von Walter am 26.09.2014 (2.292 mal gelesen, 25 Kommentare)
Lupus ludens

Lupus ludens

Das Spielen von Tieren ist ein jugendliches Phänomen. Es ist ein Einüben von komplexen Fähigkeiten des Erwachsenenalters, die zum Überleben unverzichtbar sind. Manches tierische Spielen, selbst das von Erwachsenen, scheint glückselig und um seiner selbst Willen durchgeführt zu werden.

Das menschliche Spielen hat seinen Ursprung im tierischen Spielen, aber es hat sich zu einem hohen Grad an Perfektion entwickelt. Spiel, eine frĂĽhreife Neugier, und eine Vorliebe fĂĽr SpaĂź kann als kindliche Eigenschaft angesehen werden, die sich ins Erwachsenenalter hinĂĽbergerettet hat.
(aus dem Internet)

Ist „Scrabble“ (Spear, 1985) ein Spiel? Nach heutigen Sprachgebrauch sicherlich. Im ursprĂĽnglichen Phänomen des animalischen Spielens möchte ich ihm diese Eigenschaft absprechen. Genauso wie z.B. den Quiz-Spielen („Ein solches Ding“ –Abacus 1998) oder den Party-Spielen („Sympathie“ – Kosmos 1981, oder “Tabu” – MB 1990).

Den „homo ludens“ stelle ich mir lockerer vor. Er ist in seiner Spieltätigkeit weder ein „homo sapiens“ noch ein „homo faber“. Eine gehörige Portion Glück fließt in seine Freizeitbeschäftigung ein, genauso wie Übersicht und Übung. Ein Eingehen auf die Aktionen der Mitspieler, ein Beeinflussen und Beeinflusst-Werden, gehört dazu, auf keinen Fall ein unbedingtes oder sogar autistisches Losrennen auf das Ziel.

In welche Kategorie fallen dann Deduktionsspiele á la „Cluedo“ (Parker Brothers, 1982)? Der Autor muss schon ein paar deutlich spielerische Elemente zur eigentlichen Schlussfolgerungsaufgabe dazugepackt haben, damit das Produkt – in meinen Augen – das Prädikat „Spiel“ verdient.

1. “Geheimsache”

Geheimsache: blauer Montag, 13:20 Uhr am Donnerstag

Geheimsache: blauer Montag, 13:20 Uhr am Donnerstag

Der Einleitung langer Rede kurzer Sinn: in „Geheimsache“ von Jörg Domberger legt uns der Gmeiner-Verlag ein Deduktionskartenspiel vor, in dem – leider – kein einziges spielerisches Element enthalten ist.

Jeder Spieler erhält einen „Wochenplan“ mit den Aufschriften „Montag“ bis „Freitag“ in fünf verschiedenfarbigen Zeilen. Diesen Wochenplan muss er verkehrt herum vor sich hinstellen, so dass er ihn nicht selber einsehen kann, dagegen aber die Wochenpläne aller Mitspieler. Die Aufgabe besteht darin, herauszufinden, mit welchen Farben seine eigenen Wochentage unterlegt sind.

Wie soll man das herausfinden? Jeder Spieler bekommt ca. zwölf farblich unterlegte Tageszeit-Karten, von denen er pro Runde eine Karte offen vor sich ausspielt. Jetzt muss reihum jeder Spieler wahrheitsgemäß kundtun, welcher Spieler in seinen Augen die früheste und welcher die späteste Tageszeit-Karte gespielt hat. Dabei bezieht sich jede Uhrzeit auf den dem jeweiligen Spieler anhand seines Wochenplan farblich zugeteilten Wochentag. Im abgebildeten Bespiel bezieht sich die Uhrzeit „13:20“ auf den Donnerstag; diese Zeit läge z.B. hinter einer blauen „23:40“, für die der Montag gälte.
“Wahrheitsgemäß kundtun”: Wer den Ăśberblick verliert oder ĂĽberhaupt Schwierigkeiten mit der Zuteilung von Uhrzeiten und Farben und Wochentagen hat, macht das Spiel – NUR – fĂĽr seine Mitspieler ungewinnbar!

Jeder Spieler kann relativ schnell relativ sicher ermitteln, welches seine Montags- und seine Freitags-Farbe ist. Dann wird es schwierig. Wenn man weiß, dass alle Spieler ihre eigenen Montags- und Freitags-Farbe kennen und von da an keine Tageszeit-Karte mehr mit den zugehörigen Farben ausspielen, dann kann man seine Schlussfolgerungen auf die inneren Wochentage übertragen. Wenn! Erhebliche Abhängigkeiten von Wissen und Logik der Mitspieler. Ob dann dazu aber hohe oder eher niedrige Tageszeit-Karten zielführend sind, das haben wir nicht herausbekommen.

Wie Moritz es geschafft hat, bereits nach fünf Runden alle Wochentags-Farben richtig zuzuordnen … wir haben vergessen, ihn danach zu fragen. Es grenzt an ein Wunder. Das Wunder des Genies! Aber wir waren alle froh, dass er es so schnell geschafft hat.

WPG-Wertung: Aaron: 2 (es ist einfach nur schrecklich. Als „Folterspiel“ bekommt es 7 Punkte: Jedesmal wenn Peter dabei ist, fangen wir damit an!), Horst: 2 (kein Kommentar), Moritz: 2 (es gibt bestimmt irgendwelche Asperger, denen das Spiel gefällt), Peter: 2 (für die Schachtel; „die blödeste Thematik je“), Walter: 3 (manche verstehen unter Spiel halt etwas ganz anderes als wir).

2. “Amun Re”

Ein Knizia-Spiel von Hans-im-Glück. Eine doppelte Qualitäts-Garantie. Vor zwölf Jahren erschienen und damals von uns sogleich mit den besten Wertungsnoten bedacht.

Wir bieten um Regionen im Ă„gyptenland, setzen dort Bauern ein, bauen Pyramiden, kaufen Wertungskarten, die unser Besitztum vergolden, und opfern regelmäßig dem Gott „Amun Re“. Wegen diesem Opfern ist “AmunRe” in orthdoxen Kreisen arg in die Schusslinie geraten. Dass man aber jedes Opfern regelgerecht verweigern kann und dann immer noch Chancen auf den Sieg hat, wird von Orthodoxen nicht als Alibi akzeptiert. Wie sagte schon der 1. Psalm: „Wohl dem, der nicht wandelt im Rate der Gottlosen, noch tritt auf den Weg SĂĽnder, noch sitzet, da die Spötter sitzen!“

Das Spiel enthält einige hübsche Mechanismen, die seinerzeit ganz neu waren, z.B. das Bieten mit den progressiv steigenden Preisen und einer gut funktionierenden Verdrängung. Auch die übrigen Spielelemente sind in der Menge überschaubar, in ihrer Wirkung sinnig unterschiedlich, und sehr gut miteinander verzahnt. Kein Wunder, dass dieses Spiel es in seinem Erscheinungsjahr bis auf die Auswahlliste zum Spiel des Jahres gebracht hat. (Wenn man die Entwicklung der SdJ-Sieger der letzten Jahre anschaut, kann man nur seufzend feststellen: „Manchmal ehrt ein Preis den Sieger, und manchmal ehrt ein Sieger den Preis!“)

WPG-Wertung: Heute kam „Amun Re“ bei Aaron („Ich habe bewußt völlig stumpfsinnig gespielt) und Moritz („Ich wurde beim Gleichstand im Opfergebot regelmäßig benachteiligt“) nicht ganz so gut an, sie reduzierten ihre Wertungsnoten von 8 auf 6 Punkte. Vielleicht lag enttäuschte nostalgische Erwartung darin. Peter hingegen hob seine 9 auf 10 Punkte an („Ich bin völlig in das Spielgeschehen eingestiegen und habe Raum, Zeit und Sorgen vergessen“). Horst als Neuling vergab 8 Punkte („gefällt“), Walter blieb bei seinen 8.

3. “Bluff”

Vom ägyptischen Pyramidenbau erschöpft, reichte es weit vor Mitternacht nicht mal mehr zu einem “Flaschenteufel”. Bluffen war angesagt. Locker und spielerisch; man darf denken, man muss es aber nicht.

Jeder durfte einmal gewinnen. Bemerkenswert ein Sieg von Moritz über Peter. Mit 1:3 Würfel im Nachteil gab Peter 2 mal die Fünf vor. Moritz hob auf 3 mal die Fünf. Was konnte Peter mit seiner Fünf unter dem Becher noch tun? Welche Chance hat ein Anzweifeln? Wohl keine: Mit keiner Fünf hätte Moritz angezweifelt und mit nur einer Fünf wohl nachgewürfelt. Wenn man mit dem Rücken zur Wand steht, hilft nur die Flucht nach vorne! Wie steht’s mit einer Erhöhung auf 4 mal die Fünf? Das wär’s gewesen!!

Keine neue WPG-Wertung fĂĽr ein Super-Spiel.


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25 Reaktionen zu “24.09.2014: Spiel mit Charakter”

  1. Aaron

    Eine kurze Erklärung, warum ich Amun-Re völlig stumpfsinnig gespielt habe:

    Ich kenne das Spiel und habe es oft genug gespielt, um zu wissen, worauf es ankommt. Diesmal stand mir aber der Sinn danach zu testen, wie das Spiel reagiert, wenn man stur nach einem ganz einfachen Schema agiert:
    1. Immer das Feld nehmen, das man fĂĽr 0 Einsatz bekommen kann. Bei mehreren Feldern zu Auswahl, das mit den meisten Bauern.
    2. Immer voll investieren: erst in Bauern, dann in Karten, dann in Pyramiden/Steine.
    3. Maximal 1 Geld opfern. Wenn am wenigsten Bauern, die -3 spielen.

    Hatte ich mir spontan ĂĽberlegt und war wider Erwarten verblĂĽffend einfach durch zu ziehen. Und immerhin bin ich damit in unserer 5er-Runde auf dem 3. Platz gelandet. Und genau deshalb gab es die Abwertung um 2 Punkte von mir. Vielleicht tue ich dem Spiel damit Unrecht, weil die Mitspieler schlecht gespielt haben, aber die und nicht Knizia bekommen erst einmal von mir “the benefit of the doubt”.

  2. PeterRiedlberger

    Es gibt hier keinen “doubt”. Wenn dir ein Mitspieler (ich will hier keine Namen nennen) ein Feld mit zwei Pyramiden (!!!) fĂĽr 0 Geld lässt, während er selbst ein relativ uninteressantes Feld besetzt, “weil es dort mehr Bauern gibt” (nicht einmal wegen einer Siegpunktkarte!), dann kannst du Knizia allenfalls vorwerfen, dass man vom Mitspielerchaos abhängig ist.

    Aber: Nicht einmal das stimmt. Obwohl der anonym bleibende Mitspieler dir die Siegpunkte hinterhergeschmissen hat, warst du weit hinter mit abgeschlagen. D.h., betreffender Spieler hat sich vor allem selbst geschadet (was man auch an der Endwertung sah).

    Bemerkenswert wäre dein System nur dann, wenn du auch nur annäherend an den Sieger herangekommen wärst — was nicht der Fall war.

  3. Aaron

    Peter, offenbar hast du es immer noch nicht verstanden. Mir geht es nicht darum, hier mein “System” zu loben, dazu ist es zu simpel und zu stumpfsinnig. Mein Punkt ist: ein Spiel, bei dem man mit einer so simplen Vorgehensweise am Ende im Mittelfeld landet, hat fĂĽr mich nicht mehr die Qualität, die ich ihm mal zugesprochen hatte. Das und nichts anderes wollte ich mit meiner Vorgehensweise herausfinden. Wie auch immer: mehr als 6 Punkte ist mir Amun-Re nicht mehr wert.

  4. Walter

    Hallo Peter, wenn der doofe Mitspieler, der Aaron alles überlassen hat, ich war, dann darfst Du mich ruhig bei Namen nennen. Ich erlaube es Dir, mich für blöd zu halten und das dann auch lautstark zum Ausdruck zu bringen..
    Ich als Blödian darf dann auch noch sagen, warum ich Aaron (oder wem auch immer) die allerschönsten Felder geschenkt habe: Mir macht es keinen SpaĂź, bei jedem Zug durchzurechnen, wieviel eine Region gerade und in Zukunft fĂĽr mich wert ist. Solche Spiele spiele ich mehr oder weniger von der Hand in den Mund, also – in Deiner scharfen, menschenkennerischen Beobachtung – saublöd.
    Andererseits ist dieses mĂĽhselige Rechnen Können-Sollen-MĂĽssen etwas, was ich dem Spiel ankreide, und weshalb “Amun Re” von mir nur 8 Punkte und keine 10 bekommt. Denn alles andere an dem Spiel, einschlieĂźlich der Interaktion und dem immer involviert sein (“Sorgen vergessen können”), ist wunderbar komponiert. Knizia-KĂĽnstlerich!

  5. PeterRiedlberger

    “Mein Punkt ist: ein Spiel, bei dem man mit einer so simplen Vorgehensweise am Ende im Mittelfeld landet, hat fĂĽr mich nicht mehr die Qualität, die ich ihm mal zugesprochen hatte.”

    Du wirst ‘mit so einer simplen Vorgehensweise’ mit gigantischem Abstand Letzter, wenn deine Mitspieler so handeln wĂĽrden, wie es fĂĽr sie selbst am besten ist. Alles andere war geschenkt von Walter.

  6. Aaron

    Okay, ich denke das hast du jetzt so gut dargelegt, dass ich mich deiner Allwissenheit und Intelligenz geschlagen gebe. (Letzter wurde ĂĽbrigens Moritz)

  7. Walter

    … also noch nicht einmal der Blödian … :)

  8. PeterRiedlberger

    Walter: nicht Blödian, sondern Aaron-die-Sachen-zu-billig-Lasser

    Aaron: Moritz handelte nicht so, wie es für ihn am besten war. Sonst hätte er sich nicht ruiniert mit 28 (glaub ich) für ein nettes, aber nicht dringend benötigtes Feld.

  9. Guenther

    – Aaron: diese Art von “Spieletest” ist wirklich nicht fair gegenĂĽber einem Spiel oder Spieleautoren… (Noch dazu mit einer Statisktik von einem! Spiel)
    – Als Beispiel möchte ich mal wieder die simple und gute NUR GELD Strategie bei Dominion anfĂĽhren (auch wenn Dominion nicht so dein Spiel ist)
    – so manche Strategie im StP oder Ysphahan pc Programm ist auch ähnlich simpel… Und ich habe auch schon dagegen verloren
    – man könnte umgekehrt sogar etwas provokativ behaupten: wenn man eine so simple aber trotzdem einigermaĂźen sinnvolle Vorgehensweise formulieren kann, ist es sogar ein positives Qualitaetsmerkmal fĂĽr das Spiel: es zeugt von einem gewissen roten Faden, nicht nur Zufall, Mitspielerchaos, etc..
    – umgekehrt kann man auch sagen: durch dein (geheimes!) Verhalten hast du selbst sehr viel Mitspielerchaos reingebracht, da die Strategie in vielen Situationen irrational war.. Dadurch bringst du rationale Plaene der anderen auch etwas durcheinander ….

  10. Aaron

    GĂĽnther,

    alleine schon wegen der Stichprobengröße 1 war das kein fairer “Test”, klar. Aber es ging auch gar nicht darum, hier etwas fair zu testen. Ich habe Amun-Re oft genug gespielt und wollte einfach mal etwas anderes machen. Und war eben sehr erstaunt (und enttäuscht) ĂĽber mein Abschneiden. Gut, Moritz hat einmal sehr teuer ein Feld erworben; Walter hat mir einmal ein gutes Feld fĂĽr Null ĂĽberlassen (hier muss man dann der Fairness halber fragen, warum die 3 anderen Spieler Walter in diese “Verhinderer”-Position gebracht haben, falls das Feld wirklich so gut war).

    Ausschlaggebend für die Endpositionen war m.E. aber etwas ganz anderes: Moritz und ich haben nicht eine einzige der bei der Wertung Punkte bringenden Karten gezogen. Hätte z.B. ich statt in der Endwertung Horsts Karten gehabt, wäre ich 2. und Horst 4. geworden (diese beiden Karten hätten mir nämlich auch die 6 Punkte gebracht). Hätte Moritz ebenfalls im Laufe des Spiels 2 solcher Wertungskarten gehabt statt Walter, wäre er wohl mindestens 3. geworden (ob Peter solche Karten hatte, weiß ich nicht mehr).

    FĂĽr mich ist Amun-Re einfach kein 8 Punkte Spiel mehr, dass ich jederzeit gerne spiele. Das hat mir das letzte Spiel gezeigt, ob nun fair oder nicht. Ich maĂźe mir nicht an, objektive Urteile zu vergeben.

  11. PeterRiedlberger

    1. “Moritz hat einmal sehr teuer ein Feld erworben”. ‘Einmal’ suggeriert, das wäre halt Episode. Nein, er hat 28 Geld reingebongt. Zum Vergleich: Damit hätte er pro Runde 4-5 Geld mehr zahlen können fĂĽr das Opfer und wäre fast stets Startspieler gewesen! Mit diesem einen Kauf war er drauĂźen.

    2. “warum die 3 anderen Spieler Walter in die Position brachten”; weil er letzter in der Runde war, deswegen. Und man sollte davon ausgehen, dass jemand einen anderen ĂĽberbietet, wenn der ein Feld mit 2 Pyramiden fĂĽr 0 kaufen kann (und er stattdessen ein recht wertloses Feld nimmt, weil er Bauern kaufen will). Anders formuliert: Man brachte Walter nicht in die Situation, dass er sich fĂĽr alle opfern mĂĽsse; er hätte nur den klar besten und absolut offensichtlichen Zug machen mĂĽssen, fertig.

    3. Daraus folgt: Aaron hat eindeutig bewiesen, dass eine einfache, mechanische Strategie deutlich besser ist als offensichtlich schlechtes Spiel. Finde ich als Erkenntnis nicht so spannend. Ein Bausparer oder ein Sparbuch ist auch besser als ein abstürzender Fond mit Emerging-Markets-Risikowerten. Heißt aber nicht, dass nicht vielleicht Tagesgeld oder gar eine vernünftige Anlagestrategie nicht besser wären.

    4. Du und deine Wertungskarten. Ich habe KEINE EINZIGE WERTUNGSKARTE erfĂĽllt. Hättest du drei Wertungskarten GEHABT [!] und ERFĂśLLT [!] (geht fast nicht …), wärest du immer noch hinter mir gewesen.

    5. De gustibus non est disputandum. Über funktionierende Spielmechaniken dagegen schon. Und Amun-Re hätte nur dann ein Problem, wenn du mit Mechanik auch nur annäherend an mich herangekommen wärst. Was du nicht bist.

  12. Guenther

    – natĂĽrlich kommt durch die Karten ein gewollter Zufallsfaktor rein und sie können in einem engen Spiel auch ausschlaggebend sein.
    Allerdings kann man die Kartenanzahl ja beeinflussen und Karten, die ich nicht bis zum Ende aufbewahren muss, bringen mir ja auch schon vorher Vorteile, die ich dann am Spielende gerne vergesse…
    – fĂĽr mich kann ich aus den Diskussionen aber folgende Erkenntnis ziehen:
    Ein Spiel, welches ich lange Jahre gerne gespielt habe und dem ich eine hohe Note gebe, werde ich aufgrund einer oder zweier negativer Erfahrungen NICHT abwerten – auch wenn das Spiel fĂĽr mich persönlich schon etwas “abgelutscht” ist. Es hat sich einen Platz erkämpft und sollte dort auch bleiben — Es sei denn, es ist tatsächlich nicht mehr zeitgemäß und ich könnte es guten Gewissens auch keinem Freund mehr empfehlen: dann sollte es auch abgewertet werden.

  13. Edith

    Zu GEHEIMSACHE:
    mir scheint, ihr habt das SPIEL nicht richtig GESPIELT.
    Jeder bekommt nicht “ca.12 Karten” sondern genau 12 Karten,
    eine blaue Karte mit der Uhrzeit “23:20” gibt es nicht und auch das Statement
    “Erhebliche Abhängigkeiten von Wissen und Logik der Mitspieler” ist falsch.
    Es ist völlig unwichtig was die Gegenspieler schon wissen. Sie müssen nur richtige Auskunft geben.
    Selbst falsche Informationen sind im SPIEL zu viert oder fünft sehr häufig durch weiter hinten sitzende Spieler
    korrigierbar.
    Und es ist nicht so dass SPIELER, sollten sie Montag oder Freitag schon kennen (was nicht signifikant einfacher
    zu ermitteln ist als die anderen Tage) keine Karten mehr in dieser Farbe SPIELEN werden. Es ist genau anders
    herum. Ich SPIELE diese Farben genau dann wenn ich StartSPIELER bin oder mir durch die vor mir geSPIELten
    Karten keine Information mehr erwarte.

    In GEHEIMSACHE steckt viel mehr als ihr entdeckt habt.
    Wir SPIELEN es sehr gerne!

  14. Walter

    Hallo Edith,
    1) “nicht signifikant einfacher” : das ist schlichtwegs falsch! Mit einer in der ersten oder zweiten Runde ausgespielten Karte kannst Du – falls Du Erster oder Letzter bist – oft mit 100%iger Sicherheit auf Deine Montags- oder Freitagsfarbe schlieĂźen. Auf Deine Di-Mi-Do-Farbe kannst Du damit keinesfalls schlieĂźen! Falls Du darin keine signifikanten Unterschied siehst, möchte ich Dir dringend empfehlen, dieses Wort doch mal im Duden nachzuschlagen.
    2) “Ich SPIELE genau diese Farben”: Du darfst spielen was Du willst und ebenfalls schluĂźfolgern, was und wie Du willst. Wenn Du aber keine Farben von den Tagen spielst, deren Farbe noch suchst, findest Du keinerlei Informationen ĂĽber denen relative Stellung. Wie Du mit dieser Methode rauskriegen willst, welche der Farben vorher und welche nachher kommt, das wird wohl auf ewig Dein gutgehĂĽtetes weibliches Geheimnis bleiben! Männer können das nicht!
    3) “Wir spielen es sehr gerne” : Weiterhin viel SpaĂź damit!

  15. Edith

    @Walter:
    Zu 2) nochmals genau lesen:
    “Und es ist nicht so dass SPIELER, sollten sie Montag oder Freitag schon kennen (was nicht signifikant einfacher
    zu ermitteln ist als die anderen Tage) keine Karten mehr in dieser Farbe SPIELEN werden. Es ist genau anders
    herum. Ich SPIELE diese Farben genau dann wenn ich StartSPIELER bin oder mir durch die vor mir geSPIELten
    Karten keine Information mehr erwarte.”

    Die noch unbekannten Kartenfarben SPIELE ich, wenn ich mir davon neue Informationen erhoffe!

  16. Walter

    Hallo Edith, irgendwie scheinen wir in der deutschen Sprache oder in der deduktiven Logik nicht auf eine Ebene zu kommen.
    Da Du Dir in den unbekannten Kartenfarben doch IMMER eine neue INFORMATION erhoffst, müsstest Du sie doch auch IMMER spielen. Ich sehe im Spielen JEDER BEKANNTEN Kartenfarbe den unbedingten VERZICHT auf eine neue Information …

  17. Aaron

    Also ich finde Ediths Aussage: “Jeder bekommt nicht ‘ca.12 Karten’ sondern genau 12 Karten,
    eine blaue Karte mit der Uhrzeit ’23:20′ gibt es nicht” bemerkenswert…

  18. Walter

    Was ist denn daran bemerkenswert?
    Das “ca.” habe ich den Session-Report geschrieben, weil ich die Zahl “12” aus dem Gedächtnis rekonstruiert habe, ohne nochmals in den Regeln nachzuschauen.(Ich wollte mir nicht antun, den Schmonsens ĂĽber den angeblich darin eingebauten Krimi nochmals ĂĽberfliegen zu mĂĽssen!) FĂĽr den Spielablauf ist es auch ganz unerheblich, ob man 10, 12 oder 14 Tageszeit-Karten bekommen. Sogar eine ungerade Kartenanzahl wäre unerheblich … :)
    Auch mein Beispiel mit der “blauen Uhrzeit 23:20” soll lediglich die Logik der frĂĽheren bzw. späteren Uhrzeit verständlich machen. Die Aussage im Report “diese Zeit läge z.B. hinter einer blauen ’23:40′, fĂĽr die der Montag gälte” ist absolut richtig, unabhängig davon, ob es diese blaue Uhrzeit gibt oder nicht! FĂĽr die Beckmesser unter den Lesern habe ich diesen Satz sogar im Konjunktiv geschrieben …
    Wisst Ihr lieben Kritiker eigentlich, was ein “Beckmesser” ist? Auch diesen Begriff kann man bei Bedarf im Duden nachlesen …

  19. Edith

    @Aaron:
    Wie ist das “bemerkenswert” denn gemeint?

  20. Aaron

    Bemerkenswert ist, dass du in deiner Kritik solche Nebensächlichkeiten anbringst. Ob jeder Spieler nun 12 oder ca. 12 Karten bekommt, spielt doch nur dann eine Rolle, wenn Walter hier die Spielregeln genau wiedergeben möchte. Genauso wenig ist für die gemachten Aussagen zum Spiel wichtig, ob es in der Farbe Blau die Uhrzeit 23:20 gibt oder nicht.

  21. Edith

    Du magst recht haben, es sind aber klare Hinweise darauf dass er sich mit dem Spiel nicht beschäftigt hat, es aber trotzdem schlecht macht. Und das ist einfach unprofessionell.

  22. Aaron

    Da widerspreche ich dir vehement. Walter hat das Spiel in seinen wesentlichen ZĂĽgen richtig beschrieben, insbesondere dessen groĂźe Schwächen. Und sein Eindruck, den er hier niedergeschrieben hat, deckt sich mit dem der anderen 4 Spieler, die das Spiel noch schlechter bewertet haben als er. Ich gehe sogar soweit, dass ich das Spiel als ‘broken’ bezeichne, weil es vorkommen kann, dass ein Spieler bei ungĂĽnstiger Verteilung der Karten keine Chance hat zu gewinnen. Soetwas man bei einem Stickspiel oder Kartensammelspiel okay sein, fĂĽr ein Deduktionsspiel geht das aber gar nicht.

  23. Edith

    Alles klar, auch Du hast das Spiel (und die Kartenverteilung zu Spielbeginn) nicht verstanden.
    Over and out.

  24. Walter

    Hallo Edith, heißt Du etwa Jörg?
    (Danke, Peter, fĂĽr die Enttarnung!)

  25. Guenther

    Auch von mir hier noch ein paar Anmerkungen ( ich mag eigentlich Deduktionsspiele wie Sleuth recht gerne, allerdings mehr als Postspiel denn als FtF Spiel):
    – Die Uhrzeitkarten folgen ĂĽbrigens auch einem Schema:
    1. Die 12 Karten jeder Farbe haben als Stunden die Werte von 9 bis 20 Uhr.
    2. Jede Farbe hat den gleichen Minutenwert (grĂĽn 00, blau 10, rot 20, gelb 30, lila 40)
    Diese Information sollte man sicherlich auch berĂĽcksichtigen beim Ausspielen einer Karte.

    – Jeder Spieler bekommt am Anfang 2 Karten von jeder Farbe und 2 zufällige ( das wurde aber auch in der obigen Spielerunde richtig gespielt)

    – Problematisch sind allerdings die Wochenpläne – hiervon gibt es nur 18 StĂĽck; also bei weitem nicht alle möglichen Kombinationen. Hier ist häufig schon durch die Kenntnis der Farbe zweier Tage die komplette Karte eindeutig bestimmt.
    Vermutlich war die Reduktion der Anzahl der Wochenpläne produktionskostenbedingt – macht das Spiel aber sehr problematisch, da man die Struktur der Wochenplaene nach einigen Partien sicher nutzen kann und muss.(dieses Problem gibt es bei Sleuth z.B. nicht)

    – Ich vermute, dass mir das Spiel nach einigen Partien langweilig wĂĽrde- nachdem ich herausgefunden hätte , welche Karten ich als Startspieler oder als Letzter in der Runde spielen muss… Und häufig bekommt wohl schon in der ersten Runde ein Mitspieler eher zufällig als geplant recht viele Informationen.

    – Klar ist aber, dass alle Spieler in der Runde Freude an dieser Art von Deduktionsspielen haben mĂĽssen. … Daher ist es sicher nichts fĂĽr unsere WPG Runde :-) , sondern als Solitärspiel App zu empfehlen?