{"id":523,"date":"2010-03-18T02:01:02","date_gmt":"2010-03-18T01:01:02","guid":{"rendered":"http:\/\/westpark-gamers.de\/blog\/?p=523"},"modified":"2010-03-18T02:01:02","modified_gmt":"2010-03-18T01:01:02","slug":"17032010-das-wahre-leben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2010\/03\/18\/17032010-das-wahre-leben\/","title":{"rendered":"17.03.2010: Das wahre Leben"},"content":{"rendered":"<p>Drei Wochen Urlaub in Thailand mit der besten aller Ehefrauen bedeutet drei Wochen Verzicht und Enthaltsamkeit: Vom Westpark und vom Brettspiel. Die einzige Begegnung mit Spielen war ein junger Russe in einer einsamen Bucht auf Ko Phi Phi, der mittels Figuren im Sand versuchte, Schachprobleme zu l\u00f6sen.<br \/>\nHeute konnte ich endlich wieder tief eintauchen in das faszinierende, pulsierende Leben als Brettspieler, noch dazu unter der Anleitung eines professionellen Spieleerfinders.<br \/>\n<strong>1. &#8220;Holzhacken im Schwarzwald&#8221;<\/strong><br \/>\nDas Spiel ist noch im Entstehen, der obige Name ist nicht einmal als Arbeitstitel im Gespr\u00e4ch. Christof Tisch, der bei HiG reichlich Verdienste in Grafik und Design erfolgreicher Spiele erwoben hat, geht damit schwanger und sucht Hebammen, die ihm einen strammen und gesunden Spr\u00f6\u00dfling garantieren. Kreativit\u00e4t und Kritik waren heute gefragt. Die Spielabl\u00e4ufe sind in vielen Details noch absolut offen, nur das Thema steht. In dieser Vorgehensweise steht Christof unserem Moritz durchaus sehr nahe.<br \/>\nWir sind Holzf\u00e4ller im Schwarzwald, f\u00e4llen B\u00e4ume und lassen sie den Jagst und den Kocher, oder wie immer die Fl\u00fc\u00dfchen dort hei\u00dfen, hinuntertreiben. Je mehr eignes Holz unterwegs ist, desto schneller treibt es. Einzelst\u00fccke haben kaum Chancen, den Rhein zu erreichen, zu Fl\u00f6\u00dfen geb\u00fcndelt und nach Holland verkauft zu werden. F\u00fcr reichliche Siegpunkte, selbstredend.<br \/>\nAb und zu gibt es Stauseen, die unsere Baumdrift aufhalten. Dann brauchen wir t\u00fcchtige Arbeiter, die den Weg wieder freimachen. Auch daf\u00fcr gibt es Siegpunkte. Doch die Arbeiter waren Mangelware, unsere Stauseen blieben lange gef\u00fcllt und der Rhein wartete vergeblich auf sein erstes Flo\u00df. Hier mu\u00df sich deutlich noch was \u00e4ndern. L\u00f6sungsideen daf\u00fcr gab es genug.<br \/>\nNach einer guten Stunde Spielzeit fing ein Bl\u00f6delintermezzo an. Wir assoziierten die Schwarzwaldfl\u00fcsschen mit Kanalisationsrohren und die B\u00e4ume mit den entsprechenden Festteilchen, sie gew\u00f6hnlich darinnen herumschwimmen. Hoffentlich ohne Stau.<br \/>\nDoch trotz dieses Abschweifens, trotz all der offen zutage getretenen Ecken und Kanten und der notwendigen Verbesserungsaufgaben blieb die Spielatmosph\u00e4re st\u00e4ndig locker und konstruktiv und das Spielvergn\u00fcgen war ungebrochen. Schon jetzt tragen einige Spielabl\u00e4ufe feine, elegante Z\u00fcge und selbst das provisorische Spielmaterial hat bereits physiologische Reize. Ein gro\u00dfes Brettspiel k\u00f6nnte entstehen. Und wir sind dabei gewesen.<br \/>\n<em>Noch keine WPG-Wertung.<\/em><br \/>\n<strong>2. &#8220;Sutter\u2019s Mill&#8221;<\/strong><br \/>\nAn Sutter\u2019s Mill bei Coloma in Nord-Kalifornien, fand im Januar 1848 der Zimmermann James W. Marshall mehrere Gold-Nuggets und l\u00f6ste damit den kalifornischen Goldrausch aus. So steht es bei Wikipedia.<br \/>\nPhalanx hat letztes Jahr daraus ein Brettspiel gemacht und das Thema sehr h\u00fcbsch und fl\u00fcssig umgesetzt. Wir sind Goldsucher, oder besser unsere P\u00f6ppel sind es. Jeder Spieler hat davon 5 St\u00fcck. Wir lassen sie in den Camps arbeiten und ihre Nugget-Funde in der Stadt in Siegpunkte umsetzen.<br \/>\nDie Ausbeute ist umso h\u00f6her, je mehr Privilegien wir uns beim Sch\u00fcrfen zugelegt haben. Diese Privilegien ersteigern wir uns durch den Einsatz von Werkarten. Ein Gro\u00dfteil der spielerischen Interaktion besteht hier im richtigen Erwerben, Verdr\u00e4ngen und Verdr\u00e4ngtwerden.<br \/>\nIn der Schlu\u00dfphase sollten wir unsere Wertkarten allerdings wieder vom Spielbrett abr\u00e4umen, denn damit steuern sie einen erheblichen Anteil zu unseren Siegpunkten bei.<br \/>\nAuch unsere Goldsucher sollten das Spielfeld rechtzeitig verlassen, weil sie sonst erhebliche Punktabz\u00fcgen verursachen.<br \/>\nSo ist &#8220;Sutter\u2019s Mill&#8221; eine sehr gelungene Mischung von massivem Goldsuchen, wohl dosiertem Bieten um Privilegien, und scharf kalkuliertem Umschalten von der Aufbau auf die Ernte- und Abbauphase.<br \/>\nChristof, der als einziger das Spiel kannte, hatte keine Schwierigkeiten, seinen Knowhow-Vorsprung in ein dickes Siegpunktekonto umzum\u00fcnzen. Doch allen anderen blieb der greifbare Vorsatz, beim n\u00e4chsten Mal vieles besser zu machen.<br \/>\n<em>WPG-Wertung: Christof: 8 (obwohl der Spielablauf ziemlich mechanisch ist, ist das Thema vorz\u00fcglich umgesetzt), Hans: 8 (sehr abwechslungsreich), Moritz: 8 (tr\u00e4umt schon von seiner verbesserten Siegstrategie, wo er \u00fcberall als Erster die Schl\u00fcsselz\u00fcge macht), Walter: 8 (schnell, flott, herausfordernd)<\/em><br \/>\n<strong>3. &#8220;Mosaix&#8221;<\/strong><br \/>\nEin Spiel, f\u00fcr das Christof nicht nur die Grafik gemacht hat, sondern das er auch komplett selbst entwickelt hat. Spiele-Schmidt hat es verlegt. Auf eine Formel gebracht handelt es sich um eine Art \u201eW\u00fcrfelbingo\u201c.<br \/>\n\u00c4hnlich wie beim \u201eBingo\u201c (oder wie beim \u201eSchiffchen-Versenken\u201c) hat jeder Spieler hat ein kariertes Spielbrett vor sich. Reihum wirft jeder Spieler mit 4 W\u00fcrfeln, auf denen die Symbole Kreis, Dreieck und Kreuz abgebildet sind. Die 4 W\u00fcrfelergebnis werden zu einem beliebigen Muster zusammengestellt und die Spieler m\u00fcssen dieses Muster in ihrem karierten Spielbrett auf freie Felder eintragen. Dabei darf ein Teil des Musters, der \u00fcber den Spielbrettrand hinausgeht, unter den Tisch fallen.<br \/>\nSobald der erste Spieler sein Spielbrett total gef\u00fcllt hat, ist das Spiel zu Ende und es wird gewertet. Die Anzahl zusammenh\u00e4ngender Bereiche mit gleichem Symbol multipliziert mit der Summe aller Einzelfelder dieses Symbols ergibt die Siegpunkte. Es kommt also nicht nur darauf an, m\u00f6glichst <strong>zusammenh\u00e4ngende<\/strong> Bereiche mit einem Symbol zu schaffen, sondern auch darauf, sie nicht \u00fcber eine bestimmte Gr\u00f6\u00dfe wachsen zu lassen, sondern m\u00f6glichst viele <strong>getrennte<\/strong> Gebiete eines Symbols zu erzeugen. Eine h\u00fcbsche Denkaufgabe f\u00fcr schnelle, formsichere Topologen.<br \/>\n<em>WPG-Wertung: Christof: 8 (ist ja seine eigene Erfindung), Hans: 7 (unbestechlich), Moritz: 10 (Christof minded), Walter: 9 (1 Sympathiepunkt f\u00fcr Christof, 1 Punkt in memoriam seiner seligen Eltern, die sich mit einem \u00e4hnlichen W\u00fcrfelspiel jeden Tag einige sch\u00f6ne Spielstunden bereitet haben. Er selber wird wohl in entsprechendem Alter sowohl in Thailand wie auch am Westpark in die R\u00f6hre schauen m\u00fcssen.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Drei Wochen Urlaub in Thailand mit der besten aller Ehefrauen bedeutet drei Wochen Verzicht und Enthaltsamkeit: Vom Westpark und vom Brettspiel. Die einzige Begegnung mit Spielen war ein junger Russe in einer einsamen Bucht auf Ko Phi Phi, der mittels Figuren im Sand versuchte, Schachprobleme zu l\u00f6sen. 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