von Aaron am 9.07.2009 (1.305 mal gelesen, keine Kommentare)

Wer die Westpark Gamers kennt wei├č, dass eines unserer beliebtesten Spielethemen Eisenbahnen sind. Also wieso kam jetzt ein Spiel ├╝ber Autos auf den Tisch?
Eine seltene Koinzidenz sorgte daf├╝r, dass die Probleme mit der Produktion (falsche Weitergabe der Wunschkonfiguration) und der Auslieferung (fehlende Freigabe der Finanzierungsbank) des neuen Leasingfahrzeugs eines unserer Spieler zusammentrafen mit der ├╝beraus erfolgreichen Freigabe des thematisch verwandten “Automobile” von Martin Wallace. Was lag da n├Ąher als die druckfrische Ausgabe auf den Tisch zu bringen┬ů

“Automobile”
“Automobile” ist in Martin Wallace’s Verlag Treefrog wie immer in kleiner Auflage von 1500 St├╝ck erschienen und war innerhalb weniger Tage vergriffen. Wie schon die anderen Spiele aus dem gleichen Verlag ist auch “Automobile” ein Spiel dessen Thema nicht aufgesetzt ist sondern im Gegenteil ein wesentlicher Bestandteil des Spiels mit dem Anspruch eine mehr oder weniger realit├Ątsnahe Simulation zu sein. Das gro├če Spielbrett und die ├╝ber 350 Holzteile als Spielmaterial tun ihr ├ťbriges, um eine angemessene Spielatmosph├Ąre entstehen zu lassen.
Die Spieler haben die Aufgabe einen Automobilkonzern zu managen, angefangen bei der Errichtung von Fabriken ├╝ber die Entscheidung, in welche Marktsegmente investiert wird bis hin zur Produktion und dem Vertrieb der erzeugten Automobile. Beim ersten Erkl├Ąren der Regeln hatten wir schnell den Eindruck, dass Wallace diesmal versucht hat eine Simulation des Automobil-Marktes f├╝r BWL-Studenten zu entwickeln, so facettenreich sind die Spielmechanismen und so feinverzahnt sind die einzelnen Spielelemente und die daraus resultierenden betriebswirtschaftlichen Entscheidungen. Beim Spielen zeigte sich dann, dass die Simulation nicht trocken ist und Gr├╝beln das Spielgeschehen dominiert sondern im Gegenteil jeder Spieler zu jeder Zeit eingebunden ist und unmittelbar auf die Entscheidungen seiner Mitspieler reagieren kann und muss.
Unsere Viererrunde stolperte schnell ├╝ber die T├╝cken der richtigen Markteinsch├Ątzung und der katastrophalen Auswirkung von ├ťberproduktionen. Hier bestraft das Spiel hart, denn jegliche ├ťberkapazit├Ąt wird gnadenlos verschrottet ohne einen Pfennig zur├╝ck in die Kasse zu sp├╝len und gleichzeitig wird man dauerhaft f├╝r die entstandenen Verluste bestraft. Gleiches gilt f├╝r einen zu m├Ąchtigen Vertriebsapparat oder mangelnde Innovation in den eigenen Fabriken. Wer hier nicht aufpasst und rechtzeitig in die Forschung investiert zahlt schnell viel zu viel Geld f├╝r eine unproduktive Organisation. Wie hier richtig gespielt wird, erschloss sich uns beim ersten Spiel noch nicht wirklich, zu stark h├Ąngen die eigenen Aktionen von denen der Mitspieler ab. Moritz meinte streckenweise das Zitat aus dem Film War Game “the only winning move is not to play” w├╝rde die Gewinnstrategie am besten beschreiben.
“Automobile” ist ein elegantes Design ohne Schw├Ąchen und wird sicherlich noch ├Âfter auf den Tisch kommen.
WPG-Wertung: Moritz: 7 (etwas repetitiv), G├╝nther: 7 (keine Schw├Ąchen), Hans: 7 (elegant), Aaron: 8 (super Umsetzung des Themas).


Kommentarfunktion ist deaktiviert