Spielbericht vom 21.04.2004

Spielbericht vom 21.04.2004

Autor: Walter

am Tisch: Aaron, Günther, Peter, Walter

auf dem Tisch: Zug um Zug

Zug um Zug
Autor Alan R. Moon
Verlag Days of
Wonder
erschienen 2004
Spielerzahl 2 – 4
Spielzeit 45 Minuten

Zug um
Zug

Auf einem Spielbrett mit einer geographischen der Karte der USA, auf der Städte und
projektierte Eisenbahnverbindungen eingetragen sind, geht es darum, ein möglichst großes
Streckennetz auszubauen und dabei vorgegebene Städteverbindungen herzustellen. Soweit ist
das nichts Neues und das gute alte “Dampfroß” wie auch viele andere Luftfahrt-,
Schiffahrt- oder Landverkehrsspiele könnten hier Pate gestanden haben. Sogar einige
gleichartige Spiele desselben Autors: Alan R. Moore.

Die projektierten Strecken besitzen jeweils eine bestimmte Farbe. Ein Spieler darf die
Strecke nur bauen, wenn er so viele Streckenkarten dieser Farbe besitzt, wie die Strecke
lang ist. Karten sind überhaupt der Motor des ganzen Spieles. Die Streckenkarten liegen
auf einem verdeckten Stapel, und vier davon offen daneben auf dem Tisch. Pro Runde kann
ein Spieler zwei Karten ziehen. Entweder blind von verdeckten Stapel, so daß keiner weiß,
was der andere kann oder vorhat. Oder offen, so daß jeder Mitspieler die
Streckenambitionen des Konkurrenten erkennen kann.

Zug um Zug

Auf einem weiteren verdeckten Stapel liegen Verbindungskarten, auf denen jeweils zwei
Städte verzeichnet sind, die der Spieler verbinden soll. Pro Runde kann ein Spieler drei
Verbindungskarten ziehen und maximal eine davon wieder ablegen. Bis zum Spielende sollte
der Spieler für jede Verbindungskarte auf der Hand eine Verbindung aus eigenen
Bahngleisen von einer Stadt bis zur anderen gebaut haben. Dann erhält er die Siegpunkte,
die auf der Verbindungskarte eingetragen sind. Schafft der Spieler die Verbindung nicht,
dann bekommt er den entsprechenden Punktewert von seinen Siegpunkten abgezogen.

Wie viele Verbindungen ein Spieler sich aufbürdet, liegt ganz allein in seinem eigenen
Ermessen. Es ist durchaus eine mögliche Gewinnstrategie, nur die zu Spielbeginn
zwangsweise zugeteilten zwei Verbindungen auszubauen und ansonsten die übrigen Siegpunkte
allein durch freien Streckenbau zu erzielen. Für jede vollendete Strecke gibt es
Siegpunkte. Je länger die Strecke, desto höher die Punktzahl. Fast mit einer
quadratischen Steigerung.

Eigentlich könnte man erst mal ausschließlich Verbindungskarten aufnehmen und sammeln,
und erst in der letzten Phase des Spieles damit die besten, längsten Strecken
zusammenstellen. Eigentlich. Man muß nur aufpassen, daß die Konkurrenten nicht zuerst
bauen. Denn jede Verbindung kann nur einmal gebaut werden, und wer das als erster tut,
dem gehört sie. Eine gegnerische Verbindung bringt nicht nur dem Konkurrenten die
Siegpunkte, sie erschwert u.U. auch das Vollenden der vorgegebenen Strecke. In diesem
Spannungsfeld zwischen Sammeln und Bauen bewegt sich der Spielreiz von “Zug um
Zug”.

Das ganze läuft ungeheuer flott ab. Jeder Spieler nimmt an Verbindungskarten in die
Hand, was nur hineinpaßt. Während er sortiert und sondiert, ist schon der nächste Spieler
an der Reihe. In höchstenfalls 30 Minuten hat wenigstens ein Spieler seinen kompletten
Vorrat an Streckenteilen verbaut und das Spiel ist zu Ende. Als wir fertig waren und den
Sieger ermittelt hatten, wollten alle spontan eine zweite Revanche-Runde spielen.

Sehr schönes Spielmaterial, gut überschaubarer Spielplan, hübsche Karten, allein schon
aus ästhetischen Gründen ist “Zug um Zug” ein einladendes Spiel.

WPG-Wertung: 7,0