03.07.2019: Start up für Hadara und Corinth

1. “Start me up”

Eine nagelneue Blitz-Spiel-Idee von Aaron. Wir investieren in verschiedene, offen angebotene Projekte. Wenn die benötigten Summen zusammenkommen, wird die Rendite fällig. Je später das ist, desto höher die Rendite. Der Mehrheitsaktionär bekommt dann noch einen beträchtlichen, siegentscheidenden Zusatzbonus.
Die Mitspieler können hier aber gewaltig eingreifen und jedem Fast-Profiteur in die Suppe spucken. Durch eigenes Engagement patten sich die Mehrheiten aus. Zusätzlich wird dafür gesorgt, dass die Rendite früher fällig werden und – nach heutiger Balance – bis unter den Selbstkostenpreis fallen. Zusätzlich können angeheuerte Pseudo-Investoren jede quantitative oder zeitliche Planung kippen.

Ergebnis: es ging alles den Berg hinab. Noch gefördert durch die angeblich vom Markt geforderten Effekte von zufälligen Ereigniskarten.

Fazit: Die Ideen und Spielzüge sind grundsätzlich gut. Die Balance ist noch in der Gegend vom Nullpunkt.

Keine WPG-Wertung.

2. “Hadara”

Hadara – Rotunde zum Kartenziehen und anderes funktionelles Spielmaterial

Wie bei HiG üblich, ist das Thema sekundär, wenn nur die Spielmechanismen funktionieren. Deshalb wird auch erst auf Seite 3 im Regelheft erwähnt, das wir bei Hadara „in die Welt der Kulturen und Länder dieser Erde“ entführt werden. Wie auch immer das gemeint ist.

Wir werkeln um Einkommen, Kraft, Kultur und Nahrung, d.h. um unsere individuellen Fortschritte in gelb, rot, blau oder grün. Wir wuchern mit unseren Pfunden. Je mehr wir von einer Farbe haben, desto billiger wird der Zukauf in der Zukunft. Je mehr wir von allen Farben haben, desto höher ist die Siegpunkt-Prämie, die wir bei Spielende dafür einstreichen können. So gibt es einen wohl ausbalancierten Antagonismus zwischen Konzentration und Diversifizierung.

Überhaupt sind alle Effekte des Spiels meisterlich ausgewogen, ja sogar soweit handwerksmeisterlich abgeschliffen, dass es bis an Nivellierung heranreicht. In welcher Farbe wir uns auch engagieren, es lohnt sich immer, die Punkteflut grenzt an Stefan-Feldsche Siegpunktorgien. Es gehörte eine ausgiebige statistische Betrachtung dazu – die wir mangels Interesse und Spannung hier aber nicht anstellen werden – , um die besten Züge herauszufinden.

Hübsch und gelungen ist allemal der Zugmechanismus. In einer ausgeklügelten Reihenfolge ziehen wir in der ersten Hälfte eines Durchgangs blind jeweils zwei Entwicklungskarten für den Fortschritt in den entsprechenden Farben, wählen eine davon für uns aus – bezahlen müssen wir sie natürlich auch – und legen die andere offen aus. Von den abgelegten Karten bedienen wir uns in der zweiten Hälfte jedes Durchgangs.

Zufall, Freiheit, Planung, sogar die erwünschenswerte Dynamik, alles ist gekonnt zusammengestellt. Selbst das Material ist ausgezeichnet, stabil, klar, durchsichtig und funktionell. Weiß der Himmel, warum das Gesamtergebnis bei uns nicht punkten konnte.

Aaron wurde Sieger, Walter landete weit abgeschlagen am Ende, wie immer, wenn es gilt, mehrere Kühe in der besten Reihenfolge zu melken.

WPG-Wertung: Aaron: 6 (für HiG enttäuschend; ein Abstieg gegenüber „Lift off“, was selber schon ein Abstieg war), Günther: 7 (schnell und locker), Moritz: 6 (ein Siegpunkt-Gefrickel, nur die Rundenstruktur ist originell), Walter: 5 (rund & schön, aber absolut solitär, zu viele Siegpunktquellen, für die der Überblick abgeht).

3. “Corinth”

Corinth – Tableau zum Eintragen der Würfelergebnisse

„Yspahan light“ wird das Spiel apostrophiert. Es gibt Würfel, die einer für alle wirft, die nach den Augenzahlen sortiert werden, und wonach die Spieler in der Zugreihenfolge für sich eine Augenzahl-Schiene abräumen können. Das Ergebnis wird in ein spielerspezifisches Tableau eingetragen und liefert je nach Füllungsgrad Siegpunkte.

Wir können uns Zusatzwürfel kaufen und wir erhalten für bestimmte bereits ausgefüllte Bereiche in unserem Tableau Vorteile für das weitere Spiel. Mit weniger lukrativen Würfen können wir unseren Steward durch die Lande laufen lassen, um doch noch ein paar Trosteffekte einzuheimsen. Schön und gut. Aber nicht im Entferntesten die Stimmung und Spannung von „Yspahan“.

Selbst dass Günther gewonnen hat, spricht nicht für die intellektuellen Anforderungen des Spiel.

WPG-Wertung: Aaron: 5 (keine Spannung), Günther: 6 (einschließlich 1 Yspahan-Nostalgiepunkt, locker), Moritz: 4 (die Spezialfähigkeiten sind viel zu langweilig und uninteressant), Walter: 5 (reines Würfelkombinationsspiel ohne Tiefgang).

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