Schlagwort-Archiv: Der Weg zu Satori

27.05.2026: Sacklzement Halleluja

1. “Der Weg zu Satori”

„Satori“ heißt „Erleuchtung“ im Zen-Buddhismus. Der japanische Meister Daisetz Teitaro Suzuki beschreibt zwei Wege dazu:

1) „Zazen“ bzw. Sitzmeditation, das entspricht dem lautlosen Frohlocken unseres Engel Aloisius auf seiner Wolke.

2) Beschäftigung mit Kōans, d.h. mit kurzen, paradoxen Anekdoten oder Frage aus dem Zen-Buddhismus.
Bekanntes Beispiel für ein Kōan: Frage an den Meister Joshu: “Hat ein Hund die Buddha-Natur oder nicht?” Antwort: “Mu!”

Ein akkustisch ähnlicher Kōan aus der westlichen Philosophie:
Zwei Kühe treffen sich auf der Weide. Da wendet sich die eine Kuh zur anderen und sagt: „Die Zahl Pi wird im Allgemeinen zwar auf fünf Stellen hinter dem Komma verkürzt wiedergegeben, tatsächlich aber ist sie eine unendlich lange Ziffernfolge.
Die zweite Kuh dreht sich zur ersten um und sagt: „Muh!“

Die Frage an den Meister Joshu wurde tierspezifisch bereits vor 150 Jahren von Wilhelm Busch beantwortet:
Doch siehe! – Aus des Himmels Tor
Tritt unsre liebe Frau hervor.‘
„Willkommen! Gehet ein in Frieden!
Hier wird kein Freund vom Freund geschieden.
Es kommt so manches Schaf herein,
Warum nicht auch ein braves Schwein!!“
Da grunzte das Schwein, die Englein sangen.
So sind sie beide hineingegangen.


Kommen wir zum Brettspiel. Es ist ein stinknormales Worker-Placement- und Ressourcenmanagement-Spiel, dem die fernöstliche Erleuchtung zwar unterlegt ist, bei dem das Thema aber außer in ein paar Papp-Buddhas und Papp-Pagodendächern nicht vorhanden ist.

An ungezählten, ja na, an endlich vielen, variablen und wechselnden Arbeitsplätzen erwerben wir uns Holz, Stein, Smaragde, Geld und Räucherwerk, tauschen sie ineinander um, überbauen damit Arbeitspätze, realisieren Bauabschnitte an der großen Pagode, versehen sie mit Dächern und streichen dafür weltliche Siegpunkte ein.

Ein Teil der Arbeitsplätze liegt in der Mitte des Spielfeldes, wo wir unsere Arbeiter arbeiten lassen, ein anderer Teil in den Wolken, wohin wir unsere Buddhas zum Erleuchtet-Werden schicken. Damit müssen sie sich aber beeilen, sonst müsssen wir ihnen Manna nachschießen, um sie am Leben zu erhalten.

Eigentlich arbeiten wir auch nicht mit Arbeitern, sondern mit gemeinen Gläubigen (fideles communes), die in unterschiedlicher Anzahl in drei verschiedenen Farben im Vorhof zum Paradies liegen. Von dort aus werden sie einzeln von jedem beliebigen Spieler zum Einsatz geschickt. Besonders erfolgreich wirken sie, wenn ihr Einsatzort mit ihrer Farbe übereinstimmt.

Bei Spielende werden über die Gesamtentwicklung eines Spieler noch ein paar weitere Siegpunkte ausgeschüttet. Jeder Spieler enthält auch noch einen Freibrief, mit dem er ein beliebes Entwicklungsmerkmal zusätzlich honorieren kann, für sich und/oder für den entsprechenden Mehrheits-Aktionär; Kingmakerei ließe grüßen, wenn Günther sie nicht wie ein Zerberus abgewehrt hätte.

WPG-Wertung: Aaron: 4 (ab dem Mittelspiel war alles sehr langweilig, da holt mich auch gar nichts ab; ein Wust von Icons und ein ewiges Scannen von optimalen Optionen), Günther: 5 (man muss Kettenzüge suchen, aber es ist mühsam), Moritz: 4 (das Thema ist Quatsch, unglaublich konstruiert, kein System dahinter, der Zugmechanismus ist fuddelig, langsam und fehleranfällig), Walter: 4 (Scannen ist für mich Arbeit aber kein Spiel).