{"id":3971,"date":"2005-05-14T14:54:10","date_gmt":"2005-05-14T12:54:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/?p=3971"},"modified":"2026-07-14T14:57:55","modified_gmt":"2026-07-14T12:57:55","slug":"1830-westpark-variante","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2005\/05\/14\/1830-westpark-variante\/","title":{"rendered":"1830 &#8211; Westpark Variante"},"content":{"rendered":"<h2>1830 &#8211; Westpark-Variante<\/h2>\n<p>Im Winter 1999 spielten wir zum ersten Mal 1851 von Chris Lawson. Mit 1830 und 1835 war dies das dritte Spiel der 18xx-Reihe auf unserem Spieltisch und wir waren gespannt, ob diesmal unser Favorit 1830 abgel\u00f6st w\u00fcrde. Nach zwei Spielen stand fest: 1851 ist ein sehr gutes Spiel, aber 1830 bleibt weiterhin ungeschlagen.<\/p>\n<p>1851 hat aber einige interessante Elemente im Aktienspiel, die uns so gut gefielen, dass wir sie als Variante in 1830 einf\u00fchrten. Die Motivation hinter dieser Variante ist, das Aktienspiel etwas zu entsch\u00e4rfen und gleichzeitig deutlich besser an die Realit\u00e4t anzupassen.<\/p>\n<p>Als erste Ma\u00dfnahme werden die\u00a0<i>&#8220;par prices&#8221;<\/i>\u00a0abgeschafft. Stattdessen werden\u00a0<b>alle<\/b>\u00a0Aktienk\u00e4ufe wie die Verk\u00e4ufe zum aktuellen B\u00f6rsenkurs abgewickelt.<\/p>\n<p>Die n\u00e4chste \u00c4nderung betrifft das Bargeld, dass eine Corporation erh\u00e4lt wenn sie &#8220;floatet&#8221;. Anstelle des 10-fachen Aktienkurses (100%) erh\u00e4lt eine gestartete Corporation das 6-fache ihres Aktienkurses (60%) und damit genau soviel, wie bisher durch den Verkauf von Aktien eingenommen wurde (sprich: an die Bank gezahlt wurde). Die\u00a0<i>PRR<\/i>\u00a0stellt hierbei\u00a0<b>keine<\/b>\u00a0Ausnahme dar, obwohl sie floated sobald 50% ihrer Aktien gekauft wurden (10% erhielt ja der K\u00e4ufer der C&amp;A Privatgesellschaft kostenlos).<\/p>\n<p>Zum Ausgleich der geringeren Kapitalisierung erh\u00e4lt jede gefloatete Corporation die noch verbleibenden Aktien im\u00a0<i>&#8220;initial offering&#8221;<\/i>\u00a0(also 40%) in ihr &#8220;Treasury&#8221;. Diese Aktien stehen weiterhin f\u00fcr jeden Spieler zum Verkauf &#8211; die Corporation\u00a0<b>muss<\/b>\u00a0in den Aktienrunden jedem Spieler, der kaufen will Aktien verkaufen. Der Erl\u00f6s wandert in das &#8220;Treasury&#8221; der verkaufenden Gesellschaft.<\/p>\n<p>Um den durch das\u00a0<i>&#8220;floaten&#8221;<\/i>\u00a0gestiegenen Wert einer Gesellschaft zu ber\u00fccksichtigen, steigt deren Aktienkurs zum Zeitpunkt des\u00a0<i>&#8220;floatens&#8221;<\/i>\u00a0um ein Feld nach oben. Spieler, die in der gleichen Aktienrunde also noch weitere Aktien einer frisch gefloateten Gesellschaft kaufen wollen, zahlen damit also einen h\u00f6heren Preis.<\/p>\n<p>Damit Manipulationen des Aktienkurses einer frisch gestarteten Gesellschaft nicht zu leicht fallen, sind Aktienverk\u00e4ufe grunds\u00e4tzlich erst erlaubt, nachdem die betroffene Gesellschaft ihre erste\u00a0<i>Operation Round<\/i>\u00a0abgeschlossen hat; also in der Aktienrunde nach der, in der die Gesellschaft &#8220;floatete&#8221;. Aus dem gleichen Grund (Schutz vor Kursmanipulationen) ist es nicht erlaubt Aktien einer Gesellschaft zu verkaufen, von der man in der gleichen Aktienrunde bereits gekauft hat.<\/p>\n<p>Wenn der Besitzer der Mohawk&amp;Hudson Privatgesellschaft diese gegen 10% der New York Central Corporation eintauschen will, erh\u00e4lt er ein 10% Zertifikat (so vorhanden) vom Besitzer der NYC aus deren Treasury. Im Gegenzug erh\u00e4lt die NYC daf\u00fcr den aktuellen Aktienkurs von der Bank in ihr Treasury. Falls die NYC keine Aktien mehr in ihrem Treasury besitzt aber NYC-Aktien im Bankpool sind, wird die Aktie von dort genommen. In diesem Fall bezahlt die Bank der NYC kein Geld f\u00fcr die Aktie.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der\u00a0<i>Operation Rounds<\/i>\u00a0hat jede Gesellschaft die M\u00f6glichkeit, zus\u00e4tzlich zur vollen nur 50% der Dividende auszuzahlen. Die andere H\u00e4lfte der Dividende gehen an die Gesellschaft. Gegebenenfalls wird zu Ungunsten der Gesellschaft gerundet, um glatte 10er-Summen zu erhalten. Beispiel: bei einem Einfahrergebnis von $70 enspricht die halbe Dividende $40 f\u00fcr die Aktienbesitzer und $30 f\u00fcr die Gesellschaft. Hat eine Gesellschaft eigene Aktien im Besitz so erh\u00e4lt sie f\u00fcr diese den auf sie entfallenen Anteil an der Dividende. F\u00fcr Aktien im Bankpool wird keine Dividende ausgezahlt.<\/p>\n<p>Der Kurs der Aktie einer Gesellschaft wird nur dann um ein Feld nach rechts erh\u00f6ht, wenn der an die Aktion\u00e4re ausgesch\u00fcttete Anteil mindestens dem aktuellen Aktienkurs entspricht. Ist dies nicht der Fall, ver\u00e4ndert sich der Aktienkurs nicht &#8211; es sei denn, es wurde \u00fcberhaupt nicht ausgesch\u00fcttet; dann wird der Aktienkurs wie gew\u00f6hnlich um ein Feld nach links verringert.<\/p>\n<p>Gesellschaften d\u00fcrfen am Ende ihrer\u00a0<i>Operation Round<\/i>\u00a0als letzte Aktion (also\u00a0<b>nachdem<\/b>\u00a0bereits Z\u00fcge gekauft wurden) Aktien aus ihrem Besitz an die Bank verkaufen. Sie erhalten daf\u00fcr den aktuellen Aktienkurs, der allerdings, wie bei jedem Verkauf, entsprechend der verkauften St\u00fcckzahl nach unten f\u00e4llt.\u00a0<b>Alternativ<\/b>\u00a0kann eine Gesellschaft ihre Aktien aus dem Bankpool zum aktuellen Kurs kaufen. In beiden F\u00e4llen gilt, dass weder im Bankpool noch im Treasury mehr als 50% der Aktien sein d\u00fcrfen. Bedingt durch die Reihenfolge der Aktionen kann eine Gesellschaft keine Aktien verkaufen, um Geld f\u00fcr Z\u00fcge zu erhalten!<\/p>\n<p>Sobald der erste 5er-Zug gekauft wurde darf eine Gesellschaft neben dem Upgrade eines Streckenst\u00fccks mit gr\u00fcnen oder braunen Gleisen auch zwei gelbe Streckenst\u00fccke (statt nur einem) legen.<\/p>\n<p>Mit diesen wenigen Modifikationen \u00e4ndert sich das Spiel von 1830 in einigen wesentlichen Punkten:<\/p>\n<ul>\n<li>Die Aktienkurse sind nicht mehr so einfach manipulierbar. Robber Barons, die\u00a0<i>sharp practice<\/i>\u00a0spielen, haben es nicht mehr ganz so leicht und das Spiel verliert in den Aktienrunden etwas von seinem paranoiden Stil.<\/li>\n<li>Die Gesellschaften haben anfangs deutlich weniger Kapital. Dies wird dadurch aufgewogen, dass gerade bei den &#8220;billigen&#8221; Gesellschaften nur die halbe Dividende ausgesch\u00fcttet werden kann und der Aktienkurs dennoch weiter steigt.\u00a0<i>&#8220;Feeding Lines&#8221;<\/i>\u00a0mit Niedrigstkursen sind dadurch weniger attraktiv.<\/li>\n<li>Der Streckenausbau bekommt in den sp\u00e4teren Phasen des Spiels deutlich mehr Gewicht &#8211; mit kurzen Strecken und niedrigen Dividenden lassen sich keine hohen Aktienkurse mehr generieren.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Insgesamt verl\u00e4ngert sich die Spieldauer nach unserer Erfahrung nicht, allerdings sind wir keine\u00a0<i>&#8220;fast track&#8221;<\/i>\u00a0Runde, wie sie in Alan Applebaums Artikel &#8220;<a href=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2011\/05\/07\/a-bed-of-steel\/\">A Bed of Steel<\/a>&#8221; beschrieben wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1830 &#8211; Westpark-Variante Im Winter 1999 spielten wir zum ersten Mal 1851 von Chris Lawson. 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