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07.06.2026: ChatGPT hat passen müssen

1. “Cerealian”

Das kleine Stichkartenspiel hatte eigentlich nur zum Warming-Up dienen sollen, doch dann sind wir ein Spiel nach dem anderen nicht hinter die Geheimnisse der Siegstrategie gekommen, und so hat es uns den ganzen halben Abend gefangen genommen.

Das Spiel besteh lediglich aus 12 Karten (insgesamt!) mit den Zahlen von 1 bis 12 in drei verschiedenen Farben. Die Karten werden an 3 bis 4 Spieler verteilt. (Für ein bisschen mehr Planung und Taktik sollten es schon 4 Spieler sein). Reihum spielt jeder eine Karte aus seiner Hand zu einem Stich aus. Die Farbe muss bedient werden, Trumpf gibt es nicht, die höchste Karten der ausgespielten Farbe gewinnt den Stich.

Aber jetzt kommt’s! Wer den Stich gewonnen hat, darf als Erster eine Karte aus dem aktuellen Stich auswählen und in seine offene Auslage geben. Das geht dann entsprechend der Stichreihenfolge weiter.

Wer die zweithöchste Karte gespielt hatte, darf zum nächsten Stich ausspielen.

Modifikation zum Karte-Zugeben: anstelle einer Karte aus der Hand darf man auch eine Karte aus einer beliebigen offenen Auslage (aus der eigenen wie auch aus der eines Mitspielers) zugeben.

Das Spiel ist zu Ende – sudden death -, sobald ein Spieler drei Karten in seiner offenen Auslage hat. Dann werden Punkte verteilt:

Jetzt kommt’s no amoi! Wenn ein Spieler drei Karten in seiner Auslage hat und sie sind lückenlos fortlaufend, bekommt er einen dicken Batzen Siegpunkte. Sind die Karten nicht fortlaufend, gibt es nix, gar nix.

Bei den Spielern, die genau zwei Karten in ihrer Auslage haben, gibt es ein paar Siegpunkte (besser als nix!) und zwar absteigend nach der höchsten Differenz ihrer beiden Karten.

Wer nur eine oder keine Karte in seiner Auslage hat, bekommt ebenfalls nichts.

Eine mögliche Siegstrategie für die letzten zwei Stiche ist es, beim vorletzten Stich die zweitbeste Karte hingelegt zu haben, als Zweiter beim Kartenziehen noch eine benachbarte Karte für seine Straße zu bekommen und dann zum letzten Stich die höchste Karte einer Farbe zu spielen, um als Erster (und Einziger) mit einer ggf. zu seiner Straße passenden Karte den Batzen Siegpunkte abzuernten.

War das jetzt klar? Wenn nicht: es gibt noch weitere möglich Siegstrategien. Eine besteht aus Kleine-Brötchen-Backen, d.h. mit jeweils zwei hübschen Differenzen in seiner Auslage langsam aber regelmäßig und sicher zu punkten.

Doch sicher ist gar nichts. In der Regel werden die Mitspieler einem einen Strich durch die Rechnung machen. Und wie in jedem Stichkartenspiel besteht gutes Spiel darin, keine Fehler zu machen. In „Cerealian“ sollte man vorerst sogar nur die offensichtlichen Fehler vermeiden.

Ich habe ChatGPT nach einer Siegstrategie gefragt. Aber sie kannte das Spiel nicht einmal! Mal sehen, ob sie nächstes Jahr mehr weiß! Wir werden jedenfalls damit noch ein bisschen herumdoktern.

WPG-Wertung: Aaron: 7 (prophylaktisch mit Fragezeichen; das Spiel ist interessant und hat Potential), Günther: 7 (die Interaktion besteht überwiegend aus dem Nehmen der Karte aus dem aktuellen Stich), Walter: 7 (bemerkenswert, vor allem die Suche nach der Gewinnstrategie).

2. “Take Time”

Der Schwierigkeitsgrad 5-2 war beim ersten Mal selbst mit offenen Karten nicht lösbar.

Die Schwierigkeitsgrade 6-1 und 6-2, bei denen jeweils die Differenz der beiden Karten an einer Position eine aufsteigende Reihe bilden sollen, wurden zügig absolviert.

Keine neue WPG-Wertung für ein 7,5-Punkte Spiel.