Sherlock Holmes Criminal Cabinet

Sherlock Holmes Criminal Cabinet

Zielvorgaben

von Peter Riedlberger

Das mit Sicherheit ungewöhnlichste “Spiel des Jahres” wurde 1985 mit “Sherlock
Holmes Criminal-Cabinet” gekürt. Bei Sherlock Holmes stehen die Spieler nicht in Konkurrenz;
vielmehr versuchen sie gemeinsam, Sherlock Holmes zu schlagen.

Und das Ganze funktioniert folgendermaßen: Zunächst wird die Beschreibung des aktuellen Falls
vorgelesen, aus der sich bereits erste Ansätze ergeben. Den Spielern stehen Hilfsmaterialien
(Karte, Adressbuch, Zeitung …) zur Verfügung, die sie kostenlos konsultieren können.

Die “Züge” bestehen im Aufsuchen von “Adressen”, d.h. dem Nachschlagen einer
Nummer in einem weiteren Materialienbuch. Sobald man glaubt, man hätte den Fall verstanden, kann
man “lösen”: Man schlägt die Fragen nach, die für den aktuellen Fall gelten. Etwa:
“Wer hat XYZ ermordet?”, “Warum wurde XYZ ermordet?” usw. …

Danach kann man die Auflösung lesen, in der Sherlock Holmes seinen Lösungsweg erklärt. Sherlock
Holmes ist zugleich die Richtschnur: Jeder Zug, den man mehr als Sherlock benötigt, kostet 10
Siegpunkte. Sherlock verwendet immer den idealen Weg.

Entweder liebt man Sherlock Holmes, oder man hasst es. Die Hasser können darauf verweisen, dass
das Spiel nach dem Durchspielen der zehn enthaltenen Fälle wertlos ist (was angesichts der
Ebay-Preise und meiner Vergesslichkeit leicht zu falsifizieren ist). Auch sind die Lösungen
mitunter an den Haaren herbeigezogen (was allerdings exakt dem Stil von Sir Arthur Conan Doyle
entspricht). Im Gegensatz zu Rollenspielbüchern (Kennt die noch jemand?) hat Sherlock Holmes
Criminal-Cabinet keine Verzweigungen, ist also unendlich simpler.

Trotzdem: Andere lieben dieses Spiel, und dazu gehören nicht nur die Spiel-des-Jahres-Juroren,
sondern auch Hans und Peter. Als Service-Gründen stellen wir etwas bereit.

Bei Sherlock Holmes versucht man ja, die 10 vorhandenen Fälle zu lösen. Zum Schluss muss man
Quiz-Fragen beantworten, und man darf sich als Sieger fühlen, wenn man die fiktiven 100 Punkte von
Sherlock überholt (oder wenigstens erreicht).

Allerdings ist dies praktisch eigentlich nicht möglich, da Sherlock keine Fehler macht. Man
kommt nur an ihm vorbei, wenn man ebenfalls keine Fehler macht UND ZUSÄTZLICH Zusatzpunkte
abstaubt, für die man aber Züge (und damit Minuspunkte) investieren muss.

Da es also so schwer ist, Sherlock zu schlagen, bieten sich Hans und Peter als Alternative an.
Deren (durchaus stark schwankende) Ergebnisse reflektieren möglicherweise die unterschiedliche
Schwierigkeit der verschiedenen Fälle. Im Gegensatz zu Sherlock sind die beiden durchaus zu
übertreffen.

Deren Ergebnisse für die 10 Fälle sind wie folgt:

Fall Nr. Zielwert
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10