Metallurgie
rezensiert von Moritz Eggert
“Im Schein der Kerzen beginnen die Alchimisten ihre Zeremonie….” so
beginnt die Regeleinleitung des neuen Kartenspiels von Maik Hennebach, erschienen im
Argentum Verlag. Und undurchschaubar wie eine alchimistische Zeremonie ist auch erst
einmal das Auslegen der Karten. “Hä?” mag man erst denken, wenn man sich in das
auf den ersten Blick komplexe Auslegesystem der alchemistischen Grundsymbole Eisen,
Kupfer, Silber und Gold, repräsentiert durch längliche Karten, hineindenkt. Die Regel
sagt hier einfach nur “werden nach einem komplexen Muster ausgelegt” nebst
einem Bild, man imitiert also, und so langsam lichten sich die Schleier des Zweifels und
es wird klar, dass das System durchaus funktioniert und Sinn macht.
Das Spiel erinnert ein wenig an eine Art 3D-Tetris -die Karten werden nach einem
bestimmten System entweder nebeneinander oder aufeinander gelegt, ist die richtige Menge
an angrenzenden Karten der selben Sorte beisammen, werden diese als Punkte einkassiert
und ein neues (durch die Auslegeregel aber vorhersehbares) Muster kommt zum Vorschein.
Wer also geschickt plant (so weit dies bei maximal 3 Handkarten auf der Hand möglich
ist), kann gleich mehrere Felder abräumen, wobei man natürlich auch von den Vorgaben der
Mitspieler abhängig ist. Gerade letzteres wurde in unserer Runde ein wenig bemängelt –
eine mögliche Lösung wäre eine Heraufsetzung des Handkartenlimits, oder aber das Spiel
nur zu zweit zu spielen, denn dann ist jeder mehr seines eigenen Glückes Schmied.
Nichtsdestotrotz ist Maik Hennebach mit “Metallurgie” vielleicht das
schlüssigste und beste der neuen Spiele aus dem Argentum Verlag gelungen.
“Metallurgie” spielt sich flüssig und
unverkrampft, und die Regeln beschränken sich auf ein Minimum. Wer also leicht abstrakte
Kartenspiele mag, wird an diesem Spiel mit schöner Kartengraphik und Sinn für Ästhetik
seine Freude haben. Bis zu 4 Spieler können mitmachen, empfehlenswert ist es besonders
als 2er-Spiel.
Regelerklärung: 5-10 Minuten, je nach “räumlichem Vorstellungsvermögen”.