ\u00e4ischen<br \/>\nGro\u00dfm\u00e4chten ausgebeutet zu werden, die um die Aufteilung der Welt wetteifern. Doch Halt<br \/>\n!<\/p>\n<p>Der Igel und der Hase k\u00f6nnen sich beide Hoffnung auf den Sieg machen: je gr\u00f6\u00dfer ein<br \/>\nImperium wird, desto schwieriger wird es, Siegpunkte einzufahren. Im Unterschied zu<br \/>\nanderen Spielen mit Handicap f\u00fcr die m\u00e4chtigen Nationen (Beispiele: <a href=\"http:\/\/luding.org\/Skripte\/GameData.py\/DEgameid\/1827\" target=\"_blank\">Pax Britannica<\/a>,<br \/>\n<a href=\"http:\/\/luding.org\/Skripte\/GameData.py\/DEgameid\/3121\" target=\"_blank\">Empires in<br \/>\nArms<\/a>) kann jeder Spieler das Handicap selbst bestimmen &#8211; gleichzeitig die wichtigste<br \/>\nstrategische Festlegung in &#8220;Material World&#8221; und der gr\u00f6\u00dfte Pluspunkt am<br \/>\nSpielsystem, wie ich finde.<\/p>\n<p>Wie funktioniert&#8217;s also? Jede Gro\u00dfmacht hat eine <b>genu\u00df<\/b>s\u00fcchtige Bev\u00f6lkerung,<br \/>\nf\u00fcr die Luxusg\u00fcter aus entlegenen Weltgegenden herangeschafft (Teppiche, Kaffee, Tee,<br \/>\nSchmuck usw.) oder daheim produziert werden (Mode, Architektur, Elite-Unis). Siegpunkte<br \/>\ngibt es ausschlie\u00dflich f\u00fcr die Vielfalt der erworbenen Luxusg\u00fcter.<\/p>\n<p>Wer zuerst <u>ein<\/u> Gut werten kann, erh\u00e4lt drei Siegpunkte, wer zuerst <u>zwei<\/u><br \/>\n(verschiedene) G\u00fcter werten kann, erh\u00e4lt drei Siegpunkte, wer zuerst <u>drei<\/u><br \/>\n(verschiedene) G\u00fcter werten kann, erh\u00e4lt drei Siegpunkte usw. (Platz zwei und drei<br \/>\nliefern jeweils zwei und einen Siegpunkt, die anderen gehen leer aus). Das Spiel endet,<br \/>\nwenn ein bestimmte Vielzahl von einem Spieler erreicht wird (laut Spielregel empfohlen:<br \/>\nsechs, wir verk\u00fcrzten auf f\u00fcnf).<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/Ressourcen\/materialworld_b1.jpg\" align=\"left\" width=\"314\" height=\"250\" border=\"0\" alt=\"Material World board\"\/>Die Bev\u00f6lkerung macht aber auch die ganze<br \/>\n<b>Arbeit<\/b> f\u00fcr die Ausdehnung des Reichs (Schiffbau, Eisenbahnen, Milit\u00e4r,<br \/>\ntechnologischer Fortschritt). Jeder Spieler hat jede Runde nur eine Aktion pro<br \/>\nSiedlungszentrum &#8211; also braucht man viele davon. Je mehr Aktionen, desto schneller<br \/>\nerschlie\u00dft man die Welt.<\/p>\n<p>Der Haken dabei: damit ein Luxusgut Siegpunkte einbringt, mu\u00df ein Vorrat angelegt<br \/>\nwerden, der genau so gro\u00df ist wie die Anzahl der Siedlungszentren ( Bev\u00f6lkerung 5: 5<br \/>\nTeppiche, Bev\u00f6lkerung 2: 2 Teppiche ) &#8211; und das f\u00fcr jedes Gut! Zu dumm, wenn man ein<br \/>\nneues Gut erschlossen hat und dann f\u00fcnf Runden lang sammeln mu\u00df, bis die Bev\u00f6lkerung<br \/>\nzufrieden ist.<\/p>\n<p>Die reine Igel-Strategie kommt mit zwei Siedlungszentren aus und macht am Anfang des<br \/>\nSpiels sehr schnell Punkte. Das Rohstoffeinkommen deckt nur den allern\u00f6tigsten Bedarf,<br \/>\nLuxusg\u00fcter werden mit den wenigen Aktionen, die man hat, bevorzugt erschlossen. Sp\u00e4ter<br \/>\nschaut man eventuell nur noch zu, gewinnt aber wom\u00f6glich das Spiel &#8211; Letzter wird man<br \/>\nkeinesfalls!<\/p>\n<p>Die reine Hasen-Strategie baut die Bev\u00f6lkerung rasch aus und sorgt f\u00fcr ein hohes<br \/>\nRohstoffeinkommen, das sofort in weiteres Wachstum reinvestiert wird. Irgendwann kommt<br \/>\nder Punkt, wo auf Konsum umgeschaltet werden mu\u00df, um gegen Ende des Spiels die Igel noch<br \/>\nzu \u00fcberholen. Der Adrenalinspiegel ist hoch, und man kann ohne weiteres mit einem<br \/>\nRiesenimperium Letzter werden.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/Ressourcen\/materialworld_b2.jpg\" align=\"right\" width=\"264\" height=\"208\" border=\"0\" alt=\"Material World board\"\/>Die f\u00fcnf Nationen (Ru\u00dfland, Deutschland, Osmanen,<br \/>\nFrankreich, England) unterscheiden sich in Start- und Entwicklungsbedingungen. Am<br \/>\nschwierigsten sind wohl Ru\u00dfland und England zu spielen. Normalerweise sind diese beiden<br \/>\naber in der Zugreihenfolge vorn, was ein sehr gro\u00dfer Vorteil ist, denn bei kompetentem<br \/>\nSpiel aller ist das Rennen um die Siegpunkte immer \u00e4u\u00dferst knapp.<\/p>\n<p>Die Hasenstrategie braucht von den vier Rohstoffsorten vor allem <u>Holz<\/u>, um<br \/>\nschnell Transportkapazit\u00e4t aufzubauen. <u>Weizen<\/u> ist unbedingt notwendig, um die<br \/>\nSiedlungszentren arbeitsf\u00e4hig zu halten, l\u00e4\u00dft sich aber im Allgemeinen beschaffen (nur<br \/>\nRu\u00dfland hat hier Anfangsschwierigkeiten). <u>Baumwolle<\/u> erlaubt das Produzieren von<br \/>\nKonsumg\u00fctern und macht oft den entscheidenden Punkt. <u>\u00d6l<\/u> braucht man f\u00fcr starke<br \/>\nMilit\u00e4reinheiten. Zu Anfang unn\u00f6tig, gewinnt es bei Auseinandersetzungen im sp\u00e4teren<br \/>\nSpiel an Bedeutung.<\/p>\n<p>Die Igelstrategie kann <u>Weizen<\/u> und <u>Baumwolle<\/u> gut gebrauchen. &#8220;Home,<br \/>\nsweet Home&#8221;, lieber ein selbst produziertes Konsumgut werten als sich mit den Gro\u00dfen<br \/>\num den Tee Asiens zu balgen. Allerdings kann der Igel mit etwas mehr <u>Holz<\/u><br \/>\n&#8220;vor der H\u00fctten&#8221; eine sehr nette Mischstrategie fahren, die ich f\u00fcr ganz<br \/>\nerfolgversprechend halte.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/Ressourcen\/materialworld_b3.jpg\" align=\"left\" width=\"314\" height=\"167\" border=\"0\" alt=\"Material World player mat\"\/><b>In unserer Runde<\/b> machte Aaron (England)<br \/>\nanfangs &#8220;den Igel&#8221; und zog schnell in Front. Sp\u00e4ter verlie\u00df er aufgrund eines<br \/>\nRegelmi\u00dfverst\u00e4ndnisses die reine Linie (vermehrte die Siedlungszentren) und verlor an<br \/>\nTempo. Walter (Ru\u00dfland) spielte auf die mittlere Gr\u00f6\u00dfe, war aber durch das unwegsame<br \/>\nSibirien in seinen Entwicklungsm\u00f6glichkeiten eingeschr\u00e4nkt. Sebastian (Frankreich) hatte<br \/>\nviele Rohstoffe auf dem Konto, aber wenig verschiedene Luxusg\u00fcter. Moritz (Deutschland)<br \/>\nmachte konsequent &#8220;den Hasen&#8221; und verdr\u00e4ngte Ru\u00dfland ebenso wie England von<br \/>\nmanchem Fleischtopf. Am Schlu\u00df kam das Spielende f\u00fcr ihn zu fr\u00fch! Hans (Osmanen) hatte zu<br \/>\nlange zu wenig Konkurrenz bei seiner Ausdehnung Richtung Ostafrika und Indien und machte<br \/>\nGebrauch vom Flei\u00df seiner Leute (Konsumg\u00fcterproduktion). Ab der Mitte des Spiels<br \/>\n\u00fcberholte er Aaron, und war am Schlu\u00df nicht mehr vor der Ziellinie zu stoppen. Bei<br \/>\nl\u00e4ngerem Spiel h\u00e4tte es wom\u00f6glich ganz anders ausgesehen!<\/p>\n<p>\u00dcberraschend war, da\u00df keiner von uns die milit\u00e4rische Karte spielte. Milit\u00e4r ist zwar<br \/>\nnicht produktiv, sondern kostet Rohstoffe und Aktionen, wer aber <u>zuerst<\/u> die<br \/>\nHandelswege der anderen bedroht, d\u00fcrfte einiges an Bremswirkung erzielen (Aufwand f\u00fcr<br \/>\nSchutzma\u00dfnahmen), bei relativ kleinem eigenem Einsatz.<\/p>\n<p>Nach dem Spiel war die Diskussion sehr angeregt. Die strategischen Aspekte \u00fcberwiegen,<br \/>\nmachen das Spiel interessant. Ein kleines Vers\u00e4umnis bei der Umsetzung kann einen Spieler<br \/>\nallerdings zur\u00fcckwerfen und die Chancen dauerhaft schm\u00e4lern. Das stachelte den Wunsch<br \/>\nnach einer Revanche an! Wir vermuteten alle, das das Spiel Facetten bereith\u00e4lt, die wir<br \/>\nbisher nicht gesehen haben, und sind sehr gespannt auf einen zweiten Abend damit.<\/p>\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Material World Hase und Igel oder Wer zu sp\u00e4t kommt, den bestraft die Siegpunktwertung Auf den ersten Eindruck hin wirkt &#8220;Material World&#8221; wie noch ein Welteroberungsspiel (&#8220;Risk&#8221;-like game) mehr. Der Blick auf die Karte zeigt Rohstoffvorkommen, Siedlungszentren und Sch\u00e4tze, bereit, von f\u00fcnf europ\u00e4ischen Gro\u00dfm\u00e4chten ausgebeutet zu werden, die um die Aufteilung der Welt wetteifern. 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