Spielbericht vom 04.05.2004

Spielbericht vom 04.05.2004

Autor: Walter

am Tisch: Aaron, Peter, Moritz, Walter

auf dem Tisch: Einfach Genial, Goa, Spooks

Einfach genial
Autor Reiner Knizia
Verlag Kosmos
erschienen 2004
Spielerzahl 1 – 4
Spielzeit 60 Minuten

Einfach Genial

Wenn Peter ein “Einfach Genial”es Spiel, noch dazu von Knizia, mitzubringen
verspricht, dann fangen die WPG-Augen schon an zu glänzen. Bisher waren alle seine
Empfehlungen genial. Doch als das Spiel “Einfach Genial” dann fertig auf dem
Tisch lag und die Regeln erklärt waren, da waren die Erwartungen schon leicht
gedämpft.

Dabei besitzt “Einfach Genial” eine sehr schöne Spielausstattung: stabile
Plastik-Plättchen mit klarer, froher Farbmarkierung, einen sauber geschneiderten
Stoffbeutel, aus dem die Plättchen blind nachgezogen werden, Ablagebänkchen wie bei
Scrabble, um die gezogenen Plättchen übersichtlich und zugleich uneinsichtbar vor sich
aufbauen zu können, Wertungstafeln und Wertungssteine, um den jeweiligen Punktstand pro
Spieler anzuzeigen und natürlich einen festes, großes Spielbrett.

Das Spielbrett ist in Hexagons aufgeteilt und die Plättchen, die jeder Spieler gezogen
hat, sind Doppel-Hexagons, die in beliebiger Anordnung auf die Felder des Spielbrettes
angelegt werden dürfen (sollen). Das “beliebig” entspricht der Spielregel, doch
natürlich ist hier eine Wohlüberlegtheit gefordert. Ja im durchdachten Anlegen der
Plättchen liegt der ganze Spielwitz drin. Jedes Hexagon der Plättchen ist mit einer Farbe
markiert und beim Legen eines Plättchens erntet man genau so viele Siegpunkte, wie jedes
gelegte Hexagon Nachbarn der gleichen Farbe besitzt. Die Siegpunkte sind aber
farborientiert, d.h. jeder Spieler hat eine eigene Siegpunkteskala für jede der
vorhandenen Farben, und bei der Punktewertung steigt nur die Farbe nach oben, die gerade
angelegt wurde.

Einfach GenialAls typischer “Kniziasmus” kommt noch die
Besonderheit, daß in der Endabrechnung pro Spieler nur die Farbe mit den WENIGSTEN
Siegpunkten in die Wertung kommt. Für die Spieler heißt es demnach, alle Farben möglichst
gleichmäßig zu entwickeln. Gegenläufig zu dieser Gleichmäßigkeit ist aber eine
Spielregel, die besagt, daß ein Spieler, der mit einer Farbe eine bestimmte Mindestmarke
erreicht, jedesmal ein zusätzliches Plättchen legen kann, wenn diese Farbe gelegt wird.
Es geht also auch darum, einzelne Farben sehr schnell zu entwickeln und sie dann als
“Feeding-Color” für eine ganze Reihe von Mehrfach-Wertungen heranzuziehen.
Verstanden? Kauft euch das Spiel, dann könnt ihr in der Spielregel alles genau
nachlesen.

“Einfach Genial” ist ein echtes Knobelspiel. Um die lukrativste
Ablegeposition zu bestimmen, kann man minutenlang zählen und kalkulieren. Wenn da aber
vier heißhungrige WPGs zusammensitzen und sich gegenseitig das Fell über die Ohren ziehen
wollen, dann ist es etwas zu langatmig. Vielleicht eignet es vorzüglich für weniger und
für ruhigere Spieler, z.B. für zwei ausgemusterte Go-Spieler, die sich bei einem hübschen
Glas Rotwein noch am Denksport mit den Farben erfreuen können. Wir waren dazu nicht
aufgelegt.

WPG-Wertung: 4,75