20.05.2026: Was kaufen sich Bienen von ihrem Pollen?

1. “Propolis”

Richtig, es geht um Bienen, und zwar um die Hautflügler mit sechs Beinen und vier Flügeln. Ihre Herausforderung besteht aus fünf Schichten.

1) Sie fliegen auf bunte Blumenfelder und schicken bunte Pollen nach Hause.

1b) Sie bleiben einmal auf ihren bunten Blumenfeldern hocken und schicken noch einmal entsprechend viele bunte Pollen nach Hause.

Wertung: 1) und 1b) sind ihre leichtesten Übungen.

2) Sie tauschen ihren bunten Pollen gegen – ja, gegen was wohl? – ein? Sagen wir: Gegen Bienenhäuser. Für jedes Bienenhaus sind wohldefinierte bunte Pollen in Art und Anzahl gefordert. Manchmal lässt ein Bienchen dabei auch sein Leben. Manchmal kommen holter-di-polter weitere Bienen dazu.

Wertung: 2) ist im Prinzip noch ziemlich leicht, auch wenn der gesammelte bunte Pollen und die Auslage an Bienenhäusern nicht immer kongruent sind. Aber es gibt glücklicherweise auch bunte Tauschwiesen, auf denen sie ihren gelben Pollen in blauen umtauschen können. Oder umgekehrt.

3) Irgendwelche Bienenhäuser eintauschen nach 2) ist ja noch leicht, doch die „richtigen“ Bienenhäuser zu erstehen, das geht teilweise schon über ein Bienengehirn.

3a) Manche Bienenhäuser liefern einen ständigen Fluss an einfarbigen Pollen. Damit wird der Erwerb weiterer Bienenhäuser erleichtert. Schön ist es, wenn das Bienenbegehr nach weiteren Bienenhäusern genau diesem farbigen Pollenfluss entspricht. Ansonsten bleibt der Fluss im Bienenhaus stecken.

3b) Manche Bienenhäuser liefern simple Bienensiegpunkte für den Endsieg. Besser als nichts.

3c) Jedes Bienenhaus hat auch noch eine Hausnummer: A, B, C oder D. Vielleicht auch E. Zudem trägt es einen Code, nachdem der multiple Besitz von entsprechenden Hausnummern oder Hausnummer-Kombinationen bei Spielende in eine große Masse an Bienensiegpunkten umsetzt wird.

Wertung: Das richtige Timing der Aktionen 3a), 3b) und 3c ist die entscheidende Bienenherausforderung.

4) Bevor irgendeine Biene durch den Erwerb ihres zehnten Bienenhauses das Spiel beendet, sollte sich jede Biene eine Königinnenwabe besorgt haben. Sie liefert außer einem Batzen Siegpunkte auch noch eine Joker-Hausnummer, die zum multiplen Besitz der Hausnummern jeweils noch 1 dazuzählt.

Wertung: Ohne Königin kein Sieg.

5) Richtig, da war doch noch eine fünfte Schicht: Die Blumenfelder liegen in einer 4 mal 4 Matrix offen in der Landschaft. Wenn eine Biene beim Hinfliegen eine Zeile füllt, darf der Mehrheits-Bienerich alle seine dortigen Geschwister wieder nach Hause führen (andernfalls könnte zuhause ein peinliches Kein-Bienen-Land entstehen) und bekommt auch noch einen Joker-Pollen.

Sauber, schnell, rund und brav.

WPG-Wertung: Aaron: 5 (vom Charakter her „altmodisch“ [Günther widersprach], lauter altbekannte Mechanismen, relativ langweilig, jeder spielt so vor sich hin, die wichtigen Entscheidungen sind zu monoton, es sei denn, man sucht wie ein Luchs nach verstecken Kombinationen), Günther: 6 (man muss die Mehrfach-Nutzung abdecken), Walter: 6 (im Füllen der Pollenzeilen steckt ein gewisser Pfiff.)

2. “Take Time”

Mal wieder ein paar Stufen geschafft. Problemlos nur die ersten, dann haben wir uns die Zähne ausgebissen. Die haarigen Gedankengänge, aus denen ein Spieler sein Kartenanlegen – verdeckt oder offen – produziert, stimmen nicht immer mit den haarigen Schlussfolgerungen überein, die seine Mitspieler daraus ableiten. Und allzuschnell ist das Pulver vom Karten-Offen-Auslegen verschossen. Immer Vorsicht vor bösem Blut, zumindest am Westpark.

Keine neue WPG-Wertung für ein 7-Punkte-Spiel.

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