von Walter am 12.10.2007 (1.117 mal gelesen, keine Kommentare)

Ziemlich genervt kam Moritz von der Urauff├╝hrung seiner Oper “Freax” aus Bonn zur├╝ck. Sein bis dahin bestes Werk hatte vom Publikum eine ├╝beraus freundliche Zustimmung erhalten, doch die Nebenerscheinungen bei der gescheiterten Zusammenarbeit mit Schlingensief waren mehr als aufreibend. Moritz wollte keinen Kommentar dazu abgeben, er wollte nur noch spielen! Brettspiele!
Daf├╝r sind die Westpark-Gamers nat├╝rlich bestens geeignet. Nach Peters schriftlichem Zeugnis gilt “dennoch und ohne ├ťbertreibung: Westpark hat Top Prio. Eine bessere und gem├╝tlichere Spielrunde kenne ich nicht und habe ich nicht erlebt.” – Das ist zweifellos das Gegenteil von Netzbeschmutzung!
1. “Schatten ├╝ber Camelot”
Der Kampf aller Guten gegen den einzigen B├Âsen.
In Camelot ziehen die Spieler reihum wei├če Karten, mit denen sie die Machtposition der Guten st├Ąrken. Haben sie gen├╝gend Kampfkraft gehortet, ziehen sie aus, um die “Quests” gegen das B├Âse zu bestehen. Das B├Âse gewinnt in jeder Runde an Boden, und die Guten haben nur bei guter Koordination ihrer Mittel und durch Aufopferung einzelner Leben und Machtpunkte eine Chance, am Ende zu obsiegen.
Die Guten gewinnen gemeinsam, keiner von ihnen kann sich als Einzelk├Ąmpfer profilieren. Insofern ist “Camelot” ein echtes Kooperationsspiel, und zwar eines von der besseren Sorte. Die Entscheidung steht st├Ąndig auf der Kippe und wer sich mit dem Gral, mit Excalibur und ├Ąhnlichen Accessoires identifiziert, findet den Kampf auf Messers Scheide richtig spannend. Wer allerdings danach strebt, das Spielfeld als einziger Sieger zu verlassen, der mu├č hoffen, vom Schicksal die Rolle des B├Âsen zugeschustert zu bekommen. Wenn dann gewinnt, hat alleine gewonnen.
WPG-Wertung: Gegen├╝ber ihrer bisherigen m├Ą├čigen Wertung haben G├╝nther und Walter je einen Punkt zugelegt, Moritz bleibt bei seinen 8, Birgit fand es ebenfalls 8 Punkte wert, und Wolfgang liegt mit 7 Punkten noch knapp ├╝ber dem Schnitt.
Moritz hat noch keine Rezension geschrieben.
2. “Modern Arts”
Auktionen um K├╝nstler und ihre Werke. Wer am Ende den beste Riecher f├╝r die Entwcklung von Kunstrichtungen und erzielbare Preise hatte, wird Sieger.
Au├čergew├Âhnlich kurze Runden kennzeichneten diesmal den Ablauf. In der ersten Wertung waren nur Krypto und Christin P. in den Handel gekommen, in der zweiten Wertung auch noch Lite Metal. Yoko und Karl Gitter blieben bis zum Ende im Magazin. Offensichtlich haben sich da zu viele Mitspieler verspekuliert und sind dann auf ihren Kunstsch├Ątzen sitzen geblieben.
Christin P. konnte auch die dritte und vierte Wertung f├╝r sich entscheiden und brachte es am Ende auf 100 Dollar pro St├╝ck. Wer sich hier engagiert hatte, wurde Sieger. G├╝nther war es nicht, aber als der Sieger am Ende befriedigt seine 500 Eier in die Schachtel zur├╝cklegte, konnte er dessen Euphorie d├Ąmpfen: “So hoch ist der Abstand gar nicht!” – Immerhin waren es noch fast 7 Prozent!
Keine neue WPG-Wertung. Birgit hielt sich zur├╝ck. Diese Art von Spielen liegt ihr nicht und sie wollte den WPG-Durchschnitt nicht vermasseln.
3. “Kunst-Box”
Es war erst halb Elf und viel zu fr├╝h f├╝r ein “Bluff”. Moritz schlug deshalb gleich noch ein weiteres Spiel um Gem├Ąlde vor: “Kunst Box”. Auf die kritischen Fragen, wie lange das Spiel dauert, konnte er beruhigen: “Solange ihr wollt!”. Es werden einzelne Gem├Ąlde unabh├Ąngig voneinander pr├Ąsentiert; jede Pr├Ąsentation dauert ca. 20 Minuten, und die Spieldauer ergibt sich aus der Anzahl der vorgestellten Bilder!
Eigentlich ist es kein Spiel, sondern eine Art Quiz f├╝r Kunstkenner und solche, die vorgeben, es zu sein. Das jeweils zu pr├Ąsentierende Gem├Ąlde ist zu Beginn von Pl├Ąttchen zudeckt und der aktive Spieler darf jeweils ein Pl├Ąttchen entfernen, so da├č die Einzelheiten peut a peut sichtbar werden. Dann darf er eine Behauptung zur Eigenschaften des Gem├Ąldes aufstellen, z.B. von welchem K├╝nstler es ist, wann dieser geboren wurde, welches Motiv es darstellt, aus welcher Epoche es stammt, ob Einzelteile des Gem├Ąldes gef├Ąlscht sind und dergleichen. Die behaupteten Eigenschaften mu├č der aktive Spieler frei aus seinem Kunstverst├Ąndnis sch├Âpfen, und wer einen Niederl├Ąnder nicht von einem italienischen Renaissancemaler unterscheiden kann, hat schon mal schlechte Karten.
Wer von den nicht-aktiven Mitspielern der Behauptung des aktiven Spielers glaubt, gibt ihm einen Chip aus der Bank. Am Ende bekommen sie selbst f├╝r die richtige Antwort auch einen Chip. Wer nicht glaubt, gibt keinen Chip und bekommt am Ende auch nichts. Wer am Schlu├č die meisten Chips einnehmen konnte, ist Sieger.
Dieses Chip-Verteil-Prinzip hat Moritz entweder nicht richtig vorgelesen, oder es ist einfach unausgegoren. Warum sollte ich dem aktiven Spieler freiwillig einen Chip gegen, wenn ich am Ende h├Âchstenfalls ebenfalls nur einen Chip bekomme? Schon aus Prinzip gab niemand keinem keinen Chip. So setzen sich schlie├člich die Kenner von “├ľl auf Leinwand” gegen die Scharlatane mit “├ľl auf Holz” durch. Die Kunstbanausen entschieden sich einstimmig, die bunte Kunst links liegen zu lassen.
WPG-Wertung: Birgit: 2, G├╝nther: 3, Moritz: 5 (K├╝nstler!), Walter: 3, Wolfgang: 5 (Kunstkenner!)
4. “Verflixxt!”
Es war nicht viel Zeit vergangen, f├╝r ein richtiges Vor-Absacker-Spiel war immer noch Zeit.
“Verflixxt!” in der Basisversion ohne Fisimatenten kam da gerade recht, um die spielerische Stimmung wieder auf Vordermann zu bringen.
Ein W├╝rfelspiel ohne jeden Fehl und Tadel. Der Gl├╝cksfaktor liegt sicherlich in der N├Ąhe von 1, doch wo er genau liegt, dar├╝ber k├Ânnen die Experten noch streiten. Der Spa├čfaktor liegt zweifellos bei 100%. Als alter Backgammonese konnte Moritz das Spiel f├╝r sich entscheiden, Birgit mit ihren Vorlieben f├╝r strategische Adventure-Games kam immerhin auf den zweiten Platz.
Keine neue WPG-Wertung f├╝r ein ehemaliges “Spiel des Monats” vom Westpark.
5. “Bluff”
Nichts Neues im Westen, doch Moritz ergriff schnell die Gelegenheit, seine ├╝beraus gesch├Ątzen F├Ąhigkeiten, Spiele zu erkl├Ąren, beim Neuling Birgit unter Beweis zu stellen.
Apropos Birgit: F├╝r alle Westparker, die neugierig sind. Sie war eine Bereicherung!


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