Spielbericht vom 07.07.2004
Autor: Walter
am Tisch: Aaron, Hans, Loredana, Peter, Walter
auf dem Tisch: 6 nimmt, La Citta
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6
nimmt
Unseren altbewährten Absacker “6 nimmt” nahmen wir diesmal zum Warming-Up.
Dieses kleine Spiel besitzt nach wie vor einen ungebrochenen Spielreiz. Es ist einfach zu
lernen, aber vielfältig in seinen Abläufen. Von drei bis zehn Mitspielern spielt es sich
gleich kurzweilig. Auch notorische Nicht-Spieler können in eine lockere Abend-Runde
integriert werden. Man darf überlegen, muß es aber nicht. Und wenn es einen mal böse
erwischt und man mit Strafochsen nur so überschüttet wird, dann ist die Schadenfreude
aller groß, rein und unschuldig.
Bei 5 Mitspielern wartet in “6 nimmt” ein besonderer Teufelskreis, den es
unbedingt zu vermeiden gilt: Wenn an allen 4 Reihen jeweils 5 Karten liegen, dann steht
man vor dem Dilemma, a) mit einer hohen Karte eine wohl definierte Reihe oder b) mit
einer niedrigen Karte eine Reihe nach freier Auswahl abräumen zu müssen. In jedem Fall
kassiert man – einer der Mitspieler – 5 Karten voller Strafochsen. Wenn nun alle vier
Reihen hohe Abschlußkarten haben, die keiner mehr überbieten kann, dann muß man nach dem
Prinzip “Höchste niedrige” eine möglichst hohe Karte ausspielen und hoffen, daß
einer der Mitspieler drunter bleiben muß und dafür die Strafochsen kassiert. Jetzt aber
kommt’s: Der Pechvogel mit dem niedrigsten Kartenwert kassiert. Seine Karte fängt
eine neue Reihe an. Alle anderen Spieler, die auch alle unter den ausliegenden
Höchstwerten geblieben sind, legen ihre Karten hinter die Anfangskarte des Pechvogels. Im
Nu haben wir wieder 4 Reihen mit 5 Karten und alle Abschlußkarten sind gleichfalls wieder
unerreichbar hoch.
Wer jetzt keine Kartenpflege betrieben hat, sondern mit ausschließlich niedrigen
Karten (wenigstens niedriger als diejenigen seiner Mitspieler) ins Endspiel gerät,
kassiert jede Runde. So ging es mir in den letzten 5 Runden. Meine Karten lagen mit
Werten zwischen 22 und 45 gar nicht mal so dramatisch niedrig, doch diejenigen meiner
Mitspieler lagen alle jeweils höher. Mit 47 Strafochsen in einer einzigen Austeilung war
den Sudden Death nicht zu vermeiden.
Wo war der Fehler?
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La
Citta
La Citta war eines der herausragenden Spiele des Jahres 2000 und zugehörige Reviews
und Kritiken gibt es via Luding wie Sand am Meer. Überwiegend “hat es
eingeschlagen”; der englischsprachige Tenor reicht von “super” bis zu
“very good”. Trotz dieser guten Start-Resonanz ist es heute ziemlich ruhig um
dieses Spiel geworden. Konnte es sich gegenüber seinem großen Bruder, den Siedlern,
letztendlich doch nicht behaupten?
Die Spiel-Mechanismen vereinigen in sich eine ganze Reihe verschiedener
Herausforderungen, die ein strategisches Spiel zu einem großen Spiel machen:
- Planung einer Zivilisation
- Durchsetzen der Planung bei ständigen Engpässen an Ressourcen
- Flexibilität in Ansprüchen und Prioritätensetzung
- Konkurrenz und Machtkampf gegen den Mitspielern
- Glücksfaktoren, die mit planvollem Einsatz entschärft werden können
Dazu kann man auch kommentieren: “Zu viert oder gar zu fünft ist es jedoch enorm
komplex, unübersichtlich und schwierig – einfach nicht mehr Spiel genug, sondern
Arbeit.” (Harald Schrapers in “Games we play”) Noch dazu eine Arbeit, die
sich über 2-3 Stunden hinzieht.
Uns von den WPG aber bringt ein solcher Kampf immer wieder zusammen. Und ein
abendfüllendes Programm ist keine Abschreckung, sondern ein Versprechen. Wir kommen ja
auch nicht zusammen, um kurz vor dem Schlafengehen noch so eben ein bißchen Zerstreuung
zu finden.
Aaron beklagte sich über den Zufallseinfluß beim Aufdecken der Aktionskarten. Recht
hat er. Es ist ja auch ein offenes Geheimnis, daß er seit Jahren von schlechten
Würfel-Ergebnissen benachteiligt wird.
Peter wollte nicht gestreichelt werden, obwohl er den Sieg sicher in die Scheune
eingefahren hatte. Und obwohl dies zweifellos eine Leistung des Überlegenen war.
Vielleicht bekam er seine Streicheleinheiten etwas später zuhause.

