Westpark Gamers

17.09.2026: Tausend Erbsen

1. „Millennia – Tracks of Time“

Was immer „Millennia“ auch heißen soll, Deeple erkennt es als Indonesisch, weiß im Deutschen aber auch kein besseres Wort. Immerhin macht der Google Translator „Jahrtausende“ daraus. Und um ehrlich zu sein: die Einleitung spricht tatsächlich von 5000 Jahren Menschheits-Geschichte, die uns hier auf dien Sprünge helfen.

Worum geht es? Natürlich um Siegpunkte. Und wie bekommen wir die? Indem wir in definierten Zensorphasen, insbesondere am Spielende, unser Besitztum vorweisen und dafür nach individuell erworbenen Umrechnungstabellen Siegpunkte erhalten. Und aus was besteht unser Besitztum? Eigentlich sollten es Technologien sein, sogar eine ganze Menge davon. Doch keiner von uns hat weder heute noch letzte Woche auf die Technologiekarten geschaut, um zu identifizieren, was dort abgebildet ist. Es ging ausschließlich darum, zur richtigen Zeit die richtig gefärbten „Erbsen“ auf der Hand zu haben, um dafür auf den Erbsenfortschrittsleisten (von „Einkommen“ bis „Kultur“) fortschreiten zu dürfen. Wie bekommen wir die Erbsen auf die Hand? Sie liegen in vier Bereichen des Erbsenpools und werden uns in der jeweils ersten Spielphase einer Runde kostenlos zugeschustert, wenn wir jeweils einen unserer vier (pro Runde) Erwerbssteine auf die zugehörige Erbsenerwerbsleiste platzieren. Alles fast ganz brav; nur wenn wir die Erbse einer ganz bestimmten Farbe erwerben wollen, müssen wir schneller sein als unsere Mitspieler, denn die Plätze in jedem Poolbereich sind beschränkt und von jeder Farbe wird pro Runde jeweils nur eine einzige Erbse angeboten.

Damit das Ganze recht rund über die Bühne läuft und jeder Spieler sich dabei auch noch um Nebeneffekte kümmern darf, wird das Erbsenerwerben auch noch mit unterschiedlich viel Geld honoriert, und manche Erbsen gewähren Rabatte für den Erwerb von Erbsenvergütungsstationen, gewähren das Privileg des Startspieles oder das des ersten Einkäufers. Und wem ein Mitspieler eine begehrte Erbsenfarbe – zufällig – weggeschnappt hat, der kann sich mittels eines Batzen Geldes einen Ersatz-Joker dafür kaufen.

Letzte Woche in einer Dreierrunde mit Moritz brachen wir friedlich und harmonisch nach zwei Stunden Spielzeit und 3 der vorgesehenen 8 Runden ab. Wir hatten spät angefangen und es war schon Zeit für Moritzens vorletzte U-Bahn. In der heutigen Dreierrunde war Aaron anstelle von Moritz dabei, und wir brachen friedlich und harmonisch nach der vierten Runde und zweieinhalb Stunden Spielzeit ab. Der Spielreiz war ausgelutscht, die Erbsenwirtschaft schien noch Jahrtausende monoton-repetitv weiter zu gehen, ein Spannungsbogen hatte sich nicht eingestellt.

Was ist überhaupt ein Spannungsbogen im Spiel? Die KI (chatGPT) weiß es:
Ein Spiel hat einen Spannungsbogen, wenn die Spannung im Verlauf des Spiels aufgebaut, gesteigert und mit einem erheblichen Posten an Unsicherheit schließlich aufgelöst wird.

Mögliche Gründe, warum bei Euch der Spannungsbogen nicht richtig in Gang gekommen ist, wären:

    • Zu wenig unmittelbare Konsequenzen: Eure Entscheidungen erzeugen möglicherweise zunächst keine spürbaren Veränderungen. – Mehr Erbsen machen noch lange keinen Frühling!
    • Geringe Unsicherheit: Wenn ihr schon früh ungefähr wisst, was passieren wird, entsteht wenig Spannung. – Es war schon vor der ersten Erbse klar, dass wir sie hier aufzusammeln und regelmäßig zu vergüten hatten.
    • Zu langsamer Spannungsaufbau: Vier Runden können sich lange anfühlen, wenn das Spiel erst spät interessante Entscheidungen oder Konflikte erzeugt. – Acht Runde ohne interessante Entscheidungen und Konflikte hätten sich noch länger angefühlt.
    • Zu wenig Interaktion zwischen den drei Spielern: Gerade bei einem Spiel zu dritt ist es wichtig, dass die Aktionen der anderen Spieler für mich relevant sind. – Wenn mir Günther eine rote Erbse vor der Nase wegschnappt und ich Aaron eine grüne, und alle mittels Joker das Wegschnappen wieder wett machen können, sind die Aktionen der anderen Spieler offensichtlich nicht relevant.
    • Kein klarer Höhepunkt: Ein Spannungsbogen braucht eine Entwicklung auf einen entscheidenden Moment hin. Wenn die Runden eher nebeneinanderherlaufen, entsteht dieses Gefühl nicht. – Genau so war es!

WPG-Wertung: Aaron: 4 (nur Schweiß & Arbeit aber kein Spiel, rein abstrakt, mühseliges Suchen von [Erbsen-]Kombinationen; ich vergäbe 1 Punkt mehr, wenn die Iconographie besser wäre), Günther: 6 (wenn ich in Stimmung wäre [sprich: ausgeruhter und konzentrierter], würde ich 8 Punkte geben; man kann dieses Spiel nicht aus dem Bauch heraus spielen), Walter: 6 (sauber konstruiert aber langweilig und repetitiv).

2. „Bomb Busters“

Den Schwierigkeitsgrad 61 haben wir gemeistert, am Schwierigkeitsgrad 62 sind wir gescheitert. Friedlich und harmonisch.

Keine neue WPG-Wertung für ein 7,8 Punkte Spiel.

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