Vegas Showdown

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Autor Henry Stern
Verlag Avalon Hill Game
Company
erschienen 2006
Spielerzahl 3-5
Spieldauer 90 Minuten
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Vegas
Showdown

rezensiert von Wolfgang Sofic

Vegas SHOWDOWN ist ein relativ einfaches Spiel mit Spaßfaktor. Man kann es zwar ab 3 Personen
spielen, aber so richtig Spaß macht es erst, wenn ein vierter Mitspieler dazukommt. Der
Konkurrenzdruck beim bieten wird dadurch erheblich gesteigert und das Spiel selbst wird
interessanter.

Das Spiel besteht aus dem allgemeinen Spielplan, auf der die Aktionen beginnen, dem persönlichen
Casino, auf dem die Aktionen umgesetzt werden, und den Utensilien, mit denen gespielt wird.

Ziel des Spieles ist es, in möglichst kurzer Zeit den persönlichen Casino-Grundplan mit den
Einzelteilen, die auf dem allgemeinen Plan ausgelegt sind zu befüllen und über die Teilebewertung
möglichst viele Siegpunkte zu erlangen, um sein Sternchen auf der schwarz-roten Spielplanumrahmung
(“Kramerleiste”) an die Spitze zu spielen.

boardDer allgemeine Spielplan ist in verschiedene Bereiche unterteilt. Einer ist die
vorerwähnte schwarz-rote Zahlenreihe auf der jeweils der aktuelle Spielstand dokumentiert wird. Der
kann in der Schlussabrechnung aber noch entscheidend verändert werden.

Unter allen Feldern mit den verschiedenen Bauvorhaben befinden sich die Bietleisten. Die Zahlen
auf den Feldern geben den Steigerungsbetrag an. Hier am Beispiel eines variablen
Ersteigerungsfeldes.

Der perönliche Casino-Grundplan dokumentiert den jeweiligen Spielstand des Spielers und zeigt
ihm “sein” Casino. Der Baubereich ist unterteilt in den Casino-Teil, dem Restaurant-Teil
und dem neutralen Zwischenbereich. Ziel ist es, das eigene Casino mit möglichst vielen Siegpunkte
wertigen Spielteilen zu belegen.

Das Spiel ist leicht erlernbar, wenngleich meines Erachtens 12-jährige dann doch etwas
überfordert sein werden. Die angesetzten rund 1 ½ Stunden Spielzeit gehen kurzweilig vorbei und das
Spiel wird auch nach mehrmaligem Gebrauch nicht langweilig.

Jeder Spieler bietet im Laufe der Runde wenn er an der Reihe ist. Wird ein Spieler überboten,
erhält er nach der ersten Bieterunde die Möglichkeit, seinen Konkurrenten zu überbieten, oder auf
eine andere Karte auszuweichen. Das erweist sich, vor allem in den ersten Runden, wenn das
verfügbare Geld knapp ist als probates Mittel Mitspieler in eine Gemeinschaftsrunde zu zwingen, in
der es diesem Spieler dann nicht möglich ist, eine Karte zu erwerben, oder dazu zu verleiten zuviel
Geld für eine Karte zu bieten um dann selbst anderweitig billiger einzukaufen. Gesteigert wird der
Reihe nach abwechselnd, solange es Konkurrenzsituationen gibt.

boardDurch geschicktes Taktieren kann man viel Geld sparen, und das ist vor allem in der
Anfangsphase schon recht knapp. Durch den Preisverfall der Erweiterungskarten, die nach Beendigung
einer Runde ja im Preisniveau sinken, eröffnen sich gute Gelegenheiten für deren Kauf und bieten
als zusätzlichen Vorteil meist viele Siegpunkte. Verspekuliert man sich aber, bleibt man auf der
Karte sitzen, kann die Karte nicht einsetzen und bekommt dann auch nicht die Siegpunkte, die allein
den Spielgewinn entscheiden.

Auf einigen der Karten sind an den Rändern rote Dreiecke aufgedruckt. Sofern man beim Legen
dieser Karten geschickt genug war, kann man auch hier noch zusätzliche Siegpunkte gut machen.
Hierfür kann man eine Runde Renovierung einlegen, in der dann bis zu drei Karten auf dem
Casino-Grundplan neu verlegt werden dürfen.

boardVersierte Spielefüchse erkennen schnell die sich bietenden Möglichkeiten um die für
einen Sieg ausschlaggebenden Siegpunkte zu erlangen. Das gelingt nicht alleine über die zu
ersteigernden Siegpunktekarten, und es bedarf einer guten Versorgung mit Geld aus dem Casino-
Restaurant- und Hotelbetrieb. Der Balanceakt schnell zu viel Geld zu kommen um frühzeitig die
teueren Karten zu erwerben, andere durch geschicktes taktieren zu Fehlspekulationen zu verleiten
macht einen großen Teil des Spielreizes aus.

Bei weniger versierten Spieler ist dieses Spielerlebnis zwar nicht derart bewusst herbeigeführt,
man kommt aber über kurz oder lang zu ähnlichen Konstellationen und Spaß und Spannung sind in
gleichem Maße vorhanden.

Negativ ist die etwas fummelige Handhabung der Spielfiguren. An Stelle des doch etwas dünn
wirkenden Papiers für den Casino-Grundplan wäre ein festerer Karton von Vorteil. Von den
Bauübersichtskarten sind lediglich zwei vorhanden; es wäre angebracht für jeden potentiellen
Spieler eine zu bevorraten.