{"id":985,"date":"2011-02-17T01:42:10","date_gmt":"2011-02-17T00:42:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/?p=985"},"modified":"2011-02-22T07:59:48","modified_gmt":"2011-02-22T06:59:48","slug":"14-02-2011-sammeln-und-bauen-mit-wuerfeln-und-karten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2011\/02\/17\/14-02-2011-sammeln-und-bauen-mit-wuerfeln-und-karten\/","title":{"rendered":"14.02.2011: Sammeln und Bauen mit W\u00fcrfeln und Karten"},"content":{"rendered":"<p><em>\u201eElisabeth Schneider wendet das Strategiespiel Monopoly auf die Berliner Kulturlandschaft an\u201c, so hie\u00df heute eine Bildunterschrift in der Abendzeitung.<\/em> Dieser Satz enth\u00e4lt mindestens f\u00fcnf sachliche Fehler.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/MonoWinopoly.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-990\" src=\"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/MonoWinopoly.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/MonoWinopoly.jpg 471w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/MonoWinopoly-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/MonoWinopoly-300x300.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><br \/>\n<strong>1. &#8220;Kingsburg&#8221;<\/strong><br \/>\nEin Brettspiel mit vielen W\u00fcrfeln als dominierendes Spielelement, bei dem aber doch nicht vorwiegend die Summe der zuf\u00e4lligen W\u00fcrfelergebnisse den Ausschlag \u00fcber Sieg oder Niederlage gibt. Jeder Spieler wirft mit drei (oder mehr) W\u00fcrfeln und darf die Ergebnisse einzeln oder in beliebigen Kombinationen f\u00fcr seine Z\u00fcge ausn\u00fctzen. Er besetzt damit entsprechende Zahlenfelder (\u201eGouverneure\u201c), die ihm Einkommen in Form von Rohmaterial (Holz, Stein oder Gold) gew\u00e4hren, Kampfst\u00e4rke gegen regelm\u00e4\u00dfige feindliche Angriffe verleihen, oder Bonuspunkte f\u00fcr seine n\u00e4chsten W\u00fcrfelkombinationen vergeben.<br \/>\nJedes Zahlenfeld (mit den Werten von 1 bis 18) kann pro Runde nur von einem Spieler genutzt werden. Wer mit seinen W\u00fcrfelergebnissen nur noch auf Felder kommen kann, wo schon Mitspieler stehen, verliert diesen Zug. Deshalb setzt nach jedem W\u00fcrfelwurf (gleichzeitig und \u00f6ffentlich von allen Spielern) ein eifriges Analysieren ein, welche Kombinationen die Mitspieler auch erzielen k\u00f6nnen, welche Felder also umk\u00e4mpft sind, und welche Zahlenwerte man nur allein kombinieren kann, f\u00fcr deren Zug man sich also noch Zeit lassen kann. Diese Phase dauerte bei uns zu dritt schon recht lange, bei vier oder mehr Mitspielern (Denkern) kann sie vielleicht sogar untertr\u00e4glich werden.<br \/>\nMit dem erworbenen Rohmaterial kann man Geb\u00e4ude errichten, die erstens Siegpunkte einbringen, zweitens Kampfst\u00e4rke gegen die bereits erw\u00e4hnten Angriffe, drittens Vorteile bei weiteren Aktionen, und viertens vor allem Modifier f\u00fcr zuk\u00fcnftige W\u00fcrfelkombinationen. Vor allem durch die Modifier werden die Auswirkungen von Fehlkalkulationen bei der W\u00fcrfelanalyse gem\u00e4\u00dfigt, man darf ja noch etwas zulegen, um vielleicht ein benachbartes Zahlenfeld zu erreichen, das noch frei ist. Diese Modifier geben einem Profidenker aber noch mehr Gelegenheit, die insgesamt 10 bis 15 geworfenen W\u00fcrfel ausgiebig zu analysieren, um f\u00fcr sich und seine Bauvorhaben die optimalste Ausbeute zu erzielen. Heute war gl\u00fccklicherweise keine dieser zuweilen unangenehmen Spezies am Werk.<br \/>\nHorst verlegte sich bei seinen Bauwerken schwerpunktm\u00e4\u00dfig auf den religi\u00f6sen Sektor. Allein \u00fcber Standbild, Kapelle, Kirche und Kathedrale erzielte er 96 % seiner ingesamt 25 Siegpunkte. Doch seine G\u00f6tter lie\u00dfen ihn beim Kampf gegen Drachen und D\u00e4monen im Stich. Hier mu\u00dfte er zu viel Federn lassen, um noch aufs Treppchen zu kommen. Moritz lie\u00df nichts anbrennen; seine planm\u00e4\u00dfige Konzentration auf Kneipen und Kasernen brachte ihm den Sieg.<br \/>\n<em>WPG-Wertung: Host: 9 (h\u00fcbsche W\u00fcrfel-Kombinatorik, auch f\u00fcr Gelegenheitspieler bestens geeignet), Moritz: 7 (alles funktioniert, wirkt auf Dauer allerdings repetitiv, es kommen im Laufe des Spiels keine neuen Abl\u00e4ufe mehr hinzu, Walter: 7 (alles ist konstruktiv und sehr gut ausbalanciert).<\/em><br \/>\n<strong>2. &#8220;Partacus&#8221;<\/strong><br \/>\nEin neues h\u00fcbsches Kartenspiel von Bernd Eisenstein, das er zur Spiel 2011 in Essen herausbringen will. Wir sammeln \u201eBesitzkarten\u201c verschiedener Kategorien (Armeen und Flotten, Land und Leute, Reichtum und Macht), die wir einerseits kostenlos von einem verdeckten Stapel ziehen, andereseits aus einer offen Auslage k\u00e4uflich erwerben. Die unterschiedlichen Kategorien haben alle Einflu\u00df auf Rabatte und Verg\u00fcnstigungen bei unseren n\u00e4chsten Z\u00fcgen.<br \/>\nWenn der Stapel mit den 74 Besitzkarten durch ist, ist das Spiel zu Ende, und der Spieler mit dem optimalsten Besitzstand hat gewonnen. Bevor wir uns recht versahen \u2013 nach knapp 30 Minuten &#8211; war das Spiel auch schon zu Ende. \u201eViel zu schnell\u201c war der einhellige Kommentar. Das Sammeln, Kaufen und Auslegen der Karten und das effiziente Wirtschaften mit den beeinflu\u00dfbaren Einnahmen hat allen viel Spa\u00df gemacht.<br \/>\n<em>Noch keine WPG-Wertung f\u00fcr ein Spiel im Beta-Test.<\/em><br \/>\n<strong>3. &#8220;Rumis&#8221;<\/strong><br \/>\nEin sch\u00f6nes Spiel mit Baukl\u00f6tzchen f\u00fcr Ingenieure und Topologen. Wir stecken unsere Elemente zu einem kompakten Gebilde zusammen, und Sieger wird der, von dessen Farbe am Ende die gr\u00f6\u00dfte Fl\u00e4che noch zu sehen ist.<br \/>\nVor sechs Jahren hatte ich meinen Gro\u00dfneffen ein Exemplar dieses Spiels zu Weihnachten geschenkt, letztens \u2013 5 Jahre sp\u00e4ter &#8211; erhielt ich von ihrem Vater dazu folgenden Kommentar:<br \/>\n<em>Rumis war, nachdem Du es uns geschenkt hattest, einige Male ausprobiert worden, dann aber, wie so viele andere Spiele, erstmal im Spieleschrank verschwunden. An diesem Wochenende feierte das Spiel dann seine Auferstehung &#8211; nachdem Du dass Spiel in M\u00fcnchen unseren Kindern &#8220;n\u00e4her&#8221; gebracht hattest. Ich muss allerdings gestehen, dass sich das Spiel &#8211; wie schon nach den ersten Testrunden, in grauer Vorzeit &#8211; bei mir sicher nicht so hoch platzieren wird, wie bei den WPG. Das Spiel ist &#8220;nett&#8221;, um es mit den Kindern zu spielen, kurzweilig, schnell, ohne komplizierte Regeln, aber offen gestanden f\u00fcr mich ein reines Gl\u00fccksspiel. Bei zwei Spielern ist das mit Sicherheit anders zu bewerten, aber bei vier Spielern ist man absolut vom Wohl der anderen Mitspieler abh\u00e4ngig und es gilt sich eigentlich h\u00fcbsch zur\u00fcck zu halten, weil man, wenn man durch zu viele eigene Oberfl\u00e4chen, den Missmut der anderen Spieler auf sich zieht, gnadenlos gemobbt werden kann (bis hin zum &#8220;Spielausschluss&#8221;).<br \/>\nWir werden das Spiel, weil es jetzt bei uns &#8211; speziell den Kindern &#8211; gerade &#8220;in&#8221; ist, in den n\u00e4chsten Tagen\/Wochen noch viele Male spielen, und ich werde mich dem auch nicht verweigern, weil es, wenn es um das Spielen an sich geht, wie beschrieben &#8220;nett&#8221; ist, h\u00fcbsch aussieht und auch den Kleinen und Unbedarften eine Siegchance bietet. Wie aber diese Spiel sich den &#8220;Monatstitel&#8221; der WPG erworben hat erschlie\u00dft sich mir momentan noch nicht.<\/em><br \/>\nDiese provozierende Kritik war der Auftakt zu einem vielseitigen Briefwechsel \u00fcber Techniken und Strategien, sowie \u00fcber eine mathematische Definition des Begriffs \u201eGl\u00fccksspiel\u201c. Rumis ist definitiv keines, doch ich bin nicht sicher, ob ich meinen Neffen davon \u00fcberzeugen konnte.<br \/>\nHeute durfte Horst die Initiationsriten von Rumis \u00fcber sich ergehen lassen. Er fand das Spiel \u201etoll, aber nicht f\u00fcr mich\u201c. Als Wertung vergab er eine \u201eobjektive\u201c 8, und eine \u201esubjektive\u201c 3! Hallo Aaron, wie bringst Du diese Klassifikation in unser Wertungsschema?<br \/>\n<em>WPG-Wertung: Lassen wir den WPG-Durchschnitt bei 8, auch Birgit ist daf\u00fcr.<\/em><br \/>\n<strong>4. &#8220;Bluff&#8221;<\/strong><br \/>\nGro\u00dfe Verluste im ersten Spiel, vor allem bei denen, die nicht mehr bezahlen konnten.<br \/>\nDann setzte Horst zum gro\u00dfen Bluffen an und bevor wir hinter seine Masche kamen, hatte er dreimal hintereinander gewonnen. Jetzt ging es nur noch darum, ihn wieder zu enttronen. Es dauerte immerhin noch zwei Durchg\u00e4nge, bis das geschafft war.<br \/>\n<em>Keine neue WPG-Wertung f\u00fcr ein Super-Spiel.<\/em><br \/>\nPS: Hallo Birgit, ich w\u00fcnsche Euch, dass Sebastian seine Nach-Impf-Probleme bald \u00fcberwunden hat und auch Du mal wieder bei uns vorbeischauen kannst.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eElisabeth Schneider wendet das Strategiespiel Monopoly auf die Berliner Kulturlandschaft an\u201c, so hie\u00df heute eine Bildunterschrift in der Abendzeitung. Dieser Satz enth\u00e4lt mindestens f\u00fcnf sachliche Fehler. 1. &#8220;Kingsburg&#8221; Ein Brettspiel mit vielen W\u00fcrfeln als dominierendes Spielelement, bei dem aber doch nicht vorwiegend die Summe der zuf\u00e4lligen W\u00fcrfelergebnisse den Ausschlag \u00fcber Sieg oder Niederlage gibt. 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