Danger

Danger

rezensiert von Walter Sorger

Warum gehen erwachsene Menschen zum Black-Jack-Spielen in die Spielbank? Die geldige
Atmosphäre kann es ja nicht sein, der Duft des Geldes steigt doch nur von den Chips auf
den Roulette-Tischen auf. Um die Black-Jack-Theken herum sitzen dagegen dumpf-brütende
Kartendimpfl, erfüllt vom Glauben, klüger zu sein als Generationen von
Casino-Mathematikern vor ihnen, und sicherer erkennen zu können, wann man mit dem
Nachfordern von Karten aufhören muß. Vom Millionenumsatz her, der mit diesem Kartenspiel
gemacht wird, sollte es faszinierend sein!

Ein gleich vierfaches Black-Jack-Erlebnis bietet “Danger”: Jede der vier
Kartenfarben wird hier für sich gesammelt und gewertet. Die Spieler erhalten reihum
jeweils eine Karte und müssen sie im zugehörigen offenen Kartenstapel dieser Farbe vor
sich unterbringen. Überschreitet der Kartenwert aller Karten in einem Stapel die Zahl 15,
geht der Stapel verloren und die gesamte Kartenfarbe für den betroffenen Spieler wird
gesperrt.

Ein Spieler kann sich gegen diesen Totalverlust wehren, indem er vor dem Zuteilen der
Karte einen Stapel schließt und damit für diese Farbe keine Karten mehr annimmt. Der
aktuelle Wert dieses Kartenstapels ist dann die Zahl an Siegpunkten, die sich ein Spieler
für die betreffende Kartenfarbe gutschreiben kann. Gewonnen hat, wer am Ende die höchste
Summe an Siegpunkten aus den vier Farben erzielt hat.

Wer in einer Kartenfarbe zu gierig über das gesetzte Limit hinaus geraten ist, bekommt
dafür also gar nichts. Wer allerdings als Angsthase zu früh eine Kartenfarbe schließt,
ist auch nicht auf der sicheren Seite: Von allen Kartenstapeln, die überlebt haben, wird
in jeder Farbe der niedrigste von der Wertung ausgeschlossen. Ein bißchen Risiko gehört
schon zum Leben.

Erhält ein Spieler eine Karte in einer Farbe zugeteilt, deren Stapel er bereits
geschlossen hat, dann wird die Karten auf einen offenen Ablagestapel gelegt und der
nächste Spieler ist an der Reihe. Hier bietet “Danger” gegenüber Black-Jack
sogar eine 100% größere Handlungsfreiheit: Der Spieler kann nämlich entscheiden, ob er
als nächstes eine unbekannte Karte vom Verteilstapel oder die offene Karte vom
Anlagestapel nimmt. Eine analoge Regel bei Black-Jack käme einer Revolution im
Spielcasino gleich.

Danger cardsAnsonsten gibt es bei “Danger” nicht viel zu
entscheiden:

  1. Karten aufnehmen (Null-bis-Eins Auswahl-Möglichkeiten)
  2. Karten auf den richtigen Stapel legen (Null Freiheiten)
  3. Überzogene Stapel entfernen (Null Freiheiten)
  4. Gut bestückte Kartenstapel schließen (dies entspricht dem
    Original-Black-Jack-Handlungspielraum in der Größenordnung von Null-Komma-Eins
    Freiheiten)

Gesamtergebnis: Für Kinder ein schnelles und manchmal lustiges Vergnügen. Für
Erwachsene auch, vor allem wenn sie sich ein gewisses kindliches Gemüt in ihre reiferen
Jahre hinübergerettet haben. Millonenumsätze in den Casinos der Welt können sich nicht
irren.

Ich persönlich gehe in der Spielbank aber doch lieber an den Roulette-Tisch. Schon
allein wegen dem Duft. Es müssen ja nicht unbedingt meine Millionen sein, die da
abkassiert werden.

Am Tisch: Aaron, Günther, Peter, Walter