1. “History of the World” – 2024er Version
Im Corona-Stillstand haben sich Steve Kendall und Mateusz Lenart mal wieder gelangweilt und deshalb zu ihrer x-ten Version der Weltgeschichte die x+1-te Weltgeschichte hinzugefügt.
Wie immer geht es um das sequentielle Umbringen der Völker seit Beginn des Menschheitsgedächtnisses. Wie immer darf der punkt-schwächste Spieler in der aktuellen Spielerreihenfolge als erster aus den neuen Völkern der nächsten Zeitstufe wählen, wie immer wählt er sich das truppenstärkste Volk und schlägt in seinem Zug alles zamm, was sich ihm in den Weg stellt. So wird nach seinem Zug problemlos punkt-stärkster Spieler und darf bei der nächsten Völkerwahl als Letzter wieder nur einen Kümmerling aus der Beta-Version der mondialen Ilias wählen.
Dafür darf er aber als Erster eine „Ereigniskarte“ wählen, im ihm ein kleines Trostpflaster in seiner nächsten, unweigerlichen Vernichtung ist.
Trostpflaster sind auch die ungezählten „Ehren-Titel“, die wir für jeden einzelnen Exodus unseres Personals bekommen.
Kingmakerei ist ebenfalls reichlich vorhanden. Wir dürfen in jedem Zug – vor allem mittels der Sondereffekte – nicht nur aus unserer unmittelbaren Umgebung heraus den Nachbarn abmurksen, wir dürfen oft genug irgendwo auf dem gesamten Gebiet der Flat-Earth einen auf das Weltgericht wartenden Semi-Leichnam plattmachen, erledigen, aus dem Weg räumen, abschlachten, niedermetzeln, den letzten Rest geben und über den Jordan bringen.
Und weil Aufstieg und Fall eines Volkes so viele Facetten hat, wartet jeder Spieler zwischen zwei Zügen etwa dreißig Minuten bis eine halbe Stunde. (Natürlich nur am Westpark und nur beim erstmaligen Spielen, weil es halt doch mindestens einen begriffsstutzigen Mitspieler gibt, der Moritz‘ geduldigen, verständlichen, umfassenden und fehlerfreien Regelerläuterungen nicht ausreichend folgen kann.)
WPG-Wertung: Aaron: 5 (schon allein 2 Punkte weniger für die Schrift: weiß auf weiß! Die Grafik hat mich extrem genervt), Andrea 6 (das Wegfallen der Würfel und die dadurch überschaubaren Erfolge bei den Eroberungen ist positiv), Günther: 5 (mir gefällt schon allein das Spielprinzip nicht), Moritz: 6 (die schlechteste Version aller „Histories“, das Material – große grobe Klötze – passt nicht auf das Spielbrett, das Honor-Handling ist lästig), Walter: 5 (es passiert halt viel im alten Rom, für mich aber nur ein emotionsloses ununterbrochenes Niedermetzeln und Niedergemetzelt werden).