von Walter am 22.01.2009 (1.119 mal gelesen, 1 Kommentar)

Keiner hatte Walters Wunschspiele, die “Die Prinzen von Machu Picchu” von Mac Gerdts und R├╝diger Dorns “Diamonds Club” mitgebracht. Von Moritz’ amerikanischem 4-St├╝nder “Battles Star Galactica” als einleitung f├╝hlten wir uns ├╝berfordert. So kam heute nur Aaron’s Auswahl an deutscher Hausmannskost (gilt als Qualit├Ątskriterium) zur Auswahl, und zumindest Peter war damit mehr als zufriedengestellt.
1. “Linq”
Eigentlich kein richtiges Brettspiel, sondern eher eine Party-Unterhaltung f├╝r gebildete Kreise. Vor knapp einem Jahr zum ersten Mal gespielt und gleich mit vorz├╝glichen 8 Punkten bedacht, war es heute f├╝r Moritz und die beiden Peters eine Premiere.
Je zwei Spieler werden per Zufallsauswahl verbandelt, doch keiner kennt die paarweisen Zugeh├Ârigkeiten. Schl├╝ssel zur Aufkl├Ąrung sind Begriffe, die jedem Paar geheim zugeordnet sind. Beispielsweise habe das rote Paar den Begriff “Europa” und das blaue Paar den Begriff “Bangkok” erhalten. Durch Nennen von Assoziativ-Begriffen sollen jeder die Paar-Zuordnung herausfinden.
Findet ein Paar die eigene Zusammengeh├Ârigkeit heraus (jeder vom anderen), dann bekommen beide Siegpunkte. Finden die anderen ebenfalls diese Zusammengeh├Ârigkeit heraus, so mu├č das Paar Siegpunkte abgeben. Es geht also darum, sich dem Partner durch geeignete Begriffe erkenntlich zu zeigen, f├╝r die anderen aber verdeckt zu bleiben.
Zu den obigen Beispielen “Europa” und “Bangkok” nannte Aaron “G├Âttin”, Peter “Asien”, Moritz “Liebesperlen” und Walter “Sex”. Wer geh├Ârt jetzt zu wem? Als Alternativbegriff nannte Aaron “Schnell” (das war ein gewollte Irref├╝hrung, denn er wu├čte schon, zu wem er geh├Ârte und er wu├čte auch, da├č sein Partner das ebenfalls bereits wu├čte), Peter nannte einen “Daro al Gelto” (oder so ├Ąhnlich, einen bekannten Sex-Regisseur. Peter Du kannst den Namen ja noch korrigieren), mit dem er Moritz bluffen wollte. Was ihm auch vollkommen gelang. Moritz wollte mit “Fritzl” (dem aus Amstetten) noch ein bi├čchen Nebel verbreiten, aber es reichte nur noch f├╝r die eigene Vernebelung.
Loredana war hier das Fragezeichen (Sonderfigur bei unpaariger Spielerzahl). Als ungl├╝ckliche Anfangsspielerin wollte sie hier mit “Link” und “Modul” eine falsche F├Ąhrte legen, aber bei den vorgegebenen geographischen Schl├╝sselworten konnte sie damit keinen auf ihre Seite ziehen.
WPG-Wertung: Aaron: 8 (damals), 8, Loredana: 6 (sprachliches Handicap), Peter: 7, Moritz: 8 (Donnerlittchen), Walter: 8 (Reminiszenz an ├Ąhnliche Spielchen aus seiner Jugend)
2. “Steel Driver”
Unsere Erinnerung an die Linq-Regeln hatten wir ├╝bersch├Ątzt und viel Zeit mit Probel├Ąufen und Fehlversuchen verloren, f├╝r Moritz Potzenzspiel war es deshalb bereits zu sp├Ąt. Mit gehobener Hausmannskost ging es weiter.
“Steel Driver” ist ein Eisenbahnaktienspiel und insofern ein Leib- und Magenspiel unserer Gruppe. Nach unserem Gef├╝hl sollte wir es schon einmal gespielt haben, doch in unseren Sessionreports taucht es noch nicht auf. Ist es da irgendwo versch├╝tt gegangen?
Obwohl sich Aaron und Walter im Groben und Ganzen an Einzelheiten des Spielablaufs erinnerten, hatten wir alle erhebliche Probleme, erstens beim Vortragen der Regeln, zweitens mit dem Verstehen der Regeln, und drittens beim Behalten und Beachten der Regeln.
Dabei ist alles ganz einfach: In jeder Runde kauft jeder 1-2 Aktien einer Eisenbahn-Gesellschaft; entsprechend der Liquidit├Ąt dieser Gesellschaft baut er 1-3 Gleisst├╝cke, verbindet St├Ądte und erzielt damit einen Ertrag, der in Form von Siegpunkten an die Aktion├Ąre ausgesch├╝ttet wird.
Am Spielende werden die Gesellschaften nochmals auf Grund ihrer Streckenstruktur bewertet und bringen jedem Aktion├Ąr eine abschlie├čende Siegpunkt-Pr├Ąmie ein. Diese Endbewertung ist ein bi├čchen tricky, denn hier werden in Konkurrenz aller gegen alle die St├Ądte auf dem Spielplan einzeln abgebaut und wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Wer als zweiter kommt, mahlt ├╝berhaupt nicht mehr!
Hier steckt nat├╝rlich ein gewisser Kingmaker-Effekt drin. Man kann einem ungeliebten Gegenspieler einen Streckenbonus vor der Nase wegschnappen und damit einem unbeteiligten Dritten zum Sieg verhelfen. Peter meinte dazu: “Nett gedacht, aber typisch Martin Wallace; die Kingmakerei hat er noch nie wegbekommen!” – Eigentlich w├Ąre das doch ganz einfach gewesen: Man brauchte in der Schlu├čwertung blo├č nicht die St├Ądte einzeln abzur├Ąumen, sondern jede Linie darf jede Stadt werten, die sie in ihrem Schienennetz angeschlossen hat! Damit w├╝rde ein verst├Ąrkter Nachdruck auf strategischen Gleisbau gelegt, was dem ohnehin schon guten Spiel sicherlich noch zus├Ątzlich zugute k├Ąme.
WPG-Wertung: Aaron: 8 (bei Nachschrift), Loredana: 8 (kein Handicap), Peter: 6 (Wallace-Trauma), Moritz: 7 (ist kein 18xx-er), Walter: 7 (vertauschbar mit Aarons Punkten)
3. “Zoff im Zoo”
Peter stellte seine Regelkenntnis heraus und schaute leicht auf die Mitspieler herab, die mit der Fre├čreihenfolge in der Tierwelt immer noch nicht so vertraut waren. Selbst Loredana fragte ungew├Âhnlich aggressiv in die Runde: “Kennst Du keine Tiere?” – Ach, in allen intelligenten Freizeitbesch├Ąftigungen ist es schwierig, auf schw├Ąchere konkurrierende Mitspieler nicht herabzuschauen! F├╝r die Charakterbildung ist es in jedem Fall gut, wenn man auch beim Spielen ab und zu mal auf seinen Meister trifft. Vor allem, wenn der es einem auch noch unverbl├╝mt vorh├Ąlt! Davon k├Ânnen besonders die Bridgespieler ein Liedchen singen.
Diesmal landeten P&L bei “Zoff im Zoo” abgeschlagen auf dem letzten und vorletzten Platz. Das mu├č hier auch einmal gesagt werden!
4. “Bluff”
Die vorletzte U-Bahn hatte unsere Reihen schon dezimiert, nur noch Aaron, Moritz und Walter setzen sich zum Absacker zusammen. Es wurde ungewohnt defensiv gespielt. Soviele Einser, Zweier und Dreier als Vorgabe und Erh├Âhung hat es bei uns noch nie gegeben.
Walter betrieb eifrig W├╝rfelpflege (unverz├╝gliches Nachw├╝rfeln bei jeder Gelegenheit, auch wenn es absolut noch nicht notwenig ist), doch es half ihm nichts. Im Nur war er alle W├╝rfel los und mu├čte Moritz und Aaron mit 5:3 W├╝rfeln ins Endspiel lassen. Hier konnte Moritz den Sack zumachen.
Walter bestand auf einen Platzwechsel mit dem undurchsichtigen Moritz, doch auch das half nix, in der zweiten Runde mu├čte er sich ebenfalls fr├╝hzeitig verabschieden und seinen Konkurrenten das Endspiel ├╝berlassen.
Aber im dritten Spiel ┬ů


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Eine Reaktion zu “21.01.2009: Deutsche Hausmannskost”

  1. Peter

    1) Weder Linq noch Steel Driver noch Bluff sind deutsche Spiele, au├čer wir definieren “deutsch” als reines Qualit├Ątskriterium.

    2) Der “bekannte Sex-Regisseur Daro al Gelto” (warum nicht gleich “il Gatto”) hei├čt “Dario Argento”, und bei ihm spritzen andere K├Ârperfl├╝ssigkeiten: http://de.wikipedia.org/wiki/Dario_Argento.

    3) D.h., *das* war eine reine Nebelkerze, nicht so Moritzens Angabe mit klarer Bangkok-Verbindung.

    4) Die haben den Bus umgestellt, wir mussten nach Hause laufen und werden k├╝nftig zu anderer Zeit aufbrechen.