{"id":761,"date":"2010-10-14T02:07:12","date_gmt":"2010-10-14T01:07:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/?p=761"},"modified":"2010-10-14T08:09:45","modified_gmt":"2010-10-14T07:09:45","slug":"13-10-2010-amerikanische-und-europaische-zufalle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2010\/10\/14\/13-10-2010-amerikanische-und-europaische-zufalle\/","title":{"rendered":"13.10.2010: Amerikanische und europ\u00e4ische Zuf\u00e4lle"},"content":{"rendered":"<p>Mal wieder ein ausgiebiger Briefwechsel bei den Westparkgamers \u00fcber Zuf\u00e4lle im Spiel, die ganz unterschiedlich bewertet werden. Moritz preschte vor: \u201eEs es gute Taktikspiele, die Zuf\u00e4lle kennen &#8211; bestes Beispiel ist Backgammon! Bei den card driven-Wargames ist es \u00e4hnlich: sehr viele Zuf\u00e4lle: Kartenauswahl, W\u00fcrfelw\u00fcrfe, etc. Dennoch wird das Spiel letztlich von den strategischen und taktischen Entscheidungen getragen.\u201c<br \/>\nDoch hier werden \u00c4pfel mit Birnen vermischt. G\u00fcnther brachte es auf den Punkt: \u201eEs gibt zwei M\u00f6glichkeiten, den Zufall in ein Spiel zu integrieren:<br \/>\n1) Man trifft eine strategische Entscheidung und w\u00fcrfelt dann aus, ob man erfolgreich war (american style)<br \/>\n2) Man erzeugt zuf\u00e4llige Auswahlm\u00f6glichkeiten und entscheidet dann strategisch, welche M\u00f6glichkeit man wie benutzen m\u00f6chte (eurogames).<br \/>\nIn der ersten Variante f\u00fchlt man sich dem Zufall ausgeliefert &#8211; die zweite erh\u00f6ht die Vielfalt im Spiel und man f\u00fchlt sich mehr als seines eigenen Gl\u00fcckes Schmied &#8230;\u201c<br \/>\nAaron, Hans und Walter ergriffen sofort Partei f\u00fcr den eurogames-style. Die anderen haben sich noch nicht ge\u00e4u\u00dfert, doch zumindest Moritz wird gewi\u00df ein exponierter Vertreter des american style sein.<br \/>\n<strong>1. &#8220;Coup Royal&#8221;<\/strong><br \/>\nEin neues Spiel aus der r\u00fchrigen tschechischen Spieleschmiede Czech Games Edition. Ein bi\u00dfchen erinnern die Spielz\u00fcge an \u201eAdel verpflichtet\u201c. Alle Spieler schicken verdeckt je einen Dieb und je einen Detektiv zu den ingesamt sieben Aktionsh\u00e4usern, in denen verschiedenfarbige Edelsteine (Karten) ausgelegt sind. Ist mindestens ein Detektiv in einem Aktionshaus, so ist der Raub vereitelt. Ein Dieb alleine in einem Aktionshaus bekommt die Auslage, zwei oder mehr Diebe hindern sich gegenseitig und werden mit einem Trostpreis abgespeist.<br \/>\nEin gewisser Pfiff kommt noch durch die Siegpunktwertung ins Spiel. F\u00fcr jede Edelsteinfarbe erhalten nur die Spieler mit den relativen Mehrheiten Siegpunkte, die anderen gehen leer aus.<br \/>\nBei jeder neuen Runde mit neuer Auslage f\u00e4ngt die Psycho-Aufgabe an, zu errraten, f\u00fcr welche Auslage sich wohl welche Mitspielerdiebe interessieren und welche Auslagen wohl durch Mitspielerdetektive gesch\u00fctzt werden. Andrea gewann haushoch. Ein klarer Beweis daf\u00fcr, da\u00df die Gedanken einer Frau f\u00fcr M\u00e4nnerhirne einfach nicht ergr\u00fcndbar sind.<br \/>\n<em>WPG-Wertung: Aaron: 6 (\u201eBelohnung f\u00fcr das Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen in die Bed\u00fcrfnisse anderer Spieler\u201c), Andrea: 6 (\u201eschnell und knackig\u201c \u2013 Das \u201eknackig\u201c bezog sich auf die bildliche Darstellung der handelnden Personen auf den Karten), Hans: 5 (\u201ezu viele Aktionsh\u00e4user\u201c), Moritz: 5 (zu repetitiv), Walter: 4 (kein Freund von american style Zuf\u00e4lligkeiten).<\/em><br \/>\n<strong>2. &#8220;Das Kalte Herz&#8221;<\/strong><br \/>\nMoritz\u2019 Spielentwicklung \u00fcber die Fl\u00f6\u00dferei im Schwarzwald samt Teufel und b\u00f6se Holl\u00e4nder hat sein Windelzeitalter hinter sich und f\u00e4ngt zu laufen an (siehe Session-Reports vom M\u00e4rz und September diesen Jahres). Jetzt schwimmen immer genug Baumst\u00e4mme in Nagold und Rhein. Die B\u00e4ume treiben mehr oder weniger zwangsl\u00e4ufig bis in die Staud\u00e4mme. Das \u00d6ffnen der D\u00e4mme ist so lukrativ, da\u00df die Spieler diese Aktion w\u00e4hlen, selbst wenn andere Mitspieler hinterher daraus ihre Fl\u00f6\u00dfe zusammenstellen k\u00f6nnen.<br \/>\nFl\u00f6\u00dfe zu bauen ist unbedingt notwendig, weil man nur dadurch das n\u00f6tige Geld f\u00fcr seine Folgeaktionen bekommt. Sein Startkapital allein ins Beten zu investieren gen\u00fcgt heute nicht mehr. Eine gute Kombination von fr\u00fchem B\u00f6se-Sein (f\u00fcr eine kr\u00e4ftige Liquidit\u00e4t und f\u00fcr eine optimale Startspielerposition) und von sp\u00e4tem Gut-Sein (um hinterher doch noch in den Himmel zu kommen) scheint lohnenswert zu sein. Andrea beherrschte die Materie und konnte auch beim zweiten Spiel des Abends den Sieg auf ihrem Konto verbuchen.<br \/>\n<em>WPG-Kommentare:<br \/>\nAaron: \u201eViel zu lang. Noch unausbalanciert. Zu wenig Eigennutz bei verschiedenen Z\u00fcgen.\u201c<br \/>\nAndrea: \u201eAn vielen Stellen spielt noch jeder f\u00fcr sich allein.\u201c<br \/>\nHans: \u201eDie Mechanismen funktionieren, insbesondere das Bietsystem mit den steigenden Kosten und die unterschiedliche Anzahl von Aktionsrunden beim freiwilligen Passen in einer Runde.\u201c<br \/>\nDann kam von ihm noch ein Statement, das die Tragik des Denkers kennzeichnet:<br \/>\n\u201cJede einzelne Aktion kostet eine Menge Gehirnschmalz und ist im Endeffekt irrelevant.\u201c<br \/>\nMoritz: &#8220;Selbstverst\u00e4ndlich ist Feintuning noch notwendig. Doch der Text war zufriedenstellend.&#8221;<br \/>\nWalter: \u201eAlle Spielemente wurden genutzt, insbesondere wurde das urspr\u00fcngliche Spielziel erreicht, den Sieg nur \u00fcber erfolgreichen Flo\u00dfbau erzielen zu k\u00f6nnen. Allerdings gibt es noch ein paar Deadlock-Situationen, die den Spielflu\u00df bremsen.\u201c <\/em><br \/>\nIn jedem Fall hat \u201edas Kalte Herz\u201c sehr viele Elemente aus Hauffs M\u00e4rchen thematisch sehr ansprechend umgesetzt.<br \/>\n<strong>3. &#8220;Bluff&#8221;<\/strong><br \/>\nAaron hatte im Nu seine Gegner abgestrippt und stand mit 5:1 W\u00fcrfeln gegen Hans im Endspiel. Seine Vorgabe: 1 mal der Stern! Im Mut der Verzweiflung hob Hans auf 2 mal den Stern. Aaron legte zwei F\u00fcnfen heraus, hob auf 4 mal die F\u00fcnf und w\u00fcrfelte nach.<br \/>\nHans hatte selbstverst\u00e4ndlich (?) eine 5 unter seinem Becher. Wenn er jetzt anzweifelt, so hat er gewonnen, wenn keiner der drei nachgew\u00fcrfelten W\u00fcrfel eine F\u00fcnf war. Eine Wahrscheinlichkeit von immerhin ca. 30%!<br \/>\nHans hielt es f\u00fcr wahrscheinlicher, da\u00df Aaron mindestens 2 mal die F\u00fcnf nachgew\u00fcrfelt hat und hob auf 5 mal die F\u00fcnf. Doch daf\u00fcr ist die Wahrscheinlichkeit nur ca. 17%. Und dabei hatte Hans auch noch \u00fcbersehen, da\u00df Aaron bei einem schlechteren Wurf ja noch einmal h\u00e4tte nachw\u00fcrfeln k\u00f6nnen, und da\u00df er bei einem besseren Wurf, d.h. bei 3 mal die F\u00fcnf ebenfalls gewonnen hatte.<br \/>\nAnzweifeln w\u00e4re es diemal gewesen. Zumindest f\u00fcr die Verk\u00fcrzung auf 1:4.<br \/>\n<em>Keine neue WPG-Wertung f\u00fcr ein Super-Spiel.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mal wieder ein ausgiebiger Briefwechsel bei den Westparkgamers \u00fcber Zuf\u00e4lle im Spiel, die ganz unterschiedlich bewertet werden. Moritz preschte vor: \u201eEs es gute Taktikspiele, die Zuf\u00e4lle kennen &#8211; bestes Beispiel ist Backgammon! 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