15.07.2026: Blockierte Kooperationen

1. “13 Leaves”

Jeder Spieler hat 12 Karten mit den Zahlen von 1 bis 13 auf der Hand und muss sie so schnell wie möglich – ggf. in mehrere Runden – auf einer Kartenreihe in der Tischmitte ablegen.
• Es darf immer nur an den beiden Enden der Zahlenreihe gespielt werden – entweder mit einem kleineren Wert links oder einem größeren Wert rechts (oder auf einen der beiden Endstapel mit demselben Wert).
• Man muss mindestens so viele Karten ausspielen, wie der Stapel an dem Ende enthält, an dem man anlegt.

Dadurch entstehen interessante Entscheidungen:
• Baue ich einen Stapel absichtlich groß auf, damit andere dort kaum noch anlegen können?
• Halte ich Mehrlinge zurück, um später einen großen Stapel überwinden zu können?
• Passe ich lieber früh, um für die nächste Runde eine bessere Ausgangslage zu haben?

Der Rest ist Glücksache bei der Kartenverteilung.

WPG-Wertung: Aaron: 7 (nicht schlecht, es hat Potential, sich über das Ablegen der Karten Gedanken zu machen), Günther: 7 (pfiffig), Moritz: 7 (OK, aber nicht aufregend), Walter: 6 (lockeres Ablegespiel; Taktik ist nicht schlecht, eine gute Kartenverteilung ist aber besser).

2. “Time Trouble”

In diesem kooperativen „Gänsespiel“ haben wir gemeinsam je einen Pöppel in den Farben rot, grün, gelb und blau und müssen sie gezielt über einen Parcours führen.

Das Spiel besteht aus zwei Phasen. Die erste ist ein bemerkenswertes Anzahl-Schritte-je-Pöppelfarbe-Bestimmen, in der zweiten Phase werden diese Schritte dann ausgeführt und die dabei auf dem Parcours ausgelösten Effekte zur Anwendung gebracht.

Jede Farbe hat auf den verschiedenen Feldern des Parcours eine andere Funktion. Die verschiedenen Funktionen müssen aber unbedingt zur Anwendung kommen, wenn wir gemeinsam erfolgreich sein wollen, d.h. wir müssen in der ersten Phase gemeinsam genau überlegen und rechnen, viele Schritte jede Figur tun soll, damit sie auf den entsprechenden Feldern landet.

Diese Rechnerei für die Anzahl der Wunsch-Schritte je Pöppel ist ja noch relativ einfach, doch die Handhabung der Real-Schritte ist es weniger. Jeder legt ein transparentes Blatt mit 3 mal 5 Kreisfeldern in eine Schachtel. Auf jedem Blatt sind an verschiedenen Stellen ein paar Kreisfelder ausgemalt, natürlich in den Farben rot, grün, gelb und blau. Liegen mindestens 3, gegebenenfalls aber auch mehr Blätter übereinander, so gibt die von oben (transparent) sichtbare Zahl der farbigen Kreise an, wie viele Schritte der entsprechend farbige Pöppel tatsächlich zurücklegen kann, darf oder muss. (Es gibt Modifier dazu.)

Das Besondere daran ist, dass dieses Blätter-Zusammenlegen unter Zeitdruck geschehen: genau 40 Sekunden haben wir dafür Zeit, anschließend haben wir die Bescherung.

Am Westpark ist Zeitdruck verpönt: wir haben auf die Zeitvorgabe verzichtet und uns für das Zusammenlegen der Blätter beliebig viel Zeit gelassen. Damit haben wir – bewusst oder unbewusst – auf einen wesentlichen, für den Spielspaß aber nahezu unabdingbaren Teil der Regeln verzichtet, denn die Herausforderung von „Time Trouble“ entsteht hauptsächlich durch den künstlichen Zeitdruck. Ohne diesen Zeitdruck bleibt ein Puzzle übrig, das für jede Situation genau eine oder wenige richtige Lösungen besitzt. Der Alpha-Player löst das Rätsel und die anderen schauen zu.

WPG-Wertung: Aaron: 4 (Was ist aus HiG geworden? Ist das jetzt der „Markt“?), Günther: 4 (mal wieder eine Gurke von Zucchini), Moritz: 5 (so ganz schlecht ist es nicht, aber eher ein Kinderspiel), Walter: 4 (ohne die Zeitdruckkomponente ist es ein Solospiel).

3. “Blackjack” von Burgle Bros

Ein kooperatives Kartenspiel, angeblich aus dem Hause Poker.

Jeder Spieler hat einen verdeckten Kartenstapel mit 13 Karten aus einem fast normalen Rommé/Canasta/Bridge-Spiel vor sich liegen, muss (reihum) immer eine Karte nach der anderen aufdecken, und wenn die Summe der Zahlen größer als 21 ist, bekommt er ein Handicap. Man kann natürlich vorher aufhören. Dann bekommt man ein kleineres Handicap. Das geht bis zum Spielende so weiter und weiter, wrap around. Falls die gesammelten Handicaps eine definierte Grenz überschritten haben, haben die Spieler alle miteinander verloren.

Wenn dagegen alle (!) Spieler mindestens fünf Karten einer individuell ihnen zugeordneten Kartenfarbe ziehen konnten und die Summe dieser Karten kleiner als 21 ist, wenn beispielsweise der Herz-Spieler die Herz-Karten 2, 3, 4, 5 und 6 hintereinander ohne Störkarte ziehen konnte, haben die Spieler alle gemeinsam das Spiel gewonnen.

Aber wie soll ein Spieler diese extrem seltene Kartenkombination in seiner Kartenhand haben und ziehen können? Das ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen. Jetzt kommt die entscheidende Regel hinzu: Wenn alle Spieler eine Karte aufgedeckt haben, dürfen sie diese „aktiven Karten“ untereinander austauschen. Auf diese Weise reichern die Spieler ihre Kartenstapel mit den ihnen zugeordneten Kartenfarben an. Und wenn jeder Spieler nur noch Karten dieser Farbe auf der Hand hat, dann ist die Wahrscheinlichkeit schon deutlich größer, die geforderte Kartenkombination ausliegen zu haben. Besonders weil ja auch noch das As mit dem Punktwert 1 (oder 11) dazukommt.

Zu einer erfolgreichen Strategie gehört es also, zuerst einen Spieler nach dem anderen zu einem reinrassigen Kartenstapel zu verhelfen und später, wenn es ans Ziel geht, unerwünscht hohe Karten aus seiner Auslage wegzutauschen. Der Letzte macht das Licht aus.

Spannungsreich ist das Ganze nicht. Die Alles-oder-Nichts-Situation von Black Jack fehlt gänzlich. Das Schlimmste aber sind die Regeln: sowohl in deutsch wie in englisch strotzen sie vor Lücken. Ist eine getauschte Karte noch eine „aktive Karte“ oder verliert sie mit dem Tauschen diesen Charakter? Ist also ein Ringtausch zugelassen oder nicht? Darf ein Spielen einen Tausch ablehnen? Darüber steht gar nichts. Aber es wird die Mahnung ausgesprochen, darauf zu achten, dass nach jedem Tausch jeder wieder die gleiche Anzahl Karten besitzt. Wie kann das bei einem 1-gegen-1-Tausch denn anders sein?

WPG-Wertung: Aaron: 4, Günther: 3 (kein Spielspaß, selbst wenn die Regeln verständlicher und menschenfreundlicher modifiziert würden), Moritz: 2, Walter: 2 (ein kastriertes, absolut spannungsloses Black Jack, wobei man sich noch fragen darf, was von Black Jack eigentlich übrig geblieben ist. Die Spielregeln bekommen die deutsche Schulnote 6).

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