STAR WARS – The Queen’s Gambit

STAR WARS – The Queen’s Gambit

Star Wars

Hersteller: Avalon Hill/Hasbro (erhältlich)

Autor: C.Van Ness, A. Roach

Getestet: Englische Ausgabe, 2000

Tester: Moritz Eggert

Szenario: Der mit Abstand schlechteste aller Star Wars-Filme (“The Phantom
Menace”). Die Spieler sind entweder auf der Seite der bösen “Trade
Federation” (kontrolliert durch den zukünftigen Imperator) oder der Prinzessin und
den Jedi. Die 4 Kämpfe am Schluss des Films finden im Spiel gleichzeitig statt: Die
Schlacht auf den Ebenen von Naboo, der Kampf der 3 Jedi im Reaktorraum, der Anflug Anakin
Skywalkers auf die Raumstation und der Versuch, den Palast zurückzuerobern. Sehr viel
Action also!

Das Spiel: Mit Worten lässt sich das opulente Spielmaterial kaum beschreiben,
man muß es einfach gesehen haben! Auf jeden Fall gehört dieses Spiel zu den
platzintensivsten Spielen, die ich kenne. Die 2 Spieler (eine Team-Variante für 4 Spieler
wird vorgeschlagen, klingt aber meines Erachtens langweilig) ziehen Karten von 2
Kartenstapeln, einer betrifft die Schlacht von Naboo und Anakins Anflug, der andere die
Geschehnisse im Palast. Jeweils 4 Karten werden “programmiert”, wobei man mit
10 Handkarten immer reichlich Auswahl hat. Abwechselnd decken die Spieler die Karten in
der gewählten Reihenfolge auf (der “Startspieler” wechselt jede Runde), und
vollführen Aktionen mit den Figuren, die die Karten benennen (dies sind beileibe nie
alle!). Meistens gibt es eine Auswahl von mehreren Aktionen, so dass man auch auf
aktuelle Spielentwicklungen noch reagieren kann. Eine besondere Rolle spielen die
Bonuskarten – diese werden, wenn erhalten, blind gezogen, und zu den
“programmierten” Karten der nächsten Runde hinzugefügt. Diese Karten zu
erlangen ist der Kern des Spiels – denn wenn man zum Beispiel durch Bonuskarten 8 Karten
in einer Runde spielt, kommt man 4 mal mehr dran als ein Spieler ohne Bonuskarten –
dieser sieht dann sehr, sehr alt aus. Obwohl die Schlacht auf den Feldern von Naboo nur
eine Ablenkung darstellt, ist sie tatsächlich die wichtigste: denn hier gibt es am
meisten Bonuskarten zu holen. Weitere Bonuskarten gibt es für das Metzeln bestimmter
Charaktere, was aber schwierig zu bewerkstelligen ist (allein Darth Maul hat 15
Lebenspunkte). Die Kämpfe werden mit Würfeln entschieden, wobei alle Figuren
unterschiedliche Würfel verwenden, manche speziell zur Verteidigung, manche speziell zum
Angriff. Alle 4 “Schlachten” haben unterschiedliche Regeln, am simpelsten (und
taktisch uninteressantesten) ist das Laserschwertduell der Jedis geraten. Der
“Gute” muss für den Sieg die Droiden durch Anakins Raumangriff ausschalten,
danach muss der Thronraum im Palast besetzt werden. Der böse Spieler muss dies
verhindern, um zu gewinnen.

Spieldauer: Maximal eine halbe Stunde Regelerklärung, 10 Minuten Aufbau, danach
ca. 2 sehr spannende Stunden.

Ähnliche Spiele: Die Schlacht der Dinosaurier

Kommentar der Westpark Gamers: Beim Auspacken kommt eine ähnliche Stimmung auf
wie weiland als Kind bei gewissen MB-Spielen (Geisterschloss, Spiel des Lebens…). Das
Spielmaterial ist absolut fantastisch und von hoher Qualität. Alle Figuren sind
realistisch dargestellt, das reicht von den ATT-Panzern der Handelsföderation bis zur
Prinzessin Amidala. Die Schachtel ist prallvoll mit Hunderten von Figuren gefüllt. Der
Spielplan ist dazu genial designt, der Palast wird dreidimensional in 3 Stockwerken
aufgebaut (was an das kultige “U-Boot-Jagd” erinnert) und verbindet die beiden
riesigen Spielpläne, die die Felder von Naboo sowie den Reaktorraum und den Anflug
Anakins darstellen. Durch diese Materialmassen dauert der Aufbau etwas, das kann man aber
verkraften, denn es macht viel Spaß . Hier floss sehr viel professionelle Arbeit ein, da
leuchtet sogar der hohe Preis ein (wahrscheinlich macht Hasbro noch nicht mal viel Gewinn
pro verkauftem Spiel). Auch als Sammlerstück wird das Spiel sicherlich mal viel wert
sein. Die Regeln sind klar gegliedert und gut verständlich, auch die Karten sind vom
Design her sehr übersichtlich. Das Spiel selber spielt sich flott – es wird gewürfelt,
aber in immer neuen Konstellationen, so dass der Spaß erhalten bleibt. Die Hauptstrategie
liegt beim Planen der Aktionen: Wo setze ich am meisten Karten ein? Wo habe ich die
Überhand, wo baue ich sie aus? Wie bekomme ich diese Runde mehr Bonuskarten als der
andere? Es mag letztlich ein Glücksspiel sein, aber es ist eins, in dem man den Eindruck
hat, das Geschehen wirklich beeinflussen zu können. Das Design ist dem legendären
“Die Schlacht der Dinosaurier” so ähnlich, dass ich fast sicher war, es stamme
vom selben Designer. Dem ist aber erstaunlicherweise nicht so. Wer “Die Schlacht der
Dinosaurier” mag (ebenso opulentes Material, geniales Design), wird von diesem Spiel
noch begeisterter sein, denn die gleichzeitige Behandlung der 4 Schlachten steigert den
Spielspaß und die taktischen Möglichkeiten enorm. Und für noch etwas muss man die die
Designer loben: Sie haben auf eine Jar-Jar Binks und Anakin-Figur verzichtet, und damit
quasi ein Abbild des Films geschaffen, das besser als das Original ist. Eines der ganz
seltenen Beispiele einer gelungenen Filmumsetzung!

Moritz’ Bewertung: 8 von 10 (leichter Abzug wegen ungenannten Ideenklaus
von “Die Schlacht der Dinosaurier)

Westpark Gesamtbewertung: 8.5

Weiterführende Informationen: New Avalon Hill Homepage
Englisch
Link zum Eintrag “Queen’s Gambit” bei Web-Grognards, im Moment weiterer
Link zu Q&A sowie einer Kritik