8.04.2026: Kaviar der Inkas

1. “Ayar”

Sorry, es geht nicht um Ayvar, den pikanten türkisch-serbischen Püree aus Paprika, Auberginen und Peperoni, sondern um eine Szenerie der mexikanischen Inkas. Doch außer den nur bedingt brauchbaren Zählscheiben mit Aztekenkunst ist vom Lokalkolorit nichts zu spüren. Die große Spielmaschinerie funktioniert auch so.

Wir entwickeln uns in vier verschiedenen Bereichen, gekennzeichnet durch Töpferware, Teppiche, Mais und Seefahrt (nicht auf den Ozeanen, sondern nur auf dem Titicaca-See) und erhalten daraus in vier Wertungen Siegpunkte in zwei Kategorien: Die „Tagpunkte“ gibt es kumulativ, d.h. die Punkte aus den einzelnen Runden werden jedesmal erneut dazu addiert, die „Nachtpunkte“ gibt es jeweils als separate einzelne Anteile. Für den Sieg zählt nur der kleinere der beiden Werte.

Allerdings gibt es dazu einen sehr effizienten Weichmacher: Die während des Spiels eingefangenen „Lamas“ können wir am Spielende in einen dicken Batzen Siegpunkte ummünzen und – natürlich – unserem kleineren Wert der beiden Siegpunktkategorien zuschustern, so dass die – verschenkte – Differenz zwischen beiden erträgliche Größenordnungen annimmt.

Die möglichen Aktionen der Spieler werden erst im Laufe des Spiels freigeschaltet: Wir bewegen vier gemeinsame verschiedenfarbige Aktionsfiguren über Aktionswege, und alle Aktionsfelder (Töpferware, Teppiche, Mais und Seefahrt), über die sie hinweggegangen sind, sind für uns als Entwicklungszug zulässig – solange sie nicht von einem Mitspieler besetzt wurden.

Bemerkenswert ist auch der Mechanismus für die Stärke unserer Aktionen: Jeder Spieler räumt peu-a-peu eine 4 x 4 Matrik mit seinen Aktionssteinen ab, und so viele freie Stellen wie er zeilenweise bzw. spaltenweise mit seinem gerade abräumenden Aktionsstein auf seiner Matrix schafft, so stark ist seine hinterher gewählte Aktion, d.h. so viele Maiskörner darf er abräumen, so teure Töpferwaren bzw. Teppiche darf er erstehen, oder so viele Felder darf er mit seinem Schiff vorwärts ziehen.

Immer mal wieder bekommt er einen „Ayar“ (Bruder von Manco Cápac, dem Sohn von Qun Tiksi Wiraqucha), Günther hat ihn durchwegs schlichtweg als „Gott“ bezeichnet, mit dem die einzelnen Spieleraktionen noch stärker werden und mit dem man für definierte Entwicklungen weitere Siegpunkte kassiert.

Ein guter Spieler scannt mit seinen 4 Matrix-Auswahlsteinen vier (zukunftsorientiert auch zwölf oder mehr) Positionen ab, sucht sich die beste (ggf. für sine Mitspieler die schlechteste) der vier Aktionsfiguren aus, mit er vorwärts zieht, belegt das für ihn günstigste der freigeschalteten Aktionsfelder, um mit der erreichten Stärke seines Zuges eine optimale Entwicklung in der gewählten Kategorie zu erzielen und dabei en passant Götter und Lamas abzugrasen, die er auf für ihn aktuell oder in Zukunft optimal sprudelnden Siegpunktquellen ablegt. Am Westpark drei Stunden lang.

WPG-Wertung: Aaron: 8 (das Beste sind die Lamas), Günther: 7 (jeder Spieler hat reichlich viele verschiedene Entwicklungsmöglichkeiten), Moritz: 4 (ein Siegpunktsalat, thematisch ein Quatsch, alles künstlich konstruiert, kein Mechanismus hat mir gefallen, alle Effekte sind überfrachtet, dabei könnte mit der Spielidee ein gutes, klares Spiel geschaffen werden), Walter: .8 (Optimierung an vielen unterschiedlichen Stellen gehört nicht zu meinem Vorlieben, für ein Gute-Nacht-Spiel mit den Enkeln ist es ebenfalls nicht geeignet, es steckt aber eine runde, gut funktionierende Ingenieursleistung des Spieldesigners dahinter).

2. “Wie Arsch auf Eimer”

Ein Party-Spielchen. 8 Begriffe liegen als Bilder auf dem Tisch. Alle Spieler müssen daraus gleichzeitig und geheim vier „irgendwie“ zusammengehörige Paare bilden, z.B. könnten Schiff mit Sonnenschirm als „Urlaub“, und Kerze mit Schallplatte als „Geburtstagsgeschenk“ zusammenpassen.

Für jedes Paar, das mindestens zwei Spieler gemeinsam haben, gibt es einen Siegpunkt.

WPG-Wertung: Aaron: 5, Günther: 5, Walter: 5 (die Zahlen auf den Bildern sind zu klein, d.h. zu schlecht lesbar; das Schreiben und Werten der Paarbildung auf Papier ist unhandlich, sonst könnte es mehr Punkte erhalten).

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