Carcassonne – Die Burg
rezensiert von Peter Riedlberger
“Carcassonne – Die Burg” (nicht zu verwechseln mit “Die Stadt”!)
ist ein Carcassonne-2PS. Unbedingt notwenig wäre seine Einführung nicht gewesen, denn
“Carcassonne” (rein und unverfälscht und unerweitert) funktioniert auch zu
zweit hervorragend. Ich setz’ mal Carcassonne als bekannt voraus und beschränk mich
darauf, das Delta zu erläutern.
Bei der Burg ist das Spielfeld umrandet (die Burgmauer, versteht sich), es kann also
nicht beliebig gebaut werden. Zugleich ist die Mauer die Punkteleiste; an gewissen
Stellen liegen Bonusplättchen, die man aber nur bekommt, wenn man genau den
entsprechenden Punktstand erreicht. Diese Plättchen können ziemlich wertvoll sein
(“1 fertiger Turm zählt für dich doppelt” ist schon mal spiel
entscheidend).
Der wichtigste Bauunterschied ist, dass allein Wege fortgesetzt werden müssen. Mauern,
Türme, Häuser, Höfe lassen sich beliebig aneinander legen (und so viel leichter
abschließen). Der wichtigste Wertungsunterschied ist, dass angefangene Wege, Türme,
Häuser bei der Schlusswertung mit Null gewertet werden.

Die größte Besonderheit ist der Palas: Sobald man ein Haus selbst fertig stellt, setzt
man den Palas-Stein drauf. Sollte man später ein größeres Haus selbst fertig stellen,
springt der Palas-Stein dahin. Am Ende wird gekuckt, wer den größeren Palas hat.
Derjenige bekommt die Zahl der Felder des größten zusammenhängenden Gebiets freier Felder
(nicht vergessen, das Spielfeld ist umrandet!) gutgeschrieben.
Die Palas-Regel wirkt ein bisschen unausgegoren. Denn erstens ist es ziemlich einfach,
andrer Leute Häuser fertig zu stellen (wir erinnern uns: man muss ja nur Wege fortsetzen;
selbst wenn ich gar kein Hausplättchen hab, kann ich ein gegnerisches Haus beenden). Man
kann also oft kaum ums eigene Palas kämpfen. Aber warum sollte man: Die Menge
zusammenhängenden Whitespaces ist gar nicht so groß. Vor allem, wenn man sieht, dass der
andere sicher die Palas-Mehrheit haben wird, spiel ich eben so, dass ich mit meinen
Konstrukten die leeren Flächen durchtrenne. Andererseits stört das Ganze auch nicht
weiter. Es ist halt nur viel Regel für relativ wenig Spieleinfluss.
Fazit: Wir mögen Carcassonne, und wir mögen daher auch die Burg, die wir so auch
relativ oft hervorholen. Was wir aber mögen, sind eher die aus Carcassonne bekannten
Elemente, nicht so sehr das Sondergut wie die Palas-Regel. Da sich unsere Wertungen aber
auf die Spielhäufigkeit beziehen, sind’s in jedem Fall vier Sterne.
Wertung: ![]()