von Walter am 17.07.2014 (2.745 mal gelesen, 8 Kommentare)

Walter hat im Freundeskreis an einem Tipp-Wettbewerb zur Fußballweltmeisterschaft teilgenommen. Jedes Spiel aus Qualifikation und KO-Runden musste getippt werden. FĂŒr ein richtiges Ergebnis gab es drei Siegpunkte, fĂŒr die richtige Tendenz (Sieg oder Niederlage) einen Siegpunkt.

Geld gab es auch zu gewinnen. FĂŒr jedes Spiel musste ein Beitrag zwischen 50 Cent und 1.50 Euro eingesetzt werden. Die gesetzten Summen wurden jeweils nach einem wohldefinierten SchlĂŒssel aus Siegpunkten und Geldeinsatz wieder unter die Teilnehmer verteilt.

Erfolgskurven beim Tippen der Ergebnisse fĂŒr die Fußball-WM

Erfolgskurven beim Tippen der Ergebnisse fĂŒr die Fußball-WM

In einer Mischung aus Mutwillen, Faulheit und Spielwitz tippte Walter fĂŒr alle Spiele einen Spielausgang von 0:1! Auch bei den deutschen Spielen, also ein 0:1 gegen Portugal, Ghana und die USA. Gegen die USA war dieser Tipp ausnahmsweise mal fĂŒr Deutschland. Das 0.1 gegen Algerien, Brasilien und sogar im Endspiel gegen Argentinien stempelte ihn dann schon fast zum VaterlandsverrĂ€ter!

Was kam dabei heraus? Nach den ersten beiden Verlustspielen brachte ihn die 1:5 Niederlage Spaniens gegen Holland mit einem Gewinn von 9.28 Euro schon weit in die Gewinnzone. Die 0.1 Siege Costa Ricas gegen Uruguay und Italien hoben ihn dann auf den ersten (Geldgewinn-)Platz, den er bis zum Endspiel verteidigen konnte. Und das mit seinen stumpfsinnig-sturen 0:1-Tipps! Fazit:

  • Fußball ist doch nur ein GlĂŒcksspiel. (Aarons Predigt)
  • Mit ein bißchen vager Spieltheorie kann man gegen solide Spielpraktiker immer noch jede Menge Boden gutmachen. (GĂŒnthers Predigt)

Happy End? Leider nein! Im Endspiel wurde Walter von zwei Tipp-Konkurrenten noch ĂŒberholt, die den 0:0-Stand nach 90 Minuten richtig getippt hatten, und sich mit den jeweils dafĂŒr verbuchten 15,52 Euro an die Spitze aller 165 Teilnehmer setzen konnten.

1. “Istanbul”
Horst kannte das gerade frisch gekĂŒrte „Kennerspiel des Jahres 2014“ noch nicht und hatte es schon im Vorfeld auf seine Wunschliste fĂŒr den heutigen Abend gesetzt. GĂŒnthers Exemplar lag noch am Westpark herum und Aaron nahm die EinfĂŒhrung vor.

Horst war begeistert: „Das Spiel macht schon beim ErklĂ€ren Spaß. Locker flocker. Von einer erfrischenden Leichtigkeit.“ Walter: „Es ist vielleicht nicht ganz so leicht, aber die ZĂŒge sind vom Spielmaterial her alle sehr leicht gemacht.“ Aaron: „Vor allem ist es schnell.“

WPG-Wertung: Den bisherigen Schnitt von 8-WPG-Punkten toppte Horst mit 9 Punkten (Endlich mal wieder ein Spiele-Highlight!)

Herzlichen GlĂŒckwunsch, lieber RĂŒdiger Dorn, zu Deinem Meisterwerk!

2. “Blöder Sack”

Ein WĂŒrfelplatzierungsspiel. Jeder Spieler hat insgesamt 10 WĂŒrfel, wĂŒrfelt jeweils zwei davon und legt die Ergebnisse einzeln oder gemeinsam auf fĂŒnf „Sackkarten“ in der Mitte des Tisches. Zu jeder Sackkarte gibt es eine Qualifikation darĂŒber, wer diese Karte in den unregelmĂ€ĂŸig auftretenden Wertungen erhĂ€lt, z.B.

  • Diese Sackkarte erhĂ€lt der Spieler, der zuletzt eine 4, 5 oder 6 hingelegt hat
  • Diese Sackkarte erhĂ€lt der Spieler, der hier die meisten WĂŒrfel platziert hat
  • Diese Sackkarte erhĂ€lt der Spieler, dessen WĂŒrfel die höchste Summe kleiner als 10 bilden
  • Und was dergleichen Kombinationsmöglichkeiten mehr sind, insgesamt 27 StĂŒck.

Eine Wertung erfolgt, wenn

  • auf einer Sackkarte 9 WĂŒrfel liegen
  • ein Spieler alle seine WĂŒrfel auf den Sackkarten verteilt hat und nicht nachwĂŒrfeln kann
  • ein Spieler einen Pasch wirft. Jedem Pasch ist genau eine Sackkarte zugeordnet, die dann gewertet wird.

Schnell, rund und 
 fragwĂŒrdig! Aaron beklagte den Mangel an Wahlfreiheit beim Platzieren seiner WĂŒrfel. Eigentlich sei es ganz eindeutig, wohin jeder seine WĂŒrfel legen muss. Unausgesprochen: Damit lĂ€ĂŸt das Spiel keinerlei Raum fĂŒr jegliches VersprĂŒhen von Geist.

Aarons Auffassung blieb nicht unwidersprochen. Wir fĂŒhrten unseren zweiten Durchgang daher ausschließlich unter dem Aspekt, die jeweilige Entscheidungsfreiheit zu verifizieren. Jeden Wurf begleitete eine sachliche Diskussion darĂŒber, wohin die WĂŒrfel jetzt am sinnvollsten platziert werden mĂŒssten. Doch selbst die sachlichstes Sachlichkeit fĂŒhrte nicht zu grundsĂ€tzlichem EinverstĂ€ndnis. Der Blöde Sack hat auch ein erhebliches, unwĂ€gbares Potential fĂŒr Platzierungen, die sich nicht unmittelbar auszahlen, sondern in der Hoffnung auf nachgewĂŒrfelte Paschs oder als Basis fĂŒr zukĂŒnftige Mehrfronten-Angriffe angesehen werden können.

Die Regeln zur Schlußwertung brachten Aaron aber vollends auf die Palme. Sobald ein Spieler die vierte Sackkarte eingeheimst hat, lĂ€utet er das Spielende ein. Die Runde wird zu Ende gespielt, d.h. die Spieler bis rechts vom Startspieler dĂŒrfen je noch einmal wĂŒrfeln und ihre Ergebnisse platzieren. NatĂŒrlich hat der letzte WĂŒrfler hier nochmals unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸig höhere Chancen, noch schnell z.B. „die letzte 4, 5, oder 6“ an eine Sackkarte zu legen und diese dann einzustreichen. Wer das Spielende eingelĂ€utet hat, ist naturgemĂ€ĂŸ von diesem möglichen Schlußsegen ausgenommen. „Die Schlußwertung ist broken.“

Fast unkommentiert hier noch ein biografischer Auszug aus dem Regelbeiblatt zum Blöder-Sack-Autor Ralf zur Linde: Er studierte Mathematik und Theologie und lebt heute die meiste Zeit auf Mallorca, mitunter aber auch sehr zurĂŒckgezogen auf einer kleinen Insel auf den Seychellen. Wenn das kein blöder Sack ist … (Entschuldigung!)

WPG-Wertung: Aaron: 3 (habe keine Wahl), Horst: 6 (Klassischer Absacker), Walter: 5 (lockeres WĂŒrfelspiel).

Caylus Magna Carta – und die schwarze Hand

Caylus Magna Carta – und die schwarze Hand

3. “Caylus – Magna Carta”

2006 bekam „Caylus“ den ersten, neugeschaffenen „Sonderpreis Komplexes Spiel“ der Jury von SdJ. Ein Jahr spĂ€ter wurde unter dem Namen „Caylus – Magna Carta“ eine leichtere Kartenspiel-Variante herausgebracht, die ebenfalls sehr gut punkten konnte und mit einem Durchschnitt von 8 Punkte im Juni 2007 auch unser „Spiel des Monats“ wurde.

Zweifellos eine gute Kartenumsetzung eines sehr guten Brettspiels. Alles funktioniert, alles ist gut ausbalanciert, es gibt viel Interaktion und Konkurrenz, und jeder hat eine reichliche Auswahl von strategischen PlĂ€nen fĂŒr seinen Sieg.

Heute ging es allerdings ziemlich zĂ€h ĂŒber die BĂŒhne. Die Frondienste fĂŒr den Schlossbau wurden nur widerwillig abgeleistet, und das Schloss wurde und wurde nicht fertig. Das lag aber zum Großteil daran, dass wir hier eine wichtige Regel falsch gelesen und falsch gehandhabt haben. Wer in einer Runde die meisten Rohstoffpakete fĂŒr das Schloss abgeliefert hat, bekommt nicht einen lĂ€ppischen Gulden dafĂŒr, sondern ein ganzes batziges GoldstĂŒck, das unsere Spielerseelen viel heller zum Erstrahlen gebracht hĂ€tte. Als wir den Irrtum bemerkten, war es leider schon viel zu spĂ€t fĂŒr eine Korrektur.

Trotzdem bleibt die Frage, ob unsere heutige lediglich Zufriedenheit mit dem Spiel und unsere Begeisterung von vor sieben Jahren richtig miteinander korrelieren. Zumindest Aaron reduzierte seine Wertungsnote von 8 auf 7 Punkte.

WPG-Wertung: Aaron: 7 (fĂŒher 8, eine Note, die ihm heute „komisch“ vorkommt), Horst: 6 (kein Spiel zum Lachen [, eher zum sich ab und zu mal Ärgern]), Walter: 8 (bleibt, auch innerhalb der heutigen, Überdruß erzeugenden Flut von Workerplacmentspielen noch klares Leuchtfeuer brillanter Konstruktion).

4. “Nobiles”
Aaron wickelt weiter an seiner Neuentwicklung ĂŒber den ostfriesichen Kampf gegen Hunger, Sturmflut und fĂŒr Amt und WĂŒrden. Die Verlagerung der AktivitĂ€ten gegen Spielmitte von der Naturfront an die Sozialfront klappt schon ganz gut. Vielleicht zu gut. Opportunisten können selbst im letzten Augenblick noch umschwenken und die Macht im Rathaus an sich reißen. Hier wird weiter an den RĂ€dchen gedreht. Aaron hat schon eine Menge passender Ideen dazu.

In der jetzigen Fassung muss der HĂ€uptling oft genug seine Kastanien selber aus dem Feuer holen, wenn die fĂŒr seine Kampfgenossen in Aussicht gestellten ErfolgsprĂ€mien zu mickrig ausfallen. Vielleicht ist das gewollt und gut so. Vielleicht wird auch daran noch gedreht. Gut Ding will Weile haben.

Keine WPG-Wertung fĂŒr ein Spiel in der Entstehungsphase.


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8 Reaktionen zu “16.06.2014: Spieltheorie und Spielpraxis”

  1. Andreas Daiber

    Hallo, liebe Westparkler,
    schon viele Jahre lese ich Eure Berichte mit großem Interesse und hĂ€ufigem EinverstĂ€ndnis. Nur bei ISTANBUL haben wir in mehreren 4er- und 5er- Runden immer wieder erleben mĂŒssen, dass der Startspieler bei schneller Entnahme des PlĂ€ttchens zum WĂŒrfelzinken letztlich auch der Sieger war. Weder konnte jemand schneller an dieses PlĂ€ttchen gelangen noch hat sich irgendeine andere Startegie je als effizienter erwiesen. Um es etwas abzuschwĂ€chen: Die Spieler, die von den PlĂ€tzen 3-5 starteten, hatten immer das Nachsehen. Wir waren enttĂ€uscht, halten das Spiel fĂŒr “broken” und haben es schon wieder verkauft. Die Wahl zum SdJ hat bei uns nur KopfschĂŒtteln ausgelöst und ich bin gespannt, ob Eure Begeisterung lĂ€nger anhĂ€lt… Herzlicher Gruß aus Peißenberg! Andreas

  2. Walter

    Hallo Andrea, Eure Beobachtung ist in der Tendenz durchaus richtig. Der Startspieler hat den großen Vorteil, sich zu Beginn des Spiel einen unverbaubaren Weg ĂŒber eines der Lager zur Moschee auszuwĂ€hlen, wo er dann als Erster in den Genuss des besten Moschee-PlĂ€ttchens kommt. Wahrscheinlich wird dieser Vorteil durch das geringere Startgeld nicht vollstĂ€ndig ausgeglichen.
    GlĂŒck auf dem Markt und GlĂŒck beim Gouverneur oder Schmuggler kann hier allerdings noch etwas korrigierend einwirken.
    Auf jeden Fall hat uns das Wandern durch die Straßen von Istanbul immer Spaß gemacht, egal, wer warum gewonnen hat.
    Jetzt haben wir es bereits dreimal am Westpark gespielt, öfters als 90% aller unserer Spiele. Da kann die Begeisterung zwangslĂ€ufig nicht mehr lange anhalten, neue Erfahrungen winken …
    Viele GrĂŒĂŸe Walter

  3. Walter

    Sorry, “Andrea” ist natĂŒrlich ein Schreibfehler. “Andreas” sollte das heißen …

  4. Andreas Daiber

    Hallo Walter, Deine letzten SĂ€tze verdienen eine tiefere Betrachtung: NatĂŒrlich spielen wir, spiele ich auch immer aus Freude am Spielen, aber als dritter bis fĂŒnfter Startspieler in ein Spiel zu gehen, dass ich wegen dieser Position von vorneherein nicht gewinnen kann, dazu hat glaube ich niemand Lust. Insofern nein: Es ist nicht “egal, wer warum gewonnen hat.”! Die Freude am Spielen ist genommen, wenn ich potentiell nicht gewinnen kann. Das heißt ja nicht, dass ich gewinnen muss – dazu spiele ich wiederum zu gerne…
    Herzliche GrĂŒĂŸe, Andreas

  5. Guenther

    Hallo Andreas,
    Ich habe noch keine 5er Partie gespielt, daher hier nur Aussagen zum 4er Spiel:
    1) Wenn du unbedingt das Wuerfelzinken brauchst, hol dir ĂŒber die Handkarrenerweiterung als zweiter diese Eigenschaft.
    2) Aus meiner Sicht entscheidet sich das Spiel aber ĂŒber geschickte Ausnutzung der Begegnungen und optimaler Wege- und Reihenfolgeplanung.
    3) Am Spielende liegen zwischen erstem und letztem Platz meistens nur 2 Spielrunden. Jeder ueberfluessige Zug wĂ€re daher spielentscheidend und ist daher zu vermeiden…
    4) Wenn der Startspieler immer gewinnen wĂŒrde, fĂ€nde ich das Spiel auch broken und wĂŒrde ihm weniger als 5 Punkte geben … Ich glaube, dass gilt auch fuer Walter. Aber meiner Meinung nach stimmt diese Aussage nicht.
    Nebenbei: Ich nehme an, ihr habt auch mit variabler Startaufstellung gespielt?

  6. Walter

    Hallo Andreas, GĂŒnther hat Deiner Startspieler-Sieg-Behauptung heftig widersprochen. Ich stehe da eher in der Mitte. Was ich aber vermute, dass der 5-te Spieler einer Runde erheblich eingeschrĂ€nkte Siegchancen hat. Dazu haben wir allerdings keine eigene Erfahrung.
    Klar ist natĂŒrlich: Wenn der Startspieler blöd spielt, gewinnt er nicht. Da Du aber so sicher Deine (Hypo-)These ĂŒber eine sichere Gewinnstrategie vertrittst, bitte ich Dich, in wenigen (oder auch vielen) ZĂŒgen mitzuteilen, wie der Startspieler vorgehen muss, damit er ohne eine Einwirkungsmöglichkeit seiner Mitspieler unbedingt gewinnt.
    Gruß Walter

  7. Walter

    Hallo Andreas, wir haben den Autor RĂŒdiger Dorn um eine Stellungnahme zu Deiner Grundsatzkritik gebeten. Dankenswerterweise hat er bzw. der verantwortliche Redakteur Ralph Bruhn uns – trotz aktueller ArbeitsĂŒberlastung – kurzfristig folgenden Kommentar zukommen lassen:

    „Aus unserer Sicht gibt es hier keinen allgemeinen signifikanten Vorteil fĂŒr das rote MoscheeplĂ€ttchen. NatĂŒrlich kann es vorkommen, dass der, der sich dieses PlĂ€ttchen als Erster sichert, am Ende auch das Spiel gewinnt – aber genauso gut kann immer noch einer der anderen Spieler gewinnen.
    Ich persönlich bin da deswegen sehr sicher, weil ich mich ungerne dem WĂŒrfelglĂŒck aussetze und daher sowohl dieses PlĂ€ttchen als auch die WĂŒrfelfelder gerne ignoriere. Trotzdem gewinne ich eine ĂŒberdurchschnittliche Menge meiner Partien, und zwar unabhĂ€ngig von meiner Sitzposition. Ehrlich gesagt sitze ich sogar lieber auf einer der hinteren Positionen, weil ich das zusĂ€tzliche Startkapital gut einsetzen kann, um flexibel auf die vielleicht nicht mehr ganz so tolle Auswahl des ersten Zuges zu reagieren.
    Weiterhin hĂ€ngt es sehr von der Startauslage ab, ob eine bestimmte Spielweise zum Erfolg fĂŒhren kann. Selbst bei der Standardaufstellung “Kurze Wege” ist das nicht der einzige Weg zum Erfolg – der wird auch dadurch beeinflusst, welche Bonuskarte ich zusĂ€tzlich auf der Hand habe. Habe ich z.B. die “+5 Lira”-Karte auf der Hand, erweitere ich frĂŒh meinen Handkarren und bin viel effizienter bei den ersten Besuchen der Lager. Oder ich habe die Verdoppler-Karte fĂŒr das Postamt, was ebenfalls einen sehr schnellen Start erlaubt. Also da gibt es so viele Möglichkeiten, dass es fast schon wieder keinen Sinn macht, einzelne hervorzuheben.
    Noch anders sieht es aus, wenn man zufĂ€llige Aufstellungen wĂ€hlt. Wenn das rote MoscheeplĂ€ttchen und das passende Lager in entgegengesetzten Ecken liegen, kann das so viel Zeit kosten, dass es nicht lohnt, als Erstes darauf zu spielen …”

    Soweit die Istanbul-Experten. Auch Aaron hat bei seinem “Yunnan” erlebt, dass blitzschnell – unberechtigte – Kritik ĂŒber alleinseligmachende Gewinnstrategien kam. Ich glaube, auch wir Westparker haben hin und wieder Ă€hnlich reagiert. Es liegt wohl in der Natur von analytischen Spielern, im Eifer (Frust) des (Miss-)Erfolges ihre Spielerfahrungen etwas zu ungeprĂŒft zu verallgemeinern.

    Allen Spielern weiterhin viel Spaß beim Spielen mit herausfordernden Spielen, sei es nun “Istanbul” oder ein anderes Meisterwerk.
    Gruß Walter

  8. Andreas Daiber

    Lieber Walter,
    1. ZunĂ€chst zur Frage von GĂŒnther: Wir haben erst mit der festen, dann aber bereits beim 2. Test (zu viert) jedesmal die variable Aufstellung gespielt.
    2. Ralph Brun irrt, wenn er bei zufÀlliger Aufstellung meint, der Weg vom Startfeld zur Moschee sei dann zu lang, denn auch wenn er lÀnger ist, bleibt es dabei, dass der Startspieler normalerweise eben doch das Feld als Erster erreicht.
    3. Die weitere Erfahrung wird ja zeigen, ob wirklich jeder Spieler dieselbe Gewinnchance hat, Fakt ist jedenfalls, dass
    a) der Vorteil des Startspielers durch das geringere Startkapital nicht ausgeglichen wird (völlig richtig, Walter), und
    b) dass bei unseren ca. zehn Tests niemals einer der weiter hinten platzierten Spieler gewann, was nach 30 Jahren Spielen defintiv nicht an mangelnder Erfahrung liegt. Trotz fortgeschrittenen Alters ist auch noch niemand dement.
    4. Ich kann keinen genauen Nachweis aller ZĂŒge wie beim Schach mehr erbringen (also doch schon ein bisschen dement), da ich das Spiel schon vor Wochen wieder verkauft habe. Ich teile nur unsere Erfahrungen mit.
    Ich bin mir eigentlich ziemlich sicher, dass dieses schöne Spiel durch Erweiterungen oder auch eine bessere Ausbalancierung des Startspielervorteils einfach noch reizvoller wĂ€re und werden wird…
    Herzlicher Gruß, Andreas