{"id":641,"date":"2010-06-17T03:37:06","date_gmt":"2010-06-17T02:37:06","guid":{"rendered":"http:\/\/westpark-gamers.de\/blog\/2010\/06\/17\/16062010-brot-und-brettspiele\/"},"modified":"2010-06-17T13:18:51","modified_gmt":"2010-06-17T12:18:51","slug":"16062010-brot-und-brettspiele","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2010\/06\/17\/16062010-brot-und-brettspiele\/","title":{"rendered":"16.06.2010: Brot und Brettspiele"},"content":{"rendered":"<p>Walter ist unter die Brotb\u00e4cker gegangen. Was sollte er auch tun, seit er aus dem aktiven Berufsleben ausgeschieden ist. Spiele erfinden? Aaron (siehe \u201eausgeschieden\u201c) ist \u00fcberraschenderweise ebenfalls ein begnadeter B\u00e4cker und hat gerne eine Probe von Walters heutigen Backversuch gekostet. \u201eGuter Geschmack\u201c war das einhellige Urteil f\u00fcr Roggenmehl, Kartoffelbrei, ger\u00f6stete Zwiebeln, K\u00fcrbiskerne und selbstgebrautem Sauerteig. Vielleicht war der Laib innen noch etwas zu klamm. Aaron fragte unverz\u00fcglich nach der Backzeit: 10 Minuten bei 250 Grad, 10 Minuten bei 200 Grad und eine halbe Stunde bei 175 Grad. \u201eEigentlich h\u00e4tte das reichen sollen.\u201c lautete sein fachm\u00e4nnischer Kommentar. Wenigstens geschmacklich gab es nichts auszusetzen. Nicht einmal etwas von der kritischen Ehefrau, wenn man den Nachsatz: \u201eAber ich w\u00fcrde gerne mal wieder ein richtiges B\u00e4ckerbrot essen\u201c nicht auf die Goldwaage legt. Vielleicht kann das selbstgebackene Brot in Zukunft am Westpark sogar die ungesunden und garantiert rot-ampeligen Kartoffelchips verdr\u00e4ngen.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/brot1.jpg\" alt=\"brot1\" width=\"310\" height=\"270\" class=\"alignright size-full wp-image-652\" srcset=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/brot1.jpg 310w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/brot1-150x131.jpg 150w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/brot1-300x261.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 310px) 100vw, 310px\" \/><br \/>\n<strong>1. &#8220;A la carte&#8221;<\/strong><br \/>\nPassend zur B\u00e4ckerei kam mit \u201eA la carte\u201c gleich ein Kochspiel auf den Tisch, die \u00dcberarbeitung eines 20 Jahre alten Vorg\u00e4ngers vom einstmals \u00e4u\u00dferst innovativen Karl-Heinz Schmiel (\u201eDie Macher\u201c) bei Moskito-Spiele. Und obwohl es sich nur um ein Remake handelt, schaffte es das Spiel bis in die Auswahlliste zum \u201eSpiel des Jahres\u201c 2010. G\u00fcnther hatte es mit seinem Spuiratzn-Team durch einen dritten Platz bei den Vorausscheidungen zur Deutschen Brettspielmeisterschaft gewonnen.<br \/>\nDas Spielmaterial ist \u00e4u\u00dferst liebevoll zusammengestellt. Es gibt Fl\u00e4schchen mit den Gew\u00fcrzen Pfeffer, Paprika, Safran und Kurkuma (zumindest mit deren Farben), es gibt wundersch\u00f6ne Kochplatten mit einem Drehknopf f\u00fcr die Temperatur, Metallpfannen, Sp\u00fclbecken, M\u00fclleimer (als B\u00e4ckerlehrling wei\u00df man das besonders zu sch\u00e4tzen), Tabletts, Kaffeetassen f\u00fcr die Pause zwischendurch und nat\u00fcrlich Rezepte, die wir mit den richtigen Gew\u00fcrzen bei der richtigen Temperatur herstellen sollen.<br \/>\nDie Namen der Gerichte zeugen von hoher Goumet-Erfahrung des Autors. Oder des Verlages. \u201eBei Nilpferd in Burgunder\u201c l\u00e4uft einem doch schon das Wasser im Mund zusammen, und \u201eLeberk\u00e4s Hawaii\u201c darf auf keiner bayerischen Speisekarte fehlen. Aaron fand die \u201eSauren Zipfel in Sahnesauce\u201c leicht pornographisch; seit den Vorg\u00e4ngen im Bistum Augsburg sind wir bei mi\u00dfverst\u00e4ndlichen Formulierungen wohl alle hellh\u00f6riger geworden.<br \/>\nDie Basis, Fisch, Fleisch oder Vegetarisches, wandert automatisch in die Pfanne, w\u00fcrzen m\u00fcssen wir, indem wir die richtigen Gew\u00fcrzfl\u00e4schen ausw\u00e4hlen und einmal \u00fcber der Pfanne umkippen. Wenn dann genau die richtige Gew\u00fcrzmenge aus dem Fl\u00e4schchen herausgerieselt ist, sind wir gl\u00fccklich und haben mindestens eine Bedingung f\u00fcr ein gelungenes Gericht erf\u00fcllt. Ist zu wenig herausgerieselt, m\u00fcssen wir noch einen Zug f\u00fcr das Nachw\u00fcrzen opfern. Oder noch einen. Ist zuviel herausgerieselt, ist das Gericht verdorben und wandert in den M\u00fcll (siehe B\u00e4ckerlehrling).<br \/>\nErschwert wird die W\u00fcrzerei dadurch, dass sich in den Gew\u00fcrzfl\u00e4schchen auch unerw\u00fcnschte Salzk\u00f6rner befinden, die, in zu hohen Ma\u00dfen herausgesch\u00fcttelt, ein Gericht ebenfalls ungenie\u00dfbar machen.<br \/>\nDie Temperatur wird per W\u00fcrfel eingestellt. F\u00fcr jedes W\u00fcrfelauge m\u00fcssen wir die Temperatur um eine Stufe erh\u00f6hen. F\u00fcr besondere W\u00fcrfelaugen m\u00fcssen die Mitspieler auch ihre Heizplatten h\u00f6her stellen. Wenn dann ein Gericht verbrannt ist, landet es wieder im M\u00fclleimer. Beim Vorlesen dieser Regeln umw\u00f6lkte sich unverz\u00fcglich Walters Stirn, doch Aaron und G\u00fcnther konnten umgehend beschwichtigen: \u201eDas ist doch ein D\u00f6delspiel!\u201c Bei Wikipedia und bei LEO wei\u00df man zwar nicht, was \u201ed\u00f6deln\u201c ist, doch den bayrischen (?) Ausdruck f\u00fcr eine nicht ernst zu nehmende Sache kennen selbst die Zuagroasten.<br \/>\nWir d\u00fcrfen auch bei unseren Kochkonkurrenten nachw\u00fcrzen, um denen die Suppe zu versalzen. Wir d\u00fcrfen sogar mit unseren Mitspielern die Herde (das ist kein Sammelbegiff f\u00fcr eine tierische Lebensform, sondern unser Kochger\u00e4t) samt Pfanne und Inhalt vertauschen. So, jetzt wi\u00dft ihr hoffentlich alle, was \u201ed\u00f6deln\u201c ist.<br \/>\nF\u00fcr ein Gericht, das mit genau den vorgeschriebenen Gerichten und keinem St\u00f6rsalz dazwischen im richtigen Temperaturrahmen zu Ende gebacken wurde, bekommt der Koch einen Schmiel-Stern. Sobald ein Spieler den dritten Stern erhalten hat, ist er Sieger. Wer von uns hat wohl diese Auszeichnung gewonnen. Der B\u00e4ckerlehrling oder sein Berater? Der Berater! Ohne einen einzigen Gew\u00fcrz-Fehlwurf hatte er seine \u201eSpaghetti al Rabiata\u201c, den \u201eCalzone Capone\u201c und die \u201eMaus o Schokolad\u201c \u00fcber die Runden gebracht. Da sag\u2019 nochmal einer etwas gegen ein \u201eD\u00f6delspiel\u201c!<br \/>\n<em>WPG-Wertung: Aaron:7 (\u201em\u00f6chte es nicht jeden Abend spielen\u201c, aber vielleicht ab und zu einmal am hellerlichten Tage , G\u00fcnther: 7 (einem geschenkten Barsch \u2026), Hans: 7 (\u201eWenn ich gewu\u00dft h\u00e4tte, dass wir heute in Faschingstimmung sind, h\u00e4tte ich auch ein Spiel mitgebracht: Wasabi\u201c. Was immer das ist.), Walter: 7 (im Vorgriff auf die Enkelkinder)<\/em><br \/>\n<strong>2. &#8220;Die Speicherstadt&#8221;<\/strong><br \/>\nFalls einer diesen Begriff nicht kennen sollte: Es handelt sich um einen Hafenbezirk in Hamburg, wo einmals Waren gelagert wurden. Heute beherbert er die gr\u00f6\u00dfte Modelleisenbahnanlage der Welt und so manches Michelin-Sterne-Lokal, z.B. das \u201eZippelhaus\u201c.<br \/>\nDoch so weit sind wir noch nicht, \u201eDie Speicherstadt\u201c ist immer noch der Umschlagplatz f\u00fcr Waren, die mit Schiffen herangekarrt werden. Wir ersteigern Auftr\u00e4ge zum Abliefern bestimmter Warenkombinationen, Schiffsladungen nat\u00fcrlich, mit denen wir unsere Auftr\u00e4ge erf\u00fcllen wollen, und eine ganze Reihe von Beiwerk f\u00fcr Sonderpunkte. Der \u201eMichel\u201c bringt am Ende vier Siegpunkte, die Flu\u00dfschifferkirche drei, der Hafen f\u00fcr jedes Schiff einen, die Handelkammer f\u00fcr jede M\u00fcnze einen und \u00e4hnliche Dinge. In der \u201eMarkthalle\u201c k\u00f6nnen wir mehrere Waren, die wir uns gerade per Schiff eingehandelt haben, lagern, ansonsten verf\u00e4llt alles, was nicht sofort verwendet werden kann.<br \/>\nAb und zu bricht mal ein Brand aus. Wer dann die meisten Feuerwehrleute erstanden hat, bekommt Siegpunkte, ziemlich viele sogar. Wer die wenigstens Feuerwehrleute hat, bekommt entsprechend Minuspunkte. Macht schon mal die doppelte Differenz aus. Feuerwehr ist lohnend.<br \/>\nAuftr\u00e4ge erscheinen weniger lukrativ. Der Kampf um ihren Erwerb und um die passenden Schiffsladungen bringen weniger ein als das einmalige Beten im Michel.<br \/>\nDas Bemerkenswerteste an der \u201eSpeicherstadt\u201c ist der Versteigerungsmechanismus, mit dem wir an die Objekte der Begierde herankommen. Wir setzen unsere P\u00f6ppel in Reih\u2019 und Glied an die Stellen, wo Schiffsladungen, Auftr\u00e4ge, Feuerwehrleute etc. in Kartenform ausliegen. Ohne Verdr\u00e4ngen d\u00fcrfen beliebig viele P\u00f6ppel beliebig vieler Spieler an einer Stelle stehen. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Doch jetzt kommt das Besondere: Je mehr P\u00f6ppel an einer Stelle stehen, desto h\u00f6her ist der Preis. Haben sich z.B. 5 P\u00f6ppel um einen Feuerwehrmann beworben, so darf der Besitzer des vordersten P\u00f6ppel diese Karte f\u00fcr 5 M\u00fcnzen einstreichen. Ist ihm diese Karte nicht so viel Geld wert, so zieht er seinen P\u00f6ppel ersatzlos zur\u00fcck und der n\u00e4chste in der Reihe d\u00fcrfte den Feuerwehrmann jetzt f\u00fcr 4 M\u00fcnzen erwerben. Und so weiter.<br \/>\nDoch das Geld ist knapp. Mit 5 M\u00fcnzen geht ein jeder ins Rennen. Mit zwei Erwerbungen a zwei M\u00fcnzen ist man schon fast pleite. Eine M\u00fcnze bekommt man pro Runde wieder dazugeschenkt. Da kommt man als heruntergekommener Hanseat nicht mehr so leicht auf einen gr\u00fcnen Zweig. Und Waren in Geld umzusetzen ist auch sehr m\u00fchsam. Wir haben heute konstatiert, dass zumindest bis zur Mitte des Spiels keine Karte mehr als drei M\u00fcnzen wert ist. Selbst drei M\u00fcnzen sind schon ziemlich teuer. Der erste in der Reihe schafft es fast nie, eine Karte zu erwerben. (Es sei denn, alle Konkurrenten sind gleichzeitig ziemlich mittellos geworden.) Auf den hinteren Pl\u00e4tzen wird alles zwar billiger, doch die Kaufchancen stehen dabei auf wackligen F\u00fc\u00dfen, weil die P\u00f6ppel auf den vorderen Pl\u00e4tzen ja Vorkaufsrecht haben. Durch scharfe Kalkulation, in der man Ambitionen und Bargeld der Mitspieler ber\u00fccksichtigt, kann man zuweilen ein Schn\u00e4ppchen machen. Und man kann einen knapp-kassigen Mitspieler leer ausgehen lassen, vor allem, wenn man der letzte in der Setzreihenfolge ist.<br \/>\nWalter hatte etwas un\u00fcberlegt sein monet\u00e4res Pulver vorzeitig verschossen und mahnte bei seinem Nachfolger Hans die alte Volksweisheit an \u201eWes Brot ich e\u00df, des Lied ich sing!\u201c. Vergebens. Gnadenlos lie\u00df der seinem Br\u00f6tchengeber das letzte Schiff samt Ladung durch die Lappen gehen.<br \/>\nOb man mit seiner Setzlogik allerdings mehr als einen Zug vorausdenken kann, mu\u00df bezweifelt werden. Sobald mehr als ein Mitspieler drei oder mehr M\u00fcnzen zur Verf\u00fcgung haben, kann der Ausgang der n\u00e4chsten Bietrunde schon nicht mehr vorhergesagt werden. Dann f\u00e4ngt das Mitspielerchaos an. Nicht direkt als hoffnungsloses Durcheinander, aber als Unf\u00e4higkeit des menschlichen Gehirns, in absehbarer Denkzeit das Gleichungssystem mit den bekannten und unbekannten Abh\u00e4ngigkeiten zu l\u00f6sen. Und gl\u00fccklicherweise versuchte dies heute auch keiner.<br \/>\n<em>WPG-Wertung: Aaron:6 (Einschr\u00e4nkung durch die Nicht-Planbarkeit der Auftragserf\u00fcllung), G\u00fcnther: 8, Hans: 8 (mit Siegerbonus), Walter: 7 (mit den gemachten Erfahrungen auf jeden Fall einen neuen Versuch wert) <\/em><br \/>\n<strong>3. &#8220;R-\u00f6ko&#8221;<\/strong><br \/>\nEin Kartenspiel rund um das Thema M\u00fcllerzeugung und M\u00fcllverbrennung, aber eigentlich geht es nur um Siegpunkte.<br \/>\nIn der Tischmitte liegen vier verschiedenfarbige Kartenstapel mit jeweils den Zahlenwerten 0 bis 5, dazwischen gibt es eine Minus 2. Auf der einen Seite jedes Stapels wird produziert. Hier legen die Spieler reihum eine oder mehrere farblich passende \u201eProduktionskarten\u201c ab. Nach jeder Produktion m\u00fcssen \/ d\u00fcrfen sie die auf der anderen Seite des Stapels liegenden \u201eM\u00fcllkarten\u201c auf die Hand nehmen. Einerseits sind viele M\u00fcllkarten gut, sie verwandeln sich nat\u00fcrlich in der Spielerhand sofort in \u201eProduktionskarten\u201c. Andererseits sind zu viele M\u00fcllkarten auch schlecht, denn mehr als 5 Karten darf man nicht in der Hand halten, die \u00fcberz\u00e4hligen m\u00fcssen abgeworfen werden und z\u00e4hlen bei Spielende als Minuspunkte.<br \/>\nNach der Produktion werden neue M\u00fcllkarten auf die \u201eM\u00fcllseite\u201c des Stapels gelegt, und zwar eine mehr, als gerade \u201eproduziert\u201c worden ist. Die M\u00fcllkarten werden immer mehr, und es wird immer schwieriger, strafpunktfrei zu produzieren.<br \/>\nLiegen auf der Produktionsseite eines Stapel mindestens vier Produktkarten, darf man sich die oberste Karte nehmen, sie bringt am Ende Siegpunkte. Im weitesten Sinne ist \u201eR-\u00f6ko\u201c also ein Stichkartenspiel; es gilt, aus seiner Kartenhand m\u00f6glichst viele \u201eStiche\u201c mit Zahlenkarten zu machen. Kartenpflege geh\u00f6rt dazu, damit man sein Stichpotential erh\u00f6ht, damit man den Mitspielern nicht leichtfertig sch\u00f6ne Stiche vor die F\u00fc\u00dfe legen mu\u00df, und damit man bei den Strafkarten Ausweichm\u00f6glichkeiten hat.<br \/>\nSich dabei auch noch zu merken, welche Karten die Spieler auf die Hand genommen haben, f\u00f6rdert nat\u00fcrlich die Siegchancen. Geht f\u00fcr Nicht-Bridger aber vielleicht schon zu weit. Gerade in dieser Balance zwischen W\u00e4g- und Unw\u00e4gbarkeit ist \u201eR-\u00f6ko\u201c ein sehr gelungenes h\u00fcbsches Spielchen.<br \/>\nInnerhalb der Spiel-Balance gab es allerdings auch einen gravierenden Kritikpunkt: Der Spieler, der die erste 5er Zahlenkarte aufnimmt, beendet das Spiel. Demnach kann der letzte Spieler nochmals 5 Siegpunkte auf sein Konto bringen, w\u00e4hrend f\u00fcr alle anderen der Sudden-Death eintritt. Und 5 Punkte sind immerhin etwa 50% der Gesamtpunkt-Zahl, die ein Spieler am Ende erreicht. Das ist doch wohl ein bi\u00dfchen unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig hoch! Oder etwa nicht?<br \/>\nDoch trotz dieses Kritikpunktes waren alle mit einer sofortigen Spielwiederholung einverstanden. 1:0 f\u00fcr R-\u00d6ko!<br \/>\n<em>WPG-Wertung: Aaron:7 , G\u00fcnther: 6 (Einschr\u00e4nkungen wegen des 5-Punkte-Schlusses), Hans: 7 (\u201eblitzschnell \u00e4ndert sich das Bild und man kann st\u00e4ndig versuchen, die neue Situation zu lesen und zu analysieren\u201c), Walter: 7 (h\u00fcbscher Absacker)<\/em><br \/>\n<strong>4. &#8220;11 nimmt!&#8221;<\/strong><br \/>\nNein, es ist keine Expansion von \u201e6-nimmt!\u201c auch wenn der Autor Michael Kramer hei\u00dft und die Karten mit den einfachen und mehrfachen Hornochsen gleich sind.<br \/>\nGleich ist unsere Kartenhand mit zun\u00e4chst 10 Karten, ungleich ist, dass zu Beginn nur ein Kartenstapel ausliegt. Hier d\u00fcrfen wir auch keine beliebige h\u00f6herwertige Karten anlegen, sondern nur eine, die maximal 10 Punkte h\u00f6her ist als die ausliegende Karte. Soweit sind \u201e11-nimmt!\u201c und \u201e6-nimmt\u201c jedoch noch ziemlich \u00e4hnlich.<br \/>\nDie Effekte beim Nicht-Zugeben-K\u00f6nnen und das Strafpunktverfahren sind dagegen g\u00e4nzlich anders. Wer nicht zugeben kann oder will (!), nimmt sich einfach eine beliebige ausliegenden Kartenreihe AUF DIE HAND. Es sind also noch keine Strafpunkte, sondern Karten, mit denen er weiterspielen darf. Besteht der aufgenommene Kartenstapel aus mehr als drei Karten, so darf er sich zus\u00e4tzlich noch einen \u201eBullen\u201c nehmen. Dieser verschafft ihm das Privileg, in einem Zug nicht nur eine Karte, sondern beliebig viele Karten innerhalb des 10-Punkte-Abstandes abzulegen. Mit einer zweiten Bullenkarte darf man sogar an zwei beliebigen Stapeln beliebig viele Karten \u2013 unter Wahrung des 10-Punkte-Abstandes \u2013 ablegen.<br \/>\nDiese Bullen sind ein enormer Vorteil. Ein fr\u00fcher Bulle, den man sich z.B. gleich zu Beginn freiwillig durch die Aufnahme eines 3-Karten-Stapels zugelegt hat, zahlt sich im Laufe des Spiels mehrfach wieder aus.<br \/>\n<strong> \u201eBulle am Morgen,<br \/>\nerquickend und labend\u201c<\/strong><br \/>\nhei\u00dft es schon in einer alten Volksweisheit. Etwas weniger lyrisch k\u00f6nnte man sagen: \u201eOhne Bullen geht es nicht!\u201c, doch ich will der 68-er Generation nicht auf den Schlips treten.<br \/>\n&#8220;11 nimmt!&#8221; spielt sich flott und pfiffig. Einziger Konstruktionsfehler: Auf Grund des Bullen-Privilegs gleicht sich der Nachteil des Nicht-Bedienen-K\u00f6nnen und Stapel-Aufnehmen-M\u00fcssen ganz schnell wieder aus und gegen Ende des Spiels haben alle Spieler ungef\u00e4hr gleich viel bzw. gleich wenig Karten. Mit wenigen Karten ist aber keine Strategie mehr m\u00f6glich, die Chance bedienen zu k\u00f6nnen ist \u00e4u\u00dferst zufallsabh\u00e4ngig, und dies gerade auf der Zielgeraden! Ein gutes Rennen im gesamten Durchgang wird \u00fcberhaupt nicht belohnt. Hier ist \u201e6-nimmt!\u201c deutlich \u201egerechter!\u201c<br \/>\n<em>Aaron: 7 (\u201e6-nimmt!\u201c ist besser), G\u00fcnther: 7, Hans: 6 (zu wenig Einflu\u00dfm\u00f6glichkeiten, gerade in der Schlu\u00dfphase), Walter: 7 (das Spiel soll wegen der Vorz\u00fcge seines Bruders, des genialen \u201e6-nimmt!\u201c nicht mit Punktabzug bestraft werden!)<\/em><br \/>\n<strong>5. &#8220;Bluff&#8221;<\/strong><br \/>\nUnd ein Bluff gab es auch noch. G\u00fcnther stand mit drei W\u00fcrfeln gegen einen W\u00fcrfel von Walter im Endspiel. Er hatte eine Zwei, eine F\u00fcnf und einen Stern unter seinem Becher. Nach seiner Immer-5-Strategie fing er mit einmal die 5 an. Walter sprang sofort auf drei mal die 5. Was h\u00e4ttet Ihr an G\u00fcnthers Stelle jetzt getan? Auf zweimal den Stern heben und nachw\u00fcrfeln? Oder auf vier mal die 5?<br \/>\nG\u00fcnther zweifelte kurz und schmerzlos an. Schlie\u00dflich hei\u00dft das Spiel \u201eBluff\u201c! Und er hatte Recht. Walter hatte ihn einfach ins Boxhorn jagen wollen, doch dabei hatte er \u00fcbersehen, dass G\u00fcnther da auf keinen Fall hineinpa\u00dft.<br \/>\nHinterher gab es lange Diskussion, wie Walter wohl mit seiner Zwei unter dem Becher h\u00e4tte reagieren k\u00f6nnen oder sollen. Drei mal die Zwei w\u00e4re es gewesen. Aber w\u00e4re das richtig \u201egeblufft\u201c gewesen?<br \/>\n<em>Keine neue WPG-Wertung f\u00fcr ein Super-Spiel.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Walter ist unter die Brotb\u00e4cker gegangen. Was sollte er auch tun, seit er aus dem aktiven Berufsleben ausgeschieden ist. Spiele erfinden? Aaron (siehe \u201eausgeschieden\u201c) ist \u00fcberraschenderweise ebenfalls ein begnadeter B\u00e4cker und hat gerne eine Probe von Walters heutigen Backversuch gekostet. \u201eGuter Geschmack\u201c war das einhellige Urteil f\u00fcr Roggenmehl, Kartoffelbrei, ger\u00f6stete Zwiebeln, K\u00fcrbiskerne und selbstgebrautem Sauerteig. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2010\/06\/17\/16062010-brot-und-brettspiele\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">16.06.2010: Brot und Brettspiele<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[127,124,125,126],"class_list":["post-641","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-spieleabende","tag-11nimmt","tag-a-la-carte","tag-die-speicherstadt","tag-r-oko"],"views":4791,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/641","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=641"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/641\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=641"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=641"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=641"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}