{"id":463,"date":"2010-01-14T03:20:18","date_gmt":"2010-01-14T02:20:18","guid":{"rendered":"http:\/\/westpark-gamers.de\/blog\/?p=463"},"modified":"2010-01-14T10:04:15","modified_gmt":"2010-01-14T09:04:15","slug":"13012010-machtspiele-bei-rise-of-empires","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2010\/01\/14\/13012010-machtspiele-bei-rise-of-empires\/","title":{"rendered":"13.01.2010: Machtspiele bei &#8220;Rise of Empires&#8221;"},"content":{"rendered":"<p>Aaron ist ein umwerfender Trouble-Shooter im Computerbereich. Besonders die Ehefrauen lechzen nach seinen Hilfestellungen. Auch meine. Heute war Moritz seine dran. Zur Belohnung erhielt er von ihr einen Bordeaux von Baron Philippe de Rothschild, den er auch gleich zum Westpark mitbrachte und dort kredenzte. Eine vorz\u00fcgliche Beigabe zum ersten Spielabend im Neuen Jahr.<br \/>\nWenn Ihr (oder Euere Ehefrauen) ebenfalls in Schwierigkeiten seid, kann ich Euch Aarons Kompetenz nur w\u00e4rmstens empfehlen. Allerdings solltet Ihr dann ebenfalls einen Lafite Rothschild im Keller haben. Er kann ruhig vom letzten Jahrtausend sein.<br \/>\n<strong>1. &#8220;Rise of Empires&#8221;<\/strong><br \/>\nMoritz hatte es mitgebracht. \u201eDie Spielregeln kennst Du?\u201c wurde er gleich mi\u00dftrauisch gefragt. \u201eIch habe sie durchgelesen!\u201c \u201eBei mir gerade im Auto? Zu Hause hast Du doch Klavier gespielt!\u201c Wir wollen dem Wahrheitsgehalt dieser Aussagen nicht weiter auf den Grund gehen, Moritz ist in seinen Stegreiferkl\u00e4rungen ohnehin so gewandt, da\u00df sie fast wie gr\u00fcndliche Vorbereitungen wirken.<br \/>\nMoritz hat zu diesem Spiel auch eine besondere Affinit\u00e4t. Erstens mag er grunds\u00e4tzlich diese Genres; zweitens hat dieses Spiel eine gewisse \u00c4hnlichkeit mit seinem Erstlingswerk \u201eDas 20. Jahrhundert\u201c, mit dem er (ohne seine Ehefrau) immer noch schwanger geht, und dem er gerade wieder ein paar neue \u00dcberarbeitungsideen einbringt. Und drittens zeichnet f\u00fcr beide Spiele Phalanx Games als Herausgeber.<br \/>\n\u201eRise of Empires\u201c besteht aus \u201eSpielmaterial ohne Ende\u201c. Um den Spielplan, der die Mittelmeerregionen darstellt, liegen schichtenweise epochale Pl\u00e4ttchen f\u00fcr St\u00e4dte, Landschaften, Fortschritte, Weltwunder und Eroberungen. Jeder Spieler bekommt haufenweise Volksgenossen und Aktionsmarker, Warenscheiben und Geld. Pro Halb-Epoche darf jeder Spieler sechs Aktionen durchf\u00fchren: St\u00e4dte kaufen, die in Siegpunkte umgesetzt werden, Landschaften kultivieren, die Geld, Nahrung und\/oder weitere VGs liefern, Tauschgesch\u00e4fte t\u00e4tigen (Warenscheiben in Geld oder Siegpunkte) oder Mehrheiten in Mittelmeerregionen bilden, die nach jeder Halbepoche Siegpunkte und VGs oder Warenscheiben abwerfen.<br \/>\nDas Regelheft ist dick und m\u00fchsam, besonders f\u00fcr Learning-by-Doing-Charaktere. Allein die Kurzfassung der Spielregeln umfa\u00dft zwei dicht bedruckte Seiten. Mit Halb- oder Viertelwissen gingen wir das Spiel an und Moritz tr\u00f6stete \u201eEs wird alles klar werden!\u201c Doch wie kann man ohne Gesamtvision ein Optimierungsspiel anfangen, bei dem jeder Zug auf den anderen aufbaut, und bei dem falsche Entwicklungslinien sp\u00e4ter nicht mehr korrigiert werden k\u00f6nnen? Moritz t\u00f6nte zwar sehr schnell: \u201eIch habe schon eine Strategie\u201c, doch es h\u00f6rte sich mehr an wie Pfeifen im Dunkeln.<br \/>\nSehr pfiffig ist die Auswahl der Aktionen. In der Hin-Epoche legt jeder Spieler jeweils einen Aktionsmarker auf ein Tableau, in dem die unterschiedlichen Aktionen der Spieler festgehalten werden. In der R\u00fcckepoche nimmt er die Marker in einer ausget\u00fcftelten Reihenfolge wieder auf, d.h. er mu\u00df a) die gleichen Aktionen ausf\u00fchren wie in der Hinepoche, aber b) nahezu in umgekehrter Reihenfolge im Vergleich zu seinen Mitspielern. Bis wir hier den richtigen Peil haben und alle Seiteneffekte verstehen und ber\u00fccksichtigen k\u00f6nnen, wird noch viel Wasser die Isar herunterflie\u00dfen.<br \/>\nEigenartig verl\u00e4uft die Inbesitznahme der Regionen. Wer mit seiner Aktion eine Eroberung w\u00e4hlt, darf seine VGs auf ein bis drei Regionen verteilen und zus\u00e4tzlich einige evtl. dort vorhanden VGs der Gegner vom Brett nehmen. Wer zuerst eine Region besetzt, hat nat\u00fcrlich den Nachteil, da\u00df er mangels Masse noch keine Gegner vom Brett nehmen kann. Da aber das nachtr\u00e4gliche Betreten einer Region mit keinerlei Nachteilen, sondern nur mit dem Gegner-Entfernungsprivileg verbunden ist, ist der Erst-Betreter eine Region doch zweifellos der Dumme. Oder? Haben wir hier vielleicht irgend ein Regeldetail nicht richtig verstanden?<br \/>\nMoritz wagte sich tats\u00e4chlich als Erster an Land und besetzte mit je einem VG drei Regionen. Prompt zogen seine drei Konkurrenten nach, und gem\u00e4\u00df dem Maximum-Damage-Prinzip beseitigte jeder einen von Moritz VGs, so da\u00df nach einer Runde keiner seiner VGs mehr am Leben war. Moritz zog daraufhin nicht etwa den Mechanismen des Spiels in Zweifel, sondern nur die Logik seiner Mitspieler. Doch wenn es darum geht, einen Mitspieler zu sch\u00e4digen oder nicht, nach welcher Logik sollte man dann auf das Sch\u00e4digen verzichten? \u201eIch f\u00fchle mich auf jeden Fall noch ungerecht angegriffen.\u201c<br \/>\nNach einer Stunde Erkl\u00e4rung und weiteren anderthalb Stunden Spielen hatten wir die erste von drei Epochen absolviert. Die ersten zaghaften Anfragen zum Spielabbruch wurden gestellt. Eine Vertr\u00f6stung auf die neuen Spielelemente in den n\u00e4chsten Epochen konnte die Erwartungen nicht erf\u00fcllen. Die n\u00e4chsten Pl\u00e4ttchen brachten keine neue Qualit\u00e4t mit sich, sondern nur eine leicht gesteigerte Quantit\u00e4t innerhalb der Umtauschverh\u00e4ltnise. Das reichte nicht, um die Begeisterung auf ein Spielende bis weit nach Mitternacht aufrecht zu erhalten. Wir brachen ab.<br \/>\nDas Auswahlverfahren der verschiedenen Pl\u00e4ttchen auf dem Spielbrett ist genauso \u201eautistisch\u201c wie bei \u201eDominion\u201c. Wer zu erst kommt, mahlt zu erst, das ist alles. Das einzige Element, wo deutlich Interaktion ins Spiel kommt, ist der Eroberungskampf auf den Regionen. Doch gerade hier scheinen die Mechanismen noch nicht ausgereift zu sein. Entschuldigung an den Autor Martin Wallace, falls uns hier unser erster Eindruck get\u00e4uscht haben sollte.<br \/>\n<em>WPG-Wertung: Aaron: 4 (viel zu viel Unn\u00f6tiges), G\u00fcnther: 5 (die H\u00e4lfte der Spielelemente h\u00e4tte gen\u00fcgt) , Moritz: 7 (die Vielfalt gef\u00e4llt mir eigentlich), Walter: 7 (mag das Ohne-W\u00fcrfel-Prinzip).<\/em><br \/>\nMoritz schreibt eine Rezension.<br \/>\n<strong>2. &#8220;Macht$piele&#8221;<\/strong><br \/>\nIm November zum ersten Mal gespielt, dr\u00e4ngte Aaron auf eine Wiederholung, um seine geplante Rezension nochmals besser fundieren zu k\u00f6nnen. Wir arbeiten in einem gro\u00dfen Unternehmen und versuchen mit unseren Einfl\u00fcssen die verschiedenen Unternehmensbereichen zu dominieren. Gr\u00fcndungen von Abteilungen und Hauptabteilungen, Personalmanagement aber auch simple Insidergesch\u00e4fte mit Aktien bringen uns vorw\u00e4rts.<br \/>\n\u201ePersonal ist immer gut. Personal hei\u00dft Macht\u201c wurde Moritz als Neuling belehrt. Das gilt offensichtlich f\u00fcr die internen Diadochenk\u00e4mpfe im Unternehmen. (In richtigen Leben k\u00f6nnen man beim externen Aktionsfeld der Unternehmen heutzutage ja eher auf das Gegenteil schlie\u00dfen.)<br \/>\nBemerkenswert sind die Bestechungsregeln. Ohne zu bestechen und bestochen zu werden, kann man das Spiel nicht gewinnen. Wer eine Bestechung ablehnt, verliert nicht nur einen Einflu\u00dfpunkt auf der Controlling-Skala, er mu\u00df auch noch einen Mitarbeiter entlassen. Walter wurde gleich zu Beginn auf seine Standfestigkeit gepr\u00fcft. Doch sein Schock bei der Zwangsentlassung seines Mitarbeiters, mit der gleich eine ganze Abteilung \u00fcber den Jordan ging, hatte ihn schnellstens geheilt. Anschlie\u00dfend nahm er mehr oder weniger blindlinks jede beliebige Bestechungssumme an, und von seinem Beispiel angesteckt hielten es alle anderen Spieler genauso. Diese Inflation an Bestechungswille sorgte daf\u00fcr, da\u00df generell nur noch niedrigste Summen angeboten wurden. Ist das im Sinne des Spieledesigns oder haben wir wieder ein Regeldetail zu eng (zu weit) ausgelegt?<br \/>\nMoritz nutzte sein Privileg, Mitarbeiter von seinen Konkurrenten abzuwerben, im Sinne eines erfahrenen Wargamers und hatte innerhalb weniger Runden satte Zweidrittel-Mehrheiten in fast allen Unternehmensbereichen. Allerdings m\u00fcnzte er diese Vorteile zu sp\u00e4t um in Punkte auf den verschiedenen Siegpunktskalen. Triviale Kapitaleinnahmen durch fr\u00fchzeitigen Ankauf renditetr\u00e4chtiger Aktien und nicht der organische Aufbau einer Hauptabteilung, sondern der simple Zukauf einer solchen gaben den Ausschlag zum Sieg im Sudden-Death. Diesmal nicht von G\u00fcnther.<br \/>\n<em>WPG-Wertung: Moritz siedelte seine 8 Punkte im oberen Bereich der Westparker an. \u201eDas beste \u2019Eggert-Spiel\u2019, das ich je gespielt habe!\u201c<\/em><br \/>\nAaron hat seine Rezension schon fast fertig. Er m\u00f6chte sich verst\u00e4rkt dem Thema Korruption innerhalb der Machtspiele zuwenden, ohne dabei irgendwelche Erfahrungen aus dem Hause Siemens einflie\u00dfen zu lassen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aaron ist ein umwerfender Trouble-Shooter im Computerbereich. Besonders die Ehefrauen lechzen nach seinen Hilfestellungen. Auch meine. Heute war Moritz seine dran. Zur Belohnung erhielt er von ihr einen Bordeaux von Baron Philippe de Rothschild, den er auch gleich zum Westpark mitbrachte und dort kredenzte. Eine vorz\u00fcgliche Beigabe zum ersten Spielabend im Neuen Jahr. Wenn Ihr &hellip; <a href=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2010\/01\/14\/13012010-machtspiele-bei-rise-of-empires\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">13.01.2010: Machtspiele bei &#8220;Rise of Empires&#8221;<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[21,87],"class_list":["post-463","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-spieleabende","tag-machtpiele","tag-rise-of-empires"],"views":2352,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/463","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=463"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/463\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=463"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=463"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=463"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}