von Walter am 10.08.2005 (695 mal gelesen, keine Kommentare)

Peter lud sich mit seiner Loredana rechtzeitig aus: wenn mehr als 4 Spieler zusammenkommen, kann er seine spielerischen Qualit├Ąten nicht mehr richtig entfalten. G├╝nther verwechselte Dienstag mit Mittwoch und hatte sich irrt├╝mlich zu seiner Claudia zur├╝ckgezogen. (Oder war es doch eher wissentlich zu seiner Ute?) Jedenfalls sa├čen wir auf einmal als Trio von dem gedeckten Gabentisch und suchten den vierten Mann. Da sprang gl├╝cklicherweise noch Basti in die Bresche und wir konnten uns in voller Personalst├Ąrke als vereintes Europa gegen die Preu├čen wenden.
“Friedrich”
Ein wundersch├Ânes historisches Kriegsspiel von einem nagelneuen Autor und einem nagelneuen Verlag. In einer asymmetrischen Allianz von drei Spielern Ru├čland + Schweden, ├ľsterreich + Reichsarmee, sowie das etwas marginale rechtsrheinische Frankreich gegen den vierten Spieler, der als Preu├čenk├Ânig zwar schon die Hannoveraner als Bundesgenossen rekrutiert und sich seinen Erbteil Schlesien unter den Nagel gerissen hat, ansonsten aber mutterseelenallein in der Welt nur auf den lieben Gott vertrauen kann.
Die drei Gegenspieler spielen im Prinzip jeder f├╝r sich. Jeder hat sein eigenes Spiel- bzw. Kriegsziel, sie d├╝rfen sich gegenseitig nicht bek├Ąmpfen. Aber jeder f├╝r sich ist schw├Ącher ausgestattet als die preu├čische Zentralmacht und so sind sie darauf angewiesen, zusammen zu arbeiten, damit jeder an seiner Front dem gemeinsamen Gegner soviel Verluste zuf├╝gt, da├č f├╝r alle anderen die Gefahr einer totalen Niederlage reduziert wird.
Der Preu├čen-Spieler kann das Spiel nicht direkt gewinnen. Er mu├č nur verhindern, da├č keiner der anderen sein Kriegsziel erreicht. Wenn er das lange genug durchh├Ąlt, ist er der Sieger.
Gek├Ąmpft wird, indem man nach Art von “Risiko” umherzieht, sich den gegnerischen Truppen n├Ąhert und K├Ąmpfe vom Zaun bricht. Entschieden wird jeder Kampf durch Karten, die jeder Spieler pro Runde zugewiesen erh├Ąlt. Da die Karten eine Spannweite von 3 bis 13 Punkte aufweisen, ist leicht ersichtlich, da├č hier dem Zufall T├╝r und Tor ge├Âffnet ist. Allerdings darf man nicht weinen, wenn man schlechte Karten bekommen hat. Damit darf man halt keine Schlacht anfangen, sondern man mu├č sich zur├╝ckziehen und hoffen, da├č die Preu├čen von einem besser bedachten Spieler in Atem gehalten werden.
Ein h├╝bsches Spielelement ist der “Tro├č”, das ist ein Kl├Âtzchen, das man als k├Ąmpfende Armee im Ausland immer greifbarer N├Ąhe mit sich f├╝hren mu├č. Sonst gilt man als “unversorgt” und wird kampflos vom Brett genommen. Mit dem Tro├č wird man auf seinen Raubz├╝gen verletzbar und gewinnt daf├╝r zuhause an Stabilit├Ąt.
Eine b├Âse Szene gab es, als Friedrich der Gro├če unbeirrbar darauf beharrte, meine Franzosen seien schon vor mehreren Z├╝gen halb tot geschlagen worden und ich anhand von Rekonstruktionen beweisen mu├čte, da├č sie doch gerade erst frisch geschniegelt aus dem Swinger-Club herausgekommen waren.
Ansonsten war es eine sehr spannende Session mit einem sehr gelungenen Spiel. Moritz wird eine Rezension schreiben.
WPG-Wertung: Aaron: 8, Basti: 8, Moritz 8, Walter 8.


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