Im
Auftrag des Königs
rezensiert von Peter Riedlberger
“Im Auftrag des Königs” ist ein brettspielartiges Kartenspiel von Adlung.
Die Spieler sind Tafelrundenritter und wollen 25 Punkte, die Siegbedingung, erreichen.
Laut Prospekt ist es besonders gut für zwei Personen geeignet (theoretisch 2-4). Auch wir
glauben, dass es zu dritt oder viert eher weniger gut funktioniert (weil dann das Spiel
trotz kaum vorhandenen Zufallselements rein durch Gruppendynamik-Chaos entschieden wird
und außerdem weil es dann noch länger dauern würde).
Das “Spielfeld” (das aus den Karten erstellt wird) besteht aus einem
geographischen Raum (einem kreisförmigen Spielfeld à la “Verräter”) und aus
Karten, die Aktionen symbolisieren. Diese Aktionen dienen dazu, Nachschub an Karten zu
bekommen, sich übers Feld zu bewegen oder Siegpunkte zu machen. Die Zahl jeweiligen
Karten ist begrenzt. Es gibt z. B. nur eine Gerichtskarte, und daher kann es jede Runde
nur eine Gerichtsverhandlung geben.
Wer weniger Siegpunkte hat, ist Startspieler der Runde. Er sucht sich eine Karte aus.
Dann sucht sich der Mitspieler eine Karte aus. Dann wieder der Startspieler usw., bis
jeder vier Karten hat.
Karten können entweder zu Hause (= Camelot) oder unterwegs gespielt werden;
Abenteuerkarten nur an ganz bestimmten Orten. Dieser Zusammenhang muss beim Nehmen der
Karten nicht beachtet werden, wohl aber beim Ausspielen.
Ein Beispiel: Der eine Spieler hätte die Aktionskarten “Auftrag annehmen”,
“Lanze nehmen”, “Pferd 3 Felder”, “Auftrag spielen”, der
andere hätte die Aktionskarten “Buch nehmen”, “Schwert nehmen”,
“Bewegung 4 Felder”, “Gericht” genommen.
In der zweiten Phase spielt der Startspieler alle vier Karten in beliebiger
(sinnvoller) Reihenfolge, dann kommt allein der andere dran. Siegpunkte gibt’s für
Gericht abhalten (2 Punkte; wofür man 1 Buch abgeben muss), Turnier abhalten (2 Punkte;
wofür man 1 Schwert oder 1 Lanze abgeben muss, sofern nicht der andere auch die Karte
Turnier nahm; dann wird geheim geboten) oder Abenteuer (3-5 Punkte; die Bezahlung hängt
von der Schwierigkeit ab).
Man kann also in einer Runde durchaus mehr als 5 Punkte machen. Nötig wäre dazu ein
5er Auftrag (für den man die nötigen Gegenstände auf der Hand hat), noch ein Auftrag,
beide “Auftrag spielen”-Karten (es gibt zwei davon) sowie (mindestens) ein
Pferd. (Alternativ könnte natürlich ein Gericht den kleineren Auftrag ersetzen oder
ähnlich).
Deswegen ist die richtige Strategie meist, den anderen punktemäßig vorpreschen zu
lassen. Das Spiel endet ja bei 25 mit “sudden death”. Hat der anderen 24 Punkte
und bin ich vorher mit meinen 18 dran und kann 7 Punkte machen, habe ich gewonnen. Es ist
auch deswegen ein großer Vorteil, Startspieler zu sein, weil immer nur ein neuer Auftrag
angenommen werden kann (es gibt nur eine Karte). Nehme ich jede Runde diese Karte, raube
ich dem Gegner die Möglichkeit, überhaupt die dicken Punkte zu machen.
Das Spannende am Spiel ist nur die Kartenauswahl-Phase; was nachher gespielt wird,
wird dort komplett determiniert (Ausnahme Turnier, wo geboten wird). Der Zufall
beschränkt sich auf das Nachziehen des angenommenen Auftrags (es stehen stets drei zur
Verfügung).
Das Spiel funktioniert definitiv, spielt sich aber etwas pomadig. Wirklich spannend
ist das Aussuchen nämlich zumeist nicht: Ich nehme halt das Beste, was es gibt; den
Gegner eng zu beobachten, ist meist nicht notwendig. Es gibt natürlich Ausnahmen, z. B.
wenn er weit von Camelot weg ist (wo allein Nachschubkarten gespielt werden können) und
ich ihm das einzige 4er Pferd wegnehme (das kommt aber bei einem cleveren Gegner nicht
vor). Oder wenn ich sehe, dass er zu viele Punkte macht und ich Startspieler werden kann,
wenn ich mich zurückhalte. Aber das ist nicht die Regel. Viel üblicher ist, dass ich mir
halt ein paar Nachschubkarten hole und ein paar Punkte machen, wie’s eben mit
Gericht/Tunier/Abentuer so geht.
Fazit: Wir sind beide keine Fans des Spiels, aber das kann auch an uns liegen. Wie
gesagt, ist das Spiel eigentlich in sich sauber und geschlossen. Es mag halt nur keine
rechte Spannung aufkommen.
Wertung: ![]()