
Die Fürsten von Florenz
Hersteller: ALEA, Ravensburger
Autor: Richard Ulrich und Wolfgang Kramer
Getestet: Basisspiel (erschienen 2000)
Tester: Walter Sorger
Das Spiel: Die Spieler repräsentieren jeweils einen Fürstenhof (in Florenz oder
sonst irgendeinem mittelalterlichen Stadtstaat) und müssen durch herrschaftliche
Entscheidungen bürgerliche Qualität (“Prestige”) an ihren Hof bringen.
Entscheidungen sind zum einen das Ausbauen des Hofes durch Gebäude (von Universitäten bis
zu Kapellen) und Landschaften (Parks, Seen und Wälder), zum anderen das Herbeiholen von
Berufen (Baumeistern und Gauklern), die ein gedeihliches Leben am Hofe fördern. Dazu
gehört natürlich auch das Gewähren von bürgerlichen Freiheiten. Weiterhin kann der
Spieler durch den Erwerb von Prestige- und Bonuskarten direkt oder indirekt das Prestige
seines Hofes erhöhen. Den größten Prestige-Reibach bewirken schließlich die Künster und
Gelehrten des Hofes, die sich in dem ausgebauten Fürstenhof,
ausgestattet mit Geistesfreiheien, in Gesellschaft von angenehmen Personen, umgeben von
lieblichen Landschaften und unterhalten von Gauklern zu ihren Werken inspirieren lassen
und somit zum Prestige des Hofes beitragen. Die Entscheidungen der Spieler geschehen in
einer Spielphase in Konkurrenz zueinander (durch Versteigern), in der zweiten Phase
absolut autonom in fester Reihenfolge. Nach sieben Runden ist Schluß und wer dann die
meisten Prestigepunkte besitzt, ist Sieger. Das Spiel hat einen geschäftsmäßigen,
eifrigen, aber doch friedlichen Charakter. Zufälle und Schicksalsschläge werden
vermieden. Die Folgen der Versteigerungsaktionen sind gemäßigt, da hier jeder genau
einmal zum Zuge kommt, und jedes erworbene Objekt in einen Spielplan paßt. Die Wirkung
der Zusatzkarten ist überschaubar: alle weisen in etwa ein gleiches Quantum von
Nützlichkeit auf; noch dazu zieht man jeweils 5 Karten und kann sich davon die am besten
passende aussuchen.
Spieldauer: Regelerklärung ca. 10 Minuten, das Spiel 1 ½ Stunden
Ähnliche Spiele: Schoko & Co.
Kommentar der Westpark Gamers: Ein sehr ausgewogenes strategisches Spiel, ohne
chaotische Elemente, mit einer hübschen Spielidee und funktionell durchdachter
Ausstattung. Wie auch immer die anderen agieren, es ist immer möglich, “to have a
plan”. Ob man sich bauwütig auf das Errichten von Gebäuden stürzt, auf den
Landschaftsausbau seines Hofes, auf die Inspiration von Künstlern oder auf die Wirkung
von Zusatzkarten, hinter all diesen Aktionsrichtungen gibt es Gewinn-Stategien, und uns
ist noch nicht klar, welche davon die beste ist. (Unser Künstler Moritz hat die ganze
Nacht nach dem ersten Spiel im Traum unter dem Druck gestanden, noch mehr Werke zum
richtigen Zeitpunkt fertig zu bringen!). In der zweiten Spielphase mit den autonomen
Entscheidungen der einzelnen Spieler haben wir eine gewisse Interaktion vermißt. Jeder
wurstelt so vor sich hin und kalkuliert dabei nur, ob er die hohe Werkvorgabe eines
Spielers noch in dieser Runde überbieten zu will, oder ob er nicht besser die nächste
Runde abwartet.
Walters Bewertung: 8 von 10 (wegen der Planbarkeit)
Westpark Gesamtbewertung: 8.6
| Weiterführenden Informationen: | Board Game Geek “Princes of Florence” Review |
| Funagain-Seite mit Spieler-Kommentaren über “Die Fürsten von Florenz” |
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| Luding Link zu “Die Fürsten von Florenz” |