von Aaron am 7.07.2010 (1.420 mal gelesen, keine Kommentare)

Ein harter Kern von FuĂźballverweigerern traf sich trotz 1. WM-Halbfinalspiel zum Spieleabend bei Peter am sonst unĂĽblichen Dienstag. Walter schrieb bereits etwas ĂĽber die HintergrĂĽnde der Terminverschiebung. Da das Parkplatzchaos in der Maxvorstadt trotz naher Fanmeile in der LeopoldstraĂźe nicht schlimmer war als sonst, konnten wir pĂĽnktlich starten.
Peters klarer Vorliebe für deutsches Spielegut ist bekannt und Aaron hatte trotzdem „Age of Industries“ mitgebracht, der angeblichen „light“ Version von Martin Wallace’s „Brass“. Fast lag es schon auf dem Tisch als sich dann doch eine Mehrheit für ein kurzes, einfacheres Spiel zum Start entschied.
1. „Glen More“
Aus unerfindlichen Gründen war Aaron der Meinung, dass „Glen More“ auf der Empfehlungsliste des Spiel des Jahres 2010 stünde – stimmt aber nicht. Günther kannte es bereits und war nicht so recht zu begeistern, da seiner Meinung nach ein recht hoher Glücksfaktor das eigene Geschick beeinflusst. Der Spielmechanismus ist schnell erklärt: jeder Spieler sucht sich in seinem Zug aus einer Auslage ein Landschaftsplättchen heraus, das er an seine bereits bestehende Landschaft anbaut. Dabei werden umliegende Plättchen der Landschaft zusammen mit dem neu angelegten aktiviert und liefern ihren Bonus. Das können Rohstoffe sein oder Zusatzaktionen wie den Verkauf von Rohstoffen gegen Siegpunkte. Dreimal gibt es im Spiel eine Zwischenwertung, bei der es Siegpunkte für diejenigen gibt, die mehr „Spezialdinge“ wie Whiskey, Karten oder Stammesfürsten gesammelt haben. Am Ende verlieren dann noch diejenigen mit den größten Landschaften Siegpunkte.
Der Mechanismus des Landschaftplätttchenziehens ist recht clever gelöst: die Auslage ist sequenziell und je mehr Plättchen man bei seiner Wahl überspringt, umso länger muss man warten, bis man wieder dran ist. Hier greift dann auch Günthers Argument der Glücksabhängigkeit: liegen mehrfach die für mich gute Plättchen weiter hinten, komme ich seltener dran als die anderen Spieler.
Trotzdem ist „Glen More“ ein solides Spiel, das funktioniert.
WPG-Wertung: Aaron 7 (funktioniert, aber zu wenig Interaktion); Günther 6 (weil’s funktioniert); Loredana 5 (zu zäh); Peter 7 (weil’s funktioniert)
2. „R-Öko“
Da die Stimmung immer noch nicht nach einem komplexeren Spiel rief, kam „R-Öko“ wieder auf den Tisch. Damit sanken die Chancen auf ein „Age of Industry“ an diesem Abend deutlich.
„R-Öko“ hatte schon vor ein paar Wochen gut gefallen und hatte dabei als schnelles Spiel mit neuem Mechanismus punkten können.
WPG-Wertung: Loredana 6 (kurz und schnell); Peter 6 (nett)
3. „Kuhhandel Master“
In der Erinnerung an Spieleabende vor mehr als 20 Jahren kommt „Kuhhandel“ immer noch als lustiges, durchaus anspruchsvolles Bluffspiel sehr positiv vor. Ein Wermutstropfen war damals die Profiregel, die den Geldaustausch beim Kuhhandeln so verändert, dass es zu dramatisch schlechten Handeln kommen konnte. Damals fanden wir den dadurch verstärkten Glückscharakter (andere mögen es Bluff-Charakter nennen) als zu unausgewogen. Umso erstaunter waren wir, dass die Spielregel zu „Kuhhandel Master“ genau diese Handelsform zur alleinigen Regel erklärt. Als zusätzliche „Master“-Erweiterungen gibt es das Rattenquartett, das man auf keinen Fall haben möchte und Prestige-Karten zu jeder Tiersorte, die den Wert des entsprechenden Tierquartetts erhöhen, wenn man beide besitzt.
„Kuhhandel Master“ konnte sie alten positiven Erinnerungen nicht wieder abrufen. Im Gegenteil: das Spiel erscheint aus heutiger Sicht etwas altbacken und die neuen Karten bringen keine wirklich neuen Herausforderungen. Zusammen mit dem problematischen Geldtauschmechanismus wurde hier kein besseres „Kuhhandel“ geschaffen.
WPG-Wertung: Aaron 5 (schlechter als das Original); GĂĽnther 5 (dto.); Loredana 5; Peter 5 (zu lang)


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