Kings & Castles Strategietipps

Kings & Castles1. Der erste Spieler

Wie von uns bei den Spielen bisher bemerkt wurde, ist der Anfangsvorteil immens: Man kann nicht nur bei großzügigem Einsatz seiner Truppen viele Punkte machen (eine Wertung ist fast Pflicht als Startspieler), nein, man ist auch DER EINZIGE der punktet, da die anderen Spieler noch nicht auf dem Feld sind. Daher sollte man ruhig versuchen, hierauf zu bieten. Viele Spieler sind bei ihrem ersten Spiel dabei sehr konservativ und zaudernd, ich persönlich würde für den Startspielervorteil bis zu 6 Armeepunkte bieten, vielleicht sogar mehr.

2. Die kleinen Länder

Die meiste „Action“ des Spiels wird in England und Frankreich geschehen, wobei Frankreich vielleicht sogar die meisten Kämpfe sieht, da hier die neutrale Farbe Schwarz nie ausgerottet werden kann. Danach kommen, in dieser Reihenfolge, Schottland, Irland und schliesslich Wales. Man sollte versuchen in mindestens einem dieser Länder einmal König zu werden (wobei Wales und Irland besonders interessant sind), denn dort platzierte Armeen leben länger. Gerade Wales ist sehr klein und nur zweimal Königsland, und daher besonders geeignet. Selten wird Wales auch als zweites Aktionsland genutzt, da es zu wenige Möglichkeiten bietet, unerwünschte andersfarbige Armeen fies einzusetzen.

3. Die schwarzen Armeen

Grundsätzlich gilt, daß man möglichst immer schwarze Armeen in einem Regierungsland leben lassen sollte. Ideal sollte man dann die Felder, in die die Schwarzen angreifen können, gut verteidigen. Die anderen Spieler sind dann entweder gezwungen, die Schwarzen erst auszurotten, bevor sie gegen einen selber aktiv werden können, oder sie müssen sehr viele schwarze Armeen haben, was nicht unbedingt häufig ist.

4. Die „uninteressanten“ Länder

Kings and Castles Das Geheimnis des Sieges bei „Kings & Castles“ sind nicht die Punkte, die man bei seinen eigenen Taxierungsrunden macht, sondern die, DIE MAN BEI DENEN DER ANDEREN SPIELER macht. Daher sind viele der Strategien, die auch bei dem anderen Ragnar-Brothers-Spiel „History of the World“ (deutsch: „Empire“) funktionieren, auch hier gültig.

Die wertvollen Felder wie London sind meistens heiss umkämpft, selten macht es Sinnn hier viel zu investieren. Interessant sind vor allem die Felder, die nicht den Weg zu einem wertvollen Feld versperren, und die nur einen Punkt wert sind, sogenannte „uninteressante“ Felder.

England sieht gerade im Norden wenig Kämpfe (da es bald keine schwarzen Armeen mehr gibt, wird meistens direkt im Süden um London oder Bristol gekämpft) – ein Feld wie Carlisle wird einem eventuell das ganze Spiel erhalten bleiben, dasselbe gilt für Toulouse oder Rennes in Frankreich, Perth oder Stirling (nicht beide besetzen!) in Schottland, Cardigan oder Denbigh (nicht beide besetzen) in Wales, Limerick in Irland.

Eine Garantie des Überlebens gibt es nie, aber man sollte diese Felder auf jeden Fall zu erobern versuchen, wenn man es kann.

Das beste 2er-Feld im Spiel ist übrigens York (im Norden Englands). Dieses Feld lohnt es sich eventuell stark zu verteidigen!

5. Festungen

Auch bei „History of the World“ wird oft der Fehler begangen, wertvolle Felder mit Festungen zu verteidigen. Dies ist nur in den seltensten Fällen richtig, man sollte dagegen gerade die uninteressanten Felder so stark wie möglich verbarrikadieren. Eine 3er Armee und eine 3er Festung werden in den meisten Fällen gegnerische Spieler von der Eroberung eines Feldes abhalten, das nur einen Punkt bringt, und nicht durchquert werden muß, um wertvollere Felder zu erreichen. In einem Feld wie Limerick kann eine solche Festung das ganze Spiel überleben, und bei 4 Spielern bis zu 17 Punkten machen (3×2 eigene Wertung, 1×2 Schlusswertung, 3×3 Wertungen anderer Spieler)!!!

6. Jammern

Ein bißchen Jammern und gelegentlich auch geschicktes Verhandeln schadet hier, wie bei vielen anderen Spielen, nicht. Aber nicht übertreiben, manchmal kann diese Taktik auch extreme Agressionen bei den anderen Spielern hervorrufen!

Moritz Eggert, 19.4.2003