von Walter am 28.12.2006 (1.412 mal gelesen, keine Kommentare)

“1830”
Der Strategie-Artikel “1830 – Advanced Strategies & Common Mistakes” von Henning Kantner hatte uns animiert, mit “1830” mal wieder das Flaggschiff unserer Spielgruppe aufzulegen. Die Weihnachtszeit brachte auch eine ungew√∂hnliche, aber durchaus stimmige Besetzung zusammen: Walter, unser Senior mit seiner End-Twenties-Tochter Sabina, die schon seit 20 Jahren bei “1830” mitmischt, Aaron, der Entdecker von “1830” mit seinem Teenager-Sohn Basti, der auch schon knapp 10 Jahre mit dem Spiel der Spiele konfrontiert ist und am Computer hunderte von Partien absolviert hat. Dazu Wolfgang als f√ľnftes Rad am Wagen, damit die ideale Asymmetrie rund um Aktienmarkt und Pr√§sidenten von Eisenbahngesellschaften erreicht ist.
Die letzte Privatgesellschaft “Baltimore und Ohio” ging erst nach einer Pa√ürunde √ľber den Ladentisch. Bevor Walter sich hier engagierte, vergewisserte er sich noch bei seiner Tochter, da√ü sie ihm beim Floaten der B&O helfen w√ľrde. Gesagt-getan. Aaron fiel kampflos die NYNH zu. Nachdem sich der Pulverdampf aus der ersten Bankrunde verzogen hatte, waren die beiden V√§ter zu Pr√§sidenten der verhei√üungsvollsten Startlinien geworden, Wolfgang hatte sich mit der PRR ein schweres Anf√§ngerlos aufgeladen, w√§hrend Tochter und Sohn unter der Obhut ihrer V√§ter geblieben waren.
Sabina setzte als n√§chstes die NC auf die Schiene. Aaron ahnte, da√ü damit ein schwerer Konkurrent die B√ľhne betreten hatte, doch er gestattete ihr gro√üm√ľtig den Zugang zu seiner Metropole.
Nach vier Bankrunden wollte Basti auch endlich Pr√§sident werden und fing mit der C&O an. Gleichzeitig erg√§nzte Sabina ihr Engagement um New York mit der BM, Wolfgang hoffte mit der Erie einen goldenen Mittelweg zu finden, und Walter stieg bei der Canadian ein, um sich die letzte Doppel-Pr√§sidentschaft zu sichern. Das ergab nat√ľrlich einen ungeheuren Schub auf dem Lokomotiven-Markt und im Handumdrehen war die erste 6er Lok verkauft.
Die geballten Investitionen konnten zudem nur auf Kosten des aktuellen Besitzstandes finanziert werden und die Pr√§sidentschafts-Majorit√§ten gerieten ins Wanken. Als Wolfgang mit seiner PRR kurzzeitig schw√§chelte, schlug Aaron blitzschnell zu und nahm ihm seine alte Lieblingslinie ab. Damit erwachten auch sogleich seine bis dahin unterdr√ľckten Liebhaber-Ambitionen: Er √ľbersch√ľttete seine Favoritin mit seiner ganzen Habe, schenkte ihr alle Barschaften und Mobilien der bisherigen Konkubinen und reichte ihr als Morgengabe auch noch die erste Diesellok. Damit st√ľrzte er gewollt oder ungewollt seinen eigenen Sohn in den Abgrund: Basti bekam die NYNH mittel- und loklos vor die F√ľ√üe geworfen und mu√üte ihr aus seiner Privat-Schatulle eine Diesellok finanzieren. Von diesem Schlag konnte er sich bis zum Ende nicht mehr erholen.
Walter hatte es noch arger gebeutelt. Seine gute B&O hatte den Anschlu√ü an New York verschlafen und sich dabei im mittleren Westen vert√§ndelt. Die halbherzigen Aussch√ľttungen taten weder der Linie noch seinem Beutel gut. Als er f√ľr seinen Verlegenheitskauf Canadian auch noch eine Diesel springen lassen mu√üte, war er mit seinem Latein am Ende. Abgeschlagen Letzter.
Sabina konnte im Zusammenspiel von NC und BM noch mal Kostproben ihrer mindestens 5 Jahre zur√ľckliegenden “1830”-Erfahrungen und F√§higkeiten abgeben, doch es reichte nicht ganz aus, die √ľberlegene Lok-Liebhaber-Strategie von Aaron zu √ľbertreffen.
Das immer wieder erlebte Fazit dieser “1830”-Runde: Jedes Spiel ist faszinierend, jedes Spiel ist anders, besonders aber zu Weihnachten.
Keine neue WPG-Wertung f√ľr das Spiel der Spiele.


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