{"id":444,"date":"2009-12-10T03:44:17","date_gmt":"2009-12-10T02:44:17","guid":{"rendered":"http:\/\/westpark-gamers.de\/blog\/?p=444"},"modified":"2009-12-10T12:34:14","modified_gmt":"2009-12-10T11:34:14","slug":"9122009-assyria-mit-kleinen-fehlern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2009\/12\/10\/9122009-assyria-mit-kleinen-fehlern\/","title":{"rendered":"9.12.2009: &#8220;Assyria&#8221; mit kleinen Fehlern"},"content":{"rendered":"<p>Seit Aaron und Walter im Ruhestand sind, f\u00e4ngt unser Spielabend schon um 19 Uhr an. Dann muss sich G\u00fcnther zwischen B\u00fcroschlu\u00df und Spielbeginn nicht so lange die Zeit in der Stadt herumtreiben. Die K\u00fcnstler und Handwerker k\u00f6nnen ohnehin jederzeit den L\u00f6ffel fallen lassen und sich in die Freizeit aufmachen.<br \/>\nDie jahrzehnte-lange Gewohnheit des 20 Uhr Spielbeginns geht allerdings nicht so leicht aus den K\u00f6pfen. Moritz war noch in der alten Schiene und lie\u00df das restliche Trio eine geschlagene Stunde warten.<br \/>\nNat\u00fcrlich kam auch in der Dreierrunde keine Langweile auf. Auch aus der Peripherie der Spielszene gibt es immer etwas zu diskutieren, z.B. die Lieblingsfarben. Michael, vor 2 Wochen noch Stargast, heute schon Stammspieler, liebt Gelb oder Schwarz, zur Not tut\u2019s auch Wei\u00df oder Orange. Auf keinen Fall darf es Lila sein. Rot ist eher peripher, &#8220;das will eh immer schon jemand haben.&#8221;<br \/>\n<strong>1. &#8220;Rumis&#8221;<\/strong><br \/>\nZum Warming-up, solange Moritz noch unter der Dusche stand. Die Farbe Lila aus dem Expansion-Set blieb verp\u00f6nt. Michael setzte sich mit seinem Gelb gegen G\u00fcnthers Standardfarbe durch, der sich dann mit Gr\u00fcn begn\u00fcgte, Walter bekam sein traditionelles Rot.<br \/>\nWir spielten drei Durchg\u00e4nge, um aus der Summe der Siegpunkte einen Gesamtsieger zu bilden. Doch da die Spielbretter jedesmal unterschiedliche Gr\u00f6\u00dfe hatten, ist die Summe kein &#8220;gerechtes&#8221; Ma\u00df f\u00fcr einen Gesamtsieg. Oder etwa doch? Trivialerweise w\u00e4re die Summe dann gerecht, wenn auf jedem Spielbrett der Startspieler keinen Vor- oder Nachteil h\u00e4tte. Ist das der Fall? Ich wei\u00df es nicht!<br \/>\n<em>WPG-Wertung: Der WPG-Durchschnitt liegt bei 8 Punkten, Michael hat bei H@LL 9000 die H\u00f6chstzahl 6 von 6 Punkten vergeben. Entsprechend sollte der Wert jetzt bei uns um einen Viertel Punkt nach oben gerutscht sein.<\/em><br \/>\n<strong>2. &#8220;Egizia&#8221;<\/strong><br \/>\nExpliziter Spielwunsch von Michael. Walter verriet ihm Moritz\u2019 Pr\u00e4ferenzen f\u00fcr Bausteine. Moritz dementierte so eifrig wie der Fuchs, dem die Trauben sauer vorkamen. Doch als Michael und Walter als Startspieler sofort diese Schiene verfolgten, waren die anderen permanent in Baustoffnot. Als Moritz erst in der letzte Runde endlich seine Gel\u00fcste auf Steine stillen konnte, reichte es nicht mehr zu einem ihm angemessenen Ergebnis.<br \/>\nWalter glaubte mit den ersten Bausteinen alle seinen Probleme gel\u00f6st zu haben, vor allem als er sich auch noch die Karte zulegen konnte, Bausteine in Korn zu verwandeln. Euphorisch warf er sich in die Unternehmerrolle und nutzte jede Gelegenheit, seine Belegschaft zu erweitern, ohne zu realisieren, da\u00df sie ihm regelm\u00e4\u00dfig seinen Kornspeicher leerfra\u00df und sich in ihrem Hei\u00dfhunger auch noch \u00fcber seine Steine hermachte. Mit einer solch eindimensionalen Betrachtung kann man &#8220;Egizia&#8221; nicht gewinnen. Ganz im Gegenteil.<br \/>\nMichael hatte selbst als Neuling sofort die prek\u00e4re Ern\u00e4hrungslage seiner Mitspieler erkannt und fand auch immer den peinlichen Zug, mit dem er die Ernten auf den Sandb\u00f6den zunichte machte. Damit konnte er sogar seinen sch\u00e4rfsten Konkurrenten G\u00fcnther ins Wanken bringen, und sich am Ende knapp mit einem Punkt Vorsprung durchsetzen.<br \/>\nG\u00fcnther durfte nat\u00fcrlich dar\u00fcber hadern, da\u00df er a) nicht mit seiner Standardfarbe spielen durfte und b) durch st\u00e4ndige Farbverwechslungen wichtige Punkte verloren hatte. Vielleicht. Andernfalls w\u00e4re es ja a) entweder ein schlechtes Zeichen f\u00fcr den strategischen Charakter von &#8220;Egizia&#8221;, wenn ein Neuling so mir-nichts-dir-nichts gewinnen k\u00f6nnte oder b) ein gutes Zeichen f\u00fcr die strategische Genialit\u00e4t von Michael!<br \/>\n<em>WPG-Wertung: Zu unserm WPG-Durchschnitt von fast 9 Punkten vergab Michael zun\u00e4chst mal 6 Punkte. Die anderen waren sprachlos. &#8220;Zu viele Siegpunktquellen. Der Weg zum Sieg ist nicht klar genug vorhersehbar.&#8221; Kann das nicht auch ein Vorteil sein? Sind die vielen, sich im Laufe des Spiels auch noch steigernden M\u00f6glichkeiten zu Siegpunkten zu kommen, nicht auch ein Qualit\u00e4tsmerkmal? Michael legte noch einen Punkt drauf. Garantiert ohne den geringsten Druck von seiten der &#8220;HiG-gesinnten&#8221; Westpark-Gamers.<\/em><br \/>\n<strong>3. &#8220;Assyria&#8221;<\/strong><br \/>\nDas neueste Werk von Emanuele Ornella aus der Spieleschmiede Ystari Games. Eigentlich ein Garant f\u00fcr h\u00f6chste Spielkultur. Michael erkl\u00e4rte anhand der deutschen Spielregel, Moritz verifizierte seine Aussagen anhand der englischen.<\/p>\n<li>Auf Gemeinschaftsfeldern wird Landwirtschaft betrieben und die Spieler w\u00e4hlen in vorgegebener Reihenfolge die Felder aus, auf denen sie ernten wollen. Wer die schlechteste Ernte w\u00e4hlt, wird Startspieler.<\/li>\n<li>Die Spieler erweitern ihr Siedlungsgebiet, indem sie H\u00fctten auf benachbarte Felder in einem hexagonalen Spielbrett setzen. Jedes Spielfeld ben\u00f6tigt einen eigenen Nahrungstyp, der in der vorigen Phase geerntet werden mu\u00dfte. Jede H\u00fctte, die nicht ern\u00e4hrt werden kann, wird sofort wieder vom Spielbrett genommen.<br \/>\nMan braucht erst gar nicht zu versuchen, f\u00fcr alle H\u00fctten gen\u00fcgend Nahrung zu finden. Es ist vom Spieldesign her gar nicht gewollt. Fast wie Eintagfliegen entstehen pro Runde neue H\u00fctten und vergehen die alten.<\/li>\n<li>Je nach Lage und Struktur der \u00fcbrig gebliebenen H\u00fctten kassiert man nun Siegpunkte oder &#8220;Kamele&#8221;, die quasi als Leitw\u00e4hrung f\u00fcr die nachfolgenden Aktionen benutzt werden.<\/li>\n<li>Mit Kamelw\u00e4hrung baut man neue oder erweitert vorhandene &#8220;Zikkurate&#8221; in seiner Siedlung, die sp\u00e4ter wieder zus\u00e4tzliche Siegpunkt einbringen.<br \/>\nund\/oder<br \/>\nMan kauft Nahrung, um in der n\u00e4chsten Runde mehr H\u00fctten behalten zu k\u00f6nnen.<br \/>\nund\/oder<br \/>\nMan opfert ein bi\u00dfchen den G\u00f6ttern, damit die Zikkurate mit einem besseren Umrechungsfaktor in Siegpunkte umgerechnet werden.<br \/>\nund\/oder<br \/>\nMan besticht W\u00fcrdentr\u00e4ger, die daf\u00fcr verschiedene Vorteile in Form von Siegpunkten, Nahrung oder Kamelen gew\u00e4hren. <\/li>\n<p>Bei den Details zu den W\u00fcrdentr\u00e4gern kam es zu Diskrepanzen. Michaels Spielerkl\u00e4rer in Essen hatte behauptet, da\u00df eine Bestechung neutralisiert wird, nachdem der zugeh\u00f6rige W\u00fcrdentr\u00e4ger den Vorteil gew\u00e4hrt hat. Wir suchten den entsprechenden Passus im deutschen Regelheft, fanden aber nichts. Mit gemischten Gef\u00fchlen setzte sich jetzt die Meinung durch, da\u00df die Bestechung erhalten bleibt.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/assyria-inordnung-300x204.jpg\" alt=\"Assyria- noch ist die Welt in Ordnung\" width=\"450\" height=\"306\" class=\"alignleft size-medium wp-image-446\" srcset=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/assyria-inordnung-300x204.jpg 300w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/assyria-inordnung-150x102.jpg 150w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/assyria-inordnung-640x435.jpg 640w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/assyria-inordnung.jpg 1039w\" sizes=\"auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><br \/>\nG\u00fcnther setzte zielgerichtet auf diesen kumulativen Effekt, ri\u00df sich die Mehrheit der W\u00fcrdentr\u00e4ger unter den Nagel, und heimste Vorteil f\u00fcr Vorteil daf\u00fcr ein. Dann entdeckte Moritz in der englischen Fassung, da\u00df die Bestechung in der obersten Ebene der W\u00fcrdentr\u00e4ge nach der Vorteilsnahme zur\u00fcckgesetzt wird. F\u00fcr einen halbwegs ausbalancierten Ablauf mu\u00df dies auch so sein, denn ohne dieses R\u00fccksetzen h\u00e4tte G\u00fcnther in den letzten zwei Epochen noch ca. 40 Siegpunkte bekommen, ohne auch nur einen einzigen Finger krumm machen zu m\u00fcssen. G\u00fcnther wollte diese Wende in der Regelinterpretation nicht hinnehmen, schlie\u00dflich hatte er sich ja ganz bewu\u00dft f\u00fcr diese Spielweise entschieden und daf\u00fcr andere M\u00f6glichkeiten ausgelassen. Wie sollten wir unsere graviernde Fehlinterpretation korrigieren? Abbrechen und neu anfangen? Daf\u00fcr war es kurz vor Mitternacht schon zu sp\u00e4t. Als Kompromi\u00df brauchte G\u00fcnther nur die H\u00e4lfte seiner Bestechungen zu neutralisieren, und die Z\u00fcge der letzten Runde wurden komplett zur\u00fcckgenommen und durften neu gesetzt werden.<br \/>\nDann fanden wir auch in der deutschen Spielregel den Passung mit dem Zur\u00fccknehmen der Bestechung, und zwar nicht nur f\u00fcr die W\u00fcrdentr\u00e4ger der obersten Ebene, sondern f\u00fcr alle Ebenen. Deutliches Abweichen der deutschen und englischen Textfassungen. Eindeutig zu sehr versteckte Beschreibung eines ganz entscheidenden Regeldetails. Wir brachen ab.<br \/>\nDie theoretische Diskussion, ob die verschiedenen M\u00f6glichkeiten, in \u201cAssyria\u201c zu Siegpunkten zu kommen, ausbalanciert sind, f\u00fchrte von einem anf\u00e4nglichen klaren Verneinen zu einem sp\u00e4teren &#8220;Vielleicht doch\u201c.<br \/>\n<em>WPG-Wertung: Walter vergibt 7 Punkte f\u00fcr ein funktionierendes Aufbauspiel. G\u00fcnther, Michael und Moritz sahen sich nach unserm Spiel mit den Regelunklarheiten dazu noch au\u00dferstande.<\/em><br \/>\n<strong>4. &#8220;Flaschenteufel&#8221;<\/strong><br \/>\nMichael war bisher noch kein Fan dieses bei uns sehr gesch\u00e4tzten Absackerspiels. F\u00fcr brave Stichkartenspieler ist es etwas verquer, da\u00df in der einen Situation die h\u00f6chste-hohe Karte und in einer anderen Situation die h\u00f6chste-niedrigere Karte sticht. Doch er machte Fortschritte. Nach einigen Bauchlandungen h\u00e4tte er unserem Seriensieger noch fast das F\u00fcrchten beibringen k\u00f6nnen. Fast.<br \/>\n<em>Michael vergibt 6 Punkte, &#8220;mit Potential nach oben&#8221;.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit Aaron und Walter im Ruhestand sind, f\u00e4ngt unser Spielabend schon um 19 Uhr an. Dann muss sich G\u00fcnther zwischen B\u00fcroschlu\u00df und Spielbeginn nicht so lange die Zeit in der Stadt herumtreiben. 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