Spielbericht vom 05.02.2003

Spielbericht vom 05.02.2003

Autor: Moritz

am Tisch: Hans, Aaron, Andrea, Peter, Walter, Moritz

auf dem Tisch: Cosmic Encounter, Heimlich & Co., Bluff

  1. Cosmic EncounterCosmic Encounter - box

    Es ist bekannt, daß dies eines meiner Lieblingsspiele ist, leider kann ich die Kollegen
    selten zu einer Partie überreden. Der Versuch mit der neuen und sehr schicken Avalon
    Hill-Edition neue Spieler zu gewinnen scheiterte an der Tatsache, daß diese nur bis zu 4
    Spieler versorgt, und das ist für Cosmic einfach zu wenig (das versprochene Expansion Set
    für 5-6 Spieler ist nie erschienen).

    Cosmic Encounter ist ein Chaos-Spiel – “the more
    the merrier” ist sicherlich die Devise. Worum geht es?

    Jeder Spieler verkörpert eine außerirdische Macht, die 5 Planeten und 20 Raumschiffe (4
    pro Planet) ihr eigen nennt. Jeder Spieler hat ein Planetensystem der eigenen Farbe, der
    Spielplan wird modular zusammengesetzt, je nach Anzahl der Spieler. In der Mitte ist der
    “Warp”, eine Art großes schwarzes Loch, in dem vernichtete Raumschiffe landen.
    Wenn ein Spieler dran ist, dreht er eine Karte des “Destiny”-Decks um – diese
    hat nun entweder die Farbe eines fremden Planetensystems, oder des eigenen. Wenn es ein
    fremdes System ist, muss er mittels des “Cone” (eine Spielhilfe, auf der
    angreifende und verteidigende Raumschiffe platziert werden) den Spieler dieser Farbe in
    seinem eigenen System angreifen, und zwar mit 1-4 Raumschiffen die beliebig von anderen
    Planeten abgezogen werden. Zeigt die “Destiny”-Karte seine eigene Farbe, darf
    er Planeten, die in seinem eigenen System von anderen Spielern besetzt sind, angreifen.

    Cosmic Encounter - board Nun lädt der Angreifer bestimmte Spieler zum Angriff mit
    ein, danach darf der Verteidiger dasselbe für die Verteidigung tun. Jetzt entscheidet
    sich jeder Spieler reihum, ob er (wenn eingeladen), angreifen will (ebenfalls mit 1-4
    Raumschiffen), oder verteidigen will (auch 1-4). Nachdem alle Spieler ihre Raumschiffe
    gesetzt haben, spielen der angreifende und verteidigende Hauptspieler jeweils eine
    verdeckte Zahlenkarte (Werte von 6-40, mit Mittelwerten um 12 herum). Diese werden
    aufgedeckt und zu der Zahl der Angreifer bzw. Verteidiger (Raumschiffe) hinzugezählt –
    die höhere Summe gewinnt! Wenn der Angreifer gewonnen hat, erhalten er/sie und alle
    Mitangreifer das Recht, auf dem Planeten zu landen, die Raumschiffe verwandeln sich dann
    quasi in eine “Basis”. Die Verteidiger gehen mit all ihren Schiffen in den
    Warp. Gewinnen die Verteidiger, erhält der Hauptspieler nichts außer der Ehre, seinen
    Planeten verteidigt zu haben, die Mitverteidiger jedoch erhalten für jedes
    “riskierte” Raumschiff eine zusätzliche Handkarte. Auch hier müssen die
    Verlierer in den Orkus, sprich Warp. Da es keinen Spielmechanismus gibt, der einem Karten
    “schenkt”, ist letzteres eine der wenigen Möglichkeiten, an Karten zu kommen!

    Bei einem Kampf können auch “Compromise”-Karten gespielt werden – der
    Spielende verzichtet hierbei auf den Sieg, zieht aber für jedes seiner verlorenen
    Raumschiffe dem Gegner eine Karte aus der Hand. Spielen beide eine
    “Compromise”-Karte, müssen die Verbündeten nach Hause und die beiden
    Hauptspieler müssen einen “Deal” aushandeln (meistens Basentausch). Wird das
    Zeitlimit von 1 Minute für die Verhandlungen überschritten droht eine drakonische Strafe
    (Verlust von Raumschiffen und Karten).

    War der Spieler am Zug mit seinem Angriff erfolgreich, darf er gleich noch mal eine
    “Destiny”-Karte aufdecken, nach dem 2. Zug ist aber Schluss.

    So geht es reihum, bis ein (oder mehrere) Spieler 5 Basen erreichen (der Gruppensieg ist
    möglich, wenn mehrere zusammen angreifen), woraufhin mit “sudden death” der
    Sieg folgt.

    Westpark Gamers - Cosmic Encounter Dies ist die Basis von “Cosmic” –
    allerdings liegt hierin nicht der Spielspass. Dieser ergibt sich aus den knapp 100 (mit
    allen Expansion-Sets) außerirdischen Spezialkräften, von denen jeder Spieler eine hat. In
    unserem Spiel waren dies zum Beispiel der “Zombie” (verliert nie Raumschiffe,
    ist also quasi immun gegen den Warp), oder der “Mirror” (vertauscht die Zahlen
    auf den gespielten Zahlenkarten – aus 16 wird also 61), oder auch der “Filth”
    (vertreibt durch seinen eigenen Gestank alle anderen Raumschiffe von seinem Planeten).
    Diese Kräfte setzen immer bestimmte Regeln außer Kraft, und sind meist sehr mächtig.
    Jeder Figur hat also ihre eigene Strategie, und die immer neuen Kombinationen erzeugen
    immer neue, meist sehr lustige Situationen. Man kann “Cosmic” hundertmal
    spielen, und dennoch immer wieder überrascht werden – sicherlich ein großer Reiz.

    Natürlich gibt es auch Ereigniskarten – die wichtigste hiervon sicherlich “Cosmic
    Zap”, die für eine bestimmte Spielsituation die Macht eines anderen Spielers
    negiert, aber auch Karten die allen Spielern nützen, wie z.B. “Mobius Tubes”
    (Alle Raumschiffe werden aus dem Warp befreit).

    Schon an der Spielbeschreibung sieht man, dass Glück eine große Rolle spielt, eine
    Kenntnis des Spiels und seiner Karten ist dennoch sehr nützlich und erhöht die
    Siegchancen beträchtlich, man wird also schon mit der Zeit zum “besseren”
    Cosmic-Spieler, eine Gewinngarantie ist das allerdings nicht. Dennoch macht es Spaß,
    verschiedene Aliens auszuprobieren, und das meiste herauszuholen. Man muss auch die
    Anwendung der Fähigkeiten der anderen Spieler quasi vorausberechnen. Dennoch sollte man
    hier ehrlich sein: es ist kein Spiel für gewiefte Taktiker, sondern ein sehr
    unterhaltsames und kommunikatives Gruppen-Erlebnis, das manche begeistern, manche
    abstoßen wird. Ein Problem des Spiels ist sicherlich, dass recht schnell eine
    “Deadlock”-Situation entsteht, in der die meisten Spieler 4 Basen haben, und
    Zug um Zug das Erlangen der 5. verhindert wird…bis halt einer die besseren Karten hat
    (ein Problem, das z.B. auch das Spiel “Kill Dr.
    Lucky
    ” hat).

    Gerne wird aber auch die historische Bedeutung von “Cosmic” unterschätzt –
    immerhin war es das erste Spiel, das variable Spielerkräfte einsetzte. In den 70er Jahren
    war dies eine neue Idee, heute ist es uns aus Spielen wie “Ohne
    Furcht und Adel
    ” oder “Puerto Rico
    wohlbekannt (das Neue bei letzteren Spielen ist natürlich, dass die Rollen jede Runde neu
    gewählt werden können).

    Auch muss man feststellen, dass “Cosmic” bis heute gespielt wird, obwohl das
    Spiel fast immer vergriffen und schwer zu bekommen ist. An diesem Abend haben wir
    übrigens die “Mayfair”-Edition gespielt, die in 2 Schachteln alle bis dahin
    beim Urverleger “EON” erschienenen Expansionen zusammenfasst und erweitert (wir
    spielten die Basisversion, ohne “Flares” und Monde). Die Mayfair-Version ist
    verdienstvoll, aber nicht besonders schön (Hellblau UND Dunkelblau als Spielerfarben zu
    nehmen ist auch nicht unbedingt eine gute Designentscheidung), immerhin ist sie die
    vollständigste aller Cosmic-Versionen, und daher auch sehr gesucht.

    EON verarbeitete die Grundideen von “Cosmic” in “Dune
    weiter, sicherlich ist “Dune” auch das perfektere Spiel, denn hier kommt
    tatsächlich der “Skill” der einzelnen Spieler mehr zur Geltung.

    EON ist sicherlich eine der einflussreichsten unabhängigen Spielefirmen gewesen – fast
    jedes ihrer Spiele ist ein Klassiker, so eben auch “Cosmic”. Wer es gerne
    ausprobieren möchte, kann auch bald eine erneuerte Online-Version spielen, die von den
    Söhnen der alten Erfinder programmiert wurde (Link). Es steht auf jeden Fall fest, daß
    dieses Spiel nicht totzukriegen ist, ich selber werde es sicherlich immer wieder gerne
    aus meinem Spieleschrank auf den Tisch bringen.

  2. Heimlich & Co.Heimlich & Co. - box

    This always enjoyable game has already been reviewed by us (Link), so this
    is only a short report. It was interesting to watch the different tactics used by the
    players this time. Hans went for a very open strategy, exposing his yellow pawn very
    early in the game (he was promptly giving EVERYBODY else 5 points for guessing this
    correctly), but accumulating enough points by brash “cash-in” moves to get to
    third place in the end. Everybody else accomplished to hide his/her identity pretty well,
    and so little points were gained through guesswork. In the end Andrea fared best and won
    convincingly.

    It might be interesting to play an additional variant – every incorrect guess on other
    players makes you LOSE points, so hiding your identity would be tactically more
    important. Or having the player which identity was revealed successfully lose points
    instead of giving points to the ones who guessed right. Has anybody ever tried that?

  3. Bluff

    Our usual “ender”. No special occurrences here, but it was interesting to see
    the players winning the last game always come last in the next game. (proven in 3
    successive games).